Jetzt bei Amazon: Ein völlig bizarrer Sci-Fi-Unfall, der sich trotzdem lohnt

© Sony/Amazon
Ultraviolet
28.03.2022 - 11:45 UhrVor 4 Monaten aktualisiert
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Der Science-Fiction-Film Ultraviolet mit Milla Jovovich entstand Mitte der 2000er Jahre und eiferte dem Erfolg der Matrix-Filme nach. Das Ergebnis ist ein extrem faszinierender Unfall geworden.

In den 2000er Jahren gab es mehrere Filme, die an den Erfolg der Matrix-Trilogie der Wachowski-Schwestern anschließen wollten. Einer der namhaftesten Vertreter dieser Gattung ist der 2005 erschiene Science-Fiction-Kracher Ultraviolet, der mit polierten Bildern und massig Action lockt. Resident Evil-Star Milla Jovovich metzelt sich hier in Zeitlupe durch die Gegend – was soll da noch schiefgehen?

Die ernüchternde Antwort: einiges. Ultraviolet ist kein guter Film und bestimmt kein würdiger Ersatz für die furiosen Actionszenen aus der Matrix-Trilogie. Wenn Keanu Reeves als Neo die Gesetze der Schwerkraft bricht, offenbaren die Wachowskis stets atemberaubende Bewegungen. Bei Regisseur Kurt Wimmer ist wenig von dieser Eleganz und dem stimmigen Einsatz von CGI-Effekten zu sehen.

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Milla Jovovich in einem der unwirklichsten Sci-Fi-Filme

Dennoch ist Ultraviolet ein faszinierendes Unterfangen: von der kolportierten Verbundenheit zu Comics und Superhelden bis hin zur unerwartet zeitgemäßen Geschichte. Die Handlung, angesiedelt gegen Ende des 21. Jahrhundert, erzählt nämlich von der genetischen Modifikation eines alten Virus, das für eine neue Krankheit namens Haemophagia sorgt und die Menschen in eine Art Vampire verwandelt.

Hier könnt ihr den Trailer zu Ultraviolet schauen:

Ultraviolet - Trailer (Deutsch)
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Die von Milla Jovovich verkörperte Violet Song jat Shariff gehört zu den Erkrankten, die von der Regierung verfolgt werden. Im Prolog, der sich – getragen von Klaus Badelts heroischer Musik – sehnlichst eine Comicvorlage als Ursprung herbeisehnt, erklärt Violet ihr tragisches Schicksal: Eigentlich war sie eine Krankenschwester, die Leben rettete. Jetzt stellt sie sich als unerschrockene Kämpferin gegen das System.

Die Optik von Ultraviolet brennt sich ins Gedächtnis

Kurt Wimmer, der schon bei den Actionszenen seiner Fahrenheit 451-Variation Equilibrium in Richtung der Matrix-Filme schielte, nutzt die Prämisse von Ultraviolet vor allem dazu, um Milla Jovovich in möglichst stylishen Bilder durch filmische Räume zu schicken, die kaum unwirklicher aussehen könnten. Hier besteht keinerlei Anspruch auf etwas Wahrhaftiges. Es zählen nur coole Posen vor aggressiv künstlichen Hintergründen.

Das dürftige Drehbuch und die furchtbaren Dialoge sind schnell vergessen. Doch die visuellen Elemente von Ulraviolet brennen sich definitiv ins Gedächtnis. Von einer ausgeklügelten Bildgestaltung kann zwar keine Rede sein, dennoch wird dieser Film von seiner hemmungslosen Sehnsucht nach Formen und Farben angetrieben, die schließlich in dermaßen verfremdeten Aufnahmen enden, dass es einem die Sprache verschlägt.

Ultraviolet

Diese Unwirklichkeit ist geradezu verblüffend. So verblüffend, dass man rückblickend gar nicht mehr so wirklich von schlecht gealterten Effekten sprechen kann. Bei all den CGI-Unfällen der 2000er sticht Ultraviolet, damals gedreht mit einem Budget von 30 Millionen US-Dollar, mit einer unerschütterlichen Hartnäckigkeit heraus und geht einfach "all in" – ohne Rücksicht auf Verluste. Am Ende zählt nur die absolute Künstlichkeit.

Eine Grenzerfahrung mit Weichzeichner und Farbkorrektur

Unbeschreiblich hässlich sieht Ultraviolet aus, tut das aber mit einer Überzeugung, der man sich schwer entziehen kann – und das völlig ohne ironische Perspektive. Kurt Wimmer nimmt seinen Film genauso ernst wie die Dystopie in Equilibrium, scheitert schlussendlich aber an dem Kunststück, seiner futuristischen Welt Tiefe zu verleihen. Hier regiert nur der Weichzeichner und die Farbkorrektur.

Ein anderer großer Science-Fiction-Blockbuster der letzten Jahre, der sich ebenso in Farben und Formen verloren hat, jedoch zu einem deutlich besseren Ergebnis kam, ist Tron Legacy. Sobald Sam Flynn in das Videospiel eintaucht, befindet man sich als Zuschauer in einem digitalen Vakuum, das einen alles andere um sich herum vergessen lässt. Hypnotisierend sind die Lichter, mitreißend die Bewegungen.

Bei Ultraviolet bleibt dagegen nur die Ungläubigkeit ob der unterkühlten, seelenlosen und trotzdem von sich selbst überzeugten Bilderwelten zurück – und die Frage, ob das nicht vielleicht doch ein missverstandener Vertreter digitaler Avantgarde ist. Diese bizarren, entfremdeten, letztendlich aber auch faszinierenden Bilder könnt ihr nie wieder aus eurer Erinnerung löschen.

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Hinweis: Diesen Artikel haben wir in ähnlicher Form im April 2020 veröffentlicht.

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