Der meistgesuchte Film der Welt stammt von einem absoluten Meisterregisseur: Er ist 100 Jahre alt und gilt als verschollen

07.05.2026 - 09:23 UhrVor 7 Tagen aktualisiert
Szene aus Alfred Hitchcocks Vertigo
Paramount
Szene aus Alfred Hitchcocks Vertigo
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Einer der heiligen Grale der Lost Media ist ein als verlogen geltender Stummfilm einer großen Regielegende. Die Suche danach wurde auch ein Jahrhundert nach der Premiere noch nicht ganz aufgegeben.

Alfred Hitchcock galt schon zu Lebzeiten als amtliche Regielegende, die sich mit Spannungsmeisterwerken wie Psycho unsterblich machte. Sein Twist-reicher Thriller Vertigo - Aus dem Reich der Toten wird sogar regelmäßig als einer der besten Filme aller Zeiten genannt. Eines seiner Frühwerke ist heute jedoch nicht mehr aufzufinden: Der Stummfilm Der Bergadler von 1927. Er zählt zu den Lost Media.

Die Suche nach Alfred Hitchcocks Frühfilm Der Bergadler

Der Bergadler war Hitchocks zweiter Film nach Irrgarten der Leidenschaft. Er wurde in den Tiroler Alpen gedreht, spielt aber in Kentucky, wo ein Mann namens Pettigrew (Bernhard Goetzke) sich in die Lehrerin Beatrice (Nita Naldi) verliebt. Als diese stattdessen mit Edward (John F. Hamilton), dem Sohn ihres Verehrers, anbandelt, wird dieser unangenehm. So flüchtet Beatrice in die Berge zum Einsiedler John Fulton (Malcolm Keen), dem der eifersüchtige Pettigrew daraufhin einen Mord anhängt.

Die einzigen Bilder, die wir heute von Der Bergadler haben, wurden später bei Bekannten des Filmemachers entdeckt und zeigen ihn bei den Dreharbeiten:

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Laut Variety  bezeichnet das British Film Institute (BFI) den frühen Alfred Hitchcock-Stummfilm als meistgesuchten Streifen überhaupt. Und das soll was heißen, denn die Liste heute verschollener Filme aus der Zeit ist lang. Filmmaterial war teuer und wurde oft wiederverwendet oder nicht materialgemäß gelagert und zerstört. An Zweitverwertung und Archivierung dachte man erst viele Jahre später.

Laut Ben Roberts vom BFI besteht aber noch Hoffnung: "Man weiß einfach nie, wo jemand darauf stoßen könnte." Einer Theorie zufolge (via Collider ) gäbe es womöglich noch alte Filmrollen in Neuseeland, die zumeist am Ende der Verwertungskette standen, oder aber in Russland, wo sie nach dem Krieg gelandet wären. Man ahnt auch selten, welche Schätze noch im Keller von irgendjemandem lauern.

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Lost Media-Erfolgsgeschichten machen Hoffnung auf einen späten Fund

Man sagt, dass 80 bis 90 Prozent aller Filme aus der Stummfilmzeit als verschollen gelten. Der Bergadler ist also kein besonderer Fall, zieht nur mehr Aufmerksamkeit durch den Namen Hitchcock auf sich. Es besteht aber durchaus Hoffnung, denn es machen auch immer wieder Erfolgsgeschichten der Lost Media-Suche Schlagzeilen. So werden immer wieder verlorengeglaubte Frühfolgen der britischen Sci-Fi-Serie Doctor Who aufgespürt und restauriert veröffentlicht.

Ein weiterer spektakulärer Fall betrifft einen frühen japanischen Horrorfilm, der dieses Jahr ebenfalls genau 100 Jahre alt ist. Auch Eine Seite des Wahnsinns von Kinugasa Teinosuke galt jahrelang als verloren, wurde dann aber Jahr 1971 in einem Lagerhaus wiederentdeckt – 45 Jahre später.

Ebenfalls zuversichtlich stimmt die Tatsache, dass die Suche nach verschollenen Filmschätzen heute beliebter und breitflächiger betrieben wird denn je. Im Subreddit Lost Media  etwa widmen sich unzählige Menschen dem Aufspüren von noch viel banaleren Medienstücken als einem fehlenden Alfred Hitchcock-Film.

Wer aber vielleicht gar nicht so dafür wäre, dass Der Bergadler aufgefunden wird, ist der Meister der Spannung selbst. Hitchcock soll seinen frühen Film nämlich noch mehr gehasst haben als die damaligen Kritiker.

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