Love & Friendship - Kritik

Love & Friendship / AT: Love and Friendship; Lady Susan

NL/IE/US/FR · 2016 · Laufzeit 93 Minuten · FSK 0 · Drama, Komödie · Kinostart
Du
  • 8

    Ein sympathisches Intrigenspiel. Kate Beckinsale vermittelt dies sehr gut und was sie als Lady Vernon alles so zu koordinieren hat. Eine schöne Kinoüberraschung.

    • 5 .5

      Nicht unbedingt uninteressant, aber furchtbar kokettiert. Ja gut auch wenn es der Zeit entsprechen möge, aber an so großartige Filme wie z.B. Stolz und Vorurteil, kommt dieser hier leider bei weitem nicht ran.

      • 3

        Dies ist wahrscheinlich ein Film für Fans von Jane Austin und ähnlichen Vertretern des Genre. Bis auf ein paar Schmunzler war der Film sehr zähflüssig und schwer zu ertragen. Die Kostüme sind allerdings sehr gelungen.

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        • 6 .5

          Ich glaube Love and Frindship ist so ein Film, den ich mir nie im Leben angesehen hätte, wenn nicht ein seltsamer Zufall dafür gesorgt hätte, dass ich statt einen Film drei zu sehen bekomme und dieser war darunter.
          Also, was soll ich sagen? LAF ist eigentlich so was, wie ich mir immer unter Stolz und Vorurteile vorgestellt hatte, zumindest in der Art. Ein Barockes hin und her an Liebschaften und Verlobungen, Entlobungen, Neuverlobungen, Tränen, Intrigen, und ganz viel aufgeblasene Stolz in schicken Schlösschen und netten Kostümchen, während die Arme Bevölkerung draußen einfach mal vollständig ausgeschlossen wird. Man hat quasi das Gefühl, dass es all die arbeitenden Bevölkerungen bis auf Diener gar nicht gibt. Sie leben wie in einer hübschen, barocken Blase …
          Fuck, da hat Wolfgang M. Schmitt gerade von mir Besitz ergriffen. Gruselig...
          Naje, was wollte ich als Jek eigentlich sagen? Ich wusste halt absolut nichts im Voraus und war mir nicht sicher, ob es eine Komödie oder ein leichtes Drama werden sollte. Es hat allerdings seine Witzchen, die auch ganz nett sind, aber mehr als ein Schmunzeln konnte es mir bis auf den Erbsenstyp – der ganz Großartig war. Den hätte ich den ganzen Film zusehen können. Einfach köstlich. Warum heiratet keiner den. Der ist besser als Komedy XD – nicht abringen.
          Aber für Leute wie mir war der Film auch nicht gemacht, die sich all das Schicke zeug und die absolut unbedeutenden Dramen ansehen und plötzlich Sade verstehen lernen.
          Love and Frindship ist für alle die auf diese Art von Film stehen eine kleine Arthousige, leichter Perle. Seicht witzig, mit wunderschönen Kullissen, Kostümen und Schauspielern und der einen oder anderen bitter süßen Intrige. Kurz, wenn ich auf solche Filme stehen würde, wäre ich sehr zufrieren. Ich meine, irgendwie bin ich das sogar. Also ich bereue es jetzt nicht, und das ist doch schon mal was, für einen so unerwartet Ausflug in eine mir eher unbekannte Welt. ^^

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          • 7 .5
            Amarawish 08.02.2017, 23:16 Geändert 09.02.2017, 08:41

            „Love & Friendship“ läd ein Lady Susan Vernons tückisch, spitzzüngige, aber reichlich gewitzte und intelligente Art der Manipulation im Beobachtersessel mitzuerleben. 



            Anfänglich findet man sich wohl in der selben, optimistischen Lage wie die des Bruders ihrer Schwägerin wieder (Reginald DeCourcy), - in der trügerischen Hoffnung badend, dass das gesellschaftliche Geschwätz durchaus zu neidgetränkt und überspitzt ihre Person ins falsche Licht rücken würde, sind wir empört und neugierig um ihre Person. Welch frevelhafter Leichtsinn! Geben wir uns doch unserer eigenen, recht guten Beobachtungsgabe hin und überblicken wir den Schauplatz der scheinbaren Intrigen einer Witwe, die sich mit Witz an der Wasseroberfläche hält, um möglicherweise dem Meer der Trauer zu entkommen.

            Recht schnell kommen wir nicht umhin zu bemerken, dass das liebe Töchterlein zum trotzigen Folgenichts aufblüht. Mit Nichten lässt sie sich bilden oder ihrem Herz den mütterlichen Willen zum einzig wahren Errungenschaft einer Frau zuführen: Reichtum.

            Um Verbündete ringend durchkreuzt sie die sorgfältig geplanten Strategien ihrer Mutter, die selbst bei einem Rückschlag durchaus wieder einen Ass im Ärmel findet,- gar eine prekäre Lage zu ihren Vorteil zu nutzen weiß. Romantische Gefühlsduselei erduldet sie nur als Werkzeug, denn was könnte überzeugender sein als das theaterreife Flehen einer mit Tränen geschmückten Frau?

            Und obwohl man sich plötzlich selbst erinnert findet, dass man sie doch besser durchschauen hätte können, obliegt es ihr allein selbst einem Menschen mit doch guter Beobachtungsgabe hinters Licht zu führen und sich über sich selbst schmunzeln zu lassen. Zu spät war die Erkenntnis in mir emporgestiegen doch ihren Verlockungen der Schmeichelei und Scharfsinnigkeit unterlegen zu sein, denn auch wenn man noch zu aufmerksam ist, kann man als zu Emotionen neigender Mensch nur gegen Lady Susan verlieren.

            Selten war die berechnende Frau amüsanter, mit typisch, englischem Witz gespickt oder vergleichsweise unterhaltsam. Ihre meisterhafte Boshaftigkeit kennt keine Grenzen, ihre Eigenwilligkeit und Raffinesse kein moralisches Maß. Selbst wenn man unter Tags in der Welt diese Art von Mensch den ehrlichen nicht vorziehen würde, so sollte man dies in der Filmwelt eindeutig überdenken.

            Ich bin begeistert von der Machart dieser Austen-Adaption, denn hervorzuheben ist neben der bereits erwähnten, ehrlichen Intriganz ihrer erstklassig gespielten Titelfigur, die optisch eingebaute Präsentation der Personenvorstellung. In einem Meer von Figuren, wie Austen es nun mal gerne hält, kann man leicht den Überblick verlieren. Dem wurde hier Aufmerksamkeit zu teil, die sich für den einen durchaus lohnen, für den anderen jedoch zu modern erscheinen mag.

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            • 6
              Juli Jane 17.01.2017, 10:08 Geändert 18.01.2017, 11:58

              Gewitzt, sehr trocken und Austen hat eben schon mit 19 Jahren (Frühwerk: Lady Susan) gewußt, dass die Ehe zu nichts taugt. In all ihren Romanen gibt es nur eine einzige glückliche Ehe. Hier in diesem scharfzüngigen natürlich Film keine einzige, dafür aber wieder eine Frau ohne eigenes Vermögen, doof verwitwet und deshalb in Zugzwang entweder sich selbst, oder ihre heiratsfähige Tochter, unter die Haube zu bringen. Liebe muss keine Rolle spielen.. Das Einkommen ist es was zählt. Herrlich ehrlich, trocken und ein wundervollst tölpelhafter Heiratskanditat für die Tochter: Tom Bennet ...eine unbändige Spielfreude im Geben des Dummen.
              Ales verwickelt sich so kompliziert, dass der Film sogar erläuternde Untertitel bräuchte, die er auch bekommt.
              Und Kate Beckinsale setzt sich als Zecke in die gemachten Betten und tänzelt grazil zwischen Lust und List. Bis sie stolpert.

              10
              • 10

                Messerscharfe Intrigenkomödie über das Sprichwort "Wer andern eine Grube gräbt, fällt selbst hinein": Lady Susan Vernon will für sich einen Traummann und für ihre Tochter eine Geldheirat mit einem Dummkopf. Doch es kommt genau umgekehrt, und der reiche Tölpel mausert sich auch noch zu einem respektablen Ehemann. Insofern legt Susan, die ihre Gemeinheiten mit der größten Freundlichkeit versprüht, eine weiche Landung hin.

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                • 6 .5
                  Filmpflaume 08.01.2017, 21:13 Geändert 08.01.2017, 21:19

                  In ihrer vermutlich besten Rolle darf Kate Beckinsale sich hier durch eine feine Gesellschaft intrigieren, die von Whit Stillmann mit jener Bissigkeit dargestellt wird, wie sie Austen wohl nur allzu lieb gewesen wäre. Dabei werden die Pointen, ungewöhnlich für eine aktuelle Komödie, einem mal nicht auf dem Silbertablett präsentiert, sondern sind feine Ironie, nahezu beiläufig, leichtfüßig ausgesprochen - meist von Beckinsale, die mit solch ansteckender Freude fies ist, dass die restliche hervorragende Besetzung fast zu Statisten in hübschen Kleidern degradiert wird. Trotz angenehm knackiger Laufzeit stellen sich in dem dialoglastigen, simpel inszenierten Reigen letztlich zwar leider Längen ein, dennoch ist Stillman ein vergnügliches Filmchen mit scharfem Blick für gesellschaftliche Mechanismen gelungen, das der großen Autorin durchaus gerecht wird.

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                  • 9

                    "Die Regeln betreffen alle, aber sie treffen jeden anders: Whit Stillmans erste Jane-Austen-Verfilmung ist ein Sprachkunststück, das der Gesellschaft bei der Arbeit an sich selbst zusieht." [Lukas Foerster]

                    • 7

                      Der Film bietet halt das was man von diesem Genre erwartet. Und das macht er wirklich gut. Er ist sogar sehr lustig geworden, da es viele Umgangsformen, Woerter und Situationen gibt die zwar heute normal sind, damals aber noch befremdlich waren. Sehr viele kluge, und auch klug formulierte Witze/Sprueche ließen das Publikum wirklich mehr als nur 1,2 mal auflachen. Mich ebenfalls. Kate Beckinsale hat sich super in die Rolle reingespielt, sodass man echt denken koennte dass sie eine Adelige aus den 1790er ist. Kostueme und Sets sind wirklich der damaligen Zeit originalgetreu. Das Alles laesst die Tatsache vergessen dass wir hier im Grunde jetzt nicht wirklich DIE Story geboten bekommen.

                      Fazit : Wer mit den Verfilmungen von Jane Austen Buechern was anfangen kann, kann hier bedenkenlos ins Kino pilgern.

                      • Onktebong 03.01.2017, 01:33 Geändert 05.01.2017, 12:08

                        Tja, DEN Filmtitel hätte man doch mal problemlos eindeutschen können!
                        Wie wäre es mit "Im Manor ist der Teufel los"?
                        Love & Friendship klaut den Titel von einer sehr frühen Erzählung von Jane Austen namens "Love and Freindship" (sic), die sie mit 14 (sic!) schrieb. Die Handlung ist dagegen aus der Erzählung "Lady Susan" entlehnt.
                        Ich habe den Film völlig unvorbereitet gesehen, und wäre vielleicht sogar überhaupt nicht hinein gegangen, wenn ich gewusst hätte, dass Kate Beckinsale die Hauptrolle spielt.
                        So hat mich der Film aber regelrecht aus dem Kinosessel geblasen. Die von Beckinsale gespielte Lady Susan ist eine grüne Witwe, wie sie im Buche steht. Nach dem Tod ihres Mannes (ich vermute mal, sie hat ihn einfach in sein frühes Grab gelabert) und einigen unangenehmen Gerüchten findet sie Unterschlupf bei ihren Schwagern, wobei sie dem hübschen Reginald gleich mal den Kopf verdreht. Ihre verschüchterte Tochter versucht sie nebenher an Sir Charles (vom Schlage "doof wie Brot und treu wie Gold") zu verheiraten.
                        Es folgt ein romantischer Aufstand. Die Tochter will nicht ohne Liebe heiraten, und auch Reginald macht Zicken. Auch wird ruchbar, dass sie es auf den hübschen (aber leider verheirateten) Lord Manwaring ("Mannering") abgesehen hat.
                        Lady Susan löst den scheinbar vertrackten Fall mit Bravour. Ihre Tochter darf Reginald heiraten, sie nimmt stattdessen Sir Charles, und lebt mit ihm in einer Dreiecksbeziehung zusammen mit Sir Manwaring -- ohne, dass ihr glücklicher Ehemann etwas davon wüsste.
                        Rauschende Kostüme, messerscharf geschliffene Dialoge (man würde auch gerne so elegant vom Leder ziehen können wie Lady Susan, ahnt aber, dass man wohl eher wie Sir Charles klingt) und wunderbar verwuschelte Locken -- dieser Film hat einfach alles. Von Jane Austen wurde wohl am ehesten noch die geglückte Karikatur einer Romantikschmonzette übernommen.

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                        • 7 .5

                          Ein recht geschwätziger Film.

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                          • 4

                            Fast alle Romane von Jane Austen sind verfilmt worden. Dieser: ‘Lady Susan‘ bisher noch nicht. Und das hat wohl auch seinen Grund. ‘Lady Susan‘ ist eine recht kurze Novelle, in Briefform. Dann muss man, wie es Regisseur Whit Stillman getan hat, sein besonderes Augenmerk auf das Ambiente und die Kostüme richten. Der Film ist nicht nur dialoglastig, er besteht nur aus Dialogen. Ausschließlich! Und wurde von manchem Kritiker dafür gelobt. Dank eines durchaus überzeugend auftretenden Ensembles wird das Wegdämmern verhindert. Hier glänzt vor allen Kate Beckinsale in der Titelrolle. Sie schwirrt durch die Räume des Landsitzes, ficht verbal mit dem Florett und lässt die Herrn der Schöpfung ähnlich tumb erscheinen wie die Damen. Sie ist blitzgescheit, eine scharfzüngige Frau und Mutter, flirtet, entscheidet für sich und andere (ihre Tochter) und bestimmt so den Lebensrhythmus ihrer Umgebung.
                            Wie stets in Jane Austens Romanen dreht sich alles um das Thema Nummer eins. Sie war damals gerade mal 19 Jahre, als sie dieses Lesedrama schrieb. Für die Neunzehnjährige, sind die beiden Substantive des Titels reine Science Fiction. So werden echte menschliche Gefühle zerredet, hysterische Gefühlsaubrüche wirken exaltiert. Jane Austen schien aber die Allmacht der Autorin zu genießen. Sie konnte Beziehungen aus dem Nichts wie aus einem Zylinder hervorzaubern. Am Ende gibt es wider Erwarten zwei Hochzeiten und einen überglücklichen Ehemann, der stolz verkündet schon nach zwei Tagen Ehe Vater geworden zu sein. Tempo ist nicht gleich Schwung. Das gesprochene Wort auf die Leinwand zu projizieren reicht nicht als Regieeinfall. Trotz der schönen Bilder ist der Film anstrengend, weil man sich auf die Namen konzentrieren muss, was einem nicht immer gelingt. Aber schön war’s schon.

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                            • 5 .5

                              Der amerikanische Regisseur Whit Stillman hat daraus mit eigenen Ergänzungen und unter dem Titel Love & Friendship, den er als Austen angemessener empfindet, ein dramaturgisch etwas schwerfälliges Dialogstück gemacht, das der leichten Feder der Autorin nur bedingt gerecht wird. [Susanne Ostwald]

                              • 7 .5

                                Für Jane-Austen-Verfilmungen gilt: Sie sind eigentlich nie richtig zeitgemäß und doch immer in Mode. [Barbara Schweizerhof]

                                • 7 .5

                                  Stillman beweist mit solchen spitzzüngigen Details seine helle Freude an dem 200 Jahre alten Stoff, den er sich bravourös angeeignet hat. [Andreas Busche]

                                  • 7

                                    Die Komik von Stillman, der seine Figuren immer ein bisschen aus der Aufsicht hin und herschieben kann, findet im Kostümfilm eine schöne Form, weil die Theatralität der Szenen und die Selbstinszenierung der gesellschaftlichen Gebärden auch einen ästhetischen Selbstwert hat. [Frédéric Jaeger]

                                    • 7 .5

                                      Regisseur Whit Stillman zeigt Jane Austen mal anders, sehr modern, und auch Kate Beckinsale lässt sich als das schöne Biest Lady Susan keineswegs mit ihrer Vampirjägerin aus Underworld: Blood Wars verwechseln. Diese Dame des ausgehenden 18. Jahrhunderts ist viel gefährlicher! [Günter H. Jekubzik]

                                      • 8

                                        Der Regisseur erweist sich dabei als Meister der spitzzüngigen, perfekt getimten Gesellschaftskomödie, wobei ihn seine mitunter lustvoll am Rand der Karikatur agierende Darstellerriege tatkräftig unterstützt. [Felicitas Kleiner]

                                        • 8
                                          Deutschlandradio 29.12.2016, 09:59 Geändert 29.12.2016, 09:59

                                          Mit unsentimentalem Biss sticht Love & Friendship aus der Flut von Jane-Austen-Verfilmungen erfrischend heraus. [Christian Berndt]

                                          • 5

                                            Man kann die kultivierte Bosheit dieser Frau genießen - aber nicht 90 Minuten lang. [Walli Müller]

                                            • 9

                                              Whit Stillman trifft exakt den spöttischen Ton von Jane Austen. Scherz, Satire, Ironie und tiefere Bedeutung harmonieren perfekt mit dem leichten und doch hintergründigen Spiel seines brillanten Ensembles. [Sascha Westphal]

                                              • 8

                                                Mit seiner rasanten, höchst unterhaltsamen Inszenierung lässt [Love & Friendship] das Kinopublikum Jane Austen völlig neu entdecken - und Kate Beckinsale gleich mit. [Annekatrin Liebisch]

                                                • 6 .5

                                                  Differenziert und behutsam inszeniert von Whit Stillman [...] ist der Film optisch und akustisch ein reiner Genuss. [Hilde Ottschofski]

                                                  • 8 .5

                                                    Verstaubter Kostümschinken war gestern: Nun kommt eine historische Gesellschaftssatire-Lovestory mit geschliffenem Wortwitz sowie einer ziemlich starken, attraktiven Frau. [Dieter Oßwald]

                                                    ▲ Top