To the Bone - Kritik

To the Bone

US · 2017 · Laufzeit 107 Minuten · Drama
Du
  • 5 .5
    DaniBanani 13.10.2017, 00:54 Geändert 13.10.2017, 01:01

    To the Bone mag Menschen, die sich erste Eindrücke zu einer Essstörung verschaffen wollen, tatsächlich etwas bringen. Ich persönlich fand ihn jedoch enttäuschend, trotz der ein oder anderen nachwirkenden und bedrückenden Szene.
    Ab der zweiten Hälfte befasste er sich meiner Meinung nach zu sehr mit dem üblichen Geplänkel um Verliebtheit, esoterische Heilansätze und Mainstream-Selbshilfe. Besonders in der interessanten Zusammensetzung mit dem angeblich super effektiven Therapieansatz hätte ich mir mehr gehofft, da dachte ich zunächst: Ui, da kommt jetzt was interessantes!
    Anstatt jedoch stärker in die triste Innenwelt der Zwänge und der Selbstzerstörung eines Essgestörten einzutauchen und parallel dazu den Struggle und die Herausforderung, zugleich aber auch die Möglichkeiten mit der Therapie einer solchen Störung zu illustrieren schien sich der Film nicht ganz entscheiden zu können, welcher stereotypen Filmelemente er sich noch bedienen könnte: Die heilende Liebe, das bissige und doch so tiefsinnige und liebenswerte psychisch labile Mädchen, welches sich nur durch einen ebenso zynischen Therapeuten erreichen lässt, die kaputte egoistische Familie. Eine Prise Feel-Good verpackt in dunklem und hilflosem Humor. Die "Therapieansätze" waren nicht sonderlich glaubwürdig. Sie standen im Grunde gar nicht im Mittelpunkt, Keanu Reeves ließ sich kaum blicken und wenn er zu Wort kam dann zu Teilen in bedeutungsbefreiter Manier.
    Ich hätte mich wirklich über eine stärkere Vertiefung der Thematik "Essstörung" gefreut, stattdessen versucht To the Bone in meinen Augen zu viel Verschiedenes zu sein und wird dadurch nicht zu etwas Ganzem.
    Respekt aber an Lily Collins und ihre schauspielerische Leistung.

    • 6

      "To The Bone" behandelt das Thema der Essstörung... egal ob Magersucht oder Fettsucht. Ich habe privat schon mehrmals Kontakt zu Menschen gehabt die an dieser Krankheit leiden, aber sich als Auenstehender in diese Situationen hinein zu versetzen war immer sehr schwer. Das wird wohl auch der Grund sein warum viele mit "To the Bone" so ihre Probleme haben.

      Ich würde sagen, dass man sich der Materie mit genug Respekt genähert hat und die Gefühle der Charektere im Film wurden gut ausgemalt sodass man sich gut in sie hinein versetzen kann. Lily Collins spielt die Hauptrolle auch ganz ordentlich (Sie selbst war ja nach eigenen Aussagen damals auch magersüchtig).

      Insgesamt ist "To the Bone" ein packendes Drama mit sehr soliden Darstellern. Ich hätte mir aber dennoch etwas mehr Tiefgang und noch umfangreichere Einblicke in das Leben der Patienten gewünscht.

      • DavinaDacrima 23.09.2017, 09:09 Geändert 23.09.2017, 09:10

        Nun, dann wollen wir mal.
        Als ehemalige Magersüchtige
        (sofern man ehemalig magersüchtig sein kann), habe ich dem Film mit gemischten Gefühlen entgegengefiebert. Vor einigen Jahren war ich ständig auf der Suche nach triggernden Filmen. Filme, die meine Krankheit nähren, sie noch mehr inspirieren und motivieren.
        Heute möchte ich das vermeiden aber das ist oft nicht leicht.
        Trotzdem habe ich 'to the Bone geguckt. In der Hoffnung, dass dieser Film mich nicht triggert, sondern auch andere Betroffene eher abgeschreckt als inspiriert und gleichzeitig, dass Außenstehende einen besseren Einblick in das Krankheitsbild bekommen. Immerhin spielt Collins, eine ehemalige Magersüchtige die Hauptrolle. Sehr viele Erwartungen die ich an den Film hatte. Erfüllt wurden sie nur bedingt.
        Collins spielt grandios. Hat sich für die Rolle runtergehunget ( Weiß nicht wie ich das finde )
        Man kauft ihr die Rolle ab und trotzdem:
        Der Film kratzt nur an der Oberfläche.
        Persönlich finde ich, dass der Film nicht realistisch genug ist.
        Wichtige Verhaltensweisen, Hintergrundgeschichte und Ängste werden nicht thematisiert.
        Es ist schwierig.
        Irgendwie bin ich froh, dass der Film nicht zu tief in die Materie getaucht ist aber auf der anderen Seite, hätte ich es mir doch gewünscht.
        Genau das Gegenteil von 'Tote Mädchen Lügen nicht.'

        Aufjedenfall Respekt an Netflix. Mal wieder ein Tabuthema angesprochen.
        Beim nächsten mal findet man vielleicht einen Mittelweg zwischen 'to the Bone & Tote Mädchen lügen nicht'

        1
        • 6 .5

          Was wurde im Vorfeld über den Film diskutiert... Wie kann man dieses sensible Thema nur in einem solchen Streifen verarbeiten? Nun ich sehe das bei weitem nicht so kritisch, sondern bin sogar der Meinung dass hier noch zu leicht und oberflächlich mit dem Thema umgegangen wird. So fehlt bsw. der ganze Hintergrund von Ellens Magersucht. Vieles wird hier wieder krampfhaft als witzig und lieblich dargestellt, was ich bei so einer Thematik eigentlich garnicht brauche. Wovor ich aber dann wirklich den Hut ziehe ist die schauspielerische Leistung von Lily Collins die hier wirklich eine beeindruckende Performance abgibt. Nichts desto trotz habe ich es nicht bereut den Film gesehen zu haben, ganz im Gegenteil für mich kann er sich bei den Netflix-Movies sogar in der oberen Hälfte sehen lassen. Im Vergleich zu anderen Filmen mit ähnlichen Themen ist hier aber noch Luft nach oben, doch viele Ansätze waren auf jeden Fall interessant und eine 2. Sichtung wird sicher folgen.

          • 7

            Ich habe mir heute (zum zweiten Mal) "Feed" und dann "To The Bone" angesehen und zweiter schneidet eindeutig schlechter ab. Beide behandeln das gleiche Thema, doch "Feed" tut dies auf eine weitaus realistischere und düstere Art und Weise, während bei "To The Bone" manches doch ziemlich oberflächlich wirkt. An sich ist es kein schlechter Film und ich habe mich durchaus unterhalten gefühlt, nur hätte ich mir bei diesem Thema ein klein wenig mehr Tiefgang gewünscht.

            1
            • 3

              Ist jetzt schon eine Weile her, als ich ihn gesehen hatte, dennoch sind die Erinnerungen daran noch sehr im Gedächtnis, denn ich habe mich nicht nur Jahrelange mit dem Thema sondern nun auch wochenlang mit diesem Film auseinander gesetzt. "To the Bone" erzählt die Geschichte eines Mädchens, dass an einer Essstörung leidet. Besonders interessiert mich die Tatsache, dass Lily Collins (Okja) die Hauptrolle spiele, da diese - wie in ihrer Biographie beschrieben - selbst an einer Essstörung litt. Ganz klar hat sie die Aufgabe meisterhaft bewältigt und ihren Charakter hervorragend gespielt. Zumindest kauft man das dem Film ab, denn neben Lily waren auch Keanu Reeves (Constantine), Alex Sharp (How to Talk to Girls at Parties) und der restliche Cast großartig. Was dem Film leider fehlt ist das wirklich eindringen in die Materie und doch spalten sich hier die Gemüter. Einige, die selbst an so einer Störung leiden fanden den Film gut und schimpfen auf die, die "Gesunden", die wohl das ganze sowieso nicht verstehen können. Andere jedoch sehen es wohl ähnlich wie ich, denn der Film setzt sich nur bedingt mit dem Thema auseinander. Zum einen störte mich diese Therapie zu sehr. Ich habe Dokumentationen gesehen und Bücher gelesen, wo es anders zuging. Klar, man kann neue Therapien probieren, aber ich sah in der, im Film angewendeten, keinen Sinn. Die Jungs und Mädels müssen am Tisch sitzen, können essen, müssen aber nicht. Hauptsache sie sitzen am Tisch. Was soll das bringen? Dann kann man sich ja immer hinsetzen und nichts essen, das würde aber zu keiner Heilung führen. Zumindest nicht in dem Stadion, in dem sich manche der Patienten befanden. In den Dokumentationen wurde zusammen gekocht, die Patienten wurden nach und nach wieder an das gute am Essen gewöhnt, aber in dem Film wurde in dieser Richtung überhaupt nichts getan. Klar es gab Sitzungen mit Keanu Reeves, der den Therapeuten spielte, doch meiner Meinung nach wurde hier auch zu wenig auf den Patienten eingegangen. Schuldzuweisungen auszuschließen mag ja recht schön und gut sein, aber die wirkliche Frage nach dem "warum" wurde nie vertieft. Auch ein Detail in "To the Bone", das irgendwie für das große Ganze fehlt. Man kann nicht so recht definieren, warum Ellen Lily Collins) an der Krankheit leidet, das kann man irgendwie nur raten und am Ende weiß man es dennoch nicht sicher. Gut fand ich, dass auch ein Junge in der Therapie war, denn da überwiegend Frauen an der Krankheit leiden, wird oft vergessen, dass es auch Jungs und Männer gibt, die betroffen sind. Unerklärt bleibt auch, warum am Tisch ein dickes Mädchen sitzt. Für Menschen, die sich mit dem Thema nie recht befasst hatten, den Film aus Interesse dennoch sahen, könnten vielleicht nicht wissen, dass diese an der sogenannten Essucht (Binge-Eating-Störung) leidet, in der man Fressanfälle hat, jedoch im Gegensatz zu Bulimi (Ess-Brechsucht) nichts im Anschluss unternimmt und somit an Übergewicht leidet. Auch die Erklärung, warum Mädchen, die an diesen Krankheiten leiden keine Periode mehr bekommen bleibt offen. Vieles wird im Film einfach so in den Raum geworfen, ohne näher darauf einzugehen. Stattdessen dümpelt alles so dahin, auf richtige Ängste oder Gefühle wird kaum eingegangen und der einzige wirklich bewegende Moment, war die Szene zwischen Ellen und ihrer Mutter kurz vor Ende.
              Schade, wenn man so hohe Erwartungen an einen Film setzt und dann so bitter enttäuscht wird. Der Film taugt weder zur Abschreckung, noch zur Aufklärung und schon gar nicht als Verherrlichung, wie im Vorfeld schon geschrien wurde. Es ist einfach ein Film, den man gesehen hat, der leider zu wenig Eindruck hinterließ.

              6
              • 8
                nightknight 14.08.2017, 17:04 Geändert 14.08.2017, 17:04

                Lily Collins hat da einen guten Job gemacht meines Erachtens nach. Der Film beschreibt ein Thema welches die Betroffenen beim "alltäglichen" Umgang mit Ihrer Krankheit zeigt. Und gleichzeitig die Hilflosigkeit, was die Menschen drumherum betrifft. Familie und Freunde....der potentielle Partner, der auch nicht über Umwege wie das Herz, an Ellen (Lily Collins) herankommt, um Sie umstimmen zu können.
                Habe mich in vielen Szenen an eigene Erfahrungen erinnert gefühlt.

                Und ich finde auch das offene Ende völlig in Ordnung. Denn es ist wohl wie beim Alkoholismus.
                Kann man wirklich "geheilt"sein?
                Es ging um das positive Gefühl welches Elli zum Schluss gefunden hat. Um den Optimismus und den Kampfgeist, die Dämonen im Kopf endlich zu vertreiben. Nicht direkt und auf einen Schlag. Aber Stück für Stück...
                Darum ging es. Den Mut finden und die Ausdauer.

                3
                • 9

                  Lilly Collins spielt überragend.
                  Sie hat für den Film ihre Erfahrungen, die Sie ja selbst mit dieser Krankheit gemacht hat, miteinbringen können.
                  Deshalb wirkt sie in jeder Szene authentisch.
                  Der andere grosse Pluspunkt ist der Film selbst, der nie reißerisch oder plakativ wird.
                  Der behutsame, realistische und zutiefst menschliche Umgang mit diesem Krankheitsbild lässt einen noch umso tiefer in diese Welt eintauchen.
                  Sehr empfehlenswert!!!!!!!!

                  4
                  • 7 .5
                    Realizator 28.07.2017, 18:50 Geändert 28.07.2017, 18:50

                    Schwierig heutzutage neue Filme zu finden, die gut sind und der hier gehört dazu.

                    • 7

                      Zu seicht für das harte Thema, Teeniefilm, aber Lily Collins und Keanu Reeves spielen super.

                      2
                      • 3 .5

                        Ohne Keanu Reeves würde kein Hahn nach diesem Film krähen. Lily Collins Rolle hätte problemlos durch jede andere abgemagerte Schauspielerin ersetzt werden können. Schwach.

                        • 8

                          Filmisch ist "To The Bone" ein eher rudimentäres Drama, welches das Rad nicht neu erfindet. Dafür hat der Film andere Stärken:
                          Lily Collins bietet eine starke Performance und man nimmt ihr den Zerfall durch die Krankheit ab. Hinzu kommt das Porträt von Magersucht im Film, welches mich verstörte und zum nachdenken anregte.

                          1
                          • 7 .5

                            [...] To the Bone richtet sich eben weniger an Betroffene als vielmehr an all diejenigen, die die Magersucht missverstehen oder tabuisieren. Und damit liefert der Film einen guten und überaus wichtigen Beitrag [...]. [Nora Burgard-Arp]

                            • 6

                              Mir hat der Film nicht so viel gegeben wie ich einst gedacht hatte. Er war zwar unterhaltend und interessant aufgebaut. Allerdings wurden mir einige Charaktere zu wenig beleuchtet und die Beweghintergründe der Hauptdarstellerin haben mir auch gefehlt. An Filme wie Rain-Man, die Maske usw die Krankheiten behandeln, kommt der Film nicht wirklich heran, aber schlecht ist er wiederum auch nicht.

                              2
                              • 7
                                Andron 18.07.2017, 01:06 Geändert 18.07.2017, 01:59

                                Ich fand den Streifen ganz gut, irgendwo zwischen einer modernen Version von "Einer flog über das Kuckucksnest" und einem "Coming-of-age-Movie", welcher Bulimie zum Thema hat.

                                Die Ankündigungen von irgendwelchen verstörenden Bildern war allerdings völlig übertrieben und hat wohl bei dem ein oder anderen falsche Erwartungen auf eine "Freakshow" geweckt, diese sollten dann wohl besser gleichnamige Staffel von American Horror Story sichten.

                                Sicherlich eine der deutlich besseren Eigenproduktionen, hier ein Drama, von Netflix!

                                PS: Bulimie ist allerdings schwer nachzuvollziehen und hat wohl eher damit zu tun, dass man nicht leben möchte (was in dieser Welt auch nicht so schwer zu verstehen ist, da dieses neoliberale System darauf ausgelegt ist, 99,9% der Menschheit im Hamster Rad gefangen zu halten - siehe Noam Chomskys Requiem-for-the-american-dream - auch auf Netflix zu finden), als dass man tatsächlich nur schlank (hier pathologisch dünn) sein möchte. Zudem ist es wohl auch ein Luxusproblem unserer kranken Konsumgesellschaft! Außerdem denkt man sich beim Sichten des Films ständig, dass es kein Wunder bei diesen verblödeten Eltern und dem Drecksfraß ist, dass die Mädels nichts essen wollen. In der Einrichtung wird ihnen ja derselbe Müll wie zu Hause vorgesetzt, welcher bestenfalls aus pannierten Schnitzeln mit geschmacklosem Gemüse besteht...

                                PPS: Wenn man von der Wurzel des Problem einmal absieht, wie wärs mit Krafttraining und vernünftigen Essen, dann hätten die Mädels jene schlanke Figur die sie immer gerne möchten (wären allerdings nicht skinny fat, sondern durch die Muskulatur wohl geformt), könnten ohne schlechtes Gewissen Essen und hätten jene Aufmerksamkeit, allerdings im positiven Sinne, nach welcher sie sich scheinbar so sehnen...! - Siehe z.B. Sophia Thiel auf YouTube (als sie noch richtiges Krafttraining mit Ercan gemacht hat - nicht ihr "Kaufprogramm")!

                                • 3

                                  Moah, war das ein mieser Film. Es werden kaum Therapieansätze gezeigt oder so richtig gezeigt, was das Mädchen dazu gebracht hat, magersüchtig zu werden. Man sieht weder so richtig in das Innere der Darsteller, noch wird das Drumherum richtig gezeigt. Klar, ein bisschen Familienleben gibt es zu sehen, aber mir war das wirklich zuw enig.
                                  Diese esoterischen Fütter-Ansätze, die die Mutter dann zeigt, haben mir dann den Rest gegeben und ich war völlig raus.
                                  Lily Colling spielt toll, das will ich nicht abstreiten, aber der Film war so oberflächlich, dass man weder unangenehm berührt wurde, noch richtig mitgefühlt hätte.
                                  Schockierende Bilder einer abgemagerten Schauspielerin reichen mir einfach nicht für einen guten Film.

                                  3
                                  • Als Betroffene kann ich sagen, dass der Film überaus triggernd ist und eine Anorexie nur weiter fördert, statt über die Folgen und Symptome der Krankheit aufzuklären. Zwar warnt der Film darüber, dass es triggernde Szenen geben kann, aber dennoch finde ich es unverantwortlich solche Filme zu produzieren, da Essstörungen sowieso schon durch allerlei Casting Shows à la Germany's next Topmodel gefördert werden. Allerdings sind die darin vorkommenden Fakten alle wahr. Enttäuschend ist jedoch, dass das Ende des Films weitestgehend offen ist.

                                    • 4

                                      [...] Die Regisseurin setzt mit ihrer Darstellung der Magersüchtigen von Beginn an auf eindringliche Bilder, für die sie Hintergründe der Erkrankung vielfältig andeutet, aber nie konkret bestimmt. Ellen kann die Kalorienzahl jeder einzelnen Mahlzeit genau aufsagen, doch eine panische Angst in ihr hindert sie daran, auch nur eines der Gerichte in sich aufzunehmen. [...] Unter der Leitung von Dr. William Beckham, dessen Behandlungsmethoden als eher unkonventionell gelten, begibt sich Ellen zunächst widerwillig in ein Wohnheim mitsamt Selbsthilfegruppe, das als eine Art letzter Rettungsanker fungieren soll. Ellens Ankunft in dem Wohnheim führt allerdings dazu, dass To the Bone als Film plötzlich zu kippen beginnt. Was zuvor recht ernsthaft begonnen und nur durch einige schwarzhumorige Kommentare seitens der Hauptfigur minimal aufgelockert wurde, wandelt sich zu einem ebenso manipulativen wie klischeehaft gestrickten Rührstück. Da sich Regisseurin und Hauptdarstellerin eigentlich so nahe an der Thematik befinden wie nur möglich, verwundert es umso mehr, dass Noxon beispielsweise nebenbei eine vorhersehbare, simpel gestrickte Liebesgeschichte inszeniert, die für den Verlauf von Ellens Schicksal emotional ebenso effektiv ist wie sie grob an der glaubwürdigen Realität vorbeischrammt. Neben gelungenen Momenten wie die Familientherapiesitzung, bei der die Regisseurin womöglich eigene Erfahrungen verarbeitet und sich auf gleichermaßen bewegende wie urkomische Weise den Spannungen innerhalb Ellens ohnehin zerrütteter Familie annähert, wirkt To the Bone als Gesamtwerk viel zu sehr auf naive Publikumsverträglichkeit getrimmt. Zwischen gefühlvollen Songs, die möglichst effektiv platziert werden, unpassend eingefügten Einschüben von Optimismus, der das schwere Leiden der Figuren ausgleichen soll und einem übereilten Ende, das auf unglaubwürdige Weise geradezu bahnbrechende Entwicklungen erzwingt, lässt sich der Film letztlich kaum noch als ernstzunehmende sowie authentische Auseinandersetzung mit einer oftmals tabuisierten Krankheit auffassen. To the Bone kommt am Ende viel mehr einer gut gemeinten, stellenweise eindringlichen, aber unnötig manipulativen sowie unglaubwürdig beschönigten Fiktion gleich, bei der eine Regisseurin, die selbst mit Magersucht zu kämpfen hatte, ihren eigenen Erfahrungen nicht gerecht werden kann. [...]

                                      21
                                      • 5

                                        hab mir da doch etwas mehr erhofft...thema ist wichtig und das die das ansprechen ist gut punkt.

                                        • 7

                                          Obwohl To the Bone nicht angenehm zu schauen ist, bleibt er gut geschauspielert und ist, in seiner Darstellung dieser alles-durchdringenden Krankheit, essentiell. [April Wolfe]

                                          • 7

                                            To the Bone ist gelegentlich eklig, aber auch überraschend warm und lustig. [Boyd van Hoeij]

                                            • 6

                                              Es macht keinen Spaß sich To the Bone anzusehen, trotzdem könnte der Film Leben retten, da er einen ehrlichen Blick auf Magersucht wirft. [Peter Debruge]

                                              ▲ Top