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Dreck und Körperflüssigkeiten

Die Top 7 der politisch unkorrektesten Serien

15.04.2012 - 09:00 UhrVor 9 Jahren aktualisiert
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Politisch unkorrekt und verdammt lustig: South Park
© Comedy Central
Politisch unkorrekt und verdammt lustig: South Park
Gefallen euch Serien die auf Fairness und guten Geschmack pfeifen, die Schläge grundsätzlich unterhalb der Gürtellinie ansetzen und dabei keine Minderheit oder wichtige Person der Zeitgeschichte auslassen? Gut. Wir präsentieren euch die Top 7 der politisch unkorrektesten Serien.

Pöbeleien, Schimpfwörter, Beleidigungen gegen Randgruppen. Diese Elemente machen die folgenden Serien zu dem, was sie sind. Sie sprechen den Schweinehund in uns an und bieten humorige Faustschläge, die selten über der Gürtellinie landen. Gleichzeitig halten sie der Gesellschaft unerbittlich den Spiegel vor und liefern dem Publikum somit – wenn auch meist sorgsam verpackt in einem Cocktail aus Dreck und Körperflüssigkeiten – wertvolle Botschaften. Manche Menschen schalten angewiedert weg, andere können nicht genug bekommen. Wir gehören zu Letzteren und um das zu beweisen, haben wir eine Top 7 der politisch unkorrektesten Serien zusammengestellt.

Platz 7: Family Guy – Simpsons in dreckig
Geht es um politisch unkorrekte Serien, darf Family Guy nicht fehlen. Es wird reichlich gefurzt und gekotzt, Politiker, Stars und Minderheiten beleidigt und auf jede erdenkliche Art von Perversion angespielt (Legendär: Herbert the Pervert, der ‘kinderliebe’ Opa aus der Nachbarschaft). Zugegeben, es gab einen Punkt an dem der Skandal zum Serienkonzept erhoben wurde und die Qualität der politischen Unkorrektheiten litt. Trotzdem hat Family Guy uns ein paar Perlen des verbotenen Humors beschert. Bestes Beispiel ist der Aids Song, in dem Peter einem Krankenhauspatienten in einem fröhlichen Lied samt Backgroundsänger und feiner Choreografie über seine Aidsdiagnose aufklärt.

Platz 6: Da Ali G Show – Check this out
Ihr habt richtig gelesen. Die Ali G Show ist heute fast in Vergessenheit geraten – doch sie war es, die Sacha Baron Cohen erst bekannt gemacht hat. Verkleidet als raggaeaffiner Gangsterrapper Ali G (seltener auch in seinen später erfolgreichen Charakteren Borat und Brüno) interviewt Sacha Baron Cohen Personen aus dem politischen Leben, die keine Ahnung haben, wen sie vor sich haben. Er erzählt einem Tierrechtsaktivisten, wie er eine Maus in die Mikrowelle gesteckt hat. Er erklärt einer Feministin, dass Frauen bessere Jobchancen haben, weil sie immer noch Lapdance machen können. Oder er klärt einen Drogenfahnder auf, dass er den schwarzen Afghanen wesentlich billiger bekommen kann, als zu dem vom Experten genannten Preis. Wicked!

Platz 5: Monty Python’s Flying Circus – Silliness als Methode
Monty Python’s Flying Circus mag einige Serien auf dieser Liste qualitativ weit hinter sich lassen. In Sachen politischer Unkorrektheit lief die legendäre Comedy-Truppe jedoch erst in ihren Spielfilmen Das Leben des Brian und Der Sinn des Lebens zu Hochform auf. Trotzdem probte sie bereits in ihrer BBC-Serie den Aufstand gegen Autoritäten, religiöse, politische und sonstige Interessengruppen. Niemand war vor den Pythons sicher. Was die Show jedoch auszeichnet, ist, dass sie den Tabubruch nicht um seiner selbst willen ausreizt. Hinter all der Silliness verbirgt sich ein komödiantisch verzerrtes Spiegelbild eines untergegangenen Empires, welches über das eigene Ableben noch nicht informiert wurde.

Platz 4: Stromberg – Büroterror vom Feinsten
Eine Serie, die in dieser Liste keinesfalls unerwähnt bleiben darf, ist die deutsche
Mockumentary rund um Bernd Stromberg und seine Bürosklaven. Die Kultserie ist eine Adaption des UK-Hits the-office—2 mit Ricky Gervais, doch sie steht ihrem englischen Vorbild in nichts nach. Sie verschafft uns Einblick in den Wahnsinn des deutschen Büroalltags unter der Leitung von Unsympath, Rassist und Frauenfeind Bernd Stromberg, grandios griesgrämig gespielt von Christoph Maria Herbst. Ob nun Ausländer, Behinderte oder Frauen, jeder bekommt bei Papi Bernd sein fett weg, was ihn bei seinen Mitarbeitern nicht wirklich beliebt macht. Dafür umso mehr bei uns.

Platz 3: It’s Always Sunny In Philadelphia – Menschlicher Abschaum in Serie
Momentan gibt es wohl keine Serie, die mit mehr unsympathischen Charakteren aufwartet. Dennis (Glenn Howerton), Sweet Dee (Kaitlin Olson), Mac (Rob McElhenney) und Charlie (Charlie Day) sind moralisch versaut von der Pike auf, dafür hat der mit Sweatshops zu Geld gekommene Vater Frank (Danny DeVito) gesorgt. Zusammen führen sie eine erfolglose Bar, die gern auch mal an Minderjährige ausschenkt oder Wet-T-Shirt-Wettbewerbe mit diesen veranstaltet. Mit Titeln wie Sweet Dee is Dating a Retarded Person oder The Gang Gets Racist und tatsächlich entsprechendem Inhalt wissen wir von Anfang an, auf welch politisch unkorrekte Awesomeness wir uns da einlassen.

Platz 2: Little Britain – Britischer Humor at its best
Die britische Sketch-Sendung mit dem genialen David Walliams und dem freakigen Matt Lucas (der auch schon Texte für die Ali G Show schrieb) ist einfach unnachahmlich. Hier wird kaum eine Randgruppe verschont und kein Auge bleibt trocken. Ob Behindertenwitze, Homosexuellenverunglimpfung, Verspottung von Übergewichtigen, Unterschichtsmitgliedern oder Transen – wirklich jeder kriegt hier sein Fett weg. Die Hauptdarsteller beweisen in jeder Rolle großen Mut zur Hässlichkeit. Besonders die Sketche von Lou und Andy sind zum Schreien komisch. Darin wird der im Rollstuhl sitzende Andy als zurückgeblieben dargestellt. Er ist nicht in der Lage, logische Entscheidungen zu treffen und widerspricht sich stets selbst. In den späteren Folgen steht er (in unbeobachteten Momenten) oft aus seinem Rollstuhl auf, was zeigt, dass er Lou nur ausnutzt.

Platz 1: South Park – Die Skandalfabrik
Warum South Park die Nummer 1 ist? Ganz einfach: South Park ist die Mutter der politisch unkorrekten Serien. Keine andere Serie hat so viele Kontroversen und Skandale produziert, eine Episode wurde gerichtlich verboten. Wenn sich Cartman für Adolf Hitler ereifert, wenn Saddam Hussein eine homosexuelle Beziehung mit dem Teufel eingeht, wenn Jesus als langweiliger Hippie mit Call-In-Show dargestellt wird, wenn der Streit um die Mohammedkarikaturen parodiert wird, wenn Afro-Amerikaner regelmäßig mit dem N-Wort beschimpft werden, dann laufen die Telefone beim amerikanischen Sender Comedy Central heiß mit Beschwerdeanrufen. Es gibt wohl kaum eine Interessenvertretung auf der Welt, die sich von Stan, Kyle, Cartman und Kenny noch nicht auf den Schlips getreten gefühlt hat. Somit hat sich South Park Platz 1 redlich verdient.

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