Um 80 Jahre verrechnet: Vikings-Fortsetzung bei Netflix ist genau so schlecht in Mathe wie Vikings

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19.02.2021 - 09:58 UhrVor 2 Monaten aktualisiert
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Vikings wirbelte Jahreszahlen von Beginn an wild durcheinander und wiederholt die Rechenfehler jetzt auch in der Netflix-Fortsetzung Vikings: Valhalla.

Die Historienserie Vikings würde es nicht durchs Mathe-Abi schaffen. Aber nicht, weil sie zu faul ist zu lernen. Sie würde vermutlich aus Desinteresse nicht hingehen.

Während das Zusammenschmeißen von Persönlichkeiten verschiedener Jahrhunderte bei Vikings Gang und Gebe und von den Fans größtenteils akzeptiert ist, haben sich Vikings-Schöpfer Michael Hirst und sein Team jetzt allerdings einen groben Schnitzer in der Zeitangabe des Sequels erlaubt. Die Netflix-Fortsetzung Vikings: Valhalla müsste statt den offiziell angegebenen 100 Jahren eigentlich 180 Jahre später spielen.

Was sind schon 80 Jahre? Vikings hat das Rechnen schon immer verweigert

Was in Überlieferungen viele Jahrzehnte auseinander liegt, kann bei Vikings schonmal am selben Tag passieren. Zugute einer spannenden Geschichte und stimmigen Charakter-Entwicklung, nimmt die Serie einige Zahlen-Eskapaden in Kauf.

Vikings: Ragnar und Rollo

In Staffel 1 beginnt die Serie beispielsweise mit dem realen Ereignis des Raubzugs im Kloster Lindisfarne im Jahr 793. Beteiligte Figuren wie Ragnar und Rollo sind jedoch im Falle von Ragnar gar nicht vollständig bestätigt oder leben wie im Falle Rollo eigentlich viel später.

Lasst uns die Rechnung weiterspinnen: Nach dem Raubzug 793 vergehen in der gesamten Serie zwei bis drei Jahrzehnte. Am besten ist das an Björn Eisenseite (Alexander Ludwig) erkennbar, der als einzige Figur von Staffel 1 bis Staffel 6 Teil 2 durchgängig eine große Rolle spielt und innerhalb der Serie von einem 12-Jährigen zu einem knapp 40-Jährigen wird.

Vikings: Björn als Kind und Teenager

Das lässt sich anhand der bekannten Zeitsprünge von 4 Jahren in Staffel 2 und 6 bis 8 Jahren in Staffel 4 sowie dem Alterungsprozess seiner eigenen Kinder gut errechnen. Vikings Staffel 6 Teil 2 endet somit innerhalb der Serienlogik in den 820er Jahren. Ein weiteres Beispiel für historische Ungereimtheiten sind die Figuren Prinz Oleg und Prinz Igor im Finale, die erst 100 Jahre später lebten.

  • Kurz gesagt: Die Serie Vikings spielt von 793 bis in die 820er Jahre, auch wenn Persönlichkeiten aus anderen Jahrhunderten hinzugemixt wurden.

Das Vorziehen von historischen Persönlichkeiten verschmerze ich persönlich immer gerne, wenn die Rechnung innerhalb des Serien-Universums aufgeht. Doch die historischen Fehler und Unreinheiten werden bei der Jahresangabe zum Sequel Vikings: Valhalla zu einem Fehler in der Serienlogik.

Bei Netflix: Vikings: Valhalla soll 100 Jahre nach Vikings spielen - das ergibt keinen Sinn

Auftritt Vikings: Valhalla. In der offiziellen Angabe zur Vikings-Fortsetzung bei Netflix  steht, wie ihr im Bild unten seht, dass sie 100 Jahre nach dem Ende von Vikings einsetzt. Genau wie ich denkt ihr jetzt, Valhalla beginnt in den 920ern. Das ist allerdings unmöglich, wenn wir uns die Handlung der Sequel-Serie anschauen.

Offizielle Handlung von Vikings: Valhalla

Vikings: Valhalla beginnt wie Vikings mit einem klar einzuordnenden historischen Ereignis, das den Start eindeutig im Jahr 1002 oder danach ansiedelt. Einer der Hauptcharaktere, Torsen, überlebte zum Start der Handlung kürzlich das St. Brice's Day Massaker. Dabei handelt es sich um ein besonders blutiges Ereignis, bei dem der König Æthelred alle Skandinavier*innen in England massakrieren ließ.

Das ist ebenfalls den bisher bekannten Angaben zu Vikings: Valhalla zu entnehmen.

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Für Fans der Serie

Ihr habt das Jahreszahlen-Abenteuer der Macher*innen sicherlich schon errechnet. Zwischen dem Vikings-Finale und der Fortsetzung Vikings: Valhalla liegen rund 180 statt der offiziell angegebenen 100 Jahre.

  • Kurz gesagt: Vikings Valhalla müsste im Jahr 1002 beginnen - über 80 Jahre später als angegeben.

Vielleicht haben die Macher*innen der Netflix-Fortsetzung ihre erste Handlungsangabe auch nur voreilig herausgegeben. Bei den bisherigen Jahreszahlenfehlern beziehungsweise zahllosen (!) kreativen Freiheiten müssen wir allerdings davon ausgehen, dass ihnen Rechnen auch weiterhin schlicht nicht am Herzen liegt.

Wenn Michael Hirst das Sequel so bildgewaltig und komplex wie die Mutterserie hinbekommt, werden es ihm die Fans sicherlich erneut verzeihen. Wer braucht schon Mathe, wenn wir epische Vikings-Schlachten haben können.

Vikings: Valhalla erscheint voraussichtlich Ende 2021 oder Anfang 2022 bei Netflix.

Noch mehr zum Vikings-Finale und Vikings: Valhalla gibt's in unserem Podcast

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Gemeinsam mit meiner Kollegin Esther Stroh diskutiere ich im Moviepilot-Podcast Streamgestöber über das epische Finale und was wir bereits alles über die Netflix-Fortsetzung Vikings: Valhalla wissen.

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Verzeiht ihr Vikings alle Fehler und historischen Ungereimtheiten?

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