Silence - Kritik

Silence

US/JP/MX/IT · 2016 · Laufzeit 162 Minuten · FSK 12 · Historienfilm, Drama · Kinostart
Du
  • 8 .5

    Teilweise wirkt (besonders am Anfang) Silence etwas wie ein 30er Jahre Ulkfilm aber das hat sich schnell und es entsteht ein packendes Drama der etwas anderen Art. Und Es wird glücklicher Weise etwas besser differenziert als "Böser Japse" und gute, arme Christen.

    • 8 .5

      Was soll man über diesen Film sagen....... ausser das er wirklich einiges mit bringt.
      Um es kurz zu machen, ein bildgewaltiges Werk von einem Brillianten Regisseur. Die Handlung ist einfach, aber alle mal kräftig genug um nach dem Film sich selbst viele fragen stellen zu können. Die Kamera und der Schnitt waren sehr gut, musik brauchte dieser Film zu keiner Zeit, da die Bilder genug emotionen mitgebracht haben. Die Schauspielerische Leistung von Garfield ist einfach Weltklasse genau so wie in Hacksaw Ridge. Was ein manko sein könnte, ist die Länge des Films, jedoch ich persönlich kein Problem damit hatte. Alles in allem kein Perfekter Film, jedoch ein kleines Meisterwerk da er mir wirklich sehr gut gefallen hat.

      • 6 .5

        Guter Film, zieht sich aber ganz schön.

        • 4
          RoboMaus 08.11.2017, 22:38 Geändert 09.11.2017, 09:21

          Wer auch immer 'Silence' (2016) finanziert hat (Scorsese selbst?), hat wohl von vorneherein einen Verlust von etwa 40 Mio.$ einkalkuliert. Oder würde jemand ernsthaft erwarten, ein größeres Publikum zu einem der langatmigsten Filme überhaupt, auf markerschütternde zweieinhalb Stunden (ohne Abspann) in das Kino zu holen? Dieser Film kann wegen seiner extremen Anforderungen an die Sehgewohnheiten nur ein Nischenprodukt für eine konkrete Schicht von Leuten sein, was sich an den Kassen bestätigt hat.

          Das ist eigentlich schade, denn 'Silence' ist beileibe kein schlechter Film. Im Gegenteil - er baut von Anfang an eine einnehmende, authentische Atmosphäre auf, worin sich langsam eine Handlung mit greifbaren und sehr aussagekräftigen Inhalten entfaltet. Es dreht sich um die Aufrechterhaltung des bedrohten Christentums im Japan des 17. Jh., als Japan sich entschloss, die Christen im Land auszumerzen. Vor allem in der ersten Hälfte schwingt die ständige Bedrohung mit, unter der die frühen Christen Japans leben, danach ist es das offene Ins-Auge-Sehen einer Macht, von der es kein Entkommen gibt, die zelebrierte Folter zur Abschreckung einsetzt.

          Der Film ist inhaltlich interessant und intensiv, aber auch extrem langatmig, wobei die karge Handlung nur zäh, mit zunehmender Laufzeit immer zäher vorankommt. Das fühlt sich beinahe an wie eine Bestrafung des weniger geneigten Zuschauers - es fehlen nur noch die Stromstöße im Kinositz beim Einnicken. Damit disqualifiziert sich 'Silence' allein schon durch seine Form als Werk, das für ein breites Publikum zugänglich wäre.

          Vielleicht versteht Scorsese nicht, dass die meisten Leute nicht die nötige Fähigkeit zur von ihm verlangten Aufmerksamkeit besitzen, und allein deshalb diesem Film nicht beiwohnen können, ohne unruhig zu werden oder sich anderweitig zu beschäftigen. Vielleicht. Wahrscheinlich schert es ihn jedoch einen Dreck, genau wie die 40 Mio.$, die er damit in völliger Vorhersehbarkeit in den Sand gesetzt hat.

          Für mich als prophanen Filmkonsumenten ist der Film von seiner Form her vollkommen inakzeptabel, de facto das, was einen Anti-Film repräsentiert (0 Punkte). Andererseits respektiere ich die Intensität der Inhalte und die beeindruckende Atmosphäre (8 Punkte). Unter dem Strich bleibt ein uninteressanter Film (4 Punkte) und, vom Unterhaltungswert her, das Gefühl von Zeitverschwendung.

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          • 6 .5

            In opulenten, kraftvollen Bildern zeigt Scorsese die Christenverfolgung im Mittelalter in Japan. in diesem manchmal etwas zähen Handlungsablauf werden
            Christen öffentlich geköpft, verbrannt und ertränkt. Es stellt sich für den Zuschauer
            die Frage, ob Missionierungen um jeden Preis legitim waren.

            • 8 .5
              Daggiolone 03.11.2017, 07:33 Geändert 03.11.2017, 07:40

              Ich behaupte mal, dass es sich bei Silence um den besten je gedrehten Bibelfilm handelt. Oder zumindest um den einzigen der mich erreichen konnte. Das Leben des Brian klammere ich dabei bewusst aus, auch wenn er rein formal betrachtet zur gleichen Kategorie gehört.
              Die Geschichte von Jesus wird zwar nicht originalgetreu nacherzählt, schwingt aber ununterbrochen mit. An einer bestimmten Stelle leider sogar zu sehr. Durch die ungewöhnliche Verlagerung von Raum und Zeit gelingt Scorsese jedoch etwas wundervolles. Die Figuren werden wieder menschlich, und besonders für den bibelkritischen Zuschauer wie mich zu Projektionsflächen in welche man sich wunderbar hineinversetzen kann. Was heisst es eigentlich zu glauben? Diese Frage ist in Silence wohl die zentralste. Wie stark kann der Glaube sein, damit er einem weiterhin Hoffnung gibt? Die Werte die das Christentum lehrt, werden hier ohne Pathos auch mir vermittelt, indem der Film durchaus zwischen christlicher und kirchlicher Lehre differenziert. Der Glaube an Dogmen oder an Symbolen wird subtil in Frage gestellt, vor allem wenn diesen mehr Bedeutung geschenkt wird als den tödlichen Konsequenzen. Wenn nicht mehr klar erkannt werden kann, dass der Glauben indirekt zu furchtbarem Leid führt. Kann man somit ein stark gläubiger Christ sein auch ohne den ritualen der Kirche zu folgen? Wenn der Film diese Frage offen gelassen hätte, wäre ein Punkt mehr bei meiner Bewertung drinnen gewesen. Aber die Schlusseinstellung beraubt den Zuschauer leider jeder Interpretationsmöglichkeit. Ein Scorsese sollte es besser wissen wie Filme funktionieren, war aber wohl der Meinung am Ende doch noch ein klares Statement setzen zu müssen. Vermutlich damit Gläubige sich nicht auf den Schlips getreten fühlen. Jemandem wie mir dagegen, nimmt er die Möglichkeit mir selbst Gedanken zu machen, und mein Weltbild zu überprüfen, das durch diesen Film leichte Schwingungen erfahren hat. Letzten Endes fällt aber auch Scorsese den von ihm selbst kritisierten Dogmen zum Opfer.
              Alles in allem bleibt Silence aber ein äußerst sehenswerter Film. Da mal was wirklich anderes.

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              • 7

                Silence von Scorsese ist kaum oder nur schwer zu beschreiben . Das positive an diesem Film sind sein langsames der Story dienliches und für die Geschichte absolut notwendiges langsames Erzähltempo . Seine großartigen Bilder und die Tatsache das er keine klaren Rollen verteilt mit gut und böse . Kein schwarz und weiß . In den Szenen in denen sich der Priester und sein japanischer Gegenspieler gegenüber sitzen und ruhig und sachlich Fragen diskutieren wie ob das was in Europa richtig ist auch in Japan richtig sein kann und ob es eine universelle Wahrheit gibt ,zeigt der Film seine ganze klasse . Und regt zum nachdenken an .Trotz einiger schwächen und längen ein sehenswerter Film .

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                • 5 .5

                  Ein langer Historienfilm vom großen Regisseur M. Scorsese.
                  Die Schiffsreise von Portugal nach Japan dauert im Film ca. 20 Sekunden; schade. Im Jahr 1640 war das sicherlich allein schon ein langes und aufreibendes Abenteuer.......
                  Für diesen Film muss man sich Zeit nehmen zum Abschalten, um sich auf die spezielle langsame Erzählung einzulassen.
                  Es wird aufgezeigt welche Bedeutung zu dieser Zeit der Glauben für einige Menschen hatte. Sie gaben sogar ihr Leben dafür.
                  Und ach wie toll die dunkle Original-Stimme des japanischen Inquisitors. (typisch wie aus Shogun)
                  Der Film zeigt keinerlei Ablenkung vom Hauptthema "christl. Glauben" und deren Verfolgung in Japan. Nix anderes. Kaum action.
                  Das mag natürlich oberflächlich betrachtet vielen nicht so schmecken, aber es ist wohl so gewollt.
                  Dieser Film wird wohl daher selten 2 x angesehen......
                  ....... da auch das Ende recht beschaulich bleibt.

                  • 6 .5

                    Für eine Empfehlung hat der Film sich für mich dann doch ein bisschen zu sehr gezogen. Technisch gibt es nicht viel auszusetzen, aber er war mir einfach zu langatmig.

                    • 8 .5

                      Überwältigendes Kraftakt-Kino, das mühelos zur penetranten Metapher-Bibelstunde oder – noch schlimmer – eine verleugnende Legimitation von europäischen Kolonialismus im Namen des Herren hätte werden könne. Stattdessen gelingt Martin Scorsese ein ernsthafter, aus den jeweiligen Standpunkten grausam-logischer Diskurs über Macht, Kraft, Zweckhaftigkeit und gleichzeitige Gefahr von Religion und Glauben, ohne ein unabdingbares Bild von gut oder böse, richtig oder falsch anzubieten. Ein qualvoller Konflikt zwischen spiritueller, mentaler Standhaftigkeit und ganz praktischer (Un)Menschlichkeit, der sehr interessante Fragen stellt, ohne sie ganz eindeutig zu beantworten. Sich nicht anmaßt, sie beantworten zu können. Das genau macht den Unterschied aus zu so manchen, belehrenden Zeigefinger-Filmen, die dadurch mindestens einen unangenehmen Beigeschmack mit sich bringen. Oft sogar mehr als das. „Silence“ ist ein Film von einem gläubigen, weltoffenen Christen, der trotzdem nie die Augen vor der Realität verschlossen hat und selbst mehr als einmal mit seinem Glauben gehadert hat. Ein sehr persönlicher Scorsese, vielleicht der Persönlichste bisher, obwohl man das zunächst nicht vermuten mag. Ein gewaltiges und gewalttätiges Erlebnis, kaum in passenden Worten zu beschreiben.

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                      • 3 .5

                        Ein quälend langatmiges und zähes Werk mit durchschnittlichem Cast, aus dem nur Liam Neeson hervorsticht. Andrew Garfield ist, wie in all seinen Rollen, dazu noch äußerst unsympatisch. Nicht einmal die Bilder oder die Atmosphäre des Films können überzeugen. Hinzu kommt ein überzogen religiöser Touch. Es ist unerträglich all den religiösen Fanatikern mit ihrem überzogen religiösen Gebaren zuzusehen. Lachhaft wie die japanischen Dorfbewohner am Anfang des Films nach einer Beichtmöglichkeit bei den beiden Mönchen gieren, als wenn ihr Leben davon abhinge oder sich die Mönche lieber mit kochendem Quellwasser verbrühen lassen, anstatt einfach ihrem Gott abzuschwören. Der ganze Film ist widerlich durchtränkt mit Religiosität und auch deshalb beinahe unansehbar. Der Film reiht sich zudem ein in die zahllosen unterdurchschnittlichen Filmgurken vom jeher stark überschätzen Scorcese. Shutter Island, Hugo, Gangs of New York und selbst Wolf of Wall Street, Good Fellas oder Taxi Driver. Gehypte "Meisterwerke". Nur Departet konnte bislang wirklich überzeugen.

                        • 7

                          "(...) Der im September [2017] verstorbene Heiner Geißler war selbst in jungen Jahren Jesuit, der mit der Zeit angesichts des Leidens in der Welt hinsichtlich Gott zweifelte. Und ähnlich wie Nietzsche realisierte: ,Millionen Menschen können das jetzige Leben nur in der Hoffnung auf ein besseres Leben ertragen.' Für Geißler reichte die ,Sehnsucht nach der Sehnsucht, glauben zu können', um sich noch als Christ zu identifizieren. In gewisser Weise handelt auch Silence von dieser Sehnsucht nach der Sehnsucht des Glaubens. Mit seinem Passions-Projekt gelang [Martin] Scorsese sein bester Film in diesem Jahrhundert."

                          • 6
                            Harvejurco 06.10.2017, 17:58 Geändert 07.10.2017, 19:20

                            Geduld braucht man. Antworten (bzw. Antwortmöglichkeiten) bekommt man zu wenige. Handwerklich 1. Liga, wie bei einem Film von Scorsese erwartet. "Historienfilm" ist in der Beschreibung ernst gemeint.

                            • 5 .5
                              denratten 06.10.2017, 17:36 Geändert 06.10.2017, 20:08

                              Das mittelalterliche Japan wird anschaulich dargestellt, und es geht um ein Thema, von dem ich noch nie vorhergehört hatte, die Missionierung in Japan. Das ist alles recht hübsch gemacht, mit guten Schauspielern und epischer Länge.

                              Die politischen Hintergründe werden leider ausgeblendet, irgendeine Message des Films wurde mir auch nicht bewusst.
                              Interessant fand ich die Parallelen zur christlichen Inquisition, die ja bekanntlich auch nicht weniger zimperlich gewesen ist.

                              Das Christentum setzt sich bei der Mission als Religion des kleinen Mannes in Szene, über die weltliche Macht der Kirche fällt kein Wort.
                              Mir persönlich ist Religion völlig schnuppe, jeder soll glauben, was er will, solange er keinem anderen auf die Füße tritt.

                              hier ein link mit wesentlich interessanteren Informationen, als sie der Film liefert!
                              http://www.g-geschichte.de/plus/christenverfolgung-in-japan/

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                                GlorreicherHalunke 03.10.2017, 21:08 Geändert 03.10.2017, 21:09

                                Scorseses Glaubensdrama in 3 zähen Stunden.
                                Due Botschaft des Chriszentums wird nicht einmal erklärt. Auch wurd nicht darauf eingegangen, warum die Japaner scheinbar nicht zu missionieren sind und warum das Christentum verfolgt wird.

                                Dies lässt den Film leichter als Metapher auf jegliche Weltanschauungen funktionieren.
                                Eindrucksvolle Bilder liefert Scorsese sowieso immer.

                                Isr aber aus meiner Sicht nicht das erwartete Meisterwerk, aber wenigstens nicht so sperrig wie Kundun.

                                Mit meinen Schmardfon gedibbd.

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                                  sachsenkrieger 02.10.2017, 22:49 Geändert 02.10.2017, 22:50


                                  "Der Film feierte seine Premiere am 29. November 2016 in der Vatikanstadt. Dabei wurde Scorsese im Apostolischen Palast von Papst Franziskus empfangen. Zur Premiere lud Scorsese rund 300 Mitglieder des Jesuitenordens ein"

                                  SILENCE ist nicht nur unheimlich still, sondern noch viel unheimlich länger, unheimlich langatmiger, fast schon unheimlich langweilig. Mag sein, das Martin Scorsese hier viel Altersweisheit ins Spiel bringt, mag aber auch sein, das der einst gefallene Sohn, sich damit seinen Weg in die christliche Gemeinschaft zurückgefilmt hat. Funktioniert vielleicht als reiner Historienfilm, wenn da nicht immer wieder diese fast schon in peinlicher Weise christlich angehauchten Spekulationen eingebaut wären. Leider einschläfernd für den Agnostiker...

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                                  • 9 .5

                                    Silence ist keinesfalls grandios: Aber das ist der beste Film seit längerem und ich mag solch atmosphärische Filme die mir eine total neue Kultur zeigen. Nicht die japanische, sondern die der Christen in Japan. War echt was ganz ganz Neues für mich. Außerdem liebe ich solch epochal lange Filme. Silence hatte glaub 160 min.
                                    Warum also nicht mal wieder 10 Punkte für einen sehr gelungenen Film geben, der mich fast 3 Stunden unterhalten, gefesselt und mir auchnoch etwas beigebracht hat?!

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                                    • 7 .5
                                      Andron 30.09.2017, 02:14 Geändert 30.09.2017, 02:34

                                      Durchaus als großartig zu bezeichnen, wenn man genügend Zeit und Sitzfleisch erübrigt sich auf den langatmigen und schon fast meditativen Streifen einzulassen!

                                      Die Thematik (falls man noch des eigenen Denkens mächtig ist, auch mal um die Ecke denkt und sich ein paar Grundsatzfragen über das warum/wieso/weshalb stellt) brandaktuell, damals wie heute....

                                      PS: Einmal ansehen reicht aufgrund der Laufzeit. Liam Neeson empfand ich bei seinem kurzem Auftritt als beinahe überfordert, meines Erachtens nicht die Idealbesetzung. Das restliche Esembel kann überzeugen.

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                                      • 5 .5

                                        Ich hab schon gedacht der endet nie. Silence ist so unglaublich einfach gestrickt, da es 162 Minuten nur um die Frage geht: "Bekenne ich mich zu meinem Glauben an eine imaginäre Person, oder nicht?" Aber eines hat mich der Film gelehrt, auch hunderte Jahre später, steht die Menschheit noch genau vor derselben Frage, bzw. gibt es noch genug Leute, die genau an dieselben imaginären Dinge glauben. 5.5 Punkte, da man den auch in 5 Minuten hätte abdrehen können.

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                                        • 9

                                          Haut Scorsese mal wieder so locker ein Meisterwerk raus. Driver und noch besser Garfield überzeugenden in diesem tief bewegenden Drama um 2 Jesuitenpriester im Japan des 1600 Jhrd. Einfach Scorsese, weil halt all seine Filme Juwelen sind.

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                                            Der Trailer verspricht großes doch der Film ist zäh, langatmig langweilend und furchtbar banal. Selbst die Bilder, Scorsese untypisch, wirken überhaupt nicht.

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                                            • 9
                                              SpiceWeasel 20.09.2017, 13:25 Geändert 21.09.2017, 11:15

                                              Zwei Jesuiten Priester (großartig gespielt von Andrew Garfield und dem beeindruckend abgemagerten Adam Driver) begeben sich ins für Außenseiter feindselige Japan des 16 Jahrhunderts um Ihren anscheinend abtrünnigen Lehrmeister zu finden und um das Christentum weiter zu verbreiten.

                                              „It's too dangerous!”
                                              “We asked for this mission.”

                                              Wieviel würdest für deinen Glauben geben?
                                              Oder wie weit für den Glauben deiner Schutzbefohlenen gehen?
                                              Wieviel Opfer sind genug, wie viele Märtyrer kann man mit sich vereinbaren oder seiner Umgebung zumuten ohne alles für das man steht zu verraten?
                                              Was bedeutet Glaube wirklich für einen selbst?
                                              Wann sollte man sich geschlagen geben?

                                              In Silence werden viele große Fragen gestellt, beantwortet werden diese jedoch meistens mit der titelgebenden „Stille“, was es unsere Hauptfigur sehr schwer macht und uns selbst mehr Raum zur Interpretation lässt.

                                              “I pray but I am lost. Am I just praying to silence?”

                                              Fernab von dem Scorsese üblichen stakkato Schnittgewitter seiner alten Werke ist der Meister hier mit dem Herzen und ruhiger Hand gewillt seinem Herzensprojekt die gebührende tiefe und ruhe zu verleihen, was ihm überwältigend gut gelingt in Traumhaft schönen Bildern.

                                              “Surely God heard their prayers as they died. But did he hear their screams?”

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                                                „Silence“ ist mitreißend, eindringlich und fordernd. Über geschlagene 160 Minuten wird ein überzeugter Christ von seinem Glauben geleitet, anfangs voller Zuversicht und Entschlossenheit, am Ende ein Symbol der Niederlage der globalen Mission des Christentums. Hierbei perfekt verkörpert von Andrew Garfield, der sich zu einem beachtlichen Schauspieler hochgearbeitet hat.
                                                Nicht jedes Volk nimmt die Lehren der heiligen Schrift an. Konnten dies die Europäer den technologisch rückständigen Völker des amerikanischen Kontinents noch notgedrungen einprügeln, sehen sich die expandierenden Mächte (speziell Portugal) in Asien einer ebenbürtigen Kultur gegenübergestellt. Nicht ohne Grund bestand Portugals Expansionspolitik im 16./17. Jahrhundert überwiegend aus Stützpunktkolonien. Aber die Wahrheit findet vielleicht trotzdem ihren Weg, schafften es die Jesuiten trotz allem in Japan tausende Leute vom Christentum zu überzeugen. Vor allem das niedere Volk ist rasch begeistert, so spendet der Glaube gerade den armen Menschen Trost. Die Japaner reagierten (wie einst die Römer) mit Folter und Verfolgung, um das Aussterben der alten Kulte zu verhindern. Japan hat seine eigene Religion. Die Jesuitenpriester sind verzweifelt am Lehren und sind dabei selbst nicht in der Lage Lehre zu empfangen.
                                                So ist „Silence“ aber vor allem ein Film über Identität und der Herausforderung über Jahre hinweg Geglaubtes anzuzweifeln. Mut beweist der Film (bzw. die Vorlage), indem nicht nur beide Standpunkte gut ausgearbeitet werden, sondern auch, dass dem Christentum kein Sieg gegönnt wird. Nun ja, die Historie gibt das nun mal auch nicht her. Nachdem das Christentum Jahrhunderte lang belehrte, musste es in Japan feststellen selbst belehrt zu werden.

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                                                  In seinem fantastisch bebilderten Langzeitprojekt „Silence“ nimmt uns Martin Scorsese mit ins alte Japan und zeigt den grausamen Umgang mit den Christen zu dieser Zeit. Das ist jedoch keine eindeutige Verdammung des fernöstlichen Landes, sondern fordert eher dazu auf, sich mit dem eigenen Glauben auseinanderzusetzen. Dafür braucht es viel Geduld, der überlange Film genießt die Meditation und die Stille, wenn gerade nicht gefoltert wird.

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                                                    Marty_NB 13.09.2017, 14:12 Geändert 16.09.2017, 17:04

                                                    Da kaum ein Kino in meiner Nähe es für nötig gehalten hat Silence zu zeigen, musste ich bis zum Blu Ray release warten um den neusten Film meines Lieblingsregisseurs Martin Scorsese zu sehen.
                                                    Aber das Warten hat sich durchaus gelohnt, denn auch wenn dies nicht sein bester Film ist, schlechte Filme macht dieser Mann nicht, auch wenn Silence viele Menschen wahrscheinlich nicht ansprechen wird. Es ist nunmal ein 2,5 Stündiges Glaubensdrama.
                                                    Aber eins vorweg, dieser Film sieht unfassbar gut aus. Die Kameraarbeit ist herausragend und man könnte ich jeder Sekunde des Films auf Pause drücken und sich das Bild an die Wand hängen. Optisch hat mich der Film umgehauen.
                                                    Auch die Schauspieler überzeugen auf ganzer Linie. Andrew Garfield ist verdammt stark und sehr gefreut hab ich mich auch über Liam Neeson. Dieser hat zwar veergleichsweise eher eine kleinere Rolle, aber besonders am Anfang hat er so viele Emotionen in seinem Gesicht ausgestrahlt, dass ich einfach hoffe, ihn wieder öfters in Filmen fernab vom Actiongenre zu sehen.
                                                    Die Geschichte ist wie gesagt schwierig, aber ich empfande sie nie als schleppend. Ja Silence ist ein sehr langsamer, ruhiger Film, der oft Bilder anstatt Worte sprechen lässt, aber diese Bilder sind so monumental, dass ich persönlich davon einfach mitgerissen wurde. Dies hat mich ein bisschen an The Revenant erinnert.
                                                    Mir wurde trotz der Lauflänge nie langweilig, da man sofort in die Geschichte hineingeworfen wird und ich zu jedem Zeitpunkt wissen wollte wie es weiter geht.
                                                    Dass bei vielen dies anders sein wird, ist aber durchaus verständlich. Denn eines muss man auch sagen, Silence ist bei weitem kein perfekter Film. Die Story ist im Endeffekt recht gradlinig und weist keine großen Überraschungen auf. Der Film versucht sich auf die Verfolgung der Christen und die Glaubenskriese unseres Hauptcharakers zu konzentrieren und bleibt heirdurch darüberhinaus ein bisschen oberflächlich. Denn auch über die Charaktere weiß man nach 2,5 Stundne Film eigentlich nicht mehr als am Anfang. Hierdurch fehlt letzendlich die emotionale Bindung zu diesen und das Leiden von Andrew Garfield und die wirklich krassen und brutalen Folterszenen sind zwar beeindruckend anzushen, nehmen einen aber ganz am Ende nicht wirklich mit.
                                                    Im letzten Viertel, trifft der Film dann einige mutigen entscheiden, die Raum zum interpretieren übrig lassen. Auch dies wird nicht jedermanns Sache sein und jeder muss am Ende selbst entscheiden, welche Botschaft er aus dem Film mitnimmt.
                                                    Aber dennoch hat mir der Film letzendlich sehr gut gefallen. Es gibt einfach nicht viele Regisseure wie Scorsese, die in der Lage sind, so einen großen Film zu machen. Denn trotz der fehlenden emotionalen Bindung ist die Geschichte sehr intensiv und wie gesagt, die Bilder eine Wucht.
                                                    Man merkt, dass dies der Herzensfilm von Scorsese war, man bekommt aber auch das Gefühl, dass Silence mehr für ihn persönlich ist, als für den Kinobesucher.

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