Okja - Kritik

Okja

KR/US · 2017 · Laufzeit 118 Minuten · Drama, Science Fiction-Film, Abenteuerfilm, Actionfilm
Du
  • 7

    Es ist die innige und fürsorgliche Liebe zum Lebewesen im Zeitalter der Werbung und globaler Ernährung.
    "Okja" füttert den Zuschauer mit einer bitteren Tatsache, die Industrie bist Du.
    Der fleischige Wahn an der Theke des Vertrauens und das Vergnügen Tiere in Gefangenschaft zu beobachten.
    Symbolisiert durch scheinheilige Massenvernetzung im digitalen Nirvana der Hirnverbrennung.
    Überall werden wir von Werbung verfolgt, bezahlt, ausspioniert oder gar belästigt.
    Ungefragt schaltet sie sich ein und wird für ertragreiche Beträge wieder verkauft.
    Wer glaubt er sei dagegen immun ist ein Idiot, die Verführung ist nicht das eigentliche Ziel, denn gekauft wird immer.
    Es ist das perfide System dahinter welches gezielt die Ausgaben verrichtet um eben den Kreislauf Geld am Leben zu erhalten.
    In "Okja" ist es eben das Tier als Maskottchen zum Henker geführt während der Mensch sich als rosa Schwein verkleidet der Gesellschaft beugt.
    Schließlich unterstützt durch willige Investoren und Marketing Abteilungen die ganze Herrscharen verfügbarer Mittel real werden lassen.
    Symphatische Figuren werden erfunden, der Natur entnommen oder einfach eingekauft auf dem Markt der Promis.
    Es ist aber nicht nur die Scheinheiligkeit der Konzerne sondern eben auch unser Verbrauch.
    Über die Jahre erziehen wir unsere Kinder zur Big Mac Ära und lachen über Gemüse Fetischisten.
    Skandale werden aufgebauscht aber durch den Hunger gestillt und vergessen.

    Wenn Mija mit ihrem Okja durch die üppige Landschaft zieht verweilt kurz der Frieden.
    Bis zu den düsteren Bildern im Spiegelbild einer Generation, wo Fleisch einfach nur Arbeit bedeutet. Wo der Mensch auswählen kann, denn der Überfluss wird nur eingegrenzt durch Armut damit die Industrie weiter existieren kann.

    "Okja" ist quasi das riesige Buffet als Antwort auf den Hunger der Welt, niemand muss mehr verhungern denn wir haben jetzt Riesenschweine die im Ökosystem gedeihen.
    Wie im echten Leben wo mit Bio, fettarmen oder gar besonders entwickelten Lebensmitteln auf die bewusste Ernährung umgestellt wird.
    Marketing Deluxe wenn man endlich mal gesund essen kann, die Werbung verrichtet auch hier beste Ergebnisse.
    Der Rest ab in die Tonne.

    "Okja" ist ein sentimentaler überspitzter Witz der irgendwann in der Speisenröhre einfach hängen bleibt.

    18
    • 10
      Toaster85 30.06.2017, 21:15 Geändert 30.06.2017, 21:20

      Was ein Wahnsinnsfilm! Am Ende hatte ich Niagarafälle im Gesicht! ;-(

      1
      • 6

        [...] So versteht sich die Welt von Okja als eine überaus globalisierte, in der Sprachbarrieren mühelos überwunden werden und die Gesellschaft längst über etwaige Grenzen hinausdenkt. Da erscheint es zunächst nur konsequent, dass auch der Film eine wilde und eigenwillige Mixtur aus diversen Anleihen und Thematiken darstellt. So prallen actiongeladene Verfolgungsjagden auf emotionale Heimatfilmmomente und die gesellschaftskritische Satire treibt ein fröhliches Wechselspiel mit dem fast schon kitschigen Familiendrama. Ein interessantes Konzept, das leider nur bedingt aufgeht. So ist Okja vor allem in der ersten Hälfte ein wunderbar einnehmender Film, der emotional mitreißende Momente mit herzlich aufkeimendem Humor verbindet. Gerade zu Beginn konzentriert sich der Film auf die Beziehung zwischen dem jungen Bauernmädchen Mija (Seo-hyeon Ahn) und dem genmanipulierten Riesenschwein Okja, das angesichts des überschaubaren Budgets erstaunlich gut animiert wurde. In ihrem simplen Zusammensein in der Wildnis und der herzzerreißenden ersten Trennung findet Bong bereits die wirkungsvollsten Momente seines Films. Auch später kann das Werk immer wieder für memorable Augenblicke sorgen, doch gerade in der zweiten Hälfte ist es dermaßen holprig und ungeschickt erzählt, dass man mindestens ein Auge zudrücken muss. [...] etztlich erweist sich die Eigenproduktion von Netflix als ein Film, der alles auf einmal sein will, anstelle davon, sich auf seine eigenen Stärken zu berufen. Gerade die satirische Kritik an Kapitalismus, Massentierhaltung und Genmanipulation erscheint angesichts der eigenen Ambitionen viel zu platt und oberflächlich, ebenso wie es das versöhnliche Ende verpasst, ein Ausrufezeichen in diese Richtung zu setzen. Okja bleibt damit sicherlich ein interessanter Film, weil er abseits gängiger Normen operiert und sich allein als Projektionsfläche kreativer Ideen als sehenswert erweist. Gerade die narrativen Schwächen der zweiten Hälfte kann der Film jedoch kaum mit seiner glänzenden Fassade überdecken, denn dafür ist er stellenweise schlichtweg zu geschwätzig, aufdringlich und direkt. [...]

        10
        • 9

          Dieser Film, der niemals aufhört sich zu bewegen, ist voll mit Informationen und Gefühlen. Satirische Spitzen kommen vor und werden wieder hinweggewischt von Strömen an starken Emotionen. Alles ist fabelhaft grostesk und trotzdem steht gleichzeitig etwas Wichtiges auf dem Spiel. [A.O. Scott]

          • 7

            Bis auf den konfusen Mittelteil und den unpassende Overacting von Gyllenhaal gefielen natürlich die herzergreifenden Szenen zwischen Okja und dem Mädchen, wobei ich nicht ganz verstehen konnte wie man 6 Jahre miteinander so vertraut ist und dann mit so einem großen Tier das man liebt, einen schmalen Steilhang entlang geht und das Risiko eines Absturzes in Kauf nimmt, nur wegen einer Abkürzung.
            Na gut, dramaturgisches Mittel, abgehakt.
            Trauriges mitreißendes Finale das Kinder vielleicht mal dazu bringt, bei ihren Eltern mal nachzufragen aus was die ChickenNuggets oder Hamburger gemacht werden. Manchmal habe ich das Gefühl die Kids denken die Fischstäbchen schwimmen im Meer rum und werden gefangen.
            Viel zu wenige waren schon mal auf den Bauernhof und sehen ihre erste Kuh höchstens im Streichelzoo.
            Wobei ich nur für die Erwachsenen die ihren Fleischkonsum drastisch runterfahren möchten, mal den Film "Earthtlings" mit der Off-Stimme von Joaquin Phoenix empfehlen möchte.
            http://www.moviepilot.de/movies/earthlings-2
            Allerdings war ich selber zwar schon mal als Schüler so halbillegal in einen großen Schlachthof und war dadurch großteils schon "vorbereitet" was man da zu sehen bekommen könnte.
            Schaffte mit meiner Frau aber gerade mal 30 Minuten. Die Restsichtung schieben wir seitdem vor uns her.
            Reinschauen sollte mal trotzdem mal, was unsere idyllische Supermarkt Werbung uns ständig vorgaukelt und wir es verdrängungstechnisch auch glauben wollen.
            Sorry fürs Abschweifen.

            5
            • 8 .5

              Mit seiner neuesten Arbeit Okja kreiert Bong ein angemessene Heldin für unsere Zeit, ein unauslöschbare Kreatur, eine Geschichte, ausbalanciert zwischen Herz und Kopf und einen Film, der die Grenzen der Technologie auf und abseits des Bildschirms angreift. [Mark Olsen]

              • 8 .5
                Shawnee 30.06.2017, 12:43 Geändert 25.07.2017, 23:51

                OKJA, eine NETFLIX-Eigenproduktion, die mich begeistert und dabei auch tief berührt zurück gelassen hat. Die Geschichte von einem kleinen Mädchen, das alles tut, um ihr zehn Jahre zuvor in Genlaboren gezüchtetes Schwein vor dem sicheren Tod zu bewahren, besticht durch viel Herz, frische Gesichter und eine sehr eigenwillige Produktionsweise.
                Natürlich sind neben der großartigen Debütantin Seo-Hyeon Ahn und der Tatsache, dass es eine amerikanische Co-Produktion ist, auch viele bekannte Gesichter dabei.
                Allen voran der wundervolle Paul Dano, ein sehr überdrehter Jake Gyllenhaal und die große Tilda Swinton, die ich mir teilweise doch ein wenig fieser gewünscht hätte.
                Das Script lässt sich zudem Zeit in der Entwicklung, was mit visuell wunderbaren Bildern und einer eigenen musikalischen Untermalung kaum schöner hätte gestaltet werden können.
                Joon-Ho Boong, von dem ich zuvor nur wusste, dass SNOWPIERCER wohl nicht so toll wäre, erzählt erst die Geschichte einer Freundschaft zwischen Mensch und Tier und lässt diese mit Wink auf die Massentierhaltung enden. Das sorgt nicht nur für einen bitteren Beigeschmack, sondern auch für ein Bewusstsein, von dem ich mir wünschen würde, dass es der Mensch an sich langsam auch verstehen würde.

                OKJA hat mir gefallen, weil er eben nicht komplett in der Weltsprache läuft, weil er auch als Parabel auf eine Zukunft hinweist, die gar nicht so unaufhaltsam scheint und vor allem weil er zwar ein subjektives Happy End präsentiert, aber dennoch das nicht unaufhaltsame industrielle Massenschlachten von Tieren nicht aufhält. Es lohnt sich dennoch auch über den Abspann hinaus dran zu bleiben!

                Ich mag nicht weiter spoilern, aber...

                Die kleine Mija mag zwar Okja retten können, doch Millionen andere Schweine, werden eben dennoch, dem Schicksal, auf der Schlachtbank zu enden, nicht entkommen. Weshalb mich die Szene, in der zwei ältere Schweine ihr Baby in die Obhut von Okja und Mija geben, sehr bewegt hat. "Für dich wollen wir etwas Besseres" und ich wünsche mir, dass man den Film so in Erinnerung behält.
                Die Gestaltung des dortigen "Schlachthofes" erinnert dabei bestimmt nicht unbeabsichtigt, an den Aufbau der Konzentrationslager des Dritten Reiches, in denen ebenfalls ein industrieller Massenmord durchgeführt wurde.
                In Cannes gab es für Cast und Crew Standing Ovations, für die Menschen an sich, in den nächsten Jahren hoffentlich wieder nur den Sonntagsbraten, der eben so heißt, weil man ihn eben nur ein Mal in der Woche und nicht jeden Tagen isst.

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                • 7
                  lieber_tee 30.06.2017, 11:58 Geändert 11.07.2017, 02:28

                  Rettet das Köttel-Kaka-Mastschwein.
                  Platte Kapitalismus-Satire knallt auf tröstlichen Öko-Familienfilm-Kitsch, um sich gegen schweinische Massentierhaltung auszusprechen. Die über-offensichtliche Kritik an Gentechnologie, Lügen-Marketing und abscheulichen Fleisch-Konsum wird nicht selbstgefällig gepredigt, sondern wundersam widersinnig mit narrativen und stilistischen Brüchen erzählt, mit feinen Details garniert und ist fern normiertem Hollywoodkino. Erwartungen und Sehgewohnheiten werden torpediert. Die Schweins-Hachse bleibt im Hals stecken, ob wegen des dunklen Witzes oder wegen der gezeigten KZ-Grausamkeit. Die Melancholie, die durch diesen Film weht, muss wohl jeder für sich selbst entdecken... Denn die Reise durch niedliche, lustige, beängstigende, traurige, alberne und giftige Szenen ist nicht leicht zugänglich. Eifrig bedient Filmemacher Joon-ho Bong zahllose Genre-Filme. Das Ergebnis ist unordentlich, holprig, findet kaum eine Balance in seinen ausufernden Ideen.„Okja“ braucht da schon vom wohlwollenden Zuschauer eine liebevolle Zuwendung, so chaotisch und ungeschickt ist er. Ich mag diese Art des ertragreichen und anarchischen Filmemachens. Dieses umständliche Hybrid-Schwein zeigt, dass es sich lohnt begabten, ehrgeizigen Regisseuren kreativen Freiraum und Geld für ihre Visionen zu geben.
                  7 mutige Schweinehirtinnen, von der anderen Seite der Erde.

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                  • 7 .5

                    [Okja] bleibt stets mitreißend und unberechenbar, springt abrupt von Slapstick-Humor zu den Schrecken der Massentierhaltung. [Andrey Arnold]

                    • 7

                      [Okja] ist ein technisch beeindruckendes und mutiges, originelles Statement eines asiatischen Auteurs mit zunehmend internationalen Ambitionen. [Stephen Dalton]

                      • 8

                        Diesmal stammt das Review von meinem gleichnamigen Letterboxd-Account und ist daher auf Englisch verfasst. Verzeihung dafür, aber ich bin einfach zu faul, für beide Plattformen eigene Kritiken zu schreiben. Die verspätete Wonder-Woman-Kritik (den ich übrigens sehr gelungen fand) wird dafür wieder auf Deutsch sein ^^

                        Being tonally inconsistent, with slight pacing issues and an unsatisfying ending (although that could've been on purpose), I found Okja to be just a tad disappointing after that masterpiece that was Snowpiercer. I think my biggest problem with the film is that it's just a bit too outlandish and over-the-top. Think of the classroom scene of Snowpiercer, except there is not only one scene but the entire business culture of the film's "Evil Corp" in that hyperactive style. Also there is not just one weird major antigonist, but multiple. Although I enjoyed Tilda Swinton in both of her two (twin) characters, I did neither like Jake Gyllenhaal's Dr. Johnny nor Shirley Henderson's Jennifer, both being annoyingly weird and over-the-top.
                        But even though there are some major flaws in this film, I'd recommend it to everyone who has an open mind towards weird Korean films and is interested in seing, where Netflix can succeed being a film distributor. Cause let's be honest: No major film studio would've financed this weird little big gem. It starts as a fun, child-friendly adventure film about the Miyazaki-like relationship of a Korean girl and a gentle pig creature (marvelously animated!) who live together in rural Korea, has one DAMN entertaining chase sequence in Seoul (accompanied by balkan brass? Why not!), but gets really, really dark, brutal, scary, heartbreaking, a bit violent and definitely NOT child-friendly when our protagonist arrives in America. Yes, it's indeed a messy film, but if you're fed up with generic blockbuster cinema and just want to watch something highly original, this one is for you.
                        Just some advice for you: Don't watch Okja, if you planned to eat pork later that day :D

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                        • 7

                          Die Geschichte funktioniert zwar nach Schema F, aber der tolle Cast macht Okja dann doch wieder sehenswert. Mein persönliches Highlight: Jake Gyllenhaal als Dr. Johnny.

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                          • 7 .5
                            Blinkboy182 30.06.2017, 08:02 Geändert 30.06.2017, 08:03

                            1. Schauspielerisch (internationale Starbesetzung) macht der Film eine super Figur.
                            2. Die Geschichte beginnt eher bescheiden, entwickelt sich zunehmend in ein waschechtes Drama.
                            3. Wunderschön Inszeniert. Die Landschaft so wie das CGI.
                            4. Teilweise nervige Filmmusik.
                            5. Film baut ganz stark auf die Charaktere auf. Bindung wird ständig aufgebaut.
                            6. Film der kritischer zur Realität nicht sein kann. Viele parallelen zur realen Welt. Habgier, Geld und Ellbogengesellschaft.
                            7. Film bringt einen zum Nachdenken.
                            8. Teilweise viele charmante Dialoge sowie Gags.
                            9. Ein großes Finale, das leider eher traurig ist.
                            10. Film bleibt im Kopf. Ein Abenteuer das unsere Gesellschaft wieder spielgelt.
                            11. Heulkrampf vorprogrammiert. Kein Film für Tierliebhaber.

                            • 5

                              Für einen der memorabelsten, weitläufig diskutiertesten Momente bei den diesjährigen Internationalen Filmfestspielen von Cannes sorgte das Netflix-Logo zu Beginn von Bong Joon-hos neuem Film „Okja“. Alleine die schlichte Einblendung des Logos sorgte dafür, dass neben Applaus auch scharenweise Buhrufe durch den Saal strömten.
                              Nun bietet dieser skurrile Vorfall, der für ein ohnehin als elitär-blasiert geltendes Publikum des Festivals kaum symptomatischer sein könnte, durchaus Anlass für eine Diskussion rund um die Zukunft des Kinos. Während Streaming-Giganten wie Netflix von der einen Seite als Bedrohung aufgefasst werden, sehen andere in ihnen dringend benötigte Hoffnungsträger, die unkonventionelle, eigenwillige oder kreative Visionen fördern, welche bei großen Studios längst keine Chance mehr auf eine Realisierung erhalten. Ausgerechnet ein Film wie „Okja“ trägt hingegen kaum dazu bei, der zweiten Fraktion den Rücken stärken zu wollen. Ein derart verschrobenes, zwischen den Genres umher wilderndes sowie unangepasstes Werk lässt sich heutzutage sicherlich kaum noch mit der Unterstützung eines großen Studios finanzieren. Im Fall von Joon-hos Film bedeutet anders aber nicht gleich gut, was der Zuschauer vor allem in der zweiten Hälfte überdeutlich zu spüren bekommt.
                              Zusammen mit seinem Co-Autor Jon Ronson entwirft der Regisseur zunächst eine Geschichte, in der die Chefin eines Großkonzerns von der Entdeckung einer neuen Spezies von Superschweinen berichtet, mit deren Züchtung die globale Hungersnot aus der Welt geschafft werden soll. 26 dieser Superschweine werden zu Farmern auf der ganzen Welt entsandt und sollen über einen Zeitraum von 10 Jahren aufgezogen werden, wobei das qualitativ beste Schwein nach diesem Zeitraum nach New York zurückgebracht und bei einer Zeremonie gekrönt werden soll. Von diesem Spektakel wollen Mija und ihr Großvater hingegen gar nichts wissen, während sie in den Bergen Südkoreas leben und ihr eigenes Superschwein großziehen, das den Namen Okja trägt. Für Mija, die beide Eltern verloren hat und sich kaum noch an sie erinnern kann, ist Okja mehr als nur ein Haustier. In dem Tier erkennt sie einen aufgeweckten Spielkameraden und einen wertvollen, liebevollen Freund, dem sie kaum von der Seite weichen möchte.
                              Mit rührender Sensibilität erzählt Joon-ho seinen Film anfangs als ausgefallenes Abenteuer, in dem die Beziehung zwischen Mija und Okja ebenso liebevoll wie skurril beleuchtet wird. Wie das aufgeweckte Mädchen und die wunderbar animierte Kreuzung aus Schwein, Nilpferd und Hund gemeinsam durch die Wälder rumpeln, gehört direkt zu den schönsten Szenen des Films. Das harmonische Bild währt allerdings nicht lange, nachdem Mitarbeiter des Großkonzerns anrücken, um Okja gegen den Willen von Mija nach New York mitzunehmen, obwohl das Mädchen davon ausgegangen war, dass ihr Großvater das Tier zuvor freigekauft hatte.
                              Mit der darauffolgenden Rettungsmission, zu der Mija aufbricht, nachdem sie die letzten Ersparnisse und ein goldenes Schwein zusammengekratzt hat, verwandelt der Regisseur seinen Film in eine inkohärente Achterbahnfahrt, bei der die frustrierenden Momente klar überwiegen. Sämtliche Nebenfiguren, von den bösen Mitarbeitern des Großkonzerns über einen durchgeknallten TV-Reporter bis hin zu einer Organisation, die sich auf friedliche Weise für das Wohl der Tiere einsetzen will, erweisen sich abwechselnd als dezent oder maßlos überzeichnete Karikaturen. Tilda Swinton darf beispielsweise erneut in eine Rolle schlüpfen, die sie bereits zuvor in Joon-hos Meisterwerk „Snowpiercer“ spielte, während Jake Gyllenhaal mit gnadenlos misslungenem Overacting gar die vielleicht schlechteste Leistung seiner bisherigen Karriere abliefert. Ohne ein sichtbares Interesse an ruhigeren Zwischentönen werden sie vom Regisseur durch eine Geschichte jongliert, in der die Botschaften kaum weniger subtil auf den Zuschauer eingeprügelt werden könnten.
                              Der emotionale Kern, die Beziehung zwischen Mija und Okja, verschwindet im Mittelteil beinahe vollständig aus dem Film, damit der Regisseur abermals von den korrupten, bösartigen Machenschaften eiskalter Großkonzerne erzählt und wiederholt an den Zuschauer appelliert, sorgsam mit der Natur sowie unseren tierischen Zeitgenossen umzugehen. Auch wenn es Jon-hoo gelingen sollte, dass sich einige Zuschauer nach der Sichtung des Films vielleicht nicht mehr so schnell ein Stück Fleisch auf den Teller legen werden, ist „Okja“ als Satire zu seicht geraten und lässt oftmals den nötigen Biss vermissen. Die zentralen Aussagen dürfte nach der ersten Hälfte des Films bereits jeder verstanden haben, so dass sich die misslungene zweite Hälfte nur noch um sich selbst und ihre cartoonhaften Figuren dreht. Trotz des Finales, in dem sich der Regisseur noch einmal in emotional greifbare Höhen aufschwingt, bleiben die ersten gut 45 Minuten dieses Films daher das einzige, womit sich „Okja“ kurzzeitig wirklich als eine Art (Netflix-)(Kino-)Wunder entpuppt.

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                              • 8 .5

                                Ein fantastischer Film, der eine ernste Thematik behandelt, aber immer noch als Unterhaltungsfilm durchgeht.
                                Die Schauspieler spielen ihre Rollen hervorragend.
                                "Jake Gyllenhaal" ist zwar nicht viel mehr als ein nettes Gimmick im Film, aber seine übertrieben skurrile Performance ist sehr amüsant.
                                Für "Tilda Swinton" gilt fast dasselbe, auch wenn sie nicht ganz so überdreht wirkt.
                                Hauptdarstellerin "Ahn Seo-hyeon" spielt ihre Rolle äusserst gefühlvoll und glaubwürdig.
                                Einer der interessantesten Charaktere im Film verkörpert "Paul Dano", da er eine ziemlich undurchschaubare Rolle spielt.
                                Die CGI Effekte wirken grösstenteils sehr realistisch und das mit ihnen erschaffene Fabelwesen (Okja) ist wohl das Süsseste, was man ihn den letzten Jahren auf der Kinoleinwand....ähm sorry, auf dem Bildschirm gesehen hat.
                                Der Film behandelt zwar die ernste Thematik Massentierhaltung und geht dabei auch etwas plakativ vor (was kein negativer Kritikpunkt ist), aber trotzdem funktioniert der Film auch als Unterhaltungsfilm, da er keine Szenen beinhaltet, die das Seherlebnis unerträglich machen. Hinzu kommt noch, dass der Film nicht mit dem Vorschlaghammer auf die Tränendrüse schlägt.
                                "OKJA" bleibt in Erinnerung und lässt den ein oder anderen nach der Sichtung bestimmt sein eigenes Konsumverhalten überdenken.
                                Spannend ist das Ganze, mit Ausnahme des Finales, zwar nicht besonders, aber der Film macht während der gesamten Laufzeit Spass, ist unvorhersehbar, hat eine ansprechende poppige Optik, hat tolle Charakter und eines der süssesten und liebenswürdigsten CGI-Tiere der Filmgeschichte!
                                Ein Film für jede Altersklasse ab 12 Jahren.

                                P.S.: Nach dem Abspann gibt es noch eine Szene! ;)

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                                • 6

                                  mija und okja waren ein super team...die beiden können gerne nochmal was zusammen machen

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                                  • Faszinierender sowie bedrückender und packender Film zum Thema "GM Food", der sowohl von seinen menschlichen Darstellern als auch von seinem tierischen Hauptdarsteller gekonnt getragen wird!

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                                    • 8

                                      Okja ist eine dickbäuchige Fabel [...] die besondere Freude und unerwarteten Herzschmerz beschert. [John Nugent]

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                                      • 4

                                        Bong Joon Hos neuste Regiearbeit über ein koreanisches Mädchen, welches ihr gezüchtetes, überdimensionales Hausschwein vor der Schlachtung retten möchte, ist an Albernheit kaum zu übertreffen. Die Kritik an absatzorientierten Lebensmittelgroßkonzernen ist zwar gut gemeint, doch die Regie und das Drehbuch bewegen sich zu sehr an der Oberfläche, so dass der Film kaum packend und ebensowenig erhellend daherkommt. Platter Symbolismus, wie dass sich das (tierische) Leben nicht gegen Gold aufwiegen lässt, bestimmt fast bis zur Unerträglichkeit das Leinwandgeschehen. Einer der wenigen Lichtblicke: Jake Gyllenhaal als vollkommen schräger, durchgeknallter TV-Journalist. "Okja" ist größtenteils ohne Mumm erzählt, kratzt zu sehr an der Oberfläche seiner Konsumkritik und ist obendrein nur wenig ansprechend inszeniert.

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                                        • 7 .5

                                          [...] Bei all diesen überspitzten Karikaturen ist es dennoch bemerkenswert, dass Okja nie seinen Fokus und sein Herz vergisst. Mija und ihr bester Freund sind Dreh- und Angelpunkt der Geschichte, völlig egal, wie oft sich ein verplantes Team an Öko-Terroristen in den Mittelpunkt spielt oder die erschreckenden Machenschaften von Mirando Corporation das Gezeigte übernehmen. Ähnlich wie Bong Joon-ho in The Host seine junge Protagonistin mit einem überlebensgroßen Monster hat kollidieren lassen, kämpft in Okja das kleine Mädchen nun gemeinsam mit dem überlebensgroßen Monster gegen die grausame Welt der Erwachsenen, die von Lügen, Intrigen und Manipulationen bestimmt wird. So hingebungsvoll Okja die Strukturen einer scheinheiligen Welt entlarvt, zum Schluss dominiert eine aufrichtige Haltung, die den angedeutet Zynismus, der sich hinter intransparenten Glasbauten versteckt, vergessen und das Gute gewinnen lässt. Bong Joon-ho erzählt schon seit Beginn seiner Karriere von Abgründen. Die Hoffnung, die in solchen Fällen oft übergangen wird, hat er jedoch nie verloren. Auch Okja strahlt davon sehr viel aus – und das macht den Film so wertvoll.

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                                            Während die vielen bruchstückhaften Ideen drohen auseinander zu fallen, schöpft Okja voll aus dem Gefühl - mit sinkendem Ertrag. [Bilge Ebiri]

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                                              Variety 26.05.2017, 16:43 Geändert 26.05.2017, 16:43

                                              [Okja] wurde mit hellen und cineastischen Bildern von DP Darius gedreht, sodass der von Netflix produzierte Film auf die große Leinwand gehört, auf der niemand Okja für ein echtes Tier halten würde und trotzdem sind die Computereffekte überzeugend genug um Zweifel zu streuen. [Peter Debruge]

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                                                Der Film von Bong Joon-ho hat das das Herz am rechten Fleck und weiss mit überdrehten Schauspielerleistungen - allen voran Jake Gyllenhaal und Tilda Swinton - sowie einer rasanten Inszenierung zu gefallen. [Christoph Schelb]

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                                                  Einen Reiz zieht [Okja] am ehesten aus dem ungewohnten Kontrast zwischen Kindertrallala und Schlachttier-Problematik. [Wenke Husmann]

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                                                    "Bong Joon-ho hat eine Art "E.T." gegen Massentierhaltung gedreht. Mit dabei sind ein völlig wild gewordener Jake Gyllenhaal und ein süßes Riesenschwein, das zu Billigwurst verarbeitet werden soll." [Michael Kienzl]