Okja - Kritik

Okja

KR/US · 2017 · Laufzeit 118 Minuten · Drama, Science Fiction-Film, Abenteuerfilm, Actionfilm
Du
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    Ein Mädchen will eine sanftmütige Supersau beschützen, die von einem fiesen Unternehmen zu rein kommerziellen Gründen gezüchtet wurde. Im Kern erzählt „Okja“ eine klassische Geschichte, ergänzt diese jedoch um Angriffe auf Wirtschaft und Medien und geht dadurch über die meisten Familienfilme hinaus. Das ist turbulent, teilweise witzig und manchmal überraschend emotional – selbst für Erwachsene.

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      Auch wenn ein wenig asiatischer Kitsch, wie vermutet, vorhanden ist - ist es ein toller Film! Das Ende ist schon bitter, aber eben die "Realität". Der Film sollte in der Schule mal Pflichtprogramm sein, damit die Kiddies schon lernen, dass Leberwürste eben nicht auf Bäumen wachsen.

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        Chionati 26.03.2018, 19:38 Geändert 27.03.2018, 04:07

        Okja (KR/US - 2017)

        Die zweite große Überraschung für mich dieses Jahr. Eine äusserst gelungene Netflixproduktion.
        Dieser Film hat alle Zutaten: Spannung, Komödienanteile, Drama, Action, Sci-Fi und Abenteuer.
        Erzählt wird von einem genmanipulierten Schwein, dass unbeschwerte 10 Jahre bei dem Mädchen Mija (Seo-Hyeon Ahn) in den Wäldern Koreas aufwächst. Es gibt allerdings eine Firma, die das Schwein wieder zurückholt und in New York weitere Untersuchungen durchführen möchte, denn das "Superschwein" namens Okja ist die Lösung für die globale Hungersnot, ist es doch fast so groß wie ein Elefant und kann genmanipulativ gezüchtet werden. Es entsteht eine äusserst bewegende und berührende Geschichte, denn die mittlerweile 14jährige will ihr hoch intelligentes Schwein namens Okja zurück, das ihr sogar einst einmal das Leben gerettet hat, und begibt sich auf die gefährliche Reise nach New York. Dort trifft sie auf Tierschützer, die sie unterstützen und einen Plan haben, Okja aus der Todesfalle zu befreien. Besonders gegen Ende hin wird zwar nicht explizit gezeigt was in Schlachteinrichtungen geschieht, aber ein paar Szenen sind schon etwas härter, z.B. der obligatorische Kopfschuss, oder wenn bei dem lebendigen Tier eine Fleischentnahme zur Probe erfolgt.
        Rasante und dramatische Inszenierungen erwarten einen, dazu eine ergreifende Story, die vielhaltigen Botschaften ständig im Vordergrund.
        Die Optik ist spitzenmäßig und hochwertig und der Cast spricht für sich: Ob Jake Gyllenhaal, Tilda Swinton oder Paul Dano konnten für das Projekt verpflichtet werden.
        Ich kann diesen Film jedem weiterempfehlen. Die Zeit verging wie im Flug. Man könnte jetzt hier noch einiges an Botschaften schreiben, aber ich belasse es mal dabei. Und über das Ende spoilere ich jetzt auch nichts. Habe den Film eine zeitlang vor mir hergeschoben, weil ich dachte es geht zu sehr in die "kitschige Richtung" und/oder es wird zu "traurig". Beides hat sich nicht bestätigt, obwohl es besonders im letzten Drittel schon sehr dramatisch wird.
        Ganz klare Empfehlung, und eine Durchschnittswertung von 7 spricht ebenfalls für sich.

        2 min. Video, mehr als 1000 Worte

        https://youtu.be/PBJgCDBx2bU

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          https://www.movie-infos.net/datenbank/Entry/119-Okja/

          Fazit

          So harmonisch wie der Film beginnt, so düster wird er zum Ende hin. Je weiter der Film voranschreitet, desto auffälliger wird der Wink mit dem Zaunpfahl, dass es sich hier um pure Gesellschaftskritik handelt. Die Botschaft, dass der Mensch deutlich bewusster konsumieren soll, wird spätestens in den letzten 20 Minuten mehr als deutlich. Nichtsdestotrotz ist Okja empfehlenswert und man sollte zumindest mal einen kleinen Blick hineinwerfen.

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            Mein Senf 26.02.2018, 12:06 Geändert 27.02.2018, 09:58

            Die Wandlung von einem chaotisch, warmherzigen und gleichzeitig schwarzhumorigen Kinderfilm zur blutriefende und moralinsauren Anklage gegen die moderne Lebensmittelindustrie ist sicherlich einer der größten Schwächen von Okja. So scheitert er letztendlich in beiden Genres, denn als Satire ist er zu zahnlos und als Kinderfilm zu bissig.

            Es bleibt ein beeindruckend getrickstes Creature-Drama, in der sich der gnadenlos unterforderte Hollywood-Cast durch ihre überzeichneten Rollen overacten darf. Dabei ist das südkoreanische Humorverständnis zumindest gewöhnungsbedürftig. Einem Method-Actor wie Jake Gyllenhall dabei zuzuschauen, wie er sich in unbeschwertem Kasperltheater versucht, wirkt stellenweise leider ziemlich klemmig.

            Zum Glück gelingen abseits des größtenteils herrlich inszenierten Chaos genug leisere Szenen, in denen eindeutig das Herz von Okja schlägt. Für die ist ausnahmslos die junge Protagonistin Mija zuständig, die das Geschehen zwischen der Ansammlung wandelnder Karikaturen teilweise nur mit einem störrischen Blick zu erden versteht. Auch das Zusammenspiel mit dem titelgebenden CGI-Superschwein Okja gelingt berührend und einfühlsam.

            Nicht Fisch noch Fleisch pendelt Okja irgendwo zwischen Kinder- und Propagandafilm. In seinen besten Momenten ist der Film zugleich wilde Actionsaue und leises Charakterdrama. Aber viel zu oft ist er einfach nur überspannt.

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              Ein verrückter, chaotischer Film, der seine offenkundige Kritik an der Gesellschaft nicht versteckt. Mit Szenen und reichhaltigem Bildmaterial, bei dem man am liebsten die Hände vor die Augen halten will, ist dies ein gutgelungener Appell und ein Spektakel. Die Story recht kitschige Story steht im Kontrast zu der bildgewaltigen Öko Message, die dahinter steckt. Doch die Mischung aus Herz, Leid und Liebe macht den Film mehr als sehenswert.

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              • 7

                Ein zeitgemäßer Film, der den Kapitalismus und die Fleischindustrie ordentlich durch die Mangel nimmt. Wichtige Aussagen, die der Film trifft. Sehr gute Schauspieler, tolle Bilder, passende Musik. Auf jeden Fall sehenswert.
                Trotzdem werde ich weiterhin Fleisch essen. Vielleicht aber etwas bewusster, als bisher.

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                  Geht als ordentlich gemachter Öko-Fictionfilm durch. Das entscheidende Etwas fehlte mir allerdings...oder war in der koreanischen Machart unentdeckt geblieben.

                  • 7 .5

                    "Okja" verfügt über eine (meiner Meinung nach) wichtige Aussage, ist mit einem vielseitigen und einnehmenden Ensemble schön inszeniert und gibt dem Zuschauer Gelegenheit, sich mit den Charakteren zu identifizieren. Auch CGI-technisch ist das Netflix-Original mit dem Superschwein voll auf der Höhe und lässt nichts vermissen, was zeitgemäßen Film ausmacht. Das sehr bittersüße Ende könnte sinnbildlich für den Film stehen, der auf durchdachte Art und Weise die heutige Gesellschaft durch teils recht maßlose Übertreibung konterkariert und dennoch für das Superschwein und seine Wegbegleiter bedrohlich erscheinen lässt.
                    Auf eine besondere Weise fehlte mir bei "Okja" aber der letzte Punch. Immer wieder gab es feinzüngige Kritik in Richtung Publikum und den indirekten Appell, sich und sein Leben zu überdenken, aber so richtig fertiggemacht, wie es eine solche Thematik sicher vermag, hat es mich nicht.
                    Vielleicht ist das dem punktuell eingesponnenen Humor geschuldet, der den Film in jedem Fall emotional erträglicher und dem breiten Publikum zugänglicher machen wird. Es ist einfach richtig witzig, wie bspw. die Mitglieder der Tierschutzorganisation dargestellt werden, nur damit diese im nächsten Moment wieder einen Schlag in die Magengrube setzen. So waren die Übergangsphasen zwischen komödiantischen Elementen und hartem Drama sehr kurz, wenn überhaupt vorhanden.
                    Der Punch fehlte mir auch beim (ersten?) Showdown, der Bühnenshow der Miranda Corporation. Es war eigentlich eine höchst emotionale Szene, die, so würde ich schätzen, Hochspannung und Power für mich mit sich bringen sollte, aber auch diese Sequenz wirkte mir zu unbedarft, zu lari-fari, als ob nichts auf dem Spiel stünde.

                    Insgesamt sicher sehenswert, ein visuell toller Film mit besonderen Charakteren (Yes, wie hab ich mich gefreut, als Jake Gyllenhaal über den Bildschirm gehopst ist! :D ) und berührender Message!

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                    • 7

                      Wie der Film das System, z.B. den Kapitalismus und Massentierhaltung, kritisiert ist wahrlich nichts Neues und auch relativ platt, doch Joon-ho Bongs wilde Inszenierung macht schon Laune und trifft nicht selten mal eine schöne Note. Neben den wirklich gelungenen Bildern und absurd gespielten Charakteren (Jake Gyllenhaal und Tilda Swinton ganz vorne mit dabei) sind es aber vorallem die Gefühle, die 'Okja' zu einem ziemlich guten Film machen. Die teils klischeehaften Szenen drücken die Schalter zwar nicht unbedingt unauffällig, doch seltsamerweise nimmt die Beziehung zwischen Mija und Okja den Zuschauer voll ein. Die bitteren und finsteren Zwischentöne machen das Ganze nur wirkungsvoller.

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                      • 9

                        "Okja" ist ein Film mit Message und bietet viel mehr als nur beliebige Fantasy aus dem Klimperklunkerland (und gute Actioneinlagen). Der Film ist etwas fürs Herz, hier geht es um Freundschaft und was man bereit ist für seine Freunde zu tun. Auch wenn die "Superschweine" hier fiktiv sind aber es gibt in Richtung Ende eine wirklich herzzerreissende Szene die heraus ragt. Die gar nicht mehr so fantasymäßig und fiktiv anmutet. Den Film bitte nicht zusammen mit Wurstbrot oder Braten konsumieren, da der Beigeschmack dann umso bitterer wäre.

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                        • 9

                          Ein genialer Film, der mich total überwältigt hat. Besser kann man solche wichtigen Themen wie Massentierhaltung, Fleischkonsum oder das Streben nach immer mehr Geld egal was es kostet, nicht behandeln. Bong Joon Ho tut es in diesem Film, indem er die Antagonisten bewusst überzeichnet, um klar darzustellen wie verrückt, bösartig und wahnsinnig diese sind. Die Protagonistin, im Gegensatz dazu, ist das Mädchen, die vernünftig, klug und moralisch handelt. Dann gibt es noch das Superschwein, welches das Mädchen aufgezogen hat und später retten muss. Es liest sich alles auf den ersten Blick wie ein Kinderbuch, nur das der Film aber viel weiter geht und sehr intensiv in seiner Bildsprache wird. Der Höhepunkt wird am Ende erreicht, wo das Mädchen mit schrecklichen Bildern einer Fleischindustrie konfrontiert wird. Am stärksten finde ich dann, wie am Ende Bong Joon Ho sein Fazit erzählt. Schließlich ist der Film eine Art Fabel über die Menschheit und wie es sich selbst und die Natur zerstört. Ich muss auch am Ende sagen, dass vorallem das überzeichnete und klamaukige an dem Film das ist, dass den Film auch so ernst und nachdenklich macht. Dadurch wird eher einem klar, wie absurd die Meschen eigentlich handeln. Der Film lacht die Menschen eigentlich aus, vielleicht verstehen wir das auch nicht anders.
                          Diese Geschichte ist ein Lehrstück und ist was für den Ethikunterricht. Für mich absolut sehenswert, einer der besten Filme des Jahres 2017.

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                          • 1

                            Uninspiriertes Märchen über ein armes Monsterschwein, das mit einem kleinen koreanischen Mädchen befreundet ist und ihr eines Tages von einem gemeinen Nahrungsmittelkonzern genommen werden soll, um schließlich verzehrt zu werden. Aber vorher soll es noch nach New York auf eine Messe, wo das schönste Schwein gekürt wird. Das Mädchen versucht ihr Monsterschwein zu befreien und dann mischt noch eine Tierrettungsaktivistengruppe mit.
                            Einzig Giancarlo Esposito (Gus aus „Breaking Bad“) war ein Lichtblick, aber das allein reicht dann doch nicht.
                            Es ist wahrscheinlich kein richtiger Kinderfilm, sondern einfach nur extrem infantil. Das machen die Asiaten ja gerne, total übertriebene, flache eindimensionale Charaktere, die infantil fühlen, sprechen und handeln- grauenhaft. Ich finde, es gibt recht gute Ausnahmen, wie man meiner Kritikhistorie entnehmen kann, aber für mich ist der typisch asiatische Mainstreamfilm auf seine Weise genauso gruselig wie Bollywood. Unansehbar.,

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                            • 7

                              Schweinchen Babe zwischen den Welten: 'Okja' ist nun also nach 'Snowpiercer' der zweite Culture Clash von Südkorea und den USA of A unter Regie-Wunderknabe Bong Joon Ho. Netflix hin, große Namen wie Gyllenhaal her - die Message ist simpel, glatter Tearjerker-Mainstream wird hier entgegen der Befürchtungen trotzdem nicht geboten. Der Film nimmt sich viel Zeit, seine Prämisse zu etablieren, ist - gerade anfangs in der südkoreanischen Wildnis - wunderschön bebildert und scheut sich nicht vor skurrilen Einsprengseln. Tilda Swinton und Paul Dano wirken ein bisschen verschenkt. Neben der namensgebenden, dauerkackenden CGI-Kreatur ist die niedliche Ahn Seon-hyun als in fremden Zungen sprechende, dauer angepisste Son Goku-Variante Star des Films. Als liebevoll-kindlicher Familienfilm funktionieren ihre Szenen am besten, die Guerilla-Tieraktivisten und eingangs erwähnter Gyllenhaal als nervtötende Fernsehgestalt bleiben dagegen blass und lediglich plotdienlich, der Action-/Thriller-Anteil etwas blutleer. Nichtsdestotrotz durchzieht 'Okja' eine angenehme Melancholie und drückt man bei einigen Längen ein Auge zu, bietet er auch ansprechende Unterhaltung. Der erhobene Zeigefinger bleibt trotz der Thematik unten und das ist auch gut so. Unterm Strich kann Bong Joon Ho hier nicht an vergangene Großtaten anknüpfen, liefert aber solide, knuffige und ein wenig abgedrehte, eher leichte Kost.

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                              • 6 .5

                                Das größte Problem was einem Okja bietet , ist das er meistens nicht aus dem Quark kommt . Es dauert oft sehr lange bis man wieder etwas interessantes zu sehen bekommt . Obwohl es auch lustige Momente gibt und auch etwas Action , funktioniert er als Tier-Mensch-Freundschaftsdrama am besten . Dafür sorgt das "Superschwein" mit seiner Drolligkeit höchstpersönlich .Gegen Ende ist der Film sehr herzzerreißend .Außerdem gibt es eine ziemliche Ansammlung von bekannten Darstellern .

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                                • 10

                                  Gestern Abend gab es die dritte Sichtung und mir gefällt der Film immer noch hervorragend! Und jetzt fallen einem immer mehr kleine Details auf. Ganz toll! 10/10 und Lieblingsfilm! :)

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                                  • 1
                                    Daggiolone 01.10.2017, 08:11 Geändert 01.10.2017, 09:52

                                    Unfassbar langweiliger Käse für Vegetarier. Man nehme ein computeranimiertes Nilpferd, und baue darum eine Story die es in gleicher Weise schon bei E.T. gab. Das ganze bekommt dann einen Tierschutzstempel aufgedrückt, mit militanten Tierschützern, die ja sowas von pazifistisch sind, dass sie vor lauter Bäumen den Wald nicht mehr sehen, wenn sie in einem riesigen Gehege nach lediglich diesem einen Schwein suchen. Was diesem Film vor allem fehlt, ist eine adäquate Vermarktung als Kinderfilm. Hier hätte man sich vielleicht bei dieser Schweinefirma was abgucken können. Wenn man dann noch die FSK dazu bringt, diesen Film für alle bis 15 als unpassend zu deklarieren, nimmt man der Generation der heutigen Kinder die Möglichkeit ihren eigenen E.T. zu bekommen. Na wenigstens bleiben uns so die Okja Actionfiguren erspart...

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                                      [...] Bereits bei der Ankündigung zu "Okja" war ich bereits Feuer und Flamme, denn nicht damit genug, dass der von Netflix produzierte Film, den es jüngst nun auch inklusive Schelte für den Streaming-Anbieter nach Cannes verschlagen hat, von niemand Geringerem als Joon-ho Bong inszeniert worden ist, der mich schon mit "Snowpiercer" ziemlich fasziniert hat, schart er ein regelrechtes Star-Ensemble um sich, das allerdings in diesem Fall angeführt wird von der jungen Seo-Hyun Ahn und einem computeranimierten Superschwein namens Okja, das so ziemlich jedem Hollywood-Star die Show stehlen dürfte. Aber man sollte sich nicht von der schieren, geballten Knuffigkeit des Superschweins in die Irre führen lassen, denn obwohl Joon-Ho gerade zu Beginn mit dem Familienfilm-Genre kokettiert, ist "Okja" sicherlich kein Film für Kinder und hat mich mehrfach schwer schlucken lassen, derweil selbst das "Happy End" nur mit viel gutem Willen als solches betrachtet werden kann, auch und gerade in Anbetracht dessen, was man bis dahin hat sehen und (mit)erleben müssen. [...]

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                                        Schwierig, schwierig.
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                                        Trotzdem haben sie sich an den Themen, Massentierhaltung, Kapitalismus, Fleischkonsum und der Vermittlung - Tier als Lebewesen - und eben nicht als Produkt zum Verzehr, versucht & das garnicht mal so schlecht.
                                        Okja ist mir ziemlich ans Herz gewachsen, Musik und Schauspieler haben mir zugesagt und ich habe aufjedenfall mitgefiebert.
                                        Persönlich finde ich aber, dass man noch mehr hätte draufhalten müssen.
                                        Auf den Schmerz und das Leid der Superschweine.
                                        Einer der letzten Szenen - Spoiler - die 'Kz' Szene, hat mir dann doch Tränen in die Augen schießen lassen. Denn das ist die traurige Wahrheit.
                                        Tiere leiden, werden gequält und landen auf Tellern.
                                        Obwohl, und da machen wir uns nichts vor, das schon lange nicht mehr sein muss.
                                        Wenn 'Okja auch nur bei einem Menschen, diesen Gedankengang hervorruft, hat er alles richtig gemacht.
                                        Aufjedenfall ein Film der zum nachdenken anregt aber nicht, wie vorher gedacht, an Earthling's Schockwirkung rankommt.

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                                          Bei weitem nicht die Klasse, welche Bong Joon-ho mit seinen vorherigen Werken erreichte, aber dennoch ein vielschichtiger, in Wirkung und Ansatz herrlich skurriler Film. Auch wenn ich CGI-Tiere grundsätzlich ablehne ist das Riesenschwein "Okja" ein knuffiger Zeitgenosse, mit dem ich gern durch die Berge von Korea wanderte - der Rest der Figuren ist allerdings so dermaßen mit Anlauf auf schräg getrimmt, dass mir die Groteske ein wenig zu gewollt vorkam. Seltsam an OKJA ist aber vor allem der Nach"geschmack", denn die schwere Kritik an der aus dem Ruder gelaufenen Ernährungsindustrie und ganz generell dem menschlichen Umgang mit Leben funktionierte für mich weit effektiver, als es jegliche triefende Vegetarierer-Propaganda im Stil von EARTHLINGS, etc. je konnte. Für 'nen halben Tag hab ich echt mal überlebt, ob das so okay ist, was wir da tun - dann roch leider wieder der Wurst-Basar im Bahnhof zu gut. Aber hey, immerhin...

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                                            GerritWuCha 27.08.2017, 01:07 Geändert 11.10.2017, 02:50

                                            Okja oder der furzend-kackende Glücksdrache Fuchur als Nilpferd-Schweine-Remix...
                                            Keine Frage, die Kritik am gierigen Kapitalismus und an der grausamen Massentierhaltung ist absolut berechtigt. Allerdings kann man diese Kritik auch in einem guten Film verpacken... und das ist Okja meiner Ansicht leider nun wirklich nicht. Klar, toller Cast und ein Darius Khondji als Kameramann... leider nützt das alles nix.
                                            Um es kurz zu machen: Der Film ist nervig-überdreht und möchte viel mehr sein, als er leider letztendlich ist. Platte Gesellschaftskritik und ein paar alberne Charaktere machen leider noch keinen guten Film....zudem ist der Film gerade im Mittelteil extrem langweilig. Das war nun gar nix, Netflix! Verstehe die guten Kritiken nicht...

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                                              necrotorian 23.08.2017, 01:11 Geändert 23.08.2017, 01:24

                                              Ein weiterer Film aus der Netflix Produktion und diesmal widmet man sich wieder einem Thema über das man sich Gedanken machen soll und auch eine gewisse Botschaft will man hier verbreiten.

                                              Dass die Fleischindustrie in manchen Teilen der Welt mittlerweile extrem schlecht mit dem Vieh umgeht ist bekannt und dass Kapitalisten in diesem Bereich eine Goldgrube gefunden weiß man ohnehin.
                                              "Okja" stellt nun die Frage ob das Gleichgewicht zwischen "angemessenem Fleischkonsum" und "übertriebenem Fleischwahn" immer mehr Richtung letzterem gekippt ist. Es wird zwar die Lebensmittelindustrie stark kritisiert, aber auch manche Tierschützer die mit ihren Aktionen teilweise eher das Gegenteil bewirken als das wofür sie eigentlich in Aktion treten wollen.

                                              Wie es die Macher von "Okja" beabsichtigt haben gibt es immer wieder Diskussionen um dieses Thema. Ich für meinen Teil bin zwar nicht Vegetarier oder Veganer aber wie es in manchen Schlachtereien in Europa zugeht kann ich auch wieder nicht gut heißen. Hin und wieder gönne ich mir auch gerne ein leckeres Rumpsteak oder einen Schweinebraten. Ein gesundes Gleichgewicht wäre optimal und das ist im Grunde auch das was die Macher des Films wohl auch sagen wollen.

                                              Dieses ernste Thema, in dem der Zuschauer ständig aufgerufen wird sich Gedanken über die Fleischproduktion und dem eigenen Konsum zu machen, wird dem Zuschauer zur Auflockerung mit einer Brise asiatischem Humor und auch einem hochkarätigen Cast in den Nebenrollen serviert.

                                              Man merkt zwar, dass es sich hier nicht um eine zig Millionen Dollar teure Produktion handelt wenn man die animierten Tiere anschaut, aber das muss er auch nicht. Man bekommt auch so wunderschöne Landschaftsbilder und starke Emotionen geboten.

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                                                Der Fairness wegen muss man sagen, dass der Film wohl primär für den koreanischen Markt produziert wurde - vielleicht komme ich da mit einer falschen Sicht dran.

                                                So, die Story ist schnell erzählt: Bauernkind bekommt ein essbares Nilpferd zur Obhut, zieht es 10 Jahre lang auf und erfährt dann, dass es abgeholt wird, auf eine Parade darf und dann in die Wurst muss. Während der Rettungsaktion zieht der Film oft Parallelen zur Fleischindustrie.

                                                Und genau da sind wir am Punkt, der mich stört.

                                                Wenn ich belehrt werden will, welchem Leid die Tiere in der Verarbeitung der Fleischindustrie ausgesetzt sind, schaue ich mir eine Doku an. Davon gibt es genug. Es gibt Gründe, warum ich aktuell mein Fleisch nur noch beim Metzger vor Ort, der ausschließlich selber Tiere aus den Nachbardörfern schlachtet, kaufe.

                                                Aber wenn mir ein Märchen / Drama versprochen wird und ich sehe dann Andeutungen, wie ein Tierarzt sich betrunken beinahe sexuell an dem Tier vegehen würde, werde ich garstig.

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                                                  RingoRockstar 05.08.2017, 14:34 Geändert 05.08.2017, 14:35

                                                  Vielen Dank, kein Kitschiger Kinderfilm sondern mit Tiefgang wird über
                                                  Maß und Herzlosigkeit berichtet. Und über Zuneigung und Vertrauen
                                                  und über die Liebe. Kann man auch blöd und Lächerlich finden, ich weiß.
                                                  Aber wie heißt es so schön, Nur wer aufgibt hat verloren. doch dazu ist es viel zu spät, also weitrermachen weiterschauen und die Hoffnung nicht aufgeben.
                                                  Es gibt Ihn den ultimativen Film. Für jeden, also Weitersuchen....

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                                                    Das schockierende Video, von dem dir dein veganer bester Freund immer erzählt, einmal durch den Fleischwolf asiatischen Irrsinns gedreht. Plakative Satire, Disneyfilm, alberner Slapstick und schrilles Öko-Rührstück zugleich, aber selten gleichzeitig. Bong Joon-ho tischt diesen Salat unbekümmert darüber, wie all das zusammenpassen soll, aber mit einer solch offensichtlichen Fabulierfreude auf, dass man (als toleranter Zuschauer) irgendwie trotzdem mitgehen will, auch wenn es manchmal schwerfällt. Dabei scheint ihm Netflix, allen Skandalen zum Trotz, neben einem ordentlichen Budget tatsächlich beachtliche künstlerische Freiheiten gewährt zu haben, deren schamlose Ausnutzung allein zu loben ist - die dialogarmen ersten 20 Minuten sind dann auch rundum gelungen. Danach wird es unsubtil, ein bisschen trampelig, aber irgendwie liebenswert - wie eine gigantische Nilpferd-Supersau.

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