Mortal Kombat 2 ist einer der härtesten Fantasyfilme des Jahres – aber ausgerechnet The Boys-Star Karl Urban ist ein Problem

06.05.2026 - 18:00 UhrVor 7 Tagen aktualisiert
Mortal Kombat 2
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Mit Mortal Kombat 2 kehrt die Adaption eines beliebten Fantasy-Prügelspiels ins Kino zurück. Dabei ist The Boys-Liebling Karl Urban, der leider zur Schwachstelle des Films gerät.

Ein finsterer Despot aus den Untiefen des Universums greift nach unserer Welt und fordert sie bei einem mörderischen Wettkampf der Kampfkünste als Preis: Das ist das Story-Fundament des Fighting Games Mortal Kombat, dessen vierte Filmadaption jetzt mit Mortal Kombat 2 im Kino läuft.

Fünf Jahre nach Mortal Kombat steht endlich der eigentliche, blutige Wettstreit im Mittelpunkt. Das Sequel ist brutal, actionreich, hübsch anzusehen – und leider zu oft ohne jeglichen Charme. Schuld ist Neuzugang und The Boys-Star Karl Urban.

Darum geht's in Mortal Kombat 2

Während der Erstling noch Donnergottheit Raidens (Tadanobu Asano) Vorbereitungen auf das große Mortal Kombat-Turnier erörterte, geht es jetzt um die Kämpfe selbst: Outworld-Herrscher Shao Kahn (Martyn Ford) schickt seine besten Kämpfer in die Schlacht, unter ihnen ein wiederbelebter Sub-Zero namens Bi-Han (Joe Taslim) und Prinzessin Kitana (Adeline Rudolph), die insgeheim auf Raidens Seite steht.

Schaut hier den Trailer zu Mortal Kombat 2:

Mortal Kombat 2 - Trailer 3 (Deutsch) HD
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Die Erde braucht Unterstützung. Raiden will den abgehalfterten Martial-Arts-Schauspieler Johnny Cage (Karl Urban) rekrutieren, der sich zunächst drückt – und schließlich doch die innere Stärke findet, für die Erde zu kämpfen.

Mortal Kombat 2 ist ein hübscher Martial Arts-Film mit blutiger Action

Welche Geschichte erzählt man, wenn die Vorlage nur aus Tastenkombinationen und blutigen Prügeleien besteht? Seit der ersten Kino-Adaption Mortal Kombat 1995 hat die Filmreihe unterschiedliche Antworten auf diese Grundfrage gesucht.

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Mortal Kombat von 2021 erfand mit Cole Young (Lewis Tan) etwa eine Figur neu und stellte deren Underdog-Story ins Zentrum des Geschehens. Eine Entscheidung, die vielen Fans missfiel, aber am Ende so irrelevant war, dass der Film trotzdem zum Hit wurde.

Mortal Kombat 2 hat Cole Young glücklicherweise aufs Abstellgleis verfrachtet und widmet sich an vielen Stellen schlicht der Action – stellenweise folgt Kampfszene auf Kampfszene mit solch unverhohlener Geradlinigkeit, dass man die drumherum staffierte Story zu belächeln lernt.

Viele Action-Fans werden auf ihre Kosten kommen: Das Stuntteam um Kyle Gardiner (From the World of John Wick: Ballerina) hat auch im zweiten Mortal Kombat-Film gute Arbeit geleistet. Die Kampfszenen sind unterhaltsam, schnell und ansehnlich. Sie werden nicht mit unnötigen Schnitten entstellt, wie es oft bei Hollywood-Drehs der Fall ist.

Bei manchen Stars fällt die fehlende Kampfsporterfahrung auf, aber Inszenierung und Choreografie kommen ihnen zu Hilfe. Insbesondere ein Kampf zwischen Johnny Cage und dem Monster Baraka (CJ. Bloomfield) kann sich sehen lassen: Baraka sandstrahlt mit Cages Körper ein ganzes Dorf, wirft ihn durch Hütten und Wände, sodass die Figur über Steinplatten schlittert und Tische zerschmettert. Es ist ein purer Genuss für alle Action-Fans von Spencer & Hill bis Jackie Chan.

Dank ordentlichem CGI und schönem Produktionsdesign kann auch der Rest überzeugen. Der Look wirkt wie aus einem Guss, jede Rüstung und steinerne Maske, jedes Verlies und jede Trinkerkneipe, sogar Tiefgaragen und Cages Stand bei einer Fan-Convention sind mit viel Liebe ausstaffiert und in Szene gesetzt.

Mortal Kombat fehlt das Herz: Story und Figuren haben weder Witz noch Charme

Das Problem von Mortal Kombat 2 sind weder Look noch Kämpfe, und das allein wird vielen Fans der Videospiel-Vorlage schon genügen. Aber der Film lässt viel Potenzial auf der Strecke: Auch wenn es wohl nie ein Meisterwerk geworden wäre, hat das Sequel die Anlagen für einen geliebten Kultfilm im Stil von Kung Fu Hustle oder Big Trouble in Little China. Dafür fehlen allerdings Herz und Charme.

Erneut steht die Hintergrundgeschichte einzelner Figuren im Mittelpunkt, dieses Mal die von Kitana und Cage. Beide bleiben auf ihre Weise überraschend blass, obwohl das Potenzial auf der Hand liegt. Hätten sie nur mehr Spielraum mit ihren Figuren bekommen, Mortal Kombat 2 wäre in 10 Jahren ein Klassiker.

Adeline Rudolphs Kitana hätte als von Rache getriebener Figur viel hasserfüllter, verzweifelter, maßloser sein können. So wäre ihre Rolle im Gedächtnis geblieben, statt eigenschaftslos durch ihre völlig beliebige Storyline zu mäandern.

Karl Urbans Figur Johnny Cage ist die größte Schwäche des Films

Noch schmerzhafter aber ist es bei Karl Urbans Johnny Cage: Was für ein Potenzial! Ein Schauspieler spielt einen abgehalfterten 90er-Star, der auf Fan-Conventions seine Seele verkauft und sich in miesen Bars betrinkt. Allein der doppelte Boden dieser Kombination ist Gold wert.

In dieser Figur steckt ein schweinischer Säufer, ein deprimierter Nostalgiker, ein arroganter Schönling. Aber was Fans bekommen, ist eine hölzerne, mittelprächtige Kombination aus all diesen Dingen, die vor allem ein bisschen unsicher und ungeschickt und traurig ist, dann aber doch recht fix zum Helden aufsteigt.

Was war hier das Problem? Hätte Urban nicht einen Teil seiner dreckigen Antiheldenfigur Butcher aus The Boys hinüberretten können? War ihm seine Mortal Kombat 2-Besetzung nicht viel wert? Verstand er sich nicht mit Regisseur Simon McQuoid? Ging das Potenzial im Schnitt flöten? Man weiß es nicht.

Neben Mortal Kombat 2 und der Astronaut:

Es ist nicht so, als gäbe Johnny Cage über den gesamten Film keine zündenden Scherze ab – manche funktionieren gut – aber allzu oft gehen sie ins Leere. Urbans Figur hätte dem Film Herz und Witz geben sollen und tut von beidem zu wenig.

Das Resultat ist ein gut anzusehender Martial-Arts-Fantasyfilm, der trotz ordentlicher Stuntarbeit und viel Potenzial nicht im Gedächtnis bleiben wird. Vielleicht sollten Fans darauf hoffen, dass er zum Kino-Hit gerät. So könnte ein Sequel erneut versuchen, die Fehler des Vorgängers auszubügeln.

Mortal Kombat 2 läuft ab dem 7. Mai 2026 in den deutschen Kinos.

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