Okja - Kritik

Okja

KR/US · 2017 · Laufzeit 118 Minuten · Drama, Science Fiction-Film, Abenteuerfilm, Actionfilm
Du
  • 4 .5

    In Cannes aufgrund des „Netflix“-Logos ausgebuht, im Internet letztlich doch abgefeiert. Joon-ho Bong („Snowpiercer“) scheint wohl ganz in Amerika angekommen zu sein. Nach dem genialen „Snowpiercer“ kommt nun also die zweite US-amerikanische Zusammenarbeit des koreanischen Regisseurs. Enstprechend gespannt bin ich.

    „Okja“ ist nicht nur der Name des Films, sondern auch der Name eines sogenannten Superschweins. In den bergigen Regionen Koreas aufgewachsen, geht Okja durch dick und dünn mit ihrer Besitzerin Mija (Seo-Hyun Ahn). Als Okja, die ursprünglich Teil eines Wettbewerbs war, von großindustriellen Metzgern nach Seoul gebracht wird, beschließt Mija ihr Superschwein vor dem Transport nach Amerika zu bewahren.

    Grelle Satire, platte Kapitalismuskritik und vegetarische Propaganda. Alles Begriffe, die man „Okja“ auf das digitale Fleisch brennen könnte. Joon-ho Bong will in den knapp 2 Stunden Laufzeit fast alles erreichen. So wird „Okja“ zu einer äußerst rumpeligen Erfahrung.
    In seinen stärksten Momenten fokussiert sich „Okja“ ganz auf seine durchaus starken und originellen Ideen und Charaktere. Die Öko-Terroristen um Paul Dano sind zwar seit „12 Monkeys“ nichts neues, überzeugen aber durch leidenschaftlich agierende Akteure und so einige witzige Einfälle. Die gesamte Schauspielriege weiß eigentlich zu überzeugen. Tilda Swinton als bösartige Konzernchefin, Giancarlo Esposito als rechte Hand des Teufels und das alles mit einer angenehmen Ambivalenz. Lediglich Jake Gyllenhaal scheint sich hier etwas zu sehr in den exaltierten Art seines Charakters Johnny Wilcox verlaufen zu haben.

    Wenn zu treibender Balkan-Musik die irrsten Rettungsaktionen gestartet werden und „Okja“ seine skurrilen Charaktere sich selbst überlässt, dann hat der Film nämlich durchaus seine liebenswerten und auch sehr gut funktionierenden Momente. Bis der Film in der zweiten Hälfte eine folgenschwere Fehlentscheidung trifft.

    „Okja“ möchte uns über schlechte Behandlung von Tieren aufklären, uns unsere eigene Grausamkeit spüren lassen. Statt sich aber auf originelle Weise dem Thema zu nähern, wird er zum bloßen Schockervideo. Wäre das der Ton des ganzen Films, dann wäre das kein Problem, denn manchmal kann nur durch Schock auch aufgeklärt werden, in diesem Falle aber bricht „Okja“ komplett im Ton. Joon-ho Bong lässt sämtliche Charakterentwicklung fallen, um auf den letzten Metern ordentlich mit platter Symbolik zu schocken und dabei nichts Neues zu erzählen. Die überzeichnete aber funktionierende Satire wird zur brutalen Nummernrevue und fährt sogar mit finsteren KZ-Anleihen auf. Manipulativ, unbeholfen und weit weg vom kreativen Charme der ersten Hälfte. Ich war nicht geschockt, ich war verärgert aufgrund der platten Handhabung eines eigentlich hochinteressanten Themas. Nicht weil ich mich als Fleischfresser ertappt fühlte, sondern weil ich „Okja“ mehr als Schocker-Plattitüden zugetraut hätte.

    „Fuck off! We're extremely proud of our achievements. We're very hardworking business-people. We do deals, and these are the deals we do. This is the tenderloin for the sophisticated restaurants. The Mexicans love the feet. I know. Go figure! We all love the face and the anus, as American as apple pie! Hot dogs. It's all edible. All edible, except the squeal.“

    4
    • 6 .5
      kyro1 07.07.2017, 17:41 Geändert 07.07.2017, 23:01

      Ja, ähm... Bong hat wohl schon den einen oder anderen besseren Film gedreht. Trotzdem hat mir "Okja" sogar einen Tick besser gefallen als erwartet. Irgendwie ist das Ganze halt einfach liebenswert. Aussehen tut's auch super. Und Bongs Intentionen dahinter sind bestimmt auch vorbildlich. Aber naja. Irgendwo ist "Okja" aber eben auch etwas plakativ, naiv und lächerlich. Im Prinzip erzählt die Geschichte ja auch nichts, was man noch nicht weiß (hoffe ich doch). Die Gut-Böse-Überspitzungen, die in den KZ-ähnlichen Zuständen ihren Höhepunkt finden, sind einerseits wirkungsvoll, aber auch äußerst fragwürdig. Alles in allem ist "Okja" wohl gut gemeint und ein Film, den man durchaus einmal gesehen haben kann. Um einen besonders klugen oder herausragenden Film handelt es sich dabei aber leider nicht. Da sollte man dann schon eher zu "Memories of Murder", "Mother" oder auch gerne zu Bongs Erstling "Barking Dogs Never Bite" greifen.

      4
      • 5

        Ein sehr wichtiger, gesellschaftlicher Brennpunkt leider nur mittelmäßig oder besser gesagt am Thema vorbei verfilmt.

        Joon-ho Bongs humoristische, verschrobene und groteske Inszenierung à la Wes Anderson beißt sich meiner Meinung nach sehr mit der ernsten Grundprämisse. Die Anzahl an normalen Charakteren kann man an einer Hand abzählen, der Rest wird hemmungslos überzeichnet dargestellt. Den schlimmsten und zugleich genialsten Auftritt hat wohl Jake Gyllenhaal als komplett überdrehter TV-Star inne, welcher mich ziemlich stark an Chris Tucker als Ruby Rhod in "Das fünfte Element" erinnerte.

        Was in "Snowpiercer" noch eine meisterhafte Symbiose einging, wirkt hier einfach nur falsch. So wird zum Beispiel in einer Szene das panische und verängstigte Schwein zu fröhlicher Partymusik durch die Stadt gejagt und in einer anderen Szene versuchen trottelige Ökoterroristen (u.A. Paul Dano, Steven "Glenn" Yeun und Lily Collins), den Schweinetransporttruck zu überfallen, was jedoch primär wie eine "The Dark Knight"-Parodie erscheint.

        Eindringlich und erschreckend wird es immer dann, wenn Joon-ho Bong von seiner mehr gewollt als gekonnten Satire ablässt und sich konzentriert sowie ohne Schnickschnack auf die Handlung und glaubwürdigen Hauptcharaktere - das Mädchen Mija und das Schwein Okja - konzentriert. Des Öfteren wird dem Zuschauer dabei das (unfreiwillige) Lachen im Halse stecken bleiben, mit der KZ-Allegorie gegen Ende zeichnet Bong ein schonungsloses und allzu wahres Bild der Massentierhaltung.

        6
        • 9

          Der Film ist toll gemacht.

          In meinen Augen zeigt der Film das wir Menschen nie den Hals voll bekommen werden,egal jetzt oben Fleischesser,vegetarier oder veganer und was es noch alles so gibt.
          er zeigt auch wie die Freundschaft zu einem nicht Menschen laufen kann.
          Der Flm ist schön gemacht und auch wenn andere was anderes sagen und sich ja hier so gebildet ausdrücken, finde ich das jeder diesen Film schauen sollte.

          • 7

            Auf jeden Fall nicht schlecht. Gut Umgesetzt, tolle Animationen, gute Schauspieler. Ich hoffe doch aber das Bong Joon-hos nächster Film wieder eine reine Produktion aus Südkorea wird. Seine Filme vor Snowpiercer haben mir einfach besser gefallen.
            Dennoch eine schöne Netflix - Südkorea / USA Co-Produktion.
            Das Thema wurde ganz gut umgesetzt.Der Soundtrack ist auch gut nur etwas seltsam für diesen Film. Eine Zweitsichtung wirds wohl nicht geben dafür aber eine von Memories of Murder.

            • 3 .5
              Polyphem 05.07.2017, 15:23 Geändert 05.07.2017, 15:26

              Der Film hatte gute Aussichten: "In Cannes erhielt Okja eine vierminütige Standing Ovation," es spielen darin gestandene Vollprofis wie Gyllenhaal, Swinton, Yeun sowie aufstrebende Talente wie Dano oder Ahn mit, und Joon-ho Bong hatte mit "Mother" (2009) mich durchaus zu überzeugen gewusst. Doch es gibt schreckliche Probleme mit dem Film:

              Wenn Okja ein Plädoyer für veganes oder vegetarisches Essen ist, so verstehe ich nicht, wieso die sympathische Hauptfigur das Superschwein rettet, aber zugleich Hühnersuppe als Lieblingsspeise hat. Was soll die Message sein? Haustiere werden nicht gegessen, aber alles andere schon?!

              Die Retter des Superschweins sind naturverbundene, arme Hippies mit tragischen Familienhintergrund, die noch nie irgendwem etwas getan haben (außer Hühnern für die Suppe). Die künstlichen Genfleischfabrikanten sind dagegen gierige, verdorbene Machtmonster, die aus reiner Boshaftigkeit Geld verdienen und Fleisch essen wollen. Dort das naive Waisenkind, hier der Sadist, der Lust daraus gewinnt, Schweine zu quälen. Es wird nichts dem Zufall überlassen, für wen der Zuschauer zu sein hat und zugleich ist es unheimlich stumpf und dumm.

              Obendrauf dann die militanten Tierschützer, die gern auch mal ihre Mitstreiter halbtot schlagen, die halbe Stadt verwüsten und Spionage betreiben, um Tiere zu schützen. Auf der Pressekonferenz zu dem Film in Cannes wurde übrigens die Frage aufgeworfen, warum ausgerechnet die ALF als Sympathieträger herhält, obwohl sie Sprengstoff für ihre Zwecke einsetzt: https://youtu.be/qRcXQNFgO2I?t=313 (Bong reagierte blumig: "They make us think" und sorgen angeblich dafür, dass Menschen und Tiere in "Harmonie" leben. Wie Sprengstoff dabei helfen soll, hat er nicht verraten.)

              Schliesslich die Abbildung der Massenschlachtung als eine Art Tier-KZ, wo die elterlichen Schweine geradezu ekelhaft vermenschlicht werden, wenn sie ihre Nachkommen unter den Stacheldraht durchstecken, um es vor der Schlachtung zu retten. In Okja wissen Tiere, dass sie sterben können. Und in dem Film werden sie geradezu zu Juden gemacht, die der Massenvernichtung zugeführt werden. Also das ist schon ein hochproblematischer Turn, der vollkommen ahnungslos vor der Form und dem Wesen der Industrie steht, wie Kapital und Konsum funktioniert.

              Es klärt sich in keinster Weise inwieweit Fleischkonsum nun legitim ist oder nicht. Die Vorzüge der veganen Ernährungsweise werden dadurch auch nicht klar, die übrigens großartig sind, wenn man mal eine Pause vom Antibiotika im Döner oder so braucht. Stattdessen wird manipulativ, suggestiv mit dem Holzhammer auf die Thematik eingeschlagen und so getan, als wäre man ein besserer Mensch, wenn man sein Haustier nicht isst.

              7
              • Und genau deswegen esse ich kein Fleisch mehr.
                Grausamer Film. Wenn ich das vorher gewusst hätte, hätte ich ihn nicht angeschaut.

                3
                • 7 .5

                  Horrorfilm????????
                  Trotzdem mal wieder ein echt genialer Streifen.....der von Anfang bis Ende zu überzeugen weiß und jedes mal wenn eine Länge kommt, dann kommt wieder Jake Gyllenhall und lockert die Stimmung etwas auf:)
                  Echt genialer Schauspieler, das kann ich gar nicht oft genug betonen:):):)
                  Aber sonst gibt es eine spannende und rührende Geschichte, die zwar manchmal im Walt Disney Style etwas zu sehr auf die Tränendrüse drückt.....
                  Aber bekommt auch in diesem Genre immer noch rechtzeitig die Kurve, um nicht zu nerven:)
                  Also von mir gibt es eine klare Empfehlung und vor allem ist die kleine Hauptdarstellerin einfach eine Wucht:):):)

                  21
                  • 7
                    Ollum666 03.07.2017, 11:23 Geändert 03.07.2017, 18:01

                    Okja hat die koreanischen Gespräche untertitelt und das ist hier wunderschön, denn es belässt eine für uns märchenhafte Grundstimmung bestehen.
                    Okja ist ein sanftmütiges Superschwein und befreundet mit Mija. Beide verbringen ihre Jugend zusammen in den Wäldern, wie Geschwister, nur mit dem Unterschied, dass beide einer anderen Wesensart entsprangen. Mija weiß nicht, dass Okja aus einer genmanipulierten Art aus einem Labor entstand. Für das gemeinsame Leben war das auch unwichtig, jedoch tauchen eines Tages die auf, die sie mitnehmen und zu ihren wirtschaftlichen Zwecken entreißen wollen.
                    Mithilfe der sprachlichen Differenzen ziehen jene dies auch durch und Mijas Vater ist nicht gerade hilfreich, er findet es eh nicht sittlich, dass Mija mit dem Schwein ihr Leben in den Wäldern vertrödelt. Sie soll sich einen Freund suchen, ist seine Meinung...
                    Als Mija bemerkt, dass Okja fort ist, nimmt sie sofort entschlossen reißaus, um ihren besten Freund zurückzuholen.
                    Das Abenteuer beginnt und es werden neue Freundschaften geschlossen, mit dessen Hilfe es voran geht und auch teils nicht...

                    Okja ist ein äußerst entschlossener Buddy-Film der anderen Art. Sehr gerechtigkeitsempfindsam und auch für Kinder geeignet, mit viel andersartiger Freude an Action und auch teils Kitsch, zeigt Okja dem Zuschauer, was wahre Freundschaft und Liebe wert sein kann.

                    Um ehrlich zu sein, mag ich Tilda Swinton als bitterböse Konzern-Chefin nicht. Das gabs ja jetzt schon mal (in Snowpiercer). Jake Gyllenhaal war schnuffig zu beobachten, der spielt mal ganz was anderes, hier. Einige, bekannte Schauspieler sind hier dabei, das hat Spaß gemacht, zu sehen.
                    Ein Horrorfilm war das definitiv nicht. Für mich war das ein Kinderfilm, den auch erwachsene sehen können.
                    Toller Film. Und Okja (und Mija) sind soooo süüüüüß. Ich mußte manchmal an Totoro denken...Ansehen!

                    11
                    • 6

                      https://www.youtube.com/watch?v=muSfC8VwnGk

                      • 6 .5

                        In meinen Augen zwar Bongs schwächster Film (sehr viele Elemente kennt man auch bereits aus The Host und Snowpiercer), dafür aber mit einem bissig-berührenden Ende, das mir doch die Tränen hochkommen ließ. Ich hoffe darauf, dass der Film eine ähnliche oder gar größere Wirkung entfachen wird wie es Earthlings bis heute tut.

                        1
                        • Ein sehr berührender, trauriger und teilweise erschreckender Film. Manche Szenen sind kaum zu ertragen.
                          Und die Botschaft ist eindeutig.

                          2
                          • 8 .5
                            Fleischfresserin95 02.07.2017, 09:57 Geändert 02.07.2017, 09:58

                            Persönlich schwanke ich zwischen 8-9 Punkten von 10
                            Auch wenn dieser Film sich so ultra lang nach hinten zieht und die Storyline auch nicht die neuste ist. Sind hier meine Plus Punkte.

                            +Film mit Message
                            +starke Hauptdarsteller
                            +ganz angenehm animiert
                            +exotische Szenen

                            Film sorgt für Diskussionen und regt an überhaupt mal nachzudenken wie wir so leben. Mehr so gutes Zeug! War positiv überrascht, weil ich ja Film Technisch nicht so wirklich der Fan von Netflix Produktionen bin.

                            3
                            • 6

                              Grad eben geschaut auf Netflix.
                              Auch wenn die alle hassen, weil groß, viel Geld, Mainstream, muss man Ihnen lassen, dass die Eigenproduktionen doch zumeist sehr anschaulich sind.
                              Okja gehört jetzt leider für mich nicht dazu. Erkenne auch nicht so viele Gesichtspunkte wie manch anderer Begeisterter, da ich anscheinend eher intuitiv und nach Stimmung bewerte.
                              Anfangs gings erfolgsversprechend los, doch liess dann für mich Recht schnell nach.
                              Außerdem hat die Musik den ganzen Film gekillt, immer schlecht ausgewählt, totnervend und nimmer endend.
                              Gestern erst Prisoners geschaut, da gefiehl mir Gyllenhall besser, Guss Frings war cool. Und der Großvater war auch nett. Hatte zum Ende mit nem Splatterauftritt gerechnet, welcher doch ausblieb. Die Beschreibung lautete ja extra "Nicht für Kinder".
                              Ansonsten ist der Versuch gelungen Kritik an Gesellschaft, Massentierhaltung, Kapitalismus und Missgunst zu üben. Leider oft ohne Lösungsansätze wie bereits obriger Redner mitteilte.
                              Kinder werden sowas wohl eh nicht verstehen, wozu also der Versuch.
                              Prinzessin Mononoke hat mich in der Richtung wesentlich mehr berührt.
                              Ich gebe dem Film zusammengefasst eine glatte 6!

                              • 8

                                sehr traurig, sehr sehenswert
                                stark emotionalisierte Kapitalismus - und Massentierhaltungs-Kritik
                                aber leider bietet der Film keine Lösungen, sondern flüchtet sich am Ende ins private ländliche Idyll.

                                1
                                • 6
                                  Drehmumdiebolzen 01.07.2017, 16:15 Geändert 03.07.2017, 22:52

                                  Bei wohl keiner Filmveröffentlichung in diesem Jahr trat die zunehmende Bedeutung von Video-on-Demand Plattformen für die Filmindustrie und die wachsende Missgunst der klassischen Kinoketten, Studios und Verleihe darüber so deutlich zutage wie bei "Okja" von Joon-ho Bong.
                                  Als erste Netflix-Eigenproduktion bei den Filmfestspielen von Cannes, erntete der Beitrag des südkoreanischen Regisseurs bei Einblendung des Schriftzugs des Streaming-Giganten Buhrufe und Häme. Während dieses Eklat zwar 120 Minuten später mit Standing Ovations quittiert wurde, stellten sich südkoreanische Kinobetreiber quer, den Film parallel zur Veröffentlichung auf Netflix am 28. Juni zu zeigen.

                                  Nun kann man von dieser Marktpolitik der verhärteten Fronten und dem Aufstieg von Streaming-Portalen sicherlich halten, was man will. Feststeht allerdings, dass ein Film wie "Okja" ohne den Wagemut der Verantwortlichen und Produzent Brad Pitt mit seinen zahlreichen (und wenig kinderfreundlichen) "Fucks" wohl nie vom einem großen Studio als vermeintlich massentauglicher Familienfilm genehmigt worden wäre.
                                  Vorweg: Auch wenn die ersten Momente des Trailers auf genau so einen schließen lassen, ist "Okja" kein weiterer, fluffiger Zwischendurchfilm geworden über ein süßes Mädchen und sein putziges, zu groß geratenes Haustier. Regisseur Bong begibt sich nach seiner düsteren Science-Fiction Dystopie "Snowpiercer", mit der der Südkoreaner erstmals internationales Kino-Parkett betrat, keineswegs in die leicht bekömmlichen Gefilde formelhaften Kinder-Kitschkinos.
                                  Ebenso wie bei der in poppiger Independent-Trickfilmästhetik gehaltenen Präsentation und dem permanenten Zahnspangengrinsen von Tilda Swinton ist schnell klar, dass sich hinter der rosaroten Wohlfühloptik des Vorspanns weitaus mehr verbergen muss.
                                  Die leise, ungute Vorahnung hallt selbst dann noch nach, wenn "Okja" nach einem Zeitsprung einmal mehr von der innigen Freundschaft zwischen Mensch und Tier erzählt. Ausgelassen skurril, unaufdringlich, feinfühlig zeigt Bong das Verhältnis zwischen dem Mädchen Mija und dem famos animierten Riesenschwein Okja, das man als urigen Genpoolmix irgendwo zwischen Flußpferd, Hund und eben Schwein augenblicklich ins Herz schließt.

                                  Gleichzeitig steht das titelgebende Mastschwein aber auch stellvertretend für den gesamten Film, der bisweilen ähnlich behäbig und ungeschickt dahertrottet, nur um dann im nächsten Moment unkontrolliert herumzutollen.
                                  Joon-ho Bong vermischt in wilder Experimentierfreude die Genres, erinnert in seiner launig unangepassten, schrägen Herangehensweise an Themen wie Massentierhaltung, -misshandlung, Gentechnik und Lügen-PR an die Verschrobenheit seiner US-Kollegen Wes Anderson oder Tim Burton, erbt aber ebenso unverkennbar deren Schwächen. So kommt "Okja" zwischendrin trotz des mitunter hohen Tempos nicht gänzlich ohne Längen aus und will sich nie so recht zu einem stimmigen Ganzen zusammenfügen. Handwerklich und visuell lässt sich der Netflix-Produktion wenig vorwerfen, mit rund 50 Mio. Dollar Budget und Kameramann Darius Khondji steht man handfesten Hollywoodfilmen in kaum etwas nach.
                                  Stark ist der Film immer dann, wenn er sich zwischen einer turbulenten Verfolgungsjagd durch Seoul, später durch New York Auszeit nimmt für ruhigere, emotionale Momente zwischen Mija und Okja oder aber in unerwartet düsteren Szenen das schockierende Ausmaß von Massentierhaltung darlegt, was einmal mehr die Frage aufwirft, an welches Publikum sich der Film richten soll.
                                  Für Kinder ist er zu verstörend, für Erwachsene trotz der überdeutlichen satirischen Spitzen zu einfach und albern geraten.
                                  Da hilft es zudem wenig, wenn sowohl Tilda Swinton als süffisant-berechnende Konzernchefin als auch ihr Untergebenenstab (mit Ausnahme vielleicht von Giancarlo Esposito, der hier beinahe eine Variante seines Gustavo Fring aus der Erfolgsserie "Breaking Bad" mimt) überwiegend als bloße Karikaturen gezeichnet werden. Inbesondere Jake Gyllenhaal als abgehalfteter Steve-Irwin Verschnitt strapaziert mit seinem zunehmend penetranteren Overacting zeitweise die Nerven.
                                  Etwas gemäßigter, aber nicht weniger unglaubwürdig, geht es bei dem Team um Paul Dano und Lily Collins als Tierbefreiungsfront zu (Produzent Brad Pitt und "Twelve Monkeys" lassen grüßen).
                                  Seo-Hyun Ahn schließlich, die fast durchgehend in ihrer Muttersprache spielen darf, steht als Unschuld vom Lande zwischen den Stühlen.Sie ist es, die dem überdrehten Geschehen bei allem Brimborium immer wieder die nötige Erdung verleihen und "Okja" zu einem sehr intimen, aufrichtigen und auch berührenden Film machen kann, was ihm aber widerum gerade am Ende zum Verhängnis wird.
                                  Es ist zwar schön, dass man aus dem koreanischen Mädchen in der Fremde weder eine Werbefigur, noch im Handumdrehen eine glühende Aktivistin macht, dennoch lässt gerade das die Geschichte auf einer persönlichen Note ausklingen, die doch allzu versöhnlich und handzahm wirkt.

                                  "Okja" ist, wie sein drolliges Titeltier, in erster Linie ein Experiment. Ein Versuch, Joon-ho Bong nach seinem Hit "Snowpiercer" weiter auf der internationalen Bühne zu etablieren und den hochwertigen Netflix-Eigenproduktionen ebenfalls den Weg zu eben.
                                  Diese erreichen zwar mit Hollywoodstars mehr und mehr Kinoformat, inhaltlich fehlt es dem satirisch angehauchten Genremix aber an Feinschliff und Biss. Vielmehr als über die Machenschaften der Nahrungsmittelindustrie darlegen tut der Film jedoch, wenn auch unfrewillig, über die aktuelle Krise des Kinos und die Angst der alteingesessenen Studiogiganten: vor Wagnissen, Risiken und Nebenwirkungen abseits eingefahrener Massenunterhaltungsmechanismen

                                  6 von 10 goldenen Taschenschweinen

                                  18
                                  • 7

                                    Es ist die innige und fürsorgliche Liebe zum Lebewesen im Zeitalter der Werbung und globaler Ernährung.
                                    "Okja" füttert den Zuschauer mit einer bitteren Tatsache, die Industrie bist Du.
                                    Der fleischige Wahn an der Theke des Vertrauens und das Vergnügen Tiere in Gefangenschaft zu beobachten.
                                    Symbolisiert durch scheinheilige Massenvernetzung im digitalen Nirvana der Hirnverbrennung.
                                    Überall werden wir von Werbung verfolgt, bezahlt, ausspioniert oder gar belästigt.
                                    Ungefragt schaltet sie sich ein und wird für ertragreiche Beträge wieder verkauft.
                                    Wer glaubt er sei dagegen immun ist ein Idiot, die Verführung ist nicht das eigentliche Ziel, denn gekauft wird immer.
                                    Es ist das perfide System dahinter welches gezielt die Ausgaben verrichtet um eben den Kreislauf Geld am Leben zu erhalten.
                                    In "Okja" ist es eben das Tier als Maskottchen zum Henker geführt während der Mensch sich als rosa Schwein verkleidet der Gesellschaft beugt.
                                    Schließlich unterstützt durch willige Investoren und Marketing Abteilungen die ganze Herrscharen verfügbarer Mittel real werden lassen.
                                    Symphatische Figuren werden erfunden, der Natur entnommen oder einfach eingekauft auf dem Markt der Promis.
                                    Es ist aber nicht nur die Scheinheiligkeit der Konzerne sondern eben auch unser Verbrauch.
                                    Über die Jahre erziehen wir unsere Kinder zur Big Mac Ära und lachen über Gemüse Fetischisten.
                                    Skandale werden aufgebauscht aber durch den Hunger gestillt und vergessen.

                                    Wenn Mija mit ihrem Okja durch die üppige Landschaft zieht verweilt kurz der Frieden.
                                    Bis zu den düsteren Bildern im Spiegelbild einer Generation, wo Fleisch einfach nur Arbeit bedeutet. Wo der Mensch auswählen kann, denn der Überfluss wird nur eingegrenzt durch Armut damit die Industrie weiter existieren kann.

                                    "Okja" ist quasi das riesige Buffet als Antwort auf den Hunger der Welt, niemand muss mehr verhungern denn wir haben jetzt Riesenschweine die im Ökosystem gedeihen.
                                    Wie im echten Leben wo mit Bio, fettarmen oder gar besonders entwickelten Lebensmitteln auf die bewusste Ernährung umgestellt wird.
                                    Marketing Deluxe wenn man endlich mal gesund essen kann, die Werbung verrichtet auch hier beste Ergebnisse.
                                    Der Rest ab in die Tonne.

                                    "Okja" ist ein sentimentaler überspitzter Witz der irgendwann in der Speisenröhre einfach hängen bleibt.

                                    18
                                    • 10
                                      Toaster85 30.06.2017, 21:15 Geändert 30.06.2017, 21:20

                                      Was ein Wahnsinnsfilm! Am Ende hatte ich Niagarafälle im Gesicht! ;-(

                                      1
                                      • 6

                                        [...] So versteht sich die Welt von Okja als eine überaus globalisierte, in der Sprachbarrieren mühelos überwunden werden und die Gesellschaft längst über etwaige Grenzen hinausdenkt. Da erscheint es zunächst nur konsequent, dass auch der Film eine wilde und eigenwillige Mixtur aus diversen Anleihen und Thematiken darstellt. So prallen actiongeladene Verfolgungsjagden auf emotionale Heimatfilmmomente und die gesellschaftskritische Satire treibt ein fröhliches Wechselspiel mit dem fast schon kitschigen Familiendrama. Ein interessantes Konzept, das leider nur bedingt aufgeht. So ist Okja vor allem in der ersten Hälfte ein wunderbar einnehmender Film, der emotional mitreißende Momente mit herzlich aufkeimendem Humor verbindet. Gerade zu Beginn konzentriert sich der Film auf die Beziehung zwischen dem jungen Bauernmädchen Mija (Seo-hyeon Ahn) und dem genmanipulierten Riesenschwein Okja, das angesichts des überschaubaren Budgets erstaunlich gut animiert wurde. In ihrem simplen Zusammensein in der Wildnis und der herzzerreißenden ersten Trennung findet Bong bereits die wirkungsvollsten Momente seines Films. Auch später kann das Werk immer wieder für memorable Augenblicke sorgen, doch gerade in der zweiten Hälfte ist es dermaßen holprig und ungeschickt erzählt, dass man mindestens ein Auge zudrücken muss. [...] etztlich erweist sich die Eigenproduktion von Netflix als ein Film, der alles auf einmal sein will, anstelle davon, sich auf seine eigenen Stärken zu berufen. Gerade die satirische Kritik an Kapitalismus, Massentierhaltung und Genmanipulation erscheint angesichts der eigenen Ambitionen viel zu platt und oberflächlich, ebenso wie es das versöhnliche Ende verpasst, ein Ausrufezeichen in diese Richtung zu setzen. Okja bleibt damit sicherlich ein interessanter Film, weil er abseits gängiger Normen operiert und sich allein als Projektionsfläche kreativer Ideen als sehenswert erweist. Gerade die narrativen Schwächen der zweiten Hälfte kann der Film jedoch kaum mit seiner glänzenden Fassade überdecken, denn dafür ist er stellenweise schlichtweg zu geschwätzig, aufdringlich und direkt. [...]

                                        10
                                        • 9

                                          Dieser Film, der niemals aufhört sich zu bewegen, ist voll mit Informationen und Gefühlen. Satirische Spitzen kommen vor und werden wieder hinweggewischt von Strömen an starken Emotionen. Alles ist fabelhaft grostesk und trotzdem steht gleichzeitig etwas Wichtiges auf dem Spiel. [A.O. Scott]

                                          • 7

                                            Bis auf den konfusen Mittelteil und den unpassende Overacting von Gyllenhaal gefielen natürlich die herzergreifenden Szenen zwischen Okja und dem Mädchen, wobei ich nicht ganz verstehen konnte wie man 6 Jahre miteinander so vertraut ist und dann mit so einem großen Tier das man liebt, einen schmalen Steilhang entlang geht und das Risiko eines Absturzes in Kauf nimmt, nur wegen einer Abkürzung.
                                            Na gut, dramaturgisches Mittel, abgehakt.
                                            Trauriges mitreißendes Finale das Kinder vielleicht mal dazu bringt, bei ihren Eltern mal nachzufragen aus was die ChickenNuggets oder Hamburger gemacht werden. Manchmal habe ich das Gefühl die Kids denken die Fischstäbchen schwimmen im Meer rum und werden gefangen.
                                            Viel zu wenige waren schon mal auf den Bauernhof und sehen ihre erste Kuh höchstens im Streichelzoo.
                                            Wobei ich nur für die Erwachsenen die ihren Fleischkonsum drastisch runterfahren möchten, mal den Film "Earthtlings" mit der Off-Stimme von Joaquin Phoenix empfehlen möchte.
                                            http://www.moviepilot.de/movies/earthlings-2
                                            Allerdings war ich selber zwar schon mal als Schüler so halbillegal in einen großen Schlachthof und war dadurch großteils schon "vorbereitet" was man da zu sehen bekommen könnte.
                                            Schaffte mit meiner Frau aber gerade mal 30 Minuten. Die Restsichtung schieben wir seitdem vor uns her.
                                            Reinschauen sollte mal trotzdem mal, was unsere idyllische Supermarkt Werbung uns ständig vorgaukelt und wir es verdrängungstechnisch auch glauben wollen.
                                            Sorry fürs Abschweifen.

                                            5
                                            • 8 .5

                                              Mit seiner neuesten Arbeit Okja kreiert Bong ein angemessene Heldin für unsere Zeit, ein unauslöschbare Kreatur, eine Geschichte, ausbalanciert zwischen Herz und Kopf und einen Film, der die Grenzen der Technologie auf und abseits des Bildschirms angreift. [Mark Olsen]

                                              • 8 .5
                                                Shawnee 30.06.2017, 12:43 Geändert 25.07.2017, 23:51

                                                OKJA, eine NETFLIX-Eigenproduktion, die mich begeistert und dabei auch tief berührt zurück gelassen hat. Die Geschichte von einem kleinen Mädchen, das alles tut, um ihr zehn Jahre zuvor in Genlaboren gezüchtetes Schwein vor dem sicheren Tod zu bewahren, besticht durch viel Herz, frische Gesichter und eine sehr eigenwillige Produktionsweise.
                                                Natürlich sind neben der großartigen Debütantin Seo-Hyeon Ahn und der Tatsache, dass es eine amerikanische Co-Produktion ist, auch viele bekannte Gesichter dabei.
                                                Allen voran der wundervolle Paul Dano, ein sehr überdrehter Jake Gyllenhaal und die große Tilda Swinton, die ich mir teilweise doch ein wenig fieser gewünscht hätte.
                                                Das Script lässt sich zudem Zeit in der Entwicklung, was mit visuell wunderbaren Bildern und einer eigenen musikalischen Untermalung kaum schöner hätte gestaltet werden können.
                                                Joon-Ho Boong, von dem ich zuvor nur wusste, dass SNOWPIERCER wohl nicht so toll wäre, erzählt erst die Geschichte einer Freundschaft zwischen Mensch und Tier und lässt diese mit Wink auf die Massentierhaltung enden. Das sorgt nicht nur für einen bitteren Beigeschmack, sondern auch für ein Bewusstsein, von dem ich mir wünschen würde, dass es der Mensch an sich langsam auch verstehen würde.

                                                OKJA hat mir gefallen, weil er eben nicht komplett in der Weltsprache läuft, weil er auch als Parabel auf eine Zukunft hinweist, die gar nicht so unaufhaltsam scheint und vor allem weil er zwar ein subjektives Happy End präsentiert, aber dennoch das nicht unaufhaltsame industrielle Massenschlachten von Tieren nicht aufhält. Es lohnt sich dennoch auch über den Abspann hinaus dran zu bleiben!

                                                Ich mag nicht weiter spoilern, aber...

                                                Die kleine Mija mag zwar Okja retten können, doch Millionen andere Schweine, werden eben dennoch, dem Schicksal, auf der Schlachtbank zu enden, nicht entkommen. Weshalb mich die Szene, in der zwei ältere Schweine ihr Baby in die Obhut von Okja und Mija geben, sehr bewegt hat. "Für dich wollen wir etwas Besseres" und ich wünsche mir, dass man den Film so in Erinnerung behält.
                                                Die Gestaltung des dortigen "Schlachthofes" erinnert dabei bestimmt nicht unbeabsichtigt, an den Aufbau der Konzentrationslager des Dritten Reiches, in denen ebenfalls ein industrieller Massenmord durchgeführt wurde.
                                                In Cannes gab es für Cast und Crew Standing Ovations, für die Menschen an sich, in den nächsten Jahren hoffentlich wieder nur den Sonntagsbraten, der eben so heißt, weil man ihn eben nur ein Mal in der Woche und nicht jeden Tagen isst.

                                                1
                                                • 7
                                                  lieber_tee 30.06.2017, 11:58 Geändert 11.07.2017, 02:28

                                                  Rettet das Köttel-Kaka-Mastschwein.
                                                  Platte Kapitalismus-Satire knallt auf tröstlichen Öko-Familienfilm-Kitsch, um sich gegen schweinische Massentierhaltung auszusprechen. Die über-offensichtliche Kritik an Gentechnologie, Lügen-Marketing und abscheulichen Fleisch-Konsum wird nicht selbstgefällig gepredigt, sondern wundersam widersinnig mit narrativen und stilistischen Brüchen erzählt, mit feinen Details garniert und ist fern normiertem Hollywoodkino. Erwartungen und Sehgewohnheiten werden torpediert. Die Schweins-Hachse bleibt im Hals stecken, ob wegen des dunklen Witzes oder wegen der gezeigten KZ-Grausamkeit. Die Melancholie, die durch diesen Film weht, muss wohl jeder für sich selbst entdecken... Denn die Reise durch niedliche, lustige, beängstigende, traurige, alberne und giftige Szenen ist nicht leicht zugänglich. Eifrig bedient Filmemacher Joon-ho Bong zahllose Genre-Filme. Das Ergebnis ist unordentlich, holprig, findet kaum eine Balance in seinen ausufernden Ideen.„Okja“ braucht da schon vom wohlwollenden Zuschauer eine liebevolle Zuwendung, so chaotisch und ungeschickt ist er. Ich mag diese Art des ertragreichen und anarchischen Filmemachens. Dieses umständliche Hybrid-Schwein zeigt, dass es sich lohnt begabten, ehrgeizigen Regisseuren kreativen Freiraum und Geld für ihre Visionen zu geben.
                                                  7 mutige Schweinehirtinnen, von der anderen Seite der Erde.

                                                  32
                                                  • 7 .5

                                                    [Okja] bleibt stets mitreißend und unberechenbar, springt abrupt von Slapstick-Humor zu den Schrecken der Massentierhaltung. [Andrey Arnold]

                                                    ▲ Top