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Biografie Billy Wilder

Das Werk des Filmgenies Billy Wilder umfasst in mehr als 50 Jahren über 60 Filme. Der US-amerikanische Drehbuchautor, Regisseur und Produzent österreicherischer Herkunft wurde insgesamt 21 Mal für einen Oscar nominiert. Sechs mal gewann er die heißumkämpfte Auszeichnung.

Biografie

Samuel Wilder, genannt Billy Wilder, wurde am 22. Juni 1906 in Sucha Beskidzka (damals noch Österreich) als Sohn jüdischer Eltern geboren. 1916 floh die Familie aus Angst vor den herannahenden Russen nach Wien. Nach dem Abitur begann Billy Wilder ein Jurastudium, was er aber nach kurzer Zeit wieder abbrach und als Reporter beim Wiener Boulevardblatt Die Stunde arbeitete. 1926 zog Billy Wilder nach Berlin, wo er für eine andere Zeitung arbeitet. Dort machte er sich mit Interviews und Reportagen für die Nachtausgabe, Tempo und die BZ am Mittag einen Namen als herausragendes Schreibtalent. Als Ghostwriter für bekannte Drehbuchautoren wie Robert Liebmann und Franz Schulz konnte Billy Wilder sich neben seiner Tätigkeit als Reporter eine zusätzliche Einkommensquelle erschließen. So war er teilweise auch an dem Filmklassiker Menschen am Sonntag (u. a. mit Curt Siodmak, Robert Siodmak, Fred Zinnemann und Edgar G. Ulmer) beteiligt. Alle Mitwirkenden an diesem filmischen Zeitdokument aus Berlin waren damals noch Filmamateure. Gemeinsam mit Erich Kästner schrieb Billy Wilder 1931 das Drehbuch für die Erstverfilmung von Emil und die Detektive.

Unmittelbar nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten und dem Reichtagsbrand floh Billy Wilder 1933 nach Paris, wo er sich als Ghostwriter für französische Drehbuchautoren seinen Lebensunterhalt verdiente. Hier inszenierte er auch seinen ersten Film Mauvaise graine. 1934 konnte Billy Wilder, durch Joe May mit einem Besuchervisum ausgestattet, in die USA einreisen. 1936 wurde Billy Wilder von der Paramount Pictures unter Vertrag genommen. Er schrieb die Drehbücher zu Komödien wie Enthüllung um Mitternacht und Ninotschka, bei dem sein Vorbild Ernst Lubitsch Regie führte. 1942 führt Billy Wilder erstmals Regie in dem Film Der Major und das Mädchen. Nach Kriegsende kam Billy Wilder im Auftrag der amerikanischen Regierung im Rang eines Colonels nach Deutschland zurück und inszenierte im kriegszerstörten Berlin 1947/48 den Film Eine auswärtige Affäre (mit Jean Arthur und Marlene Dietrich), der sich kritisch mit der nationalsozialistischen Vergangenheit von Menschen im besetzten Deutschland auseinandersetzt.

Nach 1950 beteiligte Billy Wilder sich meist auch als Produzent an seinen Filmen. Er produziert Klassiker wie Sunset Boulevard – Boulevard der Dämmerung (1950) (mit Gloria Swanson als verblendeter Ex-Diva), Das verflixte 7. Jahr (1955) und Manche mögen’s heiß (1959) (beide mit Marilyn Monroe), Zeugin der Anklage (1958) (mit Marlene Dietrich), sowie Das Appartement (1960) und Das Mädchen Irma la Douce (1963), beide mit Shirley MacLaine.

Unter Billy Wilders bevorzugten männlichen Hauptdarstellern sticht Jack Lemmon besonders hervor. Dieser hat außer in Manche mögen’s heiß, Das Appartement und Das Mädchen Irma la Douce auch in Der Glückspilz (1966), Avanti, avanti! (1972), Extrablatt (1974) und Buddy Buddy (1981) eine Hauptrolle gespielt.

Billy Wilders spätere Werke konnten an die Erfolge seiner Glanzzeit nicht anknüpfen. Ab Mitte der 1980er Jahre beschränkte er sich auf die Tätigkeit eines Beraters bei United Artists. 1989 ließ Billy Wilder seine Gemäldesammlung versteigern. Der Erlös betrug 32,6 Millionen US-Dollar.

Billy Wilder war von 1936 bis 1947 mit Judith Coppicus-Iribe verheiratet. Sie haben eine gemeinsame Tochter, Victoria (* 1939). 1949 heiratete Billy Wilder die Schauspielerin und Sängerin Audrey Young.

Am 27. März 2002 verstarb Billy Wilder im Alter von 95 Jahren in Los Angeles.


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