Unsinniges James Bond-Gerücht: Tom Hardy wäre definitiv der falsche 007

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© 20th Century Fox/MGM
Tom Hardy und Daniel Craig
21.09.2020 - 15:20 UhrVor 29 Tagen aktualisiert
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Ein neues Gerücht ernennt Tom Hardy zum James Bond-Nachfolger von Daniel Craig. Die letzten Rollen des Schauspielers zeigen aber, dass Hardy schon gar nicht mehr in das Franchise passt.

Über den Nachfolger von Daniel Craig als James Bond gibt es seit Jahren immer wieder Diskussionen. Bis heute wurde der nächste 007 noch nicht offiziell verkündet, doch ein neues Gerücht brachte das Netz am Wochenende wieder zum Kochen.

The Vulcan Reporter  berichtete darüber, dass Tom Hardy als neuer James Bond gecastet wurde. Direkt brachten diverse Seiten die Meldung und auf Twitter entbrannten erneut Diskussionen rund um die Besetzung des Briten. Dass diese inoffizielle Meldung sehr wahrscheinlich falsch ist, ist aber gar nicht das Problem. Stattdessen erscheint die Vorstellung von Hardy als 007 mittlerweile absurder denn je.

Tom Hardy ist schon zu bekannt für die James Bond

Wer zum neuen James Bond gekürt wird, ist der breiten Masse meist noch gar kein großer Begriff. Als 2005 zum Beispiel verkündete wurde, dass Daniel Craig der neue 007 wird, pendelten die überwiegenden Reaktionen zwischen ratlos und enttäuscht. Viele konnten mit dem Gesicht des Schauspielers noch gar nichts anfangen oder bezeichneten ihn nach dem ersten Eindruck als zu weich und unauffällig.

Erst sein begeisternder Auftritt in Casino Royale formte Craig in den Augen der Öffentlichkeit zu dem Schauspieler, als der er heute wahrgenommen wird. Tom Hardy würde diesen Trend, der sich durch die gesamte Historie der Bond-Schauspieler zieht, umkehren.

Schaut hier den Trailer zum letzten Craig-Bond:

James Bond 007 Keine Zeit Zu Sterben - Trailer 2 (Deutsch) HD
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Seit Jahren ist der Schauspieler ein großer Star, der sich durch Rollen in Filmen wie Warrior, The Dark Knight Rises oder Mad Max: Fury Road eine riesige Fangemeinde aufgebaut hat. Als neuer James Bond würde Hardy die Marke deutlich überstrahlen und der sinnvolle Trend, eine neue 007-Ära mit einem unverbrauchten, frischen Gesicht einzuläuten, wäre dahin.

Noch viel entscheidender bei der mittlerweile absurden Vorstellung von Tom Hardy als Bond sind aber die Figuren, die er in letzter Zeit spielt.

Tom Hardy strahlte vor vielen Jahren noch Bond-Charisma aus

Vor acht oder neun Jahren wäre die Wahl von Hardy als neuer 007 noch realistisch gewesen. Hier hatte der Schauspieler das Image des abgebrühten Straßenjungen, der mit charmanter Schlagfertigkeit gesegnet ist. In Christopher Nolans Inception zeigte der Schauspieler in seiner Nebenrolle als Teil von Leonardo DiCaprios Team, wie gut er sich mit seinem Charisma ins Rampenlicht spielen kann und vor allem wie gut ihm schicke Kleidung steht.

Tom Hardy in Inception

Einen Tom Hardy als humorvoll überspitzten James Bond-Verschnitt hatte außerdem die Agenten-Komödie Das gibt Ärger zu bieten, in der er sich 2012 ein Duell mit Chris Pine um Reese Witherspoon lieferte.

In den letzten Jahren hat sich Tom Hardy als Schauspieler aber sichtbar verwandelt und Rollen angenommen, die ihn mehr und mehr zum schrägen, verzerrten Faszinosum machen. Da ist zum Beispiel der Marvel-Hit Venom, den Hardy durch sein manisches Schauspiel voller körperlicher Verkrümmungen und schräger Grimassen zur bizarren Freakshow macht.

Höhepunkt ist die Hummer-Szene, in der ein völlig verschwitzter Hardy mit Hitzewallungen in ein Restaurant stürmt, sich in ein Aquarium setzt und einen der Hummer darin direkt verputzt.

Tom Hardy macht es sich immer mehr in seiner schrägen Schauspielnische bequem

Tom Hardys Schauspiel aus den letzten Jahren driftet immer stärker in eine rohe, animalische Richtung, die sich auch in einem seiner größten Publikumslieblinge widerspiegelt. Als Mel Gibson-Ersatz in Mad Max: Fury Road verbringt der Star viele seiner Szenen mit einem eisernen Maulkorb festgeschnallt auf einer Fahrzeughaube.

Mit unsichtbarem Schaum vorm Mund spielt Hardy seinen Max Rockatansky hier als wütenden Kampfhund. Dabei wirft er sich ähnlich wuchtig in seine Rolle wie bei seiner massigen Transformation in den Muskelkoloss Bane für Christopher Nolans The Dark Knight Rises.

Tom Hardy als Bane

Spätestens mit seiner entfesselten Leistung in Josh Tranks Capone hat sich der Schauspieler aber nochmal so weit von einem massentauglichen Franchise wie James Bond entfernt wie nur möglich. In dem Film, der bei uns Ende Oktober direkt auf DVD und Blu-ray erscheint, bewegt sich Hardy als sterbende Gangsterboss-Ikone bewusst an der Schwelle zur bizarren Selbstparodie.

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Hinter dickem Make-up und mit reptilienhaft stechenden Augen spielt Tom Hardy seine Figur mitunter fast schon cartoonhaft als pflegebedürftiges Wrack, das sich hauptsächlich nur noch durch ein unverständliches Gurgeln, Knurren, Grunzen und Schreien äußert.

Schaut euch den bizarren Tom Hardy im Capone-Trailer an:

Capone - Trailer (English) HD
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Mit Rollen wie dieser scheint sich Tom Hardy längst in seiner eigenen Schauspielnische vergraben zu haben, die ihn mittlerweile fast schon in exzessive Nicolas Cage-Sphären befördert. Die jahrelange Verpflichtung für ein im Vergleich dazu glattes Mainstream-Projekt wie die James Bond-Reihe wäre vielmehr die unwahrscheinlichste Irritation in Hardys aktueller Karriere voller schräger Fremdkörper.

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Könnt ihr euch Tom Hardy immer noch als neuen James Bond vorstellen?

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