Wir sind die Flut - Kritik

Wir sind die Flut

DE · 2016 · Laufzeit 84 Minuten · FSK 6 · Drama, Thriller, Science Fiction-Film · Kinostart
Du
  • 2

    Uhh, ein überflüssiger Film. Langweilig und sinnlos.

    • 7

      Für Leute mit Abitur. Und dass ich bei so einer deutschen Produktion mit "sehenwert" 'rausrücke, liegt an dem spannenden Plot, nicht an den Darstellern (Ausnahme: der Vater von Matti) oder der Regie. Außerdem auf weiten Strecken Zurückhaltung, was jegliches Pathos angeht und mich an deutschen wie amerikanischen Filmen nervt. Was mehrere Filmakademien in Kooperation zusammengedreht haben, kann halt die künstlerische Leistung in einem guten Film nicht ersetzen. Wem die Theorien über dunkle Materie und ihre Auswirkungen auf das Raum-Zeit-Kontinuum nichts sagen, wird in diesem Film leider nicht aufgeklärt, was ein grober Schnitzer ist, denn wenn man das nicht kapiert, verliert der Plot auch noch seinen Sinn. Was hätte ein Roland Emmerich wohl aus einem solchen Drehbuch gemacht? Sicher was viel Geileres! Vielleicht kommt aus den Akademien ja mal wieder so jemand hervor und beschert uns ein neues "Stargate". Sonst bleibt es eher bei grober Hausmannskost mit Buletten, Brot und Bier. Nur Mut: Besser als die meisten Tatorte isser allemal!

      • 3 .5

        Anfangs hat man noch Hoffnung, dann wird es ziemlich schnell "typisch deutsch" und zum Ende hin sah ich nur viele, viele Fragezeichen (Wollten die da auch noch Peter Pan mitverwurschteln?) Viel zu düster, langatmig und anstrengend.

        3,5/10

        • 4
          lieber_tee 30.03.2017, 00:10 Geändert 30.03.2017, 12:14

          Astronauten, die durch das Wattenmeer stampfen…
          Als Kooperation zweier, deutscher Filmhochschulen realisiert Sebastian Hilger einen Abschlussfilm, der leider weder Fisch noch Fleisch ist. Irgendwo zwischen mysteriöser Akte X-Folge, apokalyptischen Endzeitfilm, Seelen-Drama und Beziehungskiste weiß der Debütant (und die Drehbuchdebütantin Nadine Gottmann) nicht wohin die Reise gehen soll. Eines wollten die Macher sicherlich nicht, „nur“ einen einfachen Genrefilm drehen. So etwas kommt nicht in die Filmkunst-Tüte. Denn „Genre“ (hier z.B. Sciencefiction oder gar Horror) scheint im deutschen Filmstudium ein verachtenswertes Schimpfwort zu sein. Bloß nicht sich darauf fokussiert einlassen, lieber irgendwie etwas mit „Anspruch“ machen. So sieht das Endergebnis leider dann auch aus.
          „Wir sind die Flut“ will ambitioniert sein, will Tiefe haben, ist aber einfach nur ziellos. Dabei hat der Film einiges auf seiner Habenseite. Die leise Melancholie ist angenehm, von einer hervorragenden, düster-farblosen Kameraarbeit erfasst. Das Setting (isolierte Küstenlandschaft, ausgetrocknetes Schwimmbad, vergammelte Schulruinen) ist stimmungsstark ausgewählt. Die Grusel-Prämisse, von plötzlich verschwundenen Gezeiten und Kindern, macht neugierig. Aber leider eiern die beiden Protagonisten unnahbar von Ort zu Ort. Vielen Szenen fehlen die Übergänge, wirken seltsam isoliert. Dazu gibt es typisch verschriftliche, aber kaum aussprechbare, bedeutungs-schwangere Dialoge. Der Film kommt einfach nicht voran, verknotet sich in metaphysischer Sinnsuche.
          Hilger weigert sich bewusst den Film in eine konkrete Richtung zu lenken. Das kann mutig sein, hier wirkt es aber unausgegoren und seltsam antriebslos. Der Tenor, der Genre-Thematik irgendwie eine Aussage über Verlust von Kindheit, Vergänglichkeit und Zukunft zu geben, wirkt aufgesetzt. Die besten Momente hat der Film in seinen kleinen, privaten Momenten, im Gesamteindruck bleibt aber davon wenig übrig. Schade. Und sorry an die jungen Filmemacher. Ich weiß, das ist hier ein Debütfilm, mit all seinen Stärken und Schwächen und ich will mit dem Text nicht eure Leidenschaft und Motivation kritisieren.
          4 verlassene Straßen.

          18
          • 4

            Ja ok, es ist ein Abschlussfilm. Ja ok, es wurde mal dystopisch anmutendes Genrekino gewagt. Aber nee, einfach nee. Drehbuch, Dialoge und vor allem die letzten 30 Minuten sind unter aller Sau verschwurbelt und jenseits von Gut und Böse; pseudophilosophisch, dass es brummt.
            Die Kategorisierung "Science-Fiction-Film" ist ein schlechter Scherz.

            6
            • 6
              agynessa 21.03.2017, 21:23 Geändert 21.03.2017, 21:24

              Äußerst philosophisch, äußerst stimmiger Soundtrack, äußerst schöne Aufnahmen, leider ist die Geschichte dazu nicht ganz so stimmig, wie die Visualität und die Akustik. Man ist etwas hin- und hergerissen, auf einer Ebene läuft er vollkommen rund, auf der anderen wurde eher zuviel gewollt, als gekonnt. Hier bleibt die Realität für mich, zu sehr auf der Strecke. Man wollte etwas ganz großes, künstlerisches erschaffen, aber vergaß dabei zu sehr Sinn und Sinnigkeit im darstellenden Spiel. Trotz alledem, dafür das es eine deutsche Produktion war, muss man ihm den Fortschritt in Sachen Filmdreh zugute halten und mit 6 Punkten belohnen.

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              • 8 .5
                Der Siegemund 20.03.2017, 21:24 Geändert 20.03.2017, 21:30

                Im Jahre 1994 kommt es in dem Küstenort Windolm zu einer folgenschweren nicht erklärbaren Anomalie beim Tidenhub der Ostsee, bei welchem sowohl die Flut nicht mehr zurückkehrt, als auch sämtliche Kinder des Ortes auf mysteriöse Weise verschwinden.

                Jahrzehnte später, setzt sich Physik-Doktorand Micha in Berlin mit der Anomalie auf wissenschaftliche Weise auseinander. Seine zahlenverliebte Forschungen, bei der er die Gravitationskonstante in Zweifel zieht, werden jedoch von der Fakultät nicht weiter unterstützt und so untersagt man ihm die weitere Beschäftigung. Also macht er sich an einem Wochenende eigenmächtig auf den Weg nach Windholm. Dabei kann er nicht verhindern, dass er vor seiner Ex-Freundin, Tochter des Profs, die gerade das Studium schmeißen will, begleitet wird. Zugang zu Windholm erhält man nur per Genehmigung und nach Durchlass über einen vom Militär bewachten Checkpoint, doch eine nachlässige Sicherheitsprüfung können sie ausnutzen.

                Die Einfahrt nach Windholm zeigt einen grauen trostlosen Ort, der von seiner Atmosphäre an H.P. Lovecrafts Innsmouth erinnert. Der einstmals vom Tourismus erblühte Ort ist in tristes Zwielicht gehüllt. Die meisten Rolläden sind herabgelassen, das ehemals idyllische Fischerdörfchen scheint menschenleer. An einer Pension angelangt, die verlassen aussieht, versuchen sie es mit Klingeln. Zunächst scheint niemand zu reagieren, also drehen sie bereits um, als plötzlich eine Frau die Tür öffnet und sie verwundert und verschroben anschaut. Schließlich erhalten sie ein Zimmer in der Pension, die wohl seit Jahren keines mehr vermietet hat. Ein leicht morbider Charme umgibt die Zimmer, welche in spärliches Licht getaucht sind. In Windholm war einmal alles ganz anders. Mit der Katastrophe verschwanden auch die Touristen, die den Kurort vor diesem Ereignis zahlreich und gerne im Sommer besucht haben, denn ab und zu sehen wir kurze Rückblenden, mit spielenden Kindern am grenzenlos erscheinenden und sonnenglänzenden Strand. Der einstige Stolz der Dorfbewohner ist einer Depression gewichen. Es ist kein Wunder, wenn man nicht möchte, dass jemand in alten Wunden herumstochert, doch Micha setzt alles daran die Anomalie zu erforschen. In einem Gasthaus erhalten sie ein warmes Essen, doch von den dort anwesenden Dorfbewohnern werden sie misstrauisch beäugt. Man teilt ihnen unvermittelt mit, dass Fremde hier nicht erwünscht sind. Die Bedingungen gestalten sich als schwierig, aber Micha lässt sich nicht abhalten.

                Ich kann mich nicht erinnern, je einen deutschen Film gesehen zu haben, der so gekonnt ästhetisch, sowohl von Kulisse, Szenenbild und musikalisch, eine Atmosphäre erschaffen konnte. So was habe ich mir immer gewünscht vom deutschen Film. Auch wenn ich die Geschichte und deren Ende nicht im geringsten zu deuten vermag, bin ich begeistert und hoffe, dass ich mit erneuten Sichtungen etwas mehr von dem Mysterium verstehen werde. Windholm erscheint mir als das realistischere "Silent Hill", wobei man hier deutlich darauf verweisen muss, dass wenig Action und schon gar keine Monster geboten werden.

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                • 6 .5

                  Dieser Film ist ein großer Wurf, daran besteht kein Zweifel, die Dialoge laufen, Szenerie und Charaktere auch, die Theorien vielleicht manchmal etwas aus dem Ruder. Manchmal entsteht der Eindruck, die Regie hätte am Buch vorbei inszeniert. Eigen, verworren, fast märchenhaft die Wendungen, die Inszenierung hat aber vor allem die großen Dramen und Gefühle im Blick. Das wird unterstrichen durch die Musik, die an große Hollywoodwerke erinnert. Dafür ist der Film aber zu unkonventionell. Ein guter Film, ohne Frage, aber irgendwie mit mehreren Unwuchten, da ist etwas aus dem Gleichgewicht, das mit der Wucht einer Orchesterbesetzung nicht behoben ist.

                  • Zweite Sichtung, dieses Mal im Heimkino und als Vorbereitung für den Podcast. Immer noch ein schönes Ding! Eine wunderschöne Geschichte über uns als Generation, mit ebenso wunderschönen Küstenbildern.

                    Alles, was ich mir vom Deutschen Genrekino erhoffe geht hier in Erfüllung: Eine tiefergehende Erzählung in ungewöhnlichen, aber schönen Bildern. Man kann eben auch wunderbare Berlin-Filme außerhalb Berlins drehen. Und das Ding beweist einen großen Mut, in allen Punkten. Die Produktion will viel, die Geschichte nimmt sich viel vor und das Finale knallt selbstbewusst auf den Tisch. Es geht hier nicht um Plot, es geht um Emotionen. Das mag nicht immer rund laufen, das mag nicht jedem gefallen. Mir tut es das zum Großteil schon und ich applaudiere für den Mut und die Umsetzung!

                    • Zuallererst: Das Deutsche Genrekino lebt! Es wächst, es gedeiht und ganz besonders in diesem Jahr erscheint es zumindest mir im Aufwind! Nach DER BUNKER & DER NACHTMAHR schließt sich mit WIR SIND DIE FLUT mein ganz persönlicher Hattrick ab.

                      Auch wenn das Ergebnis nicht perfekt ist. Aber der Reihe nach. Die Produktionsgeschichte ist schon großartig! Da arbeiten nämlich gleich mal zwei der renommiertesten Deutschen Filmhochschulen zusammen! Die Tatsache, dass dies ein Novum ist, tut eigentlich weh. Aber es hat sich gelohnt.

                      Der Film punktet natürlich mit seinen starken Bildern! Teilweise in meiner Heimat aufgenommen (Die Nordseeinsel Pellworm) und daher für mich natürlich ganz, ganz nah am Herzen: Die weiten Wattlandschaften, der Deich, die nackten Füße im Schlick. Neben dem persönlichen Heimatbonus überzeugt das alles aber auch durch die Frische. Wir haben hier so viel mehr zu bieten als die immergleichen Bilder vom Berliner Fernsehturm oder dem Kölner Dom. Das wurde erkannt, das wurde genutzt.

                      Und dann ist da natürlich noch die Geschichte. Funktioniert für mich leider nicht immer und nicht immer ganz stringent, aber endlich (ENDLICH!) versucht sich das Deutsche Kino an großen Gefühlen einer viel zu leisen Generation. Es geht hier nämlich schlussendlich um das Erwachsenwerden. Um eine Welt, die uns zwar gehört, in der wir aber kein Mitspracherecht haben. Um die Kraft, die es benötigt, sich dieses Recht zurückzuholen. Um die Vergangenheit, die wir in der Gegenwart nur schwer hinter uns lassen wollen. Und damit geht es auch ganz, ganz stark um uns. Uns alle. Verpackt in die Sprache von Science-Fiction.

                      Ich hatte Tränen in den Augen und ich hatte Spaß an den Bildern. Schön, dass Deutsches Kino sowas kann.

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                      • ?

                        Dieser Trailer. Ich hoffe sehr, dass der Film der mystischen, einnehmenden Atmosphäre gerecht werden kann.

                        • 7

                          [D]ie allererste Leistung dieses Films besteht in der Strukturierung einer komplexen ästhetischen Erfahrung - [...] eine, die wir eigentlich aus dem amerikanischen Kino kennen und von der wir bisher noch nicht wussten, dass man sie auch an der Nordsee findet. [Lukas Stern]

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                          • 7 .5

                            Der visuell beeindruckende Film balanciert geschickt zwischen Science-Fiction-Spekulationen um Gravitation und dunkle Materie und dem Märchenhaftem, aber auch um existenziell Menschliches: das Leiden an einem schrecklichen Verlust, die Sehnsucht nach einer verlorenen Zeit und danach, aufgehoben zu sein in etwas, was ewig und beständig ist. [Felicitas Kleiner]

                            • 7
                              Programmkino.de 27.10.2016, 10:09 Geändert 27.10.2016, 13:01

                              Der [...] Film findet nach unspektakulärem, konventionellem Beginn nach rund 20 Minuten immer mehr in die Spur. Allmählich entwickelt sich Wir sind die Flut dann zu einem atmosphärischen, spannenden Mystery-Kriminalfall vor betörender Kulisse. [Björn Schneider]

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