Sicario - Kritik

Sicario

US · 2015 · Laufzeit 122 Minuten · FSK 16 · Thriller, Drama, Kriminalfilm, Actionfilm · Kinostart
Du
  • 9

    Geht noch ein Punkt hoch nach der Zweitsichtung, Denis hat es einfach drauf und mit Deakins zusammen gibt es einfach atemberaubende Bilder zu sehen.
    Die UHD-Blu-ray ist übrigens Referenzmaterial.

    • 8 .5

      Gut gespielt, actionreich und kurzweilig.
      Diese Scheiß-CIA.
      Unser Geheimdienst ist übrigens auch gut dabei, siehe die NSU-Affäre oder das hier: http://www.presseportal.de/pm/51580/3765934

      • 7

        Atemberaubende Bilder und ein erdrückendes Kriegsszenario zeigen einen düsteren Blick auf die Drogenpolitik. Die Perspektive aus der Sicht eines nebensächlichen mexikanischen Polizisten gehört zum kleinen Höhepunkt des Films. Die Hauptdarstellerin agiert jedoch nur als beobachterin und hat leider keine wirkliche Funktion.

        • 7 .5
          dwaddy 30.09.2017, 23:40 Geändert 30.09.2017, 23:41

          Anfangs ein bisschen sperrig inszeniert, aber im Verlauf durch recht fesselnd steht hier nicht die Action, sondern eher die moralische Verrohung der Fahnder im Vordergrund, die im täglichen Kampf mit den Drogenkartellen jeglichen Bezug zum Gesetz verlieren. Tolle Besetzung, sehr karge, aber passende Inszenierung und klasse Settings (gerade auf mexikanischer Seite) runden den Film ab. Für mich kein Meisterwerk, aber ein solider, fesselnder Thriller jenseits der ausgetretenen Pfade, der sich so wohltuend von der Masse absetzt.

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          • Ey! Was für eine Stimmung, was für eine Anspannung, was für ein Nervenkitzel! In Villeneuve we trust! Hype-Level für das Blade-Runner-Sequel stieg mit dieser Sichtung auf 2049.

            • 7

              Dieser Film wird glaub ich gerne etwas höher gespielt als er gehört. Und es ist natürlich mal ein Fall in dem man einen Actionreichen Film auf Oscarniveau reden kann. Und ich kann verstehen warum man da so macht, kann nur meine eigene Meinung zum Film nicht so sagenhaft hoch ansetzen. Der größte Pluspunkt ist für mich die scheußliche Atmosphäre die eigentlich nur durch den Soundtrack und die Bilder erzeugt wird: man sieht immer wieder ausgewaschene und häßliche Wüstenbilder und hat dazu die atmosphärische Musik die eine permanente Stimmung der Bedrohung liefern. Handlungstechnisch ist der Film gleichermaßen schlicht wie wohl glaubhaft realistisch: man sieht einfach eine junge Polizistin die an diversen Einsätzen teilnimmt und sieht durch ihre Augen den blutigen Wahnsinn des Drogenkriegs. Eigentlich reiht der Film nur einige Einsätze aneinander bevor es dann im letzten Drittel zu einem blutigen Amoklauf und einem extrem krassen Schlußszenario kommt. Das kann man nicht als reinen Actionfilm ansehen, es ist schon auf einem ganz besonderen Level – aber eben auch nicht das weltbewegende Highlight daß man vor den Oscars draus machen wollte.

              Fazit: Blut und bleitriefender Thriller mit fiebriger Atmopshäre

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              • 9

                Thriller Nights von Filmfreund! (ʘ_ʘ') 
                Film: Sicario

                Hier wird durch die Geschichten der Protagonisten fast schon beängstigend realistisch der entmenschlichende Effekt eines Drogenkrieges aufgezeigt, der "gut & böse" nicht gegenüberstellt sondern miteinander vermischt.
                Der Film zieht einen in seinen Sog aus Gewalt, dekonstruiert Ambitionen und veranschaulicht mit Bravour einen Verfall der Moralität.

                Villeneuve stellt ein weiteres mal unter Beweis, dass er sein Handwerk mehr als nur beherrscht und schafft mit Sicario einen dreckigen und spannenden Thriller und einen der stärksten Filme 2015.

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                • 8

                  Kate meldet sich freiwillig für eine Sondereinheit, die Drogenkartelle mit ihren eigenen Mitteln bekämpft. Die gesetzestreue Kate hat zunehmend Probleme mit der Vorgehensweise .
                  Brillant besetzter, sehr brutaler Thriller. Hervorragend fotografiert und mit minimalistischen, aber sehr effektiven Score.

                  • 9

                    Eher selten, dass ein Film von Beginn an paralysiert, einen der Gegenwart entzieht und vollig in die betrachtende Filmwelt eintauchen läßt. Sicario ist dies spielend gelungen. Über den Score, der gerade genug bedrohlich ist ohne aufdringlich zu sein - über die Settings, selten hat ein Bild des kommendes Stadt-Szenarios soviel vorausahnen lassen. Das Schauspiel mit Blunt/Del Toro/Brolin absolut herausragend. Und zuallerletzt, fügt sich die Geschichte passend in ein packendes und harmonisches Gesamtwerk ein

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                    • 8 .5

                      melancholie rache gewalt
                      perfekt inszeniert und super gespielt.
                      tolle kameraarbeit
                      superspannend. kommt auf die ewige immer-wieder-sehen-liste

                      • 10

                        Knallharter Thriller mit sehr guter Story und einem überragenden Cast. Top!

                        • 6 .5

                          Ich verstehe nicht so ganz, warum dieser Film hier teilweise so in den Himmel gelobt wird. Für mich war "Sicario" durchschnittliche Thriller-Kost. Eine interessante Thematik, die man aber so oder so ähnlich auch schon in zig anderen Filmen finden konnte. Kann man sich ruhig mal angucken, aber eben auch nichts besonderes. Außerdem halte ich Emily Blunt nicht für eine übermäßig talentierte Schauspielerin. Über weite Teile des Films starrt sie einfach ohne Ausdruck vor sich hin, da hätte man teilweise schon mehr rausholen müssen.

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                          • 7 .5

                            Der Film hat eine ruhige Erzählweise, die aber sobald etwas Action eintritt mit voller Wucht in den roten Bereich ausschlägt.
                            Regiesseur Villeneuve zeigt aufwühlende Bilder mit einem starken Soundtrack der die Eindrücke noch verstärkt.
                            Blunt, del Toro und Brolin spielen groß auf.

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                            • 7

                              Die Story ist etwas kryptisch vor allem am Anfang. Da tappen sowohl Zuschauer als auch Hauptdarstellerin Kate (Emily Blunt) lange Zeit im Dunkeln. Und die sollte ja auch nur auftragsgemäß zuschauen und etwas lernen. Als einzige Frau unter coolen Helden fällt es ihr schwer tough zu sein. Dabei zuckt sie schon zusammen, wenn es knallt.
                              Allein dem überragenden Benicio del Torro als Alejandro, der zwielichtig und latent gewaltbereit so sein scheint, ist es zu verdanken, dass wir dran bleiben. Man ahnt es geht um Drogen, um Schmuggel durch einen Tunnel und um Geldwäsche. Selbst mit Nachtsichtgerät blicken wir nicht ganz durch. Wieso Kate fast mit ihrem Auftragskiller geschlafen hätte bevor Alejandro ihn ins Jenseits schickt, trägt lediglich zur Unterhaltung bei, sonst nichts. Auch wenn sich Kate hier mal richtig prügeln muss, bevor sie fast erwürgt wird. Da lockert Josh Brolin als gefühlloser Söldner Matt schon eher den unverständlichen Plot etwas gekonnt auf.
                              Erst ganz am Ende und völlig überraschend wird es bestialisch brutal. Alejandro hat mit dem Drogenboss Alarcón noch eine Rechnung offen. Fast beiläufig erzählt er ihm beim Abendessen, wieso er ihn und seine Familie töten wird.
                              Kate soll das Protokoll unterschreiben, dass da alles legal zugegangen war. Klar, dass es mit Alejandro noch mal ganz kurz sauspannend wird. Für Kate bleiben nur die Tränen, falls sie den Suizid ablehnen sollte.
                              Alejandro rät Kate in eine ruhige Kleinstadt zu ziehen – was die Zuschauer auch unterschreiben könnten -, denn ‘das hier ist das Land der Wölfe. Kate ist kein Wolf!‘
                              Er wendet ihr seinen Rücken zu und geht…
                              Nein Emily Blunt war überzeugender als Lachsfischerin im Jemen, das Mädchen im Zug oder die junge Queen Victoria.
                              Überdehnte Unklarheiten ergeben neben einem blutigen Ratz-Fatz Schluss eine nicht sehr einleuchtende Story. Nicht glatt durchkomponiert.

                              • 7

                                Erstes Mal gesehen mit 6 bewertet, beim zweiten Mal mit 7.

                                Bei Villeneuve bin ich sehr zwiespältig, entweder gefallen mir seine Filme ("Prisoners", "Arrival") oder sie gefallen mir garnicht ("Enemy"). Bei Sicario war es am Anfang etwas dazwischen. Vorallem der Anfang gefiel mir sehr gut. Das Highlight dieses Films ist meines Erachtens die Szene auf dem Highway: einfach grandios & realistisch! Jedoch wird es ab da an durchschnittlich und sicario verliert irgendwie seinen erdrückenden & bedrohlichen Flair.
                                Sicario bietet jedoch noch mehr positives. Del Toro und Brolin brillieren mMn und lassen Blunt (trotz ordentlicher Leistung) alt aussehen. Des Weiteren mochte ich den Soundtrack, sowie die sehr gute Kameraführung (+ starke Bilder).

                                Vielleicht gefällt er mir beim 3ten Mal noch besser :)

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                                • 8

                                  Harter hochspannender Drogenthriller der mir gefallen hat..alles dabei Blut,Blei und der Tod von Idealen.

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                                  • 6

                                    Spannender Geschichte, aber ich konnte der Hauptfigur nicht wirklich folgen. (Spoiler): als Zuschauer ist einem recht bald klar, dass die Spezialtruppe gegen jede Regel kämpfen muss, um den schmutzigen Kampf der Drogenkartelle zu bestehen. Und man kennt ja die Prämisse: eine idealistische, aber noch unerfahrene Kollegin wird zum Einsatz geschickt und muss lernen, dass es da draußen eben nicht nach den Regeln geht. - Aber nein, das lernt sie nicht. Bis zum Ende kämpft sie verzweifelt gegen ihre Kollegen, wo man als Zuschauer längst auf der Seite der Truppe ist. Im Showdown ist sie ja noch nicht mal vor Ort - weil sie keine Rolle spielt - weil sie eben nur Zuschauerin ist. Und genau hier liegt das Problem der Dramaturgie: die Hauptfigur ist nur Zuschauerin. Das mag anfangs noch spannend, denn man folgt ihr eine Welt, ohne die Zusammenhänge zu verstehen. Aber je länger der Film läuft und je mehr die Truppe aktiv wird, desto mehr nervt sie mich, weil sie eben nur passive Zuschauerin ist, die nebenher ständig auf Recht und Ordnung pocht.

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                                    • 9

                                      Wow.... was für ein Trip...
                                      1. unglaublich dichte Atmosphäre,
                                      2. extrem authentisch,
                                      3. super Schauspieler, durch die Bank... auch die Nebendarsteller, wobei natürlich die drei Hauptcharaktere Blunt, Del Toro und Brolin einfach nur beeindrucken,
                                      4. geile Kameraführung

                                      Unbedingt anschauen.

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                                      • 8 .5

                                        So langsam mausert sich Denis Villeneuve zum Meister aller Klassen. Mit dem kleinen, feinen Twist, dass er sich nicht bloß im Imitieren gängigen Genre-Verständisses versucht. Nein, Villeneuve lässt bei "Sicario" nicht mal eben den Michael Bay raushängen. Er nimmt den Zuschauer mit auf einen schmutzigen Feldzug ins Reich der Drogen-Kartelle. Ohne Macho-Typen, endlos dröge Baller-Gewitter und hübsche Kamera-Spielereien.

                                        Nur weil er plötzlich eine Emily Blunt als toughe Sonder-Ermittlerin inszenieren darf, schmeißt Denis Vielleneuve nicht gleich all seine Stärken über Bord. "Sicario" handelt konzentriert sich deshalb eher schon auf das Opfer, dass einem abverlangt wird, wenn er oder sie die Köpfe der Kokain-Medusa abschlagen will.

                                        Eine Sichtweise ist daher das Porträt von Blunts Protagonstin Kate. Eine Frau in der toughen Männerwelt der SWAT-Teams und heimlicher Eingreif-Truppen. Das ist eine Schilderung ziemlich brutaler Vorgehensweisen und unmenschlicher Gräueltaten auf Seiten der Kartelle. Da legt sich eine Frau nicht nur die Schutzweste an, um Kugeln standzuhalten. Sie rüstet sich auch dafür, einen weiteren Tag im Wolfsrudel zu überstehen.

                                        Andererseits geht es in "Sicario" auch eine Regierung, die gar kein Interesse daran hat, die Flut der Opiate zu stoppen. Nee, es ist doch leichter, einen Deal mit dem Leibhaftigen einzugehen und lieber nur die jeweilige Führungs-Riege auszutauschen. Und auch geht es natürlich um die Titelfigur, den Sicario, der auf seinem Weg zur Rache entschlossen ist, viel Blut zu vergießen.

                                        Und trotzdem überstürzt der Film nichts. Als Drogen-Thriller und Cop-Film lässt sich "Sicario" zu nichts hinreißen. Das Tempo ist spürbar gedrosselt oder eben gnadenlos präzise. Was auch die Möglichkeit bietet, viele Facetten dieses Kriegs gegen die Drogen zu streifen. Von den Internierungs- und Verhör-Methoden der Amerikaner gegenüber ihren südlichen Nachbarn. Bis zur Fahrt durchs mexikanische Höllenloch, wo die aufgeknüpften Leichen so selbstverständlich zum Straßenbild gehören wie Laternen.

                                        Dabei wird sich genug Zeit genommen, auch mal kurzzeitig ins Leben von Menschen zu blicken, die auf ihre Art und Weise mit den Drogen und dem Krieg der Dealer untereinander zu leben gelernt haben. Und die unfairerweise nach ausreichender Vorstellung plötzlich aus dem Cast gestrichen werden.

                                        Es passt schon, dass "Sicario" im Grunde keine Helden kennt. Nur Typen, die sich in einer Art Abhärtungs-Wettbewerb befinden. Gefühle wie Mitleid und Zweifel haben in diesem Reich der Finsternis nichts zu suchen. Womit Denis Villeneuve zeigt, dass er lieber eine tiefgründige Analyse dieses schmutzigen Kampfs vorzulegen, als diese Thematik unter Dauerfeuer und Herumgehetze untergehen zu lassen.

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                                        • Geht es um Drogen, ist Benicio del Toro immer dabei.

                                          • 4

                                            Viel Wind um nix. Die Ansätze sind ja alle ganz schön. Aber dem Film fehlt Tempo und Timing. Viel zu viel leerlauf. Der Film ist sehr in seine zugegeben, schöne Bilder verliebt. Da hätte man locker 40-50 Minuten wegschneiden können ohne Probleme, ohne das was wichtiges gefehlt hätte.

                                            Musste man jeden Auto Kilometer oder per hubschrauber wirklich zeigen?

                                            Die Kunst ist wohl vorher nicht komplett gelangweilt zu sein.

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                                            • 7 .5

                                              Definitiv guter Thriller mit einem Haufen Arschlöchern, welcher die Grenzen zwischen Recht und Unrecht aufhebt.

                                              Man nehme: Eine tolle Kamraführung, mische ein paar Brisen gute Perspektive, unterhebe eine Portion kernige Darsteller, alles vorsichtig verrühren und 122min bei 60 Grad köcheln lassen - et voila!

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                                              • 8
                                                JanCoccotti 03.07.2017, 02:20 Geändert 08.07.2017, 01:32

                                                Stoned im Kino war die Grenzüberquerung fraglos die intensivste und angsteinflößendste Szene meiner Kinogeschichte.

                                                - Silvio als Gegenstück zu Kate und Matt als Gegenstück zu Diaz - sind es nur die Umstände, die sie zum Kartell / Staat kamen ließen?
                                                - Wird Silvios Sohn die Rolle seines Vaters einnehmen? Oder wird er einen moralischen Kompass à la Kate generieren? Womöglich wird er zum nächsten Alejandro. Dass er außerdem Fußball spielt, wobei er mit seinem Team gegen ein anderes spielt könnte auch ein leichtes Foreshadowing seines Einstiegs in diese Welt sein.
                                                - Immer wieder ist die amerikanische Flagge im Frame, wenn Kate eine schwierige (moralische) Entscheidung treffen muss, außerdem scheint es für sie zu Beginn nur richtig und falsch zu geben - schwarz und weiß, so wie die Welt, auf der sie in der Überwachungskamera abgebildet wird.
                                                - Das Licht zu Beginn im Wagen zeigt Kate - das Licht in der schwarzen Masse. Ebenso ist am Anfang noch der Kontrast von ihrer schwarzen Uniform zum beigen Umfeld deutlich - nach und nach wird sie zur Silhouette, die im schwarzen untergeht.
                                                - Zum Schluss dreht Alejandro sich um und steht vor einem hellen Hintergrund, während Kate nun vor einem dunkleren steht: Hat Alejandro etwa die Hoffnung, dass Kate ihren moralischen Kompass beibehält und nicht zu ihm wird?
                                                - Kate ist immer im Ungewissen; was nicht wenig Spannung erzeugt.
                                                - Zweimal zu Beginn tötet Kate, nachdem auf sie geschossen wird. Beim ersten Mal reagiert sie nahezu gelassen, da alles nach Vorschrift läuft. Beim zweiten Mal wird sie ganz aufgelöst, wütend.

                                                CD:
                                                - Ich stehe zu sehr auf das indirekte (reflektierte) Licht im ersten Shot, das Emily Blunt einen matten Look schenkt und jegliche Reflexionen, beispielsweise in den Augen, einspart (Fincherartig).
                                                - Außerdem gefällt mir wie nach ihrem ersten Mord ein rotes Tuch über dem Fenster hängt und ihr somit ein rotes Antlitz schenkt (womöglich weil es der erste Mord war, worauf nicht später noch unnötigerweise eingegangen wird) ohne in eine Refn-artige Surrealität abzudriften.
                                                - Anstatt einer Spiegelung sieht sie im Spiegel ihren Kopf und Oberkörper durch die Beschlagenheit nur nebelig.
                                                - Fluoreszierende Spiegelungen sind ziemlich 90s, aber für eine Behörde passt es wohl. Sonst benutzt man heute natürlicher LEDs.
                                                - Um Benicios Distanz zu den anderen zu verdeutlichen, ist er bei der Exposition klein im Hintergrund hinter dem Flugzeug gehalten, dass ihn in unterschiedlichen Shots deutlich überragt.
                                                - Kommt das Licht nur von einer Seite (nicht vorne), gibt es meist eine Silhouette, zusätzlich auch Reflexionen, wenn man möchte.
                                                - Sich wiederholende Formen sind für Kompositionen und das Auge nicht unangenehm.
                                                - Unterhaltsamer Einführungsshot, wenn Brolin den Waterboardingraum betritt und die Kamera vor ihm und der geöffneten Tür steht.
                                                - Benicio im Vordergrund ist scharf, während der, im Hintergrund die Kamera ausstellende und sich bewegende, außer Fokus agiert. Baut Spannung und Erwartungen auf und gibt eine Impression der Wut auf Benicio.
                                                - Bei der Szene in der Benicio mit den Leuten aus den Bussen spricht, betritt Blunt die stark beleuchtete Halle als eine schwarze Silhouette aus dem dunklen Vordergrund.
                                                - Ihre Jackenfarbe und Hautfarbe sind dem Hintergrundgegenüber nicht unähnlich, und wenn kein Effekt des Tarnens oder Verschmelzens gewünscht ist, schafft man (der Film) es, durch Kontraste im Hintergrund, in diesem Fall Lichtern - die auf Emily scheinen - genug Unterschied zu schaffen um sie herauszustellen.
                                                - "Diffused Lightning" hat im Vergleich zu dem indirekten nicht diesen matten Look und tendiert im Vergleich zu Reflexionen, wenn auch schwächere als direktes.
                                                - Immer wenn ein Vorhang fokussiert ist, ist es die Vorhersehung eines kritischen Moments.
                                                - Für die weltbekannte letzte Szene wird nur das praktische Licht aus der Küche und dessen Reflexionen an der weißen Wand oder in der Küche generell verwendet.
                                                - Wenn durch große Lichtquellen das Gesicht sehr soft wirkt, verliert alles an Definition und Form - was mehr oder minder das Ziel des DPs ist, deshalb sollte man das überdenken und beispielsweise noch von oben eine Lichtquelle hinzufügen.
                                                - Blickt die Kamera nach unten und gibt somit einen recht hohen Horizont, bedeutet es für die darunterstehende Figur (oftmals) eine Unterdrückung - und andersherum.
                                                - Für eine natürliche Belichtung: Schau, wo das natürlich Licht gegenstrahlt und platziere dort eine Lichtquelle.
                                                - "Fresnel Effect (pronounced "fre-nel," the "s" is silent) - the observation that the amount of reflectance you see on a surface depends on the viewing angle. As shown in the renders above, if you look straight down from above at a pool of water, you will not see very much reflected light on the surface of the pool, and can see down through the surface to the bottom of the pool. At a glancing angle (looking with your eye level with the water, from the edge of the water surface), you will see much more specularity and reflections on the water surface, and might not be able to see what's under the water." http://www.3drender.com/glossary/fresneleffect.htm
                                                - Zu viel Licht wirkt so viel schlechter als eine einzige Lichtquelle zu nehmen und dann die Charaktere so zu positionieren, um den Fresnel Effect oder Backlighting maximal auszunutzen.
                                                - Normalerweise gilt: Ist das Licht über der Pupille ist es eine fröhliche Szene - und umgedreht.
                                                - Höhe der Kamera!
                                                - "Typisch" für Roger Deakins ist es anscheinend eine Lichtquelle - oft ein Fenster - zu nehmen, und dann so zu tun als würde nur dieses den Raum/die Szene beleuchten. Reflexionen helfen ohne Zweifel für diesen echten Look, so sehr, dass auch an einer reflektierenden Wand noch ein Spiegel gehangen wird, der das Licht verstärt/verbreitet.
                                                - Die Farbe von der meisten Kleidung ist beige, entzieht sich somit dem eindeutig weißen und schwarzen - passt aber auch perfekt in diese Umwelt.
                                                - Die Hoffnung in Rechtsstaatlichkeit und das Gute wird in blauer Kleidung von Emily und ihrem Partner ausgedrückt, ebenso von Benicio und Josh, allerdings nur in den Büros der Polizei.
                                                Dieses Blau startet in einem sehr dunklen Tone, wird immer heller, bis sie schließlich ihren Glauben an die evidente Gerechtigkeit aufgibt, und die Shirts Grau und endlich ausgewaschenem Grau werden.
                                                - Während sich die Leichen zu Beginn hinter Mauern verstecken, der recht Hohe im Kartell hinter Glaswänden ist schließlich bei der Exekution des Bosses, dieser gänzlich draußen positioniert, was ihn sehr verwundbar, wie ein Opfer, wirken lässt.

                                                - Die Sounds sind einfach nur genial. Mehr als ein Zucken wird provoziert, vom Gunshot zur plötzlich brausenden Dusche.

                                                - Brolin in feiner Manier, der Kaluuya wegen seines Juristendaseins nicht nimmt, dann aber Kate sagt, er hätte sie ihm wegen der Erfahrung vorgezogen.

                                                "What do you want me to say to her?"
                                                "The Truth"
                                                oder
                                                "You did this by the book, right?"
                                                "C'mon. Of course."
                                                Besser könnte sie nicht charakterisiert werden zu Beginn.

                                                - Die formalen Gespräche auf englisch, welche für persönliches auf spanisch wechseln.

                                                - Vor dem Blick durchs Fernglas wird schon langsam zwischen Blunt und dem Soldaten gezoomt, bis plötzlich die Weitsicht am Start ist.

                                                - Diese Verfremdung funktioniert so gut, da sie selbst nach dem Juareztrip sich nicht wirklich anvertraut, sondern nur sagt sie sei in Mexico gewesen und daraufhin als Silhouette mit wummernden Sound geht. Außerdem tauschen sie in der Bar daraufhin auch fast nur Belanglosigkeiten aus.

                                                - Als Kaluuya den Wingman gibt, war es weise die Musik der Konversation für den Zuschauer vorzuziehen.

                                                - Etliche Spiegelungen, egal ob durch Spiegel oder Glas - nicht selten vor einer Exposition, die einen Bestand etwas komplexer zu machen scheint.

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                                                • 7 .5

                                                  Beklemmender Thriller ohne Gut und Böse, dafür mit überzeugenden Schauspielern sowie atmosphärischer Kamera und einem genial bedrohlichen Score.

                                                  Nicht originell, aber größtenteils spannend!

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                                                  • 6

                                                    Denis Villeneuve entführt den Zuschauer in eine sonderbare, fremde und kalte Welt voller Gewalt und kaum erträglicher Brutalität, in der man zwischen Gut und Böse nicht mehr unterscheiden kann. Surrealistisch anmutende Landschaftsaufnahmen und die Langsamkeit nahezu zelebrierende Szenen wechseln mit harten, schnellen Feuergefechten und unerwarteten Schockmomenten. Somit ist Sicario keine leichte Kost...und man stellt sich schon die Frage, was der Film eigentlich will. Will er zeigen, wie trostlos die Welt jenseits der Wohlstandsgrenze ist? Will er uns vorführen, zu welchen Taten der Mensch fähig sein kann, wenn er in einer solchen Welt lebt? Will er uns vor Augen führen, dass der Zweck letztendlich eben doch die Mittel heiligt? Jedermanns Sache ist dieser Film jedenfalls nicht.

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