Sicario - Kritik

Sicario

US · 2015 · Laufzeit 122 Minuten · FSK 16 · Thriller, Drama, Kriminalfilm, Actionfilm · Kinostart
Du
  • 7 .5

    Ein sehr intensiver und spannender Thriller. Ja, er ist brutal, keineswegs überschreitet er aber nach meinem Empfinden hinsichtlich der Darstellung der Gewalt die Grenzen der Geschmacklosigkeit. Die Gewalt ist im Film kein Selbstzweck, sondern ein notwendiger Bestandteil der Handlung. Der Plot spielt im kriminellen und gewalttätigen Milieu der Drogenkartelle an der mexikanischen Grenze, und da ist Gewalt Alltag.

    Mich haben vor allem die düstere und bedrückende Atmosphäre sowie das authentische Setting festgenagelt. Das ist wirklich super inszeniert. Schauspielerisch sind hier Benicio del Toro und Josh Brolin absolut top. Allerdings bin ich der Meinung, dass die attraktive Emily Blunt in diesem Film etwas deplaziert wirkt, was hier auf mp schon zurecht in paar Kommentaren festgestellt wurde. Das liegt aber nach meiner Einschätzung nicht an Emily Blunt, sondern an der unausgereiften und flachen Rolle, die sie im Film spielt. So bewegt sie sich zwischen allen Stühlen, ihre Rolle ist passiv, und man weiß nicht, welche Bedeutung sie für die Handlung eigentlich hat. Ist aber Ansichtssache und hat keinen entscheidenden Einfluss auf meine insgesamt gute Bewertung.

    Fazit: Der Film bietet alles was ein spannender und fesselnder Thriller braucht, und ist absolut sehenswert.

    6
    • 6 .5

      Bildgewaltiger Thriller, der leider etwas Tiefgang vermissen lässt. Benicio del Toro und Josh Brolin zusammen in einem Film... wow. Denkt man jetzt zuerst... leider kann nur del Toro hier punkten, wenn auch nur oberflächlich. Josh Brolin empfand ich als total verschenkt, der kriegt hier leider gar nichts zu tun als Schauspieler. Hätte man locker ersetzen können oder sogar ganz streichen. Was ebenfalls fehlt, ist eine richtige Thriller-Handlung, die mich mitfiebern oder miträtseln lässt. Stattdessen sieht man einfach nur den CIA-Jungs zu. Ganz wie auch Emily Blunt. Die guckt nur zu, und manchmal guckt sie auch dumm aus der Wäsche. Ok, dumm ist sie jetzt ganz sicher nicht, aber die kriegt leider auch nichts zu tun, schade.

      Und da sind wir auch schon beim Hauptproblem des Films angelangt. Optisch sehr eindrucks- und stimmungsvoll, tolle Bilder, klasse Kameraarbeit. Und ein Benicio del Toro, der mit seiner Präsenz sämtliche Aufmerksamkeit auf sich zieht. Aber da kommt nicht viel. Es werden hier ein paar Leute umgelegt, und da auch noch, zwischendurch wird mal hin-und hergefahren und am Ende ist man angesichts der letzten zwei Stunden Laufzeit einfach enttäuscht, weil einem der Film nichts mitgegeben hat. Ich war wirklich etwas frustriert. bin jedoch auf den zweiten Teil gespannt.

      Da gebe ich jetzt auch nicht mehr als 6.5 Punkte. SCHADE! Hätte, wäre, wenn.

      • 4

        Tja, scheinbar versauen Frauen jeden Horror- oder Actionfilm. Die Frage, die ich mir dabei stelle, ist: Liegt es an den Frauen, die sich in den entsprechenden Situationen tatsächlich so dumm, nervtötend, prinzipienlos und feige anstellen würden oder liegt es an den Männern, welche die Frauen falsch und ungerechtfertigt so darstellen? Dies wäre sicherlich eine interessante Diskussion. Leider würde wohl bereits diese bloße Diskussion darüber mit der Moralkeule zerschlagen werden. Aber einer muss dieses Problem doch mal ansprechen, denn das geht uns doch allen gewaltig auf den Sack.

        Unterm Strich bleibt also ein Film mit guten Ansätzen, der in beispielloser Weise durch die Protagonistin und ihre unerträgliche Art zerstört wurde. Natürlich leisten die Cops dort keine saubere Polizeiarbeit. Wer will ihnen das aber bitte auch verübeln. Jeder weiß doch, dass es in Mexiko Städte gibt, wo jede Stunde gemordet wird. Na, selbstverständlich verliert man da irgendwo den Glauben an die Menschheit. Nichtsdestotrotz sind sie hier ganz klar die Guten, die permanent ihr Leben riskieren. Ihre Vorgehensweise empfinde ich als durchaus angebracht, da es dort einfach heißt „Du oder ich“.
        Madame Kate hingegen, welche ja die vollständige Verkommenheit der Kartelle hautnah erfahren musste, macht diesen Cops dann also noch Vorwürfe in Sachen Ethik? Widerlich.

        1
        • 9 .5

          streift zwar nur die realität, aber die währe auch zu hart für den normalo!
          insofern top unterhaltung!

          1
          • 3 .5

            Tolle Bildaufnahmen in einer im Grunde interessanten Story total langweilig umgesetzt.

            3
            • 10

              Spannend, trocken und noch mehr spannend. Volle Punkte.

              • 3

                Ein gut gemachter, harter Drogenthriller, aber - und deswegen auch nur 3 Punkte - ein durch und durch chauvinistischer Film, ja fast schon reaktionär.
                Emily Blunt wird eingeführt als taffe FBI-Agentin, die Türen eintritt und nur kurz mal zuckt, wenn sie im Einsatz einen mexikanischen Entführer erschießt und dabei fast draufgeht, während ihr Kollege sich im Anbetracht der Leichenberge übergeben muss.
                Kaum befindet sie sich aber bei den richtig harten Jungs, darf Emily Blunt nur noch mit großen Augen und entrüsteten Blick zuschauen, wie Männer das regeln.
                Plötzlich ist sie eine jammernde und heulende Moralfackel-Trägerin und wenn es um Infos geht, muss dann sogar ihr Weichei-Kollege die Stimme erheben, damit der Frau auch mal erklärt wird, was die harten Männer so vor haben.
                Zwischendurch wird ihr Aussehen kritisiert (zwischen all den unrasierten Kerlen) und sie wird als Lockvogel missbraucht (nicht schießen, aber mit den Hintern wackeln geht).
                Ganz am Schluss bringt es Benicio del Toro auf den Punkt, welchen Geist der ganze Film atmet: "Sie sollten in irgendeine Kleinstadt ziehen, in der das Gesetz noch was bedeutet. Das hier ist das Land der Wölfe, und Sie sind keine Wölfin." - oder übersetzt: komm Mädchen, geh zurück an den Herd und kriege Kinder.

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                • 8 .5

                  Der Thriller Sicario ist abgründig tief spannend!

                  • 5
                    Telebaum 12.09.2018, 22:01 Geändert 12.09.2018, 22:05

                    SPOILERWARNUNG
                    Oje, was hat uns der gute Villeneuve denn da wieder Lustiges eingebrockt: eine völlig überforderte, dafür aber schöne Heldin, die gegen jede Vernunft und Nachvollziehbarkeit nur deswegen von einer Spezialeinheit mitgeschleppt wird (und die sogar noch jemanden mitschleppen darf), um am Ende eines persönlichen Rachefeldzugs ihre Unterschrift unter ein Papier zu kritzeln - sehr schön. Wenns sonst keinen stört, warum nicht...

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                    • 10

                      Einer der wenigen Filme, die ich weder für eine Zigarette noch für einen Snack unterbrochen habe. Die düstere und trockene Atmosphäre zog mich absolut in ihren Bann.
                      Benicio del Toro begeisterte mich durch seine Rolle als Mann, der die gnadenlos ungeschönte Realität kennt und begriff, dass man in einer abgrundtief kriminellen und dreckigen Welt nicht siegen kann, wenn man sich an Dinge wie Gesetze und Moral hält. Trotz dieser Kompromisslosigkeit verfügte er doch immer noch über Gefühle, die in wenigen Momenten zögerlich hervorsickerten.
                      Emily Blunts Charakter musste diese Wahrheit erst noch lernen und natürlich sollte sie in Teil 2 nicht auftauchen, weil sie diese Lektion nicht unbeschadet überstanden hat.
                      Ich fand das ganze Werk einfach 'trocken', was nicht negativ gemeint ist. Nur fielen hier jegliche Hollywood-Verzierungen komplett weg und die Welt, die offenbart wurde, wirkte so trostlos und ohne jeden schützenden Filter.
                      Ich habe den Film über alle Maßen genossen und fühle mich durch ihn sehr zum nachdenken angeregt. Allerdings kann man ihn sich nicht oft anschauen, um diese Stimmung wieder zu erleben. Vielleicht einmal alle zwei Jahre, sonst würde man dem Meisterwerk auch nicht gerecht.

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                      • 7 .5

                        Zitierenswert:

                        "Und wie lautet unser Auftrag? - Dramatisch überreagieren."

                        War seine Antwort und er lächelte während er sie gab. :-)

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                        • 8 .5

                          Zweitsichtung: hoch auf 8.5 Punkte. Hammer.
                          Und eine gute Entscheidung, für Teil 2 Emily Blunt nicht mehr erscheinen zu lassen. Der Charakter ist nach dem ersten Teil durch mit dem Thema.

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                          • 9

                            "You're asking me how a watch works. For now we'll just keep an eye on the time."

                            Mit Sicario thematisiert Villeneuve nun also den aufreibenden und frustrierenden Kampf amerikanischer Behörden gegen die mexikanischen Drogenkartelle, denen auf legalem Wege kaum beizukommen ist und die immer einen Schritt voraus zu sein scheinen. So ist Sicario entsprechend seiner Thematik auch ein zutiefst ambivalenter Film geworden, der Grauzonen auslotet und nicht nur jegliche moralischen Grenzen verschwimmen lässt, sondern sie mit zunehmender Laufzeit einfach auflöst. Indem Villeneuve die junge FBI-Agentin Kate Macer zum erzählerischen Dreh – und Angelpunkt in seinem desillusionierenden Abgesang auf Recht und Unrecht macht, gelingt es ihm auf einfache, aber ungemein effektive Art und Weise, den Zuschauer sofort und unmittelbar mit einzubeziehen.

                            Ist sie anfangs noch fest verankert in dem Glauben, richtig zu handeln und gewillt, die Drahtzieher, die Hintermänner der Kartelle, zu erwischen, ebenso moralisch integer wie idealistisch und nicht minder ahnungslos wie der Zuschauer selbst angesichts der sich überschlagenden Ereignisse, so stellen die folgenden Erlebnisse ihre moralischen Vorstellungen nicht nur mehr und mehr in Frage, sondern auch gleich völlig auf den Kopf. Sie ist die Eintrittskarte für den Zuschauer in diese verkommene, grausame und kaum vorstellbare Welt voller Gewalt. Sie fungiert als moralischer Ankerpunkt in einer Welt ohne Moral, wodurch zunehmend ihre Hilf – und Nutzlosigkeit demonstriert wird. Mehr als eine Randfigur in dieser Operation wird Kate nicht werden, ein Spielball höherer Behörden als der ihren, leicht zu manipulieren und genau deswegen überaus nützlich ohne es zu wissen. So ahnungslos wie sie ist, so verunsichert, ängstlich und machtlos, angesichts der bitteren Erkenntnis, dass sie Teil von etwas geworden ist, dessen Methoden sich kaum bis gar nicht von denen der Drogenkartelle unterscheiden.

                            Villeneuve findet zusammen mit seinem Kameramann Roger Deakins dann auch grandios und unglaublich ausdrucksstarke Bilder für Sicario. Deakins, der nicht nur auch schon Prisoners hervorragend einzufangen wusste, sondern auch der Stamm-Kameramann der Coen-Brüder ist und folglich beim fulminanten No Country for Old Men bereits ein vergleichbar düsteres Setting in Staub und Hitze auf die Leinwand bringen konnte, leistet wirklich ganz hervorragende Arbeit. Lange Einstellungen dominieren den Film, die Enge und Weite zugleich vermitteln, und manchmal quälend langsam daherkommen, dann aber auch wieder sehr dynamisch und regelrecht explosiv ausfallen können, wenn das Erzähltempo es erfordert.

                            Insgesamt ist Sicario einfach grandios inszeniert mit seinen ständig wechselnden Perspektiven und Blickwinkeln und allein die Tunnelsequenz ist ihr Geld schon wert. Zudem bietet Sicario mit einer Fahrt in einem schwerbewaffneten Konvoi über die mexikanische Grenze rein nach Juarez und wieder zurück eine der spannendsten und vibrierendsten Szenen seit sehr langer Zeit. Solcherlei Szenen sind herausragende Spitzen in den 121 Minuten, die der Film dauert, aber Sicario ist von der ersten bis zur letzten Minute und sogar in seinen augenscheinlich ruhigen Momenten enorm spannend und intensiv geraten und lässt den Zuschauer ebenso wie seine Protagonistin beinahe nie wirklich zur Ruhe und zum Durchatmen kommen. Der Score des Isländers Jóhann Jóhannsson, der wie Roger Deakins ebenfalls schon bei Prisoners mit an Bord war, fügt sich dann dazu nahtlos in diese spannungsgeladene Inszenierung ein. Verstörend, bedrohlich und unterschwellig brodelnd unterstreicht er die richtigen Stellen und stellt sicher, dass einem die Schwere der Handlung in Sicario auch jederzeit bewusst ist.

                            Mit Sicario ist Denis Villeneuve ein weiterer herausragender Film gelungen und der Regisseur unterstreicht auch hier mühelos, dass er zweifellos zu den momentan absolut besten seines Fachs zählt. Film um Film dreht er ein kleines Meisterwerk nach dem anderen. Er zeichnet in seinem jüngsten Werk ein sehr realistisches, schonungsloses und ausgesprochen pessimistisches Bild eines Krieges, bei dem es keine Sieger wird geben können. Um dies zu unterstreichen, findet er immer wieder extrem brachiale, zynische und erbarmungslose Motive, und gestaltet Sicario unglaublich desillusionierend. Verdammt starkes Spannungskino der Extraklasse.

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                            • 6

                              Ich hasse Emily Blunt in diesem Film! "Ich kann das nicht unterschreiben.." Und nicht mal ne Minute später hat sie es doch getan. Sie hat fast den ganzen Film über rumgejammert und geheult obwohl sie am Anfang als knallharter Hund hingestellt wurde. Das passt mir einfach nicht.

                              • 9 .5

                                Sehr dichte Atmosphäre, tolle Leistung von del Toro.

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                                • 7

                                  Fast 6,5...er ist nicht annähernd so brutal wie vorher suggeriert wurde...die frau krigt in jeder szene ne krise obwohl sie teil einer art ami-sek einheit ist (für die sie übrigens viel zu spindeldürr wirkt)...die langen kamerafahrten sind wirklich lang...und es bleiben für mich einfach zuviele fragen offen (zb einige bzgl der zuständigkeiten und was denn die erzwungene unterschrift bringt wenn sie ne std später einfach zum chef gehen kann und auspackt)

                                  Ansonsten schöne düstere stimmung, top schauspieler

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                                  • 8 .5

                                    Das ist sonst nicht so ganz mein Genre, aber wir waren einfach mal rein und die Machart ist gut und der Film hat gefesselt

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                                    • 6 .5

                                      "Mexico mi amor“ trällerte einst Peter Alexander mit der DFB Auswahl, als die Nationalmannschaft wenn auch nicht gesanglich, so doch noch zumindest auf dem Platz überzeugte. Der düstere Kartellthriller des gefeierten kanadischen Regisseurs Denis Villeneuve indes hat für derlei Schlagerromantik nichts übrig. "Sicario" ist durchweg rau, brutal und kompromisslos. Mexiko präsentiert sich hier als unbarmherzige Wüstenlandschaft, in der ausschließlich die Saat der Gewalt auf fruchtbaren Boden fällt.

                                      Bereits die Eröffnungssequenz, die die von Emily Blunt verkörperte FBI Agentin Kate einführt, erschüttert in ihrer Grausamkeit und Härte. Von da an ist der Grundstein für einen atmosphärischen Thriller gelegt, der von Kameraroutinier Roger Deakins in meisterhafte Bilder getaucht wird. Kombiniert mit dem wuchtigen Score Johann Johannssons entwickelt “Sicario“ in einigen Momenten einen ungeheuren Sog, erreicht nahezu die höchsten Stufen des Suspense.
                                      Bedauerlicherweise weist Villeneuves Film jedoch auch Einiges an Leerlauf auf, tritt hinsichtlich der Handlung zuweilen auf der Stelle und löst diese Suspense Momente nicht immer zufriedenstellend. So baut sich etwa während eines Autokonvois zur Überführung eines Drogenbosses eine enorme Spannung auf, die aber letztlich zu einem eher konventionellen Ende geführt wird.

                                      Überhaupt bewegt sich der Plot vornehmlich in vertrauten Bahnen, sodass "Sicario" inhaltlich kaum etwas bietet, was nicht schon aus zahlreichen anderen Kartellthriller bekannt wäre. Auch die Charaktere sind mehr oder weniger stereotyp gehalten und bieten mit Ausnahme des unbedarften Neulings Kate, die als Einzige der Handelnden noch einen intakten Moralkompass zu haben scheint, kaum Identifikationspotenzial. So speist sich ein Großteil des Interesses an den Figuren eher aus der Frage, wer hier denn nun auf wessen Seite steht. Zwar hält dieses Verschwimmen der Grenzen zwischen Gut und Böse durchaus die Neugierde aufrecht, weiß aber in seiner Auflösung nach Schema F kaum zu begeistern.

                                      Die Darsteller hingegen können durchweg überzeugen, wenngleich weder Emily Blunt, noch Josh Brolin als grimmiger Befehlshaber in Flipflops oder Benicio del Toro als undurchsichtiger Auftragskiller zwingend Preisverdächtiges abliefern. Hierzu ergibt sich aufgrund ihrer simpel gestrickten Figuren allerdings auch kaum eine Gelegenheit. Auch die in Nebenrollen auftauchenden Daniel Kaluuya und Jon Bernthal fallen weder besonders positiv noch negativ auf.

                                      "Sicario" erweist sich somit insgesamt als Film, der weit mehr durch seine Form, als durch seinen Inhalt zu glänzen weiß. Die Geschichte ist nicht durchgängig packend und nicht überraschend genug, um mit den Stärken wie der großartigen Kameraarbeit und dem exzellenten Score mithalten zu können. Bei Weitem kein miserables Resultat, aber doch einige Kokslinien entfernt vom großen Wurf.

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                                      • 9 .5

                                        Kennt ihr das? Da will man einen Kommentar verfassen und plötzlich ist WM.
                                        Aber auch so, ist mein Dasein hier durch den beruflichen Werdegang ganz schön minimiert und zurück gegangen.
                                        Dennoch hatte ich vor knapp 'nen Monat den hier schon geschaut und war relativ unvorbereitet und hatte seiner Zeit nur die positiven Stimmen zu diesen Film hier mal vernommen. Das demnächst ein zweiter Sicario Film raus kommt, war mir auch nicht bewusst. Naja, nun weiß ich es ja.

                                        Aber genug geschwafelt, … kurz mein Gedächtnisprotokoll bemüht und in Kurzfassung meine Eindrücke zu Sicario zusammentragen.
                                        Die Ausgangslage war, dass ich nicht wusste, wohin die Fahrt hin gehen soll überhaupt. Der Start in den Film war aber schon 'ne saftige Nummer als Geiseln in Wände verpackt waren. Da wurden schon die ersten straffen Bilder gezimmert mit dem man so in der Form erst einmal mit umgehen musste. Dazu Josh Brolin, der ebenfalls nicht Transparent für den Zuschauer war, wie auch Del Toro, aber beide haben in meinen Augen genau die richtige Rolle gespielt und diese souverän verkörpert. In Zeiten, in den eine Art Grenzkonflikt mit Mexiko und den USA herrscht, ist Sicario wie das Stroh, dass in der Gluthitze der Wüste zu lodern droht, wenn es nur einen Funkenflug gibt.
                                        Die Blunt im Film, wird wie ein Kind hinterhergezogen, ohne dass diese es gar nicht toll findet und viel zu viel im dunkeln gelassen wird. Doch genau diese Perspektive bleibt auch nur dem Zuschauer.
                                        Was folgt, sind hier und da mal Spannungsmomente und kleine heftige Eskalationen. Das Gefecht am Grenzkontrollpunkt war fast schon konstruiert und wirkte ein wenig peinlich. Hatte aber dank Bildwechsel und Kameraperspektive eine ordentliche Brisanz und stellte nach eher längerer Dialogdichte, eben wieder ein Actionreiches Highlight dar.
                                        Der Film hätte aber genau in diesen Momenten noch schwächer gewirkt, wenn nicht diese teils beklemmende Begleitmusik nicht exakt den Stimmungswert der Bilder widerspiegeln würde. Das war ebenso grandios, wie das Spiel mit den Filmfiguren und auch das Passgenaue einsetzen diverser Bildtechniken. Nie hektisch, immer gut gezielt eingesetzt. Auch der Einsatz der Wärmebilder beim finalen Grenzübertritt, sahen absolut spitze aus.

                                        Sowas flasht mich als Zuschauer. Würde man den Film als Auto symbolisieren, dann wäre Power mit Leistung und Effizienz Haargenau abgestimmt und im Finetuning optimal umgesetzt. Gnadenlos wie ebenso konsequent war dann Del Toro's Begleichung einer "offenen Rechnung".
                                        Auch wenn im Nachgang Sicario keinen echten "Fahrplan" hatte, wirkt es wie ein großes rausgeschnittenes Stück Fleisch auf dem Teller, wo der Rest vom Menü noch erst zubereitet werden muss.
                                        Das Werk, The Prisoners vom Regisseur steht bei mir auch noch im Regal und wird in naher Zukunft geschaut. Wenn es sein Steckenpferd ist, Storys so geschickt mit Spannungsaufbau und Spannungsbogen zu erzählen, freue ich mich jetzt schon wie Kirschkuchen auf The Prisoners.

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                                        • 9

                                          Ein hochkarat im genre..
                                          Wunderbar erzählt und wie gewohnt wenn villeneuve die fäden zieht..
                                          Hart,kalt,politisch und trotzdem emotional und konsequent..
                                          Del torro at its finest und auch sonst sitzt jede mime und geste des staffes fast perfekt..
                                          Der soundtrack untermalt die bilder wie in einer symbiose..großartige atmosphäre

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                                          • 6 .5
                                            RedMoon-1973 24.06.2018, 19:03 Geändert 24.06.2018, 19:04

                                            Ja, er ist ordentlich, hart und ehrlich. Aber es fehlt mir der Tiefgang bei den Darstellern und der Story. Einiges wirkt ein wenig oberflächlich.

                                            Gut aber nicht der Hypefilm, zu den man ihn macht (omho)

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                                            • 9

                                              Man fragt sich wo die Oscar-Nomination für Benicio Del Toro geblieben ist...

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                                              • 8
                                                Davki90 26.04.2018, 16:16 Geändert 22.07.2018, 12:50

                                                Der wohl nie endenden Drogenkrieg. Denis Villeneuve hat mal wieder einen sehr guten Thriller inszeniert. Man fühlt mit den Charakteren richtig mit. Der Cast wurde gut gewählt und der Score finde ich ebenfalls passend. In der Mitte hat er vielleicht seine Längen, dennoch finde ich den Streifen sehr empfehlenswert. Denis Villeneuve gehört für mich jetzt schon zu den besten Regisseuren seiner Generation.

                                                • 7

                                                  Hat eine gute Intensität. Leider fällt der Film in seinen Charakteren und mit diversen Längen etwas ab. Man wünscht sich deutlich mehr Drive.

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                                                  • 10

                                                    Spannend & atmosphärisch inszeniert. Die langen Kameraeinstellungen von Robert Deakins sind klasse und der tolle Score macht den Rest!