Ich war schon immer eher Teil des Fantasy-Lagers als des Sci-Fi-Clubs. Drachen und Magie sind für mich meist stärkere Verkaufsargumente als Raumschiffe und Supercomputer. Es gibt trotzdem ferne Zukunftswelten und Planeten, die mich in ihren Bann schlagen. Aber ein Genre schafft das normalerweise zuverlässig nicht: Alien-Invasions-Filme. Die sind für mich vorprogrammierte Langeweile. Normalerweise.
Dass ausgerechnet das 2007er-Remake eines Sci-Fi-Klassikers mich dann aus der Reserve locken würde, hatte ich auch nicht erwartet. Aber alles an Invasion atmet den Geist einer Zeit, die wir nie zurückbekommen werden. Einer Zeit von handgemachter Action, simpel, aber aufrichtig erzähltem Überlebenskampf und ungewöhnlichen Star-Duos. Bei Netflix erwartet uns hiermit eine kleine Zeitreise.
In Invasion bei Netflix übernimmt eine außerirdische Macht langsam die ganze Welt
Als ein Space Shuttle zurück auf die Erde stürzt, ist die Bevölkerung aus mehr als nur einem Grund schockiert. Die Wrackteile gehen als gefährlicher Regen auf die USA nieder. Doch viel gefährlicher ist, was sie aus dem Weltraum mitgebracht haben. Nur ahnt noch niemand etwas davon.
Währenddessen hat Dr. Carol Bennell (Nicole Kidman) bereits mit genug zu kämpfen. Sie zieht ihren Sohn Oliver allein auf, nachdem sie möglichst viel Abstand zwischen sich und seinen Vater gebracht hat. In ihrer psychiatrischen Praxis sorgt sie sich so gut sie kann um ihre Patient:innen. Und irgendwie versucht sie sich mit ihrem besten Freund Ben (Daniel Craig) an so etwas wie einem Privatleben.
Dieser aufreibende Alltag wird völlig aus den Fugen gehoben, als die Menschen um sie herum beginnen, sich auf bizarre Weise zu verändern. Überall ist die Rede von einer rätselhaften Grippewelle. Doch die seltsame Ruhe, die plötzlich den Großteil der Bevölkerung befällt, scheint mehr zu sein als eine einfache Krankheit. Mit einem Mal beginnt für Carol ein Wettlauf gegen die Zeit, um ihre kleine Familie zu retten.
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Invasion hat selbst mich als Alien-Muffel überzeugt und erinnert an eine vergessene Zeit des Kinos
Wie hält man nun jemanden wie mich bei der Stange, die wenig Subgenres uninteressanter findet als "Oh nein, fremde Lebensformen wollen ausgerechnet uns Menschen unterwerfen (obwohl das objektiv die schlechteste Wahl im Kosmos ist)"? Indem man zum Beispiel eine Alien-Invasion mit erstaunlich bodenständigem Überlebenskampf, Familiendrama und Infektionsthriller mischt.
Invasion ist ein perfekter Hybrid aus den sehr realen Ängsten einer Pandemie, wie sie Outbreak – Lautlose Killer oder Contagion vermitteln, und angenehm klein gehaltener Survival-Geschichte. Kidman spielt sich als Mutter um Kopf und Kragen, und ihre Beziehung zu ihrem fiktiven Sohn trägt die Spannung erstaunlich gut – auch, weil Oliver eines der klügsten und sympathischsten Filmkinder dieses Jahrtausends ist.
Invasion mag als Remake nicht so kultig sein wie Die Körperfresser kommen. Doch er hat seinen eigenen nostalgischen Charme, der nicht von der Hand zu weisen ist. Die Action? Handgemacht und bodenständig. Die Darsteller:innen? Unerwartet in ihrer Kombination, liebenswert in ihrer Chemie. Die Handlung? Schlicht, schnörkellos, oldschool. So werden Sci-Fi-Thriller heute einfach nicht mehr gemacht. Schade eigentlich.
Wer eine kleine Zeitreise in die 2000er braucht und Lust auf erstaunlich gut gealterten Sci-Fi-Survival hat, kann Invasion ab heute bei Netflix streamen.