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Finale

American Horror Story: Roanoke - Episode 10 Recap

17.11.2016 - 12:00 UhrVor 4 Jahren aktualisiert
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Bild zu American Horror Story: Roanoke - Episode 10 Recap
© FX
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Die rätselhafteste und außergewöhnlichste Staffel von "American Horror Story" findet ihr Ende und macht ein letztes Mal deutlich, warum es mit der Serie bergab geht...

Episode 10 würde eine eigene Geschichte erzählen, versprach Ryan Murphy, als er sich zur Ankündigung mehrerer fulminanter Twists innerhalb der Staffel hinreißen ließ. Alles, was man dazu sagen kann, ist: Schämt euch! "Roanoke" entpuppt sich auch im Finale als große Enttäuschung, denn alle losen Enden, an denen Murphy das Ruder noch einmal hätte herumreißen können, werden auf die denkbar einfachste Art und Weise beendet.

"Chapter 10" führt zunächst einmal das Show-in-der-Show-Konzept ad absurdum, indem uns gleich drei weitere Formate präsentiert werden, bevor "AHS" in den letzten Minuten auf eine gewöhnliche Erzählweise zurückgreift.

So beginnt die Episode mit Youtube-Videos von Interviews mit dem ganzen "Roanoke"-Cast und der Video-Kritik eines wütenden Fans, einer Show namens "Crack`d", in der wir Lees (Adina Porter) Gerichtsprozess sehen, wir folgen einer Gruppe von Geisterjägern in das Roanoke-Haus und wir sehen eine besondere Ausgabe der "Lana Winters Show". Ja, die Lana Winters (Sarah Paulson in einer Doppelrolle) aus "Asylum". Man muss lobenswert anmerken, dass die Doppelrolle bei weitem nicht so unfreiwillig komisch wie die zahlreichen Cameo-Auftritte bekannter Charaktere in "Hotel" ausgefallen ist, was vor allem auf Paulsons großes schauspielerisches Talent zurückzuführen ist, aber von den angekündigten Verknüpfungen zu den anderen Staffeln ist Lana Banana in dieser Folge leider die einzige. Im Vorfeld wurde (berechtigt?) immer wieder mit der Teufelszahl 666 die Staffel beworben. Was hat es denn nun damit auf sich? Wäre es nicht leicht gewesen, eine Verknüpfung zum Antichrist aus Staffel 1 herzustellen, bei dem man ohnehin schon auf zusätzliche Erklärungen wartet?

Sinnlosester Twist der Woche: Der letzte Überlebende der Polk-Familie stürmt das Set der Lana Winters Show und will sich an Lee rächen, bevor er niedergestreckt wird. Traurig, wenn man in einer (ohnehin nur 40 Minuten langen) Episode auf solche Lückenfüller zurückgreifen muss, um sich um die Erklärung wichtiger Plotholes zu kümmern.

Das Staffelfinale von "Roanoke" dreht sich vor allem um die Beziehung von Lee zu ihrer Tochter Flora. Letztere hasst ihre Mutter, weil sie angeblich den Mord an ihrem Vater beobachtet hat, was nun zu Sorgerechtsstreitigkeiten führt. Kurz bevor Lee dann bei Lana Winters auftaucht, verschwindet Flora erneut, weshalb die Ex-Polizistin natürlich sofort unter Verdacht gerät. Erst am Ende findet Lee ihre Tochter mit der untoten Priscilla im Roanoke-Haus, wo es zur finalen Konfrontation kommt. Schließlich sprechen sich beide (mehr oder weniger) aus und einigen sich darauf, dass Flora sicher das Haus verlassen kann, während Lee es in Brand setzt und anschließend von Priscilla erschossen wird. "American Horror Story" unternimmt in dieser Folge mehrere Versuche, die Traumata der Figuren zu beleuchten, aber letztendlich bleiben nur küchenpsychologische Phrasen, Rachephantasien und die Geschichte, dass Flora lieber mit einem gruseligen Geistermädchen als mit ihren Eltern ihre Zeit verbringt, zurück. Weil wir hier kein Horrorklischee auslassen möchten, ist am Ende von "Roanoke" natürlich die Gefahr keinesfalls gebannt, denn während wir im Hintergrund das brennende Horrorhaus sehen, huschen bereits die untoten Siedler mit ihren Fackeln durchs Unterholz, bevor der Abspann ein letztes Mal einsetzt.

Von Lady Gagas Hexe fehlt weiterhin jede Spur (Schade!), aber immerhin bekommen wir noch einmal Cameo Auftritte von Denis O'Hare und Leslie Jordan, welcher in dem Geisterjäger-Format, das tatsächlich kurzzeitig für angenehmen Grusel sorgen kann, vom Schweinemann getötet wird.

Dabei bleibt jedoch die größte Frage ungeklärt: Welchen Pakt hat Lee in der letzten Folge geschlossen?! "Chapter 9" hat uns als Twist präsentiert, dass Lee nun ebenfalls einen Teufelspakt geschlossen hat und als böse Besessene als einzige überlebt, während die "Guten" alle sterben. So zu tun, als wäre all das nie passiert, ist jedoch einfach nur feiges und unfassbar schlechtes Storytelling, das mal wieder beweist, dass es dem Team um Ryan Murphy seit einiger Zeit nur noch darum geht, willkürliche Schocks einzubauen, die am Ende aber keinerlei Sinn oder ein stimmiges Gesamtbild ergeben. So drückt es vorn und hinten kneift es. Eine abschließende Beurteilung zur Staffel wird es in den kommenden Tagen geben, aber ich habe wohl bereits in den letzten Wochen mehrfach deutlich gemacht, dass "Roanoke" leider der bisherige Tiefpunkt der Serie ist, was sich auch in diesem Finale nicht mehr ändert.

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