"Größer als Vikings": Barbaren-Star Laurence Rupp preist die Netflix-Serie

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Barbaren bei Netflix: Laurence Rupp im Interview
26.10.2020 - 09:00 UhrVor 3 Monaten aktualisiert
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In der neuen Serie Barbaren spielt Laurence Rupp einen Römer mit germanischen Wurzeln: Arminius. Im Interview mit Moviepilot sprach er über Netflix-Erfahrungen und vergessenes Schulwissen.

Barbaren ist neu bei Netflix an den Start gegangen und wir haben die drei Hauptdarsteller - David Schütter (Folkwin), Jeanne Goursaud (Thusnelda) und Laurence Rupp (Arminius) - zu Interviews getroffen.

"Getroffen" heißt in der aktuellen Situation: Wir waren mit den drei Netflix-Barbaren am 7. Oktober 2020 zu drei verschiedenen Video-Chats verabredet und haben allen dreien die gleichen Fragen gestellt. Laurence Rupp hatte viel Aufschlussreiches zu seinem Arminius zu sagen.

Barbaren: Laurence Rupp als Arminius

Verrate uns zum Einstieg doch mal: Wie bist du überhaupt an deine Rolle des Arminius in Netflix' Barbaren gekommen?

Laurence Rupp: Ich habe das auch über meine Agentur bekommen. Aber es gab irgendwie Kommunikations-Schwierigkeiten, sodass ich nicht zum Casting konnte.

Am Tag, als ich den österreichischen Filmpreis gewonnen habe [für den besten Hauptdarsteller in Cops, Anmerkung der Redaktion], lief nach der Veranstaltung Regisseurin Barbara Eder in mich rein und sagte: 'Laurence es ist so unglaublich schade, dass du nicht zu diesem Casting kommst, weil du drehst'.

Und ich sagte: 'Moment, da gibt es ein Missverständnis. Ich bin dabei, lass uns das Casting machen.' Ich kam also nach Berlin und dann hat das geklappt.

Wie stand es vorher um dein Geschichtswissen? Hattest du vor Netflix' Barbaren schon von der Schlacht im Teutoburger Wald gehört?

Laurence Rupp: Ich konnte mich nicht mehr so richtig erinnern. Also die Schlacht war mir ein Begriff, aber ich hätte sie nicht nacherzählen können. Aber schon zum Casting habe ich dann natürlich versucht, mir möglichst viel Wissen darüber anzueignen.

Barbaren: Arminius in Gefahr

Hattest du besondere Erwartungen, an einer Netflix-Serie wie Barbaren mitzumachen? War die Erfahrung eine andere im Unterschied zu anderen Serien- und Film-Drehs?

Laurence Rupp: Ja klar, Netflix hat natürlich ganz andere Möglichkeiten. Für mich war es von der Größenordnung das größte Projekt, in dem ich je war. Man merkt schon, dass Netflix große Serien schon länger produziert.

Bist du selbst Netflix-Nutzer? Und wenn ja, was hast du da zuletzt gestreamt?

Laurence Rupp: Ja, natürlich. Ich war sogar einer der ersten Netflix-Nutzer in Deutschland, glaube ich. Ich hab sogar erst überlegt, ob ich gleich wieder cancel, weil das deutsche Netflix noch so neu war. Da gab's einfach noch nichts.

Ich wusste aber: Netflix USA hat ganz tolle Sachen. Da hab ich mir dann, weil ich es nicht abwarten konnte, so eine VPN-Verbindung geholt und hauptsächlich Netflix USA verwendet. Nur irgendwann kam dann eine Meldung: 'Sie haben ein Programm im Hintergrund laufen. Schalten sie das bitte aus.' Und dann ging es ja auch unglaublich schnell in Deutschland mit mehr Angebot.

Barbaren: Arminius zu Pferd

Das letzte, was ich gestreamt habe, war The End of the F***ing World. Sehr, sehr toll. Starke Empfehlung!

Wie sieht's mit anderen Historien-Serien aus? Hast du da was Vergleichbares zu Netflix' Barbaren gesehen?

Laurence Rupp: Klar kenn ich Vikings auch und habe es gesehen. Für mich ganz persönlich war der Bezug aber ein bisschen Gladiator von Ridley Scott. Daran habe ich mir ein Vorbild genommen: Maximus aus Gladiator.

Auch die Frisur. Ich habe zur Maskenbildnerin, Charlotte Chang, die eine unglaublich tolle Arbeit geleistet hat, gesagt: Ich würde Frisur-mäßig wahnsinnig gern so aussehen wie Russell Crowe. Und ein bisschen ist uns das ja auch gelungen, glaube ich.

Weil du Vikings erwähntest: Würdest du sagen, es gibt große Ähnlichkeiten zwischen Barbaren und Vikings?

Laurence Rupp: Vom Genre sind die Serien sehr gleich. Sie spielen in anderen Ländern und anderen Zeiten. Aber sie sind beide Historien-Action-Dramen.

Schaut den actionreichen Trailer zur Netflix-Serie Barbaren

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Ich weiß nicht, wie authentisch Vikings war. Die Varus-Schlacht hat auf jeden Fall ein viel größeres Standing in der europäischen Geschichte als ein Ragnar Lothbrok. Über die Wikinger und Björn Eisenfaust oder wie er hieß [Björn Eisenseite] - darüber lernt man in der Schule ja nichts.

Also die Größenordnung ist schon eine andere, wenn man so etwas allgemein bekanntes und geschichtsträchtiges wie die Varus-Schlacht nimmt. Deren Ausgang hat auf die gesamte europäische Geschichte Einfluss genommen.

Ich fand es sehr spannend, dass in Barbaren Latein gesprochen wurde. Wie ging es dir damit? Du hattest ja viel auf Latein zu sagen.

Laurence Rupp: Ja, ich hatte ziemlich viel Text in Latein! [lacht] Ich hatte Latein in der Schule, aber da haben wir nur gelernt, es grammatisch zu verstehen und es zu übersetzen. Es phonetisch richtig zu lesen oder zu sprechen wurde vollkommen ausgeklammert. Das hat bei einer toten Sprache einfach niemanden interessiert.

Laurence Rupp spricht Latein in Barbaren

Ich, naiv wie ich war, dachte, ich kann reden, wie mir die Schnauze gewachsen ist. Ich les' das einfach runter, das wird schon passen. Es weiß doch eh keiner, wie man das gesprochen hat.

Aber das stimmt nicht: Es gibt tatsächlich Menschen, die wissen (oder glauben zu wissen) wie man Latein gesprochen hat. Die wissen ganz genau, dass ein C eben ein K war. Dass ein S immer ein stimmloses S war. Welcher Vokal wie lang und wie kurz gesprochen wurde. Das musste ich für Barbaren dann natürlich auf einmal alles lernen.

Von den Römern zu den Barbaren: Arminius

Ich hatte einen italienischen Professor von einer römischen Universität. Der hat sein ganzes Leben nichts anderes gemacht, als sich mit dieser Sprache zu beschäftigen. Der war mein Mann und mit dem habe ich mich tagelang über alle möglichen Texte unterhalten und sie mir immer wieder aufsagen lassen.

Außerdem hatte ich Ton-Clips, die ich mir immer wieder anhören konnte. Es war, trotz aller Schwierigkeiten, eine sehr schöne Aufgabe, die mir große Freude bereitet hat.

Hast du vor Barbaren Kampftraining oder etwas ähnliches bekommen?

Laurence Rupp: Bei mir hieß es: 'Wir haben schon alles ausgemacht. Hier ist dein Pferde-Trainer, hier ist dein Schwert-Trainer'. Normalerweise müsste man das über seine Agentur erkämpfen, dass man sowas bezahlt bekommt. Bei Barbaren hieß es nur: 'Ja, wir haben das alles schon organisiert. Geh da nur hin und mach es.'

Laurence Rupps Arminius im Kampfgetümmel von Barbaren

Das klingt ja ganz so, als würdest du es gerne nochmal machen. Wenn es eine 2. Staffel Barbaren bei Netflix geben sollte - wärst du dabei?

Laurence Rupp: Ich bin auf jeden Fall dabei! Das hat mir so unglaublich viel Spaß gemacht. Es gäbe ja schon in den Geschichtsbüchern unglaublich viel spannendes Material, wie es dann zwischen den Germanen und Rom weiterging. Denn die Varusschlacht war keinesfalls das Ende der Reise von Arminius, Thusnelda, Segestes und Co.

Falls Staffel 2 von Barbaren zu Netflix kommt: Was würdest du von deiner Figur der Thusnelda gerne noch sehen?

Laurence Rupp: Ich würde natürlich gern sehen, wie es zwischen Folkwin und Arminius weitergeht. Und was mich ganz stark interessiert: Wie ist es zwischen Arminius und seinem Bruder [der in der 1. Staffel Barbaren als Mündel in Rom geblieben ist]? Was verbirgt sich da noch zwischen den beiden?

Dann hoffen wir mal gemeinsam auf eine 2. Staffel bei Netflix. Danke auf jeden Fall für dieses Interview und deine Zeit. Alles Gute und bleib gesund.

Jetzt reinhören: Der Podcast zu Netflix' Barbaren

Mit Barbaren ist die erste große deutsche Historienserie zu Netflix gekommen. Ob sie den Titel "deutsches Vikings" verdient hat und was sie einzigartig macht, diskutieren wir in dieser Streamgestöber-Folge des Moviepilot-Podcasts.

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Wie sexy Latein sein kann und wie viel Dreck eigentlich ins Gesicht eines Barbaren gehört, könnt ihr hier genauso erfahren wie die Beleuchtung der historischen Hintergründe.

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