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Virtuose Klänge wärmen das Herz im Winter

27.04.2014 - 08:50 UhrVor 7 Jahren aktualisiert
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Emmanuelle Béart in Ein Herz im Winter
© Prokino Filmverleih
Emmanuelle Béart in Ein Herz im Winter
Der Sender arte zeigt im Rahmen seiner Claude Sautet-Filmreihe das vorletzte Werk des Regisseurs: Ein Herz im Winter. Warum es sich lohnt, den heutigen Abend vor dem Fernseher statt beim Grillen zu verbringen, erfahrt ihr hier.

Der Drehbuchautor und Regisseur Claude Sautet ist vor allem durch seine Filme bekannt, in denen er mit Romy Schneider und Michel Piccoli zusammenarbeitete, wie zum Beispiel Die Dinge des Lebens und Das Mädchen und der Kommissar. Seine Werke beschäftigen sich häufig mit den sozialen Gepflogenheiten der gehobenen Mittelschicht. Auch in dem mehrfach ausgezeichneten Ein Herz im Winter liefern hierfür die Cafés und Bistros, welche Claude Sautet gerne als Schauplätze für die Konflikte der Protagonisten auswählte, die Kulisse.

Maxime (André Dussollier) und Stéphane (Daniel Auteuil) könnten unterschiedlicher nicht sein. Ersterer ist ein nonchalanter und extrovertierter Zeitgenosse. Der Einzelgänger Stéphane dagegen vertieft sich in seine Arbeit. Gemeinsam betreiben die zwei alten Freunde eine Geigenbauwerkstatt und teilen eine Leidenschaft für klassische Musik. Maxime lernt die talentierte Violinistin Camille (Emmanuelle Béart) kennen und verliebt sich in sie. Nachdem Stéphane ihr vorgestellt wird, stößt das Treffen einen inneren Prozess bei ihm an, der seine widersprüchliche psychische Verfassung zutage fördert. Eigentlich glaubt er nicht an die Liebe, andererseits ist er von der jungen Frau fasziniert. Camille entgeht sein Interesse an ihr nicht und sie beginnt Gefühle für den Eigenbrötler zu entwickeln. Doch Stéphane reagiert überraschenderweise abweisend und scheint den Wall, den er über Jahre hinweg um sich errichtet hat, nicht einreißen zu können.

Die Triebfedern in Ein Herz im Winter sind sicherlich die Dynamiken der Ménage-à-trois. Insbesondere die geistreichen Dialoge sind hervorzuheben, welche frei von verbrauchten Phrasen sind und zu dem gelungenen Film beitragen. Wohltuend fürs Ohr sind des Weiteren die Sonaten des französischen Impressionisten Maurice Ravels, die die Handlung untermalen, die Darsteller in ihrem Spiel unterstützen und für Momente der Erkenntis sorgen. In der ersten Einstellung des Films sehen wir dementsprechend eine Violine, das Bindeglied, das die Protagonisten und die Geschichte zusammenhält.

Zwar ist bei imdb nachzulesen, dass Emmanuelle Béart in der Vorbereitung auf die Rolle Geigenunterricht nahm, doch aus eigener Erfahrung weiß ich (und es ist auch erkennbar), dass sie nicht selbst dem Instrument die Klänge entlockte, die in dem Drama zu hören sind. Nach der Darbietung von David Garrett in Der Teufelsgeiger bevorzuge ich aber Schauspieler, die ihr Instrument nicht beherrschen gegenüber den Virtuosen, die sich als Mimen versuchen. Insgesamt gibt es also viele Gründe, den heutigen Abend vor dem Fernseher zu verbringen.

Was: Ein Herz im Winter
Wann: 20:15
Wo: arte

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