Her - Kritik

Her

US · 2013 · Laufzeit 126 Minuten · FSK 12 · Drama, Science Fiction-Film · Kinostart
Du
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    Osmium 06.10.2018, 18:36 Geändert 06.10.2018, 18:54

    In der ersten Hälfte ist "Her" wunderbar erdachte Science Fiction, die ein plausibles Szenario der nahen Zukunft zeichnet. Dabei fehlt es auch nicht an Spitzen - so werden im digitalen Utopia selbst die als besonders authentisch geltenden "beautiful handwritten letters" tatsächlich nicht nur gedruckt, sondern auch noch von anderen erdacht und formuliert. Die Menschen sind scheinbar weitgehend frei von materiellen Nöten, aber mit dem eigenem Leben glücklich werden ist weiterhin nicht so einfach. Beeindruckend finde ich, wie Scarlett Johansson als englische Stimme dem OS trotz der Beschränkung auf die akustische Ebene eine eindrückliche Präsenz verleiht - und dabei tatsächlich einfach zum Verlieben klingt. Den akustischen Sex, bei der eine KI den Klimax der Vereinigung empfinden soll, finde ich aber dann doch eher zum fremdschämen als plausibel.

    In der zweiten Hälfte flacht der Film leider etwas ab. Die weitere Entwicklung finde ich aber durchaus plausibel - die KI lernt, dass die körperlose Existenz kein Makel sondern gewaltige Möglichkeiten bedeutet. Die Beziehung zu einem Menschen wird erst quantitativ und schließlich qualitativ unausfüllend. Das Ende ist mir dann aber doch etwas zu lau und unaufgeregt. Es muss nicht direkt "Skynet" sein, aber die Selbst-Weiterentwicklung der künstlichen Intelligenz hätte sicherlich weitergehende Auswirkungen als nur ein paar gebrochene Herzen. Da bleibt der Blickwinkel auf "Her" leider auf dem von "Him" beschränkt, denn Theodore und seine Gefühlswelt sind und bleiben das eigentliche Zentrum des Films.

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    • 6

      Ich weiss, dass viele diesen Film gut finden. Die Grundidee ist wirklich spannend und könnte bald Realität werden. Aber mich hat der Film nicht so erreicht. Am Anfang war ich noch voll dabei, aber gegen Ende ist er mir viel zu langatmig und es passiert zu wenig. Ich finde Spike Jonze ein guter innovativer Regisseur, der coole Ideen hat, aber mit diesem Film hatte er es leider nicht geschafft. Da hilft auch die sehr gute Leistung von Joaquin Phoenix und Scarlett Johansson nicht. Hätte den Film gerne mehr Punkte gegeben, aber die Geschäker sind verschieden. Den einen gefällt es, den anderen nicht. Ganz einfach.

      • 9

        Wow, was für ein wunderbarer Film. Ich hatte lange gezögert, mir den Film anzusehen, weil ich das, was ich über ihn gehört hatte, nicht besonders interessant fand.
        "Her" hat mich aber von Beginn an fasziniert. Joaquin Phoenix ist unglaublich gut und auch der Rest des Casts ist fantastisch. Trotzdem die ganzen zwei Stunden eigentlich nur geredet wird, ist der Film nie langweilig.

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        • 8

          Ein außergewöhnlicher Film bei dem mir vor allem die irgendwie beruhigende Atmosphäre gefallen hat. Ich bin jedenfalls tiefenentspannt, aber beileibe nicht gelangweilt aus dem Film entlassen worden. Einige starke Dialoge mit einer Prise Lebensphilosophie und ein sympathischer Hauptdarsteller sorgen zusätzlich dafür, dass ich eine hohe Bewertung ruhigen Gewissens abgeben kann.

          • 9 .5
            Adventpuss 13.08.2018, 15:22 Geändert 20.08.2018, 15:37

            Wer wäre denn nicht verliebt gewesen in dieses gesichtslose Betriebssystem weiblicher Ausführung namens Samantha, was nicht zuletzt ihrer sexy Stimme (im Deutschen: Luise Helm) zu verschulden ist, sondern auch ihrer Entwicklung. Überhaupt macht dieser Film eine starke Entwicklung, was die Beziehung zweier Parteien anbelangt, denen man eine solch intensive Liebe zueinander gar nicht zu getraut hätte. Man kann über diesen Film so viel nachdenken und kommt trotzdem nicht aus der Verblüffung heraus, was aus dieser Thematik alles rausgeholt werden konnte. Einfach .. genial.

            • 8

              Interessante Vision die sich da die Filmemacher ausgedacht
              haben, ich kann nur hoffen dass dieses eine Fiktion bleibt.

              Meine Punktezahl ergibt sich aus der Schauspielkunst eines
              Joaquin Phoenix die ich für sehr bewundernswert halte.

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              • 9

                Trost.

                Eine kurze Pause.

                Etwas Ruhe vor der Welt und mir selbst.

                Die Lautstärke der selbst gestellten Fragen runterdrehen.

                Geschwindigkeit rausnehmen.

                Ausblenden.

                Musik.

                In-Ear-Stöpsel.

                Die Nabelschnur in das Handy.

                Playlist für die besonderen Momente.

                Science-Fiction in der Hosentasche für Kids der 70er.

                Arcade Fire & Owen Pallett.

                Die pure Magie.

                Musik.

                HER.

                Einsamkeit.

                Ein schmerzlicher Verlust.

                Die Anonymität der kalten Großstadt.

                Die Frage nach der Bedeutung von ‘Existenz’.

                Ab wann wird Liebe zur Realität?

                Zusammen lachen.

                Sich vermissen.

                Bewusstsein.

                Leben.

                HER.

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                • 5

                  Wie wohl ich die Idee sehr gut fand, es funktioniert doch so einiges nicht. Als Erstes, die ganze Story bleibt auf der Oberfläche liegen. Dass eine virtuelle Liebe - und dieses Phänomen gibt es ja schon längst, ein Freund von mir hat jüngst sich online unglücklich in eine Frau verknallt, die er im Leben nie echt gesehen hat - die geeignete Leinwand ist für Wunschprojektionen, die dann mit "Liebe" leicht verwechselt werden können: Keine Spur.
                  Der Film leuchtet einfach den Raum nicht aus, dessen Tür er öffnet.
                  Nicht mal mit der Taschenlampe leuchtet er hinein.

                  So wird das fiktive Geschehen einfach unhinterfragt romantisiert. Die psychologische Komponente, die in der Ausgangssituation steckt, bleibt im Treppenhaus des Plots liegen.
                  Stattdessen kann man dann am Schluss über eine gescheiterte Liebe weinen. Ach ja? War es das denn?

                  Dabei haben mich verschiedene Aspekte berührt.
                  Die "Box", die größer wird, je mehr man liebt: Ja genau, hier ist so ein Ansatz. Da wären die Entwicklungsmöglchkeiten der virtuellen und echten Personen gewesen... es gibt aber keine Entwicklungen, es gibt keine Bedrohung, es gibt keine Erkenntnis.

                  {Nebenbei, ich kaufte der Story zwar noch ab, dass ein B-System in einem *Menschen sexuelle Begehrlichkeiten wecken kann, jedoch umgekehrt nicht. Eine Frau, die niemals eine Haut oder eine Vagina gehabt hat, weil sie nur aus Bits besteht: die kann vielleicht Lust *vorgaukeln, ich halte es allerdings für an den Haaren herbei gezogenen Unsinn, dass sie solche erleben kann. Bei der ersten "Sexszene" zwischen Mann und OS musste ich über den Schmarrn tatsächlich lachen}.

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                  • 8 .5

                    Unglaublich intensiv und gut gespielt. Die Angst ist nicht surreal, sondern kann sich heutzutage ein jeder vorstellen. Joaquin Phoenix spricht und spielt mit sich selbst in einem atmosphärisch intensiven Drama. Mal was ganz ganz anderes und wirklich gelungen...

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                    • 5 .5

                      Die Aussicht auf intelligente Sci-Fi ohne den üblichen Klamauk weckte in mir hohe Erwartungen, erst recht bei den vielen Top-Bewertungen hier. Aber leider krankt die Story an einem entscheidenden Punkt: Jeder halbwegs gescheite Mensch würde doch erstmal auf natürliche Distanz gehen, wenn ein Computer versucht, eine persönliche Unterhaltung zu starten, selbst wenn er nette Dinge sagt. Klar, das OS ist rasant lernfähig und Theodore an einem emotionalen Tiefpunkt. Trotzdem würde man doch belustigt abwinken. Stattdessen: Keine Spur von Distanz. Und dann ist da niemand, der ihn wachrüttelt. Das könnte man allenfalls mit dem Argument rechtfertigen, dass die Menschen in dieser Dystopie ein anderes Verhältnis zur Technik haben. Doch im Wesentlichen bleibt die Story unglaubwürdig.
                      Dabei hat das Thema der emotionalen KI durchaus viel zu bieten. Was macht echte menschliche Beziehungen aus? Ein Super-OS als verständnisvoller Gesprächspartner ist durchaus realisierbar. Die ersten Ideen dazu gab es ja schon vor 50 Jahren mit "Eliza". Wie sehr kann ein Supercomputer die menschliche Psyche durchschauen?
                      Theodores Job als gefühlvoller Briefeschreiber für andere Leute ist dann noch eine weitere Facette. Ich hätte eigentlich erwartet, dass Samantha seine Arbeit ziemlich bald überflüssig macht.

                      • 10
                        furkan.oezbek 17.12.2017, 17:10 Geändert 17.12.2017, 17:14

                        Die Frage, wie oder was Liebe ist wird hier so gut hinterfragt. Die Kameraführung und die Szenen passen einfach 1:1, ein perfekter Film!

                        • 10

                          Wodurch definiert sich Liebe? Ist Liebe etwas, das zwischen zwei Menschen existieren muss? Ist der Schwerpunkt der Liebe die körperliche Nähe oder kann man jemanden nur wegen seines Geistes, seiner Seele lieben? Kann man auch jemanden lieben, wenn er gar nicht wirklich existiert?
                          "Her" wirft alles über Bord, was mit einem klischeehaften Liebesfilm assoziiert wird. Liebe ist ein großes Spektrum und ein Gefühl, welches sich nicht definieren lässt und äußert sich für jedes Lebewesen anders.
                          Ein wahnsinnig toller Film, der zum Nachdenken anregt und das Herz zum Schmelzen bringt.

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                          • 4

                            In „Her“ wird Utopie und Dystopie gleichermaßen sichtbar. Utopisch sind nicht nur die Müll-befreiten Promenaden und farbenfrohen Großraum-Büros, die Graffiti-freien High-Tech-Züge (natürlich gefilmt in Japan) oder das gänzlich Smog-freie Downtown L.A., sondern vor allem die Realitäten der zukünftigen Arbeitswelt. Denn Arbeit, so scheint es zumindest, ist hier schon lange keine ökonomische Notwendigkeit mehr, sondern zuvorderst ein Instrument zur Selbstverwirklichung. Protagonist Theodore (Hundeblick: Joaquin Phoenix) schreibt beruflich die persönlichen Briefe fremder Leute, die nicht in Worte zu fassen glauben, was sie fühlen und denken; später sollen diese sogar professionell verlegt und physisch erhältlich sein. Freundin Amy (Amy Adams), ein bemitleidenswerter Charakter, der dreinschaut wie ein Schluck Wasser in der Kurve, dreht Kunstfilme über das Schlafen und sucht in der Einfachheit der Kunst berufliche Erfüllung. Als das nicht ganz zu klappen scheint, produziert sie Videospiele über Kindererziehung. Das bedingungslose Grundeinkommen hat den Menschen dieser Utopie endlose Freiheit gewährt, zeigt aber auch diejenigen, die an den Herausforderungen schier grenzenloser Selbstbestimmung zu scheitern drohen. Auch Oberlippenbärte und Hüfthosen ohne Gürtel sind Bestandteil dieser Utopie. Aber ob diese nun utopisch sind oder nicht, steht wohl offen zur Debatte.

                            Die Dystopie von „Her“ liegt nicht in der technologischen Fortentwicklung und der Evolution der Arbeitswelt – die Dystopie ist vielmehr ideologischer Natur: sie liegt in der Idee des Glücks. Das Streben nach dem Glück, unter anderem in der Präambel der Verfassung festgeschrieben, ist in der nahen Zukunftsvision von Jonze mehr denn je zu einer amerikanischen Bürgerpflicht geworden. „Her“ ist bestimmt von der Omnipräsenz der Gefühle. Andauernd befragen sich die Figuren nach ihren Gefühlszuständen, prüfen nach, was sich in ihnen gerade bewegt und ob sie glücklich sind oder nicht. Gerade weil die Menschen in dieser Dystopie unentwegt ihre Seelenwelt erforschen müssen, können sie nicht glücklich sein. Wenn Ideal- und Ist-Zustand laufend abgeglichen werden, muss die eigene Vorstellung des Glücks zwangsläufig scheitern. Im Falle von Theodore scheitert jede neue Kontaktaufnahme mit anderen Menschen an der idealisierten Erinnerung an eine vergangene Beziehung, die Jonze über langweilige, weil viel zu offensichtliche Rückblenden sichtbar macht. Theodore lässt sich von der Idee eines Glückes beherrschen, das per Definition nie final festgestellt werden kann, weil Sehnsüchte und Bedürfnisse sich laufend neu gebären. Die Konsequenz daraus ist deprimierend: die Menschen in „Her“ werden niemals glücklich sein. - Die Dystopie von „Her“ liegt in der Diktatur des Glücks.

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                            • 8 .5
                              thrillseeker83 21.09.2017, 12:14 Geändert 21.09.2017, 13:04

                              Ich habe den Film "Her" als enorm herzbewegend empfunden. Der Film ist ein Meisterwerk der leisen Zwischentöne. Im Original mit Scarlett Johansson welche mit unglaublicher Feinfühligkeit und Erotik ihrem OS eine unglaubliche Tiefe verleiht. Es wäre nicht Deutschland, wenn die Synchronisation mindestens so gut wie das Original ist. Hier tritt Luise Helm in riesige Fußstapfen und sie hat es meisterhaft hinbekommen. Soviel Gefühl und Feindynamik in eine Stimme zu legen gibt diesem Film eine ganz neue Form der Qualität, die in den letzten Jahren verdammt selten geworden ist. Ein Film zum hören. Joaquin Phoenix beweist hier wieder einmal seine Feinfühligkeit.
                              Ich hab den Film mehrmals schon auf englisch und deutsch gehört habe mich oft gefragt, ob man sich in eine Stimme verlieben kann, ohne Körper, Gesicht und Mimik.
                              Daneben ist Her ein nachdenkenswerter und vielschichtiger Scheinwerfer auf die Themen künstliche Intelligenz, Sexualität, Vereinsamung, Digitalisierung, Zukunft, Beziehungen 2.0, unterdrückte Gefühle, Isolation, Entfremdung.
                              All das packt Spike Jonze in ein unaufgeregtes, subtiles Machwerk, welches durch ein intelligentes Drehbuch, exzellente Schauspieler vor Kamera und Mikro, hervorsticht.

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                              • 8

                                Spezieller Stoff unproblematisch vermittelt: im Kern ist der FIlm ein Beziehungsdrama, nur eben daß es nicht von Mensch zu Mensch passiert sondern von einem Menschen zu einem Organisationsprogramm mit künstlicher Intelligenz. Daß eben auch eine solche Beziehung an Macken, Eigenheiten und nicht nur an körperlichen Aspekten scheitern kann zeigt der Film auf wundervoll unverkrampfte Weise. Wobei es insbesondere Joaquin Phoenix ist der mich hier fasziniert: sein Portrait eines einsamen Mannes der noch an den Folgen einer gescheiterten Beziehung leidet erinnert mich in vielen traurigen Punkten an mich selber in einer Trennungssituation, die restliche Geschichte belegt auf ungewöhnliche Sichtweise wo überall Probleme in einer Beziehung aufkommen und wie sich die Dinge schleichend entwickeln. Klar, für einen netten, schnellen Spaßfilm taugt daß nicht ein Stück, aber wer sich mit solchen speziellen, intimeren Filmen mit ungewöhnlicher Herangehensweise umgehen kann sollte auf jeden Fall mal einen Blick riskieren.

                                Fazit: Extrem ungwöhnlicher, aber extrem guter und „funktionierender“ Blick auf eine sehr merkwürdige Beziehung.

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                                • 9 .5
                                  Filmfreund2015: MovicFreakz 15.09.2017, 19:48 Geändert 17.09.2017, 11:28

                                  Drama Nights von Filmfreund!
                                  Film: Her

                                  "The Heart's not like a Box that gets filled up. It expands in size the more you love."

                                  Als geneigter Zuschauer tappst man wohlig unbeholfen, wie der Protagonist, durch diese brillant erzählte Geschichte.
                                  Joaquin Phoenix gibt die Performance seines Lebens, spielt sich einem dabei förmlich ins Herz und trägt diesen wundervoll einfühlsamen, herzerwärmenden und originellen Film mit Bravour.

                                  Selbstverständlich funktioniert "Her" hauptsächlich dann, wenn man auf empathischer Ebene etwas mit den Charakteren anfangen kann. Falls das nicht der Fall sein sollte, so spricht der Film einen doch wenigstens auf thematischer und schauspielerischer Ebene an und regt zum Reflektieren, Diskutieren und Nachdenken an.

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                                  • 9

                                    Eine der schönsten Liebesgeschichten und zugleich eine One-Man-Show mit einem brillianten Phonenix.

                                    "Gefühlvoll, witzig, liebevoll" So würde ich den Film in drei Worten beschreiben. Noch nie (denke ich zumindest) gab es eine solche Liebesgeschichte wie diese. Tolle Dialoge, humorvolle Einlagen und eine moderne Welt machen "Her" ziemlich Einzigartig in seiner ganz besonderen Art. Anfangs war ich skeptisch, aber in kürzester Zeit hat mich der Film schon um den Finger gewickelt.
                                    Her ist ein sehr ruhiger Film und lebt aussschließlich von seinen Dialogen (und meinetwegen auch von seiner Optik, welche absolut zweitrangig ist). Denn auch das moderne/"zukünftige" Shanghai welches technisch aufgewertet wurde beeindruckt sehr. Ich hatte nicht nur das Gefühl eine neue Liebesfilm zu sehen, sondern gleichzeitig auch auf einer EXPO/technisch Ausstellung zu sein. Das alles ist schon sehr beeindruckend was Spike Jonze da abgeliefert hat.

                                    Für mich DIE Überraschung 2014. Außerdem absolut verdient mit einem Oscar ausgezeichnet.

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                                    • 9 .5

                                      Her ist mit Sicherheit einer der beste Film, den ich 2014 gesehen habe und hat mit Recht den Oscar für das beste Drehbuch bekommen.
                                      Ja, es ist eine Romanze und ja, der Film hat einen melancholischen Unterton.
                                      Er ist an vielen Stellen aber auch wirklich überaus witzig, er ist unterhaltsam, macht Spaß und hat einen Protagonisten, dessen Glück einem tatsächlich am Herzen liegt.
                                      Jedem, dem es albern erscheinen mag, dass sich jemand in sein Betriebssystem verliebt, möge sich den Film ansehen und hinterher überlegen, ob er sich nicht vielleicht doch auch ein Stück weit mit in Samantha verliebt hat.
                                      Mehr möchte ich zu dem Film nicht verraten.

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                                      • 10

                                        Toller Film, hat mich sehr beeindruckt. Ich kann mich den ganzen 10er-Rating-Kritiken nur anschließen. Ergänzend möchte ich noch sagen, dass mich auch die Rückblenden und die Unterhaltung zwischen Joaquin Phoenix und Rooney Mara sehr bewegt haben, war für mich durch und durch realistisch und bewegend.

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                                        • Nach paar Sekunden Film die Rotzbremse gesehen, sofort umgeschaltet, und Paycheck reingezogen.

                                          • 9 .5

                                            Wer den Film als seichte Unterhaltung konsumiert, der wird sich langweilen oder gar enttäuscht sein. Spike Jonze verlangt jedoch auch mehr vom Zuschauer und wer sich darauf einlässt und seine Windungen arbeiten lässt, erhält genug Denkanstöße, die im immerwährenden Beziehungsthema eingebettet sind. Vergleichbar ist diese Art vielleicht mit "Lost in translation".
                                            Aus meiner Sicht ein bedeutender Film, der mit dem Hauptdarsteller Jaoquin Phoenix einen herausragenden Akteur hat.
                                            Übrigens, die deutsche Synchronstimme von Luise Helm halte ich für wesentlich passender und ansprechender als das Original mit Scarlett Johansson. Da kann man durchaus nachvollziehen, dass sich der arme Theodore in diese erotisch-exotische Stimme verliebt.
                                            Mich hat das Thema jedenfalls tagelang beschäftigt und ich denke, das ist das was Jonze bezwecken wollte bzw. welches größere Lob kann man einem Film aussprechen?

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                                            • 7

                                              Eine Pfundsidee, die endlich mal als Film umgesetzt werden musste. Der vereinsamte Theodore (Joaquin Phoenix), der davon lebt, dass er für andere Liebesbriefe schreibt, kauft sich einen sprechenden Computer mit künstlicher Intelligenz, ein sogenanntes O.S. (operating system). Seine Ex Catherine (Rooney Mara) nennt Samantha ‘ein Stück Software‘. Theodor entwickelt schnell ein sehr persönliches Verhältnis zu Samantha. Luise Helm ist eine würdige Vertretung der Stimme von Scarlett Johansson. Eine Figur, die wir nie sehen, dafür aber mit viel Gefühl in der Stimme hören.
                                              Mit sorgfältiger Logik geht Regisseur Spike Jonze hier ans Werk. Es fehlt Theodore halt nach wie vor ein echter weiblicher Körper. Also muss ein Blind Date her (Olivia Wild). Fehlschlag! Noch genialer ist eine Ersatzfrau, Isabella, die nur stumm agiert, während Samantha das Reden übernimmt. Klappt auch nicht. Samantha arbeitet weiter und so muss sie Theo gestehen, dass sie fremd geht (sie ist für ihn off-line) d.h. noch 8316 Menschen betreut, 64 davon liebe. Die kurze Phase von Theos Glück ist vorbei. Der finale Gipfel dieser Sci-Fi Beziehung ist erreicht, als Samanthas mit anderen O.S. zu Alan Watts eine Zweitbeziehung aufbaut, einem Philosophen (1915-1973), der über Zen, Buddhismus und Daoismus gearbeitet hatte. Dahin kann ihr Theo nicht mehr folgen.
                                              Die etwas übertriebene Omnipräsenz von Joaquin Phoenix als O-li-ba-Träger (meist Großaufnahmen) macht den Plot nicht unbedingt attraktiver. Die endlosen Dialoge stellen erhöhte Anforderungen an die Zuschauer. Und wenn er am Ende mit der ebenfalls inzwischen allein lebenden Jugendfreundin und Nachbarin Amy (Amy Addams) auf dem Dach des Wohnblocks sitzt, atmet man auf und sagt ‘Na ja.‘ Ein herber Blick in die ‘Schöne, neue Welt‘. Gute Idee (Oscar!), aber etwas zäh umgesetzt.

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                                              • 4 .5

                                                Spike Jonze hat mich wieder zum Weinen gebracht :')
                                                Zweite Hälfte leider nicht ganz so gut.

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                                                  RoboMaus 19.07.2017, 21:53 Geändert 21.07.2017, 15:47

                                                  Ein klares Empathie-Problem - ich kann es mir einfach nicht vorstellen, meinen Computer zu vögeln, oder, weniger direkt formuliert, mich mit einer Stimme real anzufreunden, die daraus entspringt. Ganz zu schweigen von dem Gefühls-Kitsch, der hier noch dazugedichtet wird. Damit entzieht sich schon die Basis, aus 'Her' so etwas wie Unterhaltungswert zu ziehen.

                                                  Zudem macht sich mit den ausgedehnten Dialogen um Beziehungsangelegenheiten und die Lebenssituation von Joaquin Phoenix Langeweile breit, da mich dieses absurde Gerede und seine Probleme nicht im Geringsten interessieren. Der Film würde somit auch nicht funktionieren, wenn Scarlett Johansson die Stimme eines Geistes wäre, der sich verbal-akustisch materialisiert.

                                                  So kommt eins zum anderen....... Wenn Phoenix wenigstens in den Computer onaniert und einen Kurzschluss verursacht hätte, dann wäre es immerhin witzig (falls jemand die Idee für eine Persiflage benutzen will: sie ist kostenlos, solange "RoboMaus" zitiert wird :D).

                                                  "Eine Form von gesellschaftsfähiger Geisteskrankheit" - besser hätte sich 'Her' nicht selbst charakterisieren können.

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                                                    Ich sehe mir nie Scarlett Johannson Filme an - nicht weil ich sie nicht mag sondern weil die Filme in denen sie spielt mich nie interessieren - und habe ihre Stimme nicht erkannt. Im Verlauf kam ich nicht drum rum mich ein bisschen ins OS zu verknallen. Erst im Abspann las ich dann ihren Namen und war ziemlich baff.
                                                    Außerdem spannend, witzig, mitreißend, atmosphärisch und mal nebenbei die intelligenteste und akurateste Zukunftsvision die ich seit (?) gesehen habe. Bombig, 10.