Okja - Kritik

Okja

KR/US · 2017 · Laufzeit 118 Minuten · Drama, Science Fiction-Film, Abenteuerfilm, Actionfilm
Du
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    Okja erzählt in dringlichen Bildern vom Kampf einer visionären Ernährungswissenschaftlerin gegen eine Gruppe liberaler Links-Aktivisten, die mit drastischen Mitteln zur Kriminalität greifen und den Fortschritt der Menschheit zugunsten eines Nilpferds retardieren. Angeführt von einer minderjährigen und bildungresistenten Landpomeranze, steigert sich die Terroristengruppe immer weiter in ihrer Zerstörungswut und macht auch schon bald vor Industriespionage und Vandalismus nicht mehr halt. So erkauft sich Bong seine manipulative Öko-Propaganda auf Kosten von Pioniergeist, Selbstjustiz und blinder Anarchie, dämonisiert unschuldige Konzerne und erhebt ein furzendes Rüsseltier zur Galionsfigur, die dem finalen Moment der Schlachtung leider entrinnt.

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    • 9 .5

      ein einfühlsamer und wirkungsvoller Film der mich emotional gepackt hat und zudem musste ich oft lachen, irrwitzig genial! Der wohl tierliebste Film. Hier hat alles gepasst, nicht nur die Message, auch in Bild und Dialog detailreich!

      • 9

        Heutzutage leben wir in einer Zeit der Nachhaltigkeit. Unternehmen und Hersteller von Waren und Dienstleistungen sind politisch angehalten "nachhaltig" zu produzieren. Das heißt, es soll ökologisch, ökonomisch und sozial vernünftig umgesetzt werden. Ein schwieriges Vorhaben - definitiv, aber allemal ein schönes Ziel. Nun kommt das ja in der Realität oft genug vor, dass Unternehmer an diesem Ziel ordentlich vorbeischießen. Glücklicherweise gibt es kreative Marketingleute, die auf diversen Kanälen - von TV über Printmedien und sozialen Netzwerken - zumindest so tun können, als wäre das, was da aus der Firma kommt, ein Musterbeispiel an Nachhaltigkeit. Und wir - die verzauberten Konsumenten - glauben das, denn wir haben ein gutes Gefühl beim Einkauf und wollen in unserer Wohlfühlwelt ungern das schlechte auf diesem Erdball an uns heranlassen. Denn Dinge zu verbessern, erfordert Veränderung, die oft unangenehm ist.
        Genau das Thema bringt "Okja" hier auf den Bildschirm und dürfte damit sicher den ein oder anderen Denkanstoß mit sich bringen. Getragen wird das Ganze von einer wunderbaren Freundschaft zwischen einem Superschwein (Okja) und einem koreanischen Mädchen, das alles daran setzt, ihren Freund aus den Klauen der fleischverarbeitenden Industrie zu retten. Ein bewegendes Öko-Drama, das ein Bewusstsein schaffen kann, das Nachhaltigkeit oft propagiert, aber selten umgesetzt wird. Manchmal weil man der Ökonomie und dem Geld Vorzug gibt, manchmal aber auch weil es sehr schwierig ist dem Konzept gerecht zu werden.

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        • 7

          "Okja" ist ein Netflix-Exlusivfilm, der sich vor seinen Konkurrenten aus dem Kino in keiner Hinsicht zu verstecken hat. Der Film ist, nachdem er den Zuschauer mit einem eher simpel erscheinenden Plot ködert, eine Kritik am Fleischkonsum und Grossunternehmen an sich und als solche durchaus gelungen. Die Mischung aus Action-Komödie und Drama ist aber nicht rundherum sondern nur weitgehend gelungen. Einige Szenen wirken überflüssig und an anderer Stelle hätte ein bisschen mehr Ausführung gut getan. Das CGI fällt zumindest nicht negativ auf und das Tempo ist eher hoch. Der Cast wartet gleichsam mit grossen Namen und einer tollen Nachwuchsschauspielerin auf und der Soundtrack ist klasse.

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          • Im Podcast besprochen:

            "Ist Netflix der Erretter des Independent-Films? Mit OKJA von Bong Joon-ho jedenfalls hat der Streaminganbieter einen ganz heißen Kandidaten im Köcher, Premiere (mitsamt Buhrufen) in Cannes und vor wenigen Wochen die weltweite Veröffentlichung im Internet für Netflix-Kunden. Jan, Niels und der zurückgekehrte Paul haben sich den Film angesehen, vom TV bis zum Smartphone bilden wir alle Möglichkeiten des heutigen Filmkonsums via Internet ab. Was steckt hinter dem Film über das süße Superschwein Okja? Haben wir im Kino eines der Film-Highlights dieses Jahres damit verpasst? Oder ist die Diskussion um den Film doch bloß heiße Luft?"

            • 10

              Gerade das zweite Mal gesichtet und ich bin so sehr von dem Film berührt, dass ich ihn nochmal um 0,5 Punkte hochziehe. Ich habe die letzten 15 Minuten vom Film einfach nur geheult. Da weiss ich wieder warum ich schon lange kein Fleisch mehr esse und es auch nie wieder tun werde.

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              • 6

                Rennschwein Rudi Rüssel für Erwachsene. Mag man meinen. Während Regisseur Bong Joon-ho die erste halbe Stunde des Films prima vorbereitet und die emotionale Bindung zwischen Superschwein Okja und Mija mit Ruhe, Sorgfalt, manchmal feinen und manchmal plumpen Witz entwickelt, saust und stolpert die südkoreanische Produktion fortan durch verschiedene Genres.

                Wie schon in „the Host“ lässt Joon-ho auch hier seinen Hang zu karikativen Figuren und übertriebener Gefühlsduseligkeit klar erkennen. Das ist mutig, nur funktioniert dies nicht immer. Die übertriebenen Charkaterzeichnungen, die die sonst so herausragend agierenden Tilda Swinton und Jake Gyllenhall einnehmen müssen, sind am Rande der Lächerlichkeit und treiben einen Keil in die durchaus spannende und mitunter sogar famos inszenierte Verfolgungshatz von Superschwein Okja und der im Grunde mitreißenden Beziehung zu dem ebenfalls überzeugend dargestellten Mädchen Mija. Um wirklich nachhaltige Kritik an Kapitalismus und Fleischkonsum zu üben, ist „Okja“ einfach nicht bissig genug und zu unentschlossen, ob er nun ernst genommen werden will oder nicht.

                Dennoch überzeugt „Okja“ tatsächlich immer dann wenn man sich unmittelbar auf die Beziehung zwischen dem Mädchen und dem vortrefflich animierten Superschwein konzentriert. Wirklich grandios, mit wieviel Liebe, Herz und Eigenwillen „Okja“ ausgestattet und zum Leben erweckt wurde.

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                • 8

                  Toller Film . Man fiebert mit , die Figuren sind toll und authentisch gezeichnet und es wird einem nie langweilig . Man kann sich jetzt daran hochziehen das die Massentierhaltung kritisch hinterfragt wird etc. pp aber unterm Strich bleibt ein schönen Film über Freundschaft und Verantwortung füreinander .( SPOILER) Die Doppelrolle von der Swinton fand ich seltsam .... erst die "Visionärin" die die Welt retten will und dann klappt das Vorhaben nicht und der Böse Zwilling übernimmt ... das hätte man glaub ich auch irgendwie anders lösen können ...

                  • 7 .5

                    Joon-ho Bongs bester bisher, will ich meinen. Von den vieren, die ich kenne.
                    Und was ein Cast.

                    • 7 .5

                      Sehr schöner Film der mit Netflix genau die richtige Plattform gefunden hat. Im Kino wäre er wahrscheinlich untergegangen. Hat mich die 2 Stunden lang gut unterhalten. Kann ich empfehlen. Netflix Glückwunsch, manchmal könnt ihr doch Filme.

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                      • 2

                        Tja. Und nun hat es mich voll erwischt. Vorhersage 7,5, der kann ja nur interessant sein. Das Endergebnis fällt dann schlichtweg ernüchternd aus. Der Film ist leider völlig an mir vorbei gezogen. Was will mir der Film sagen? Was ist seine Message? Und wenn er eine hat, warum ist sie so Klischee behaftet? Warum sieht ein Schwein, wie ein Nilpferd aus? Warum sind asiatische Regisseure teilweise nicht in der Lage eine solche Thematik vernünftig umzusetzen? Warum muss immer der Holzhammer herhalten? Warum muss die Gewaltspirale so weit getrieben werden? Kann man das nicht subtiler darstellen? Diese ewigen Vergewaltigungsorgien und KZ Anleihen gehen mir tierisch auf den Sack. Das Ganze dann als Film zu verkaufen, der uns zum nachdenken bringen soll ist eine bodenlose Frechheit. Das Alles dann auch noch an einem (fiktiven) Tier auszulassen bringt das Fass zum überlaufen. Diesem Planeten wäre geholfen, wenn für diesen Schwachsinn keine Plastikhüllen hergestellt werden, um den Film kommerziell zu vertreiben. Warum der Film hier gefeiert wird entschliesst sich mir leider gar nicht, denn er ist nicht anderes als Salo. Ein provokanter Scheißfilm.
                        Die Thematik ist zu wichtig, um so mit Ihr zu umgehen. Ich hoffe es nimmt sich jemand dieses Themas an, der Ihm gewachsen ist.
                        Die Punkte gibt es für das Nilpferdschwein und für Tilda Swintons Zahnspange.

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                        • 4 .5

                          In Cannes aufgrund des „Netflix“-Logos ausgebuht, im Internet letztlich doch abgefeiert. Joon-ho Bong („Snowpiercer“) scheint wohl ganz in Amerika angekommen zu sein. Nach dem genialen „Snowpiercer“ kommt nun also die zweite US-amerikanische Zusammenarbeit des koreanischen Regisseurs. Enstprechend gespannt bin ich.

                          „Okja“ ist nicht nur der Name des Films, sondern auch der Name eines sogenannten Superschweins. In den bergigen Regionen Koreas aufgewachsen, geht Okja durch dick und dünn mit ihrer Besitzerin Mija (Seo-Hyun Ahn). Als Okja, die ursprünglich Teil eines Wettbewerbs war, von großindustriellen Metzgern nach Seoul gebracht wird, beschließt Mija ihr Superschwein vor dem Transport nach Amerika zu bewahren.

                          Grelle Satire, platte Kapitalismuskritik und vegetarische Propaganda. Alles Begriffe, die man „Okja“ auf das digitale Fleisch brennen könnte. Joon-ho Bong will in den knapp 2 Stunden Laufzeit fast alles erreichen. So wird „Okja“ zu einer äußerst rumpeligen Erfahrung.
                          In seinen stärksten Momenten fokussiert sich „Okja“ ganz auf seine durchaus starken und originellen Ideen und Charaktere. Die Öko-Terroristen um Paul Dano sind zwar seit „12 Monkeys“ nichts neues, überzeugen aber durch leidenschaftlich agierende Akteure und so einige witzige Einfälle. Die gesamte Schauspielriege weiß eigentlich zu überzeugen. Tilda Swinton als bösartige Konzernchefin, Giancarlo Esposito als rechte Hand des Teufels und das alles mit einer angenehmen Ambivalenz. Lediglich Jake Gyllenhaal scheint sich hier etwas zu sehr in den exaltierten Art seines Charakters Johnny Wilcox verlaufen zu haben.

                          Wenn zu treibender Balkan-Musik die irrsten Rettungsaktionen gestartet werden und „Okja“ seine skurrilen Charaktere sich selbst überlässt, dann hat der Film nämlich durchaus seine liebenswerten und auch sehr gut funktionierenden Momente. Bis der Film in der zweiten Hälfte eine folgenschwere Fehlentscheidung trifft.

                          „Okja“ möchte uns über schlechte Behandlung von Tieren aufklären, uns unsere eigene Grausamkeit spüren lassen. Statt sich aber auf originelle Weise dem Thema zu nähern, wird er zum bloßen Schockervideo. Wäre das der Ton des ganzen Films, dann wäre das kein Problem, denn manchmal kann nur durch Schock auch aufgeklärt werden, in diesem Falle aber bricht „Okja“ komplett im Ton. Joon-ho Bong lässt sämtliche Charakterentwicklung fallen, um auf den letzten Metern ordentlich mit platter Symbolik zu schocken und dabei nichts Neues zu erzählen. Die überzeichnete aber funktionierende Satire wird zur brutalen Nummernrevue und fährt sogar mit finsteren KZ-Anleihen auf. Manipulativ, unbeholfen und weit weg vom kreativen Charme der ersten Hälfte. Ich war nicht geschockt, ich war verärgert aufgrund der platten Handhabung eines eigentlich hochinteressanten Themas. Nicht weil ich mich als Fleischfresser ertappt fühlte, sondern weil ich „Okja“ mehr als Schocker-Plattitüden zugetraut hätte.

                          „Fuck off! We're extremely proud of our achievements. We're very hardworking business-people. We do deals, and these are the deals we do. This is the tenderloin for the sophisticated restaurants. The Mexicans love the feet. I know. Go figure! We all love the face and the anus, as American as apple pie! Hot dogs. It's all edible. All edible, except the squeal.“

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                          • 6 .5
                            kyro1 07.07.2017, 17:41 Geändert 07.07.2017, 23:01

                            Ja, ähm... Bong hat wohl schon den einen oder anderen besseren Film gedreht. Trotzdem hat mir "Okja" sogar einen Tick besser gefallen als erwartet. Irgendwie ist das Ganze halt einfach liebenswert. Aussehen tut's auch super. Und Bongs Intentionen dahinter sind bestimmt auch vorbildlich. Aber naja. Irgendwo ist "Okja" aber eben auch etwas plakativ, naiv und lächerlich. Im Prinzip erzählt die Geschichte ja auch nichts, was man noch nicht weiß (hoffe ich doch). Die Gut-Böse-Überspitzungen, die in den KZ-ähnlichen Zuständen ihren Höhepunkt finden, sind einerseits wirkungsvoll, aber auch äußerst fragwürdig. Alles in allem ist "Okja" wohl gut gemeint und ein Film, den man durchaus einmal gesehen haben kann. Um einen besonders klugen oder herausragenden Film handelt es sich dabei aber leider nicht. Da sollte man dann schon eher zu "Memories of Murder", "Mother" oder auch gerne zu Bongs Erstling "Barking Dogs Never Bite" greifen.

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                            • 5

                              Ein sehr wichtiger, gesellschaftlicher Brennpunkt leider nur mittelmäßig oder besser gesagt am Thema vorbei verfilmt.

                              Joon-ho Bongs humoristische, verschrobene und groteske Inszenierung à la Wes Anderson beißt sich meiner Meinung nach sehr mit der ernsten Grundprämisse. Die Anzahl an normalen Charakteren kann man an einer Hand abzählen, der Rest wird hemmungslos überzeichnet dargestellt. Den schlimmsten und zugleich genialsten Auftritt hat wohl Jake Gyllenhaal als komplett überdrehter TV-Star inne, welcher mich ziemlich stark an Chris Tucker als Ruby Rhod in "Das fünfte Element" erinnerte.

                              Was in "Snowpiercer" noch eine meisterhafte Symbiose einging, wirkt hier einfach nur falsch. So wird zum Beispiel in einer Szene das panische und verängstigte Schwein zu fröhlicher Partymusik durch die Stadt gejagt und in einer anderen Szene versuchen trottelige Ökoterroristen (u.A. Paul Dano, Steven "Glenn" Yeun und Lily Collins), den Schweinetransporttruck zu überfallen, was jedoch primär wie eine "The Dark Knight"-Parodie erscheint.

                              Eindringlich und erschreckend wird es immer dann, wenn Joon-ho Bong von seiner mehr gewollt als gekonnten Satire ablässt und sich konzentriert sowie ohne Schnickschnack auf die Handlung und glaubwürdigen Hauptcharaktere - das Mädchen Mija und das Schwein Okja - konzentriert. Des Öfteren wird dem Zuschauer dabei das (unfreiwillige) Lachen im Halse stecken bleiben, mit der KZ-Allegorie gegen Ende zeichnet Bong ein schonungsloses und allzu wahres Bild der Massentierhaltung.

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                              • 9

                                Der Film ist toll gemacht.

                                In meinen Augen zeigt der Film das wir Menschen nie den Hals voll bekommen werden,egal jetzt oben Fleischesser,vegetarier oder veganer und was es noch alles so gibt.
                                er zeigt auch wie die Freundschaft zu einem nicht Menschen laufen kann.
                                Der Flm ist schön gemacht und auch wenn andere was anderes sagen und sich ja hier so gebildet ausdrücken, finde ich das jeder diesen Film schauen sollte.

                                • 7

                                  Auf jeden Fall nicht schlecht. Gut Umgesetzt, tolle Animationen, gute Schauspieler. Ich hoffe doch aber das Bong Joon-hos nächster Film wieder eine reine Produktion aus Südkorea wird. Seine Filme vor Snowpiercer haben mir einfach besser gefallen.
                                  Dennoch eine schöne Netflix - Südkorea / USA Co-Produktion.
                                  Das Thema wurde ganz gut umgesetzt.Der Soundtrack ist auch gut nur etwas seltsam für diesen Film. Eine Zweitsichtung wirds wohl nicht geben dafür aber eine von Memories of Murder.

                                  • 3 .5
                                    Polyphem 05.07.2017, 15:23 Geändert 05.07.2017, 15:26

                                    Der Film hatte gute Aussichten: "In Cannes erhielt Okja eine vierminütige Standing Ovation," es spielen darin gestandene Vollprofis wie Gyllenhaal, Swinton, Yeun sowie aufstrebende Talente wie Dano oder Ahn mit, und Joon-ho Bong hatte mit "Mother" (2009) mich durchaus zu überzeugen gewusst. Doch es gibt schreckliche Probleme mit dem Film:

                                    Wenn Okja ein Plädoyer für veganes oder vegetarisches Essen ist, so verstehe ich nicht, wieso die sympathische Hauptfigur das Superschwein rettet, aber zugleich Hühnersuppe als Lieblingsspeise hat. Was soll die Message sein? Haustiere werden nicht gegessen, aber alles andere schon?!

                                    Die Retter des Superschweins sind naturverbundene, arme Hippies mit tragischen Familienhintergrund, die noch nie irgendwem etwas getan haben (außer Hühnern für die Suppe). Die künstlichen Genfleischfabrikanten sind dagegen gierige, verdorbene Machtmonster, die aus reiner Boshaftigkeit Geld verdienen und Fleisch essen wollen. Dort das naive Waisenkind, hier der Sadist, der Lust daraus gewinnt, Schweine zu quälen. Es wird nichts dem Zufall überlassen, für wen der Zuschauer zu sein hat und zugleich ist es unheimlich stumpf und dumm.

                                    Obendrauf dann die militanten Tierschützer, die gern auch mal ihre Mitstreiter halbtot schlagen, die halbe Stadt verwüsten und Spionage betreiben, um Tiere zu schützen. Auf der Pressekonferenz zu dem Film in Cannes wurde übrigens die Frage aufgeworfen, warum ausgerechnet die ALF als Sympathieträger herhält, obwohl sie Sprengstoff für ihre Zwecke einsetzt: https://youtu.be/qRcXQNFgO2I?t=313 (Bong reagierte blumig: "They make us think" und sorgen angeblich dafür, dass Menschen und Tiere in "Harmonie" leben. Wie Sprengstoff dabei helfen soll, hat er nicht verraten.)

                                    Schliesslich die Abbildung der Massenschlachtung als eine Art Tier-KZ, wo die elterlichen Schweine geradezu ekelhaft vermenschlicht werden, wenn sie ihre Nachkommen unter den Stacheldraht durchstecken, um es vor der Schlachtung zu retten. In Okja wissen Tiere, dass sie sterben können. Und in dem Film werden sie geradezu zu Juden gemacht, die der Massenvernichtung zugeführt werden. Also das ist schon ein hochproblematischer Turn, der vollkommen ahnungslos vor der Form und dem Wesen der Industrie steht, wie Kapital und Konsum funktioniert.

                                    Es klärt sich in keinster Weise inwieweit Fleischkonsum nun legitim ist oder nicht. Die Vorzüge der veganen Ernährungsweise werden dadurch auch nicht klar, die übrigens großartig sind, wenn man mal eine Pause vom Antibiotika im Döner oder so braucht. Stattdessen wird manipulativ, suggestiv mit dem Holzhammer auf die Thematik eingeschlagen und so getan, als wäre man ein besserer Mensch, wenn man sein Haustier nicht isst.

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                                    • Und genau deswegen esse ich kein Fleisch mehr.
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                                      • 7 .5

                                        Horrorfilm????????
                                        Trotzdem mal wieder ein echt genialer Streifen.....der von Anfang bis Ende zu überzeugen weiß und jedes mal wenn eine Länge kommt, dann kommt wieder Jake Gyllenhall und lockert die Stimmung etwas auf:)
                                        Echt genialer Schauspieler, das kann ich gar nicht oft genug betonen:):):)
                                        Aber sonst gibt es eine spannende und rührende Geschichte, die zwar manchmal im Walt Disney Style etwas zu sehr auf die Tränendrüse drückt.....
                                        Aber bekommt auch in diesem Genre immer noch rechtzeitig die Kurve, um nicht zu nerven:)
                                        Also von mir gibt es eine klare Empfehlung und vor allem ist die kleine Hauptdarstellerin einfach eine Wucht:):):)

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                                        • 6 .5

                                          In meinen Augen zwar Bongs schwächster Film (sehr viele Elemente kennt man auch bereits aus The Host und Snowpiercer), dafür aber mit einem bissig-berührenden Ende, das mir doch die Tränen hochkommen ließ. Ich hoffe darauf, dass der Film eine ähnliche oder gar größere Wirkung entfachen wird wie es Earthlings bis heute tut.

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                                          • Ein sehr berührender, trauriger und teilweise erschreckender Film. Manche Szenen sind kaum zu ertragen.
                                            Und die Botschaft ist eindeutig.

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                                            • 8 .5
                                              Fleischfresserin95 02.07.2017, 09:57 Geändert 02.07.2017, 09:58

                                              Persönlich schwanke ich zwischen 8-9 Punkten von 10
                                              Auch wenn dieser Film sich so ultra lang nach hinten zieht und die Storyline auch nicht die neuste ist. Sind hier meine Plus Punkte.

                                              +Film mit Message
                                              +starke Hauptdarsteller
                                              +ganz angenehm animiert
                                              +exotische Szenen

                                              Film sorgt für Diskussionen und regt an überhaupt mal nachzudenken wie wir so leben. Mehr so gutes Zeug! War positiv überrascht, weil ich ja Film Technisch nicht so wirklich der Fan von Netflix Produktionen bin.

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                                              • 6

                                                Grad eben geschaut auf Netflix.
                                                Auch wenn die alle hassen, weil groß, viel Geld, Mainstream, muss man Ihnen lassen, dass die Eigenproduktionen doch zumeist sehr anschaulich sind.
                                                Okja gehört jetzt leider für mich nicht dazu. Erkenne auch nicht so viele Gesichtspunkte wie manch anderer Begeisterter, da ich anscheinend eher intuitiv und nach Stimmung bewerte.
                                                Anfangs gings erfolgsversprechend los, doch liess dann für mich Recht schnell nach.
                                                Außerdem hat die Musik den ganzen Film gekillt, immer schlecht ausgewählt, totnervend und nimmer endend.
                                                Gestern erst Prisoners geschaut, da gefiehl mir Gyllenhall besser, Guss Frings war cool. Und der Großvater war auch nett. Hatte zum Ende mit nem Splatterauftritt gerechnet, welcher doch ausblieb. Die Beschreibung lautete ja extra "Nicht für Kinder".
                                                Ansonsten ist der Versuch gelungen Kritik an Gesellschaft, Massentierhaltung, Kapitalismus und Missgunst zu üben. Leider oft ohne Lösungsansätze wie bereits obriger Redner mitteilte.
                                                Kinder werden sowas wohl eh nicht verstehen, wozu also der Versuch.
                                                Prinzessin Mononoke hat mich in der Richtung wesentlich mehr berührt.
                                                Ich gebe dem Film zusammengefasst eine glatte 6!

                                                • 8

                                                  sehr traurig, sehr sehenswert
                                                  stark emotionalisierte Kapitalismus - und Massentierhaltungs-Kritik
                                                  aber leider bietet der Film keine Lösungen, sondern flüchtet sich am Ende ins private ländliche Idyll.

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                                                    Drehmumdiebolzen 01.07.2017, 16:15 Geändert 21.08.2018, 12:08

                                                    [...] Ebenso wie bei der in poppiger Independent-Trickfilmästhetik gehaltenen Präsentation und dem permanenten Zahnspangengrinsen von Tilda Swinton ist schnell klar, dass sich hinter der rosaroten Wohlfühloptik des Vorspanns weitaus mehr verbergen muss.
                                                    Die leise, ungute Vorahnung hallt selbst dann noch nach, wenn "Okja" nach einem Zeitsprung einmal mehr von der innigen Freundschaft zwischen Mensch und Tier erzählt. Ausgelassen skurril, unaufdringlich, feinfühlig zeigt Bong das Verhältnis zwischen dem Mädchen Mija und dem famos animierten Riesenschwein Okja, das man als urigen Genpoolmix irgendwo zwischen Flußpferd, Hund und eben Schwein augenblicklich ins Herz schließt.
                                                    [...] "Okja" ist, wie sein drolliges Titeltier, in erster Linie ein Experiment. Ein Versuch, Joon-ho Bong nach seinem Hit "Snowpiercer" weiter auf der internationalen Bühne zu etablieren und den hochwertigen Netflix-Eigenproduktionen ebenfalls den Weg zu eben.
                                                    Diese erreichen zwar mit Hollywoodstars mehr und mehr Kinoformat, inhaltlich fehlt es dem satirisch angehauchten Genremix aber an Feinschliff und Biss. Vielmehr als über die Machenschaften der Nahrungsmittelindustrie darlegen tut der Film jedoch, wenn auch unfrewillig, über die aktuelle Krise des Kinos und die Angst der alteingesessenen Studiogiganten: vor Wagnissen, Risiken und Nebenwirkungen abseits eingefahrener Massenunterhaltungsmechanismen.

                                                    Ganze Kritik: https://movicfreakz.de/okja/

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