Hereafter - Das Leben danach - Kritik

Hereafter

US · 2010 · Laufzeit 129 Minuten · FSK 12 · Drama, Thriller, Fantasyfilm · Kinostart
Du
  • 6 .5

    Der Name des Regisseurs sagt schon fast den ganzen Rest: Clint Eastwood. Der Mann wird immer besser, auch wenn das kaum mehr möglich erscheint; und widmet sich beständig neuen Themen und deren Darstellung. Nun hat er einen Film über das Leben nach dem Tod abgeliefert – eine krasse, spannende Thematik der er in seiner fast schon „gewohnten“ Art einige tolle Aspekte abringt. Markenzeichen ist meiner Ansicht nach wieder mal die Art wie das ganze inszeniert ist: als Drama mit leichtem Thriller Anteil und gelegentlicher Mystery-Zulage, dabei aber beständig ruhig und dem Thema angemessen. Dramaturgisch ist der Film nicht ganz so geglückt, liegt vielleicht daran dass dies einer der Filme ist die nicht erzählen, sondern eben einfach beobachten – in diesem Fall wie drei Menschen mit einem traumatischen Erlebnis umgehen und versuchen ihr Leben zu meistern, jeder auf andere. Irgendwie hatte der große Clint schon mal saftigere und fesselndere Storys am Start. Trotzdem könnte er auch für diesen Film wieder einmal bei der Oscarverleihung erwähnung finden, zumal sein Leib und Magenmime Matt Damon (für den Film sichtlich auf alt gemacht) wieder einmal darstellerisch über allem thront. Und wie auch bei den meisten anderen Werken des Meisters gilt: nicht das wofür die Massen ins Kino strömen, aber sehr wohl fesselndes und feingeistiges Trauerkino mit ganz viel Gefühl!

    Fazit: Etwas plotarm, aber voller toller Akteure und emotionalen Momenten!

    • 4 .5

      Wie immer bei Eastwood ist der Film einwandfrei inszeniert und handwerklich mehr als top (hier gerade zu Beginn die Tsunami-Szene).
      Allerdings täuscht das auch nicht über die mehr als holprige Geschichte hinweg, die einen am Ende absolut melancholisch und beinah depressiv zurücklässt. Ein Film mit der richtigen Botschaft muss für mich nicht unbedingt unterhaltsam sein, aber hier übertreibt man es schon sehr.

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      • 3 .5

        Ideal um Einzuschlafen aber das ist ja eigentlich nicht der Sinn eines Film. Naja wie man es nimmt.

        • 4
          shortybuster 20.02.2017, 11:35 Geändert 20.02.2017, 11:44

          "Ich kenne den Film nicht, aber ich habe bisher noch keinen schlechten Eastwood-Film gesehen"
          - sagte ich und legte die "Hereafter"-DVD in die PS4 ein. Und es kam so, wie es kommen musste, als hätte ich lautstark verkündet, dass ich kurz vor einem perfekten Spiel stünde - ab da gehts den Bach runter!

          Bei "The Hereafter" krankt es nicht nur in einem Bereich, sondern es klappert und krächzt mehr oder weniger im ganzen Gebälk. Wenn drei verschiedene Geschichten in drei verschiedenen Ländern und Erdteilen beginnen, die alle etwas mit dem Thema Tod zu tun haben, dann ist das Gesamtkonzept und die Zielführung des Plots so schnell klar wie in einer 10-minütigen Folge von Disneys "Große Pause".
          Während die Spannung über eine Entwicklung der Geschehnisse also merklich absinkt, sie aber für ein Drama zumindest nicht das entscheidende ist, so enttäuscht zugleich aber auch das Fundament: die einzelnen Figuren und ihre missliche Lage.
          Das Londoner Brüderpaar mit ihrer drogenkranken Mutter ist zwar ein durchaus trauriges Dreiecksverhältnis, aber dass Marcus und Jason aussehen, als würde sie gerade in Dickens "Oliver Twist" um etwas mehr Suppe bitten, ist dann doch zu viel des Guten - durch die verknappte Spielzeit der drei Geschichten wurde hier wie bei den übrigen Geschichten ordentlich überspitzt und dadurch auch etwas Einfühlungspotential verspielt.
          Neben dieser als emotionalem Herzstück geplanten Geschichte gibt es noch die obligatorische Star-Power mit Matt Damon, der ein Medium verkörpert, dass seine Gabe als Fluch statt als Segen empfindet. Bis zum Schluss wehrt sich der Triple-AAA-Schauspieler mit Händen und Füßen gegen eine oberflächliche und hohle Figurenzeichnung, aber spätestens als dieser mit Howards Figur der Melanie als ein hölzernes, dumm-naives Seelchen auch noch schlimmsten Figurenkitsch an die Seite bekommt, schwimmen "Hereafter" die Felle davon. Warum diese Gabe eine so übergroße Bürde darstellt, dass dieser George sich fast völlig in sich selbst verschließt, wird selten wirklich greifbar, dafür fehlt ihr schlichtweg die Tiefe in der Ausarbeitung - natürlich wittert Damons Filmbruder in ihm einen Goldesel und natürlich hat auch der Ursprung der Gabe einen so profanen und genauestens ausgeleuchteten Hintergrund, dass jede aufscheinende Form von Spiritualität, die solch ein Thema schließlich mit sich bringt, harsch im Keim erstickt wird.

          "The Hereafter" ist ein aufgrund seiner Spannungsarmut merklich zu langgeratenes Holzschnitt-Drama, das ohne eigene Ideen zwischen seichter Betroffenheit und Dreigroschen-Mystik schippert. Schiffbruch ahoi, Mr. Eastwood!

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          • 6
            VinniVega73 05.12.2016, 00:33 Geändert 05.12.2016, 23:51

            Typischer Eastwood in seiner Erzählstruktur !

            Haben den Film lange gemieden...weil mich das Thema einfach nicht ansprach !
            Denke sowas eignet sich nicht als Filmstoff...allenfalls mit den richtigen Leuten an einem Tisch sitzen und diskutieren.
            So wundert es nicht das mich der Film nach Sichtung auch nicht sonderlich glücklich zurücklässt.

            Der Cast spielt sehr stark...da könnte man jetzt wieder alle aufzählen..wie so oft in einem Eastwood Streifen.
            Atmosphäre und die Erzählweise wie immer sehr stark...
            Aber das Thema packte mich eben nicht...hatte es aber wie gesagt geahnt !

            6 Punkte für einen toll spielenden Cast...
            6 Pumkte weil ich finde... man merkt... hier wurde wieder mit Herz und Liebe gedreht...

            Fazit :
            Ein Film ...wenn ich hätte entscheiden dürfen ..Eastwood nicht hätte drehen müssen/sollen.
            Wärer er noch relativ jung an Jahren ok...aber ich finde bei der Zeit die er noch hat...aber lassen wir das !!
            Soll jeder selber entscheiden ob Top oder Flop !
            Ein Blick war er auf jeden Fall wert !

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            • 6 .5

              Ein sehr nachdenklicher Eastwood, der das schlimmste aller Themen versucht zu beleuchten, ich finde es gelingt ihm soweit das ich sagen würde, er hat das maximum aus dem eher lahmen Drehbuch herrausgeholt.
              Der Film krankt am meisten am fehlenden Erzählfluß, vieles schleppt sich nur so dahin und die Schauspieler machen jetzt auch nicht die allergrößten Anstrengungen dagegen zu spielen.
              Ich bin ein großer Eastwood Fan, nur Hereafter ist nicht wirklich mein Geschmack.

              6
              • 6

                »I see dead people«? – Nein, auf die Mystery-Karte setzt Clint Eastwood nicht so eindeutig, aber in seinem Blick über den Tellerrand des Diesseits hinaus beantwortet er spannende Fragen mit reichlich verquasten Hypothesen und sentimentalen Ausflüchten. Dabei hätte sein Stoff gereicht, um drei einzelne, starke Filme über den Umgang mit dem Tod zu drehen. [Patrick Seyboth]

                • 5

                  Elegisches Erzählkino, mit einigen wunderbar zurückgenommenen Schauspielleistungen und ein paar tatsächlich anrührenden Momenten. Insbesondere Damon darf glänzen; die tragische Kochkurs-Romanze ist eine großartige Episode, wie Shyamalan in seinen besten Zeiten. Allerdings mit Kindchen-Schema und Katastrophen-Tourismus (zweimal außerdem ziemlich räudig getrickst) auch arg effektheischend und schlussendlich bestenfalls banal. Schlimmstenfalls sogar hochgradig verlogener Erbauungskitsch, der seine drei Handlungsstränge auf Biegen und Brechen zusammenknoten will. Das Gespräch zwischen Damon und McLaren ist schon ziemlich albern. Das Ende hat sich Autor Morgan passenderweise wahrscheinlich aus einem abgelehnten Nicholas-Spark-Skript geborgt. An dem Punkt ist einem selbst das penetrante Akustik-Geklampfe egal. Schade drum, wollte den mögen.

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                  • 8

                    Nachdenklicher, elegant gemachter Film, den man gefuehlt unendlich weitersehen könnte, weil man den erzählten Schicksalen auch ohne Actionsequenzen allzeit interessiert folgt.

                    • 8

                      Schöner ruhiger Film.
                      Wer den Titel liest weiß eigentlich schon ob er was für einen sein könnte.
                      Wer Sonntag mittags mal einen gefühlvollen Film schauen möchte und offen für das Thema ist, darf einen Blick riskieren.

                      • 8

                        Lange nicht gesehen, aber heute an Damons Geburtstag endlich nachgeholt.

                        Und verdammt hat der mich überrascht. Eastwood schlägt hier in seiner wunderbar, klassischen Erzählweise nicht nur ruhige, sondern auch sehr emotionale Töne an. Schon nach der packenden Eröffnung hatte er mich in seinen Bann gezogen und bis zum Ende nicht mehr losgelassen. Es gibt keine Überraschungen, keinen großartigen Spannungsbogen und doch schaffte Eastwood es mich mitzunehmen. Mitzunehmen auf eine Reise zwischen den Welten. Hier wird mit unglaublich viel Zeit (Wo gibt es sowas heute noch?) eine Geschichte voller großer Themen erzählt. Tod, Leben und Liebe verweben sich ineinander und der Film schafft es gekonnt eine runde Erzählung abzuliefern. Ich war offen für alles und hab etwas bekommen, dass ich nicht erwartet habe. In diesem Fall eine vollständige Erzählung mit vielen emotionalen Berührpunkten.
                        Matt Damon und die bezaubernden Damen Cecile de France und Bryce Dallas Howard machen ihre Sache erstklassig. Der Schauspieler des Jungen fällt an dieser Stelle ein wenig ab. Hervorzuheben bleibt noch Eastwoods selbst komponierter Score, der wie alles an diesem Film ist. Ruhig, voller großer Motive und rundum gelungen.

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                        • 6

                          Clint Eastwood schafft es doch immer wieder mich zu überraschen und zu fesseln, selbst wenn die Kritiken nicht dafür sprechen. "Hereafter" wurde hier auf Moviepilot mit durchschnittlichen 6 Punkten bewertet, doch nachvollziehen kann ich das beim besten Willen nicht. Die typisch melancholische, bedrückend ruhige Eastwood-Atmosphäre ist ohne Zweifel ganz stark spürbar. Und auch wenn der Film gegen jegliche Glaubensrichtungen spricht, tut er es doch auf empfindsame und nicht beleidigender Weise. Dafür ist Eastwood einfach zu gut in dem was er tut!

                          Matt Damon ist für mich eh ein Sympathieträger und zeigt auch in dieser Rolle wie glaubwürdig er sein kann. Immer wieder kommt eine Gänsehaut hoch wenn er mit denen aus dem Jenseits kontakt aufnimmt. Doch bedrückende Situationen und Sequenzen schafft Eastwood vorallem bei der Unfallszene und natürlich bei der atmosphärisch unschlagbaren Überflutungsszene. Erschreckend realistisch und unglaublich beklemmend. Während zwischendurch immer mehr Ruhe eintritt im Film, hauen die letzten fünfzehn Minuten wieder die größten Emotionen raus.

                          Der Cast ist wirklich toll besetzt und die Musik unterstreicht berührend die intensiven, farblich perfekt gestalteten Bilder.

                          Ein typischer Eastwood halt, wie ich ihn kenne und liebe. Großartiges Kino für ruhige, geduldige Zuschauer mit Herz und einen Hauch von Fantasie.

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                          • 5

                            Hatte den Mittagsschlaf meines Lebens. Danke Clint!

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                            • 8 .5

                              Ich kann die vielen schlechten Bewertungen (und meine Voraussage von MP "6.0") hier nur teilweise nachvollziehen. Sicher will der Film an Menschen stellen bewusst emotionale und rührseelige Bilder zeigen und ebensolche Stimmungen hervorrufen, aber meines Achtens kein Grund, sich nicht teilweise darauf einzulassen. Bei mir hat es gewirkt, ich hab ein paar Tränen verdrückt...und das war gar nicht so schlimm ;-) Der Film macht vieles sehr richtig und bringt das mit, was Kino mit dem Zuschauer machen kann...ihn zu verzaubern. Wer sich darauf nicht einlassen kann und hier erwartet, das er Fragen zum Jenseits beantwortet bekommt, sollte sowieso erstmal seine eigene Erwartungshaltung überdenken! Tolle Darsteller und die unterschiedlichen Geschichten, machen diesen Film absolut sehenswert. Vielleicht ist diese Inszenierung für einige von euch zu trivial erzählt...ja mei, dann schaut euch ne Doku an, oder verzichtet ganz auf jegliche INSZENIERUNG und geht raus in die Natur...und hinterfragt euch mal, ob unsere eigene Wahrnehmung nicht auch ne bestimmte Art von Inszenierung ist. Ohne Klischee, ohne Vereinfachung kann man so ne Story leider nicht erzählen, sonst würde der Film mehrere Stunden gehen. Ich finde er schafft es in seiner Spielzeit hervorragend Stimmungen aufzubauen und eben zu verzaubern. Lasst euch doch drauf ein oder lasst es ;-)

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                              • 3 .5

                                Ich hatte mich eigentlich gefreut Eastwoods Beitrag zu diesem außerordentlich interessanten Thema zu sehen. Doch anstatt uns die Frage nach dem Leben danach zu beantworten bietet er nur schablonenartige Charaktere, eine insbesondere nach dem opulenten Beginn viel zu langsame und langatmige Inszenierung, eine völlige Leere an der Stelle, an der eigentlich Gefühl sein sollte. Wäre ich doch mal lieber schlafen gegangen.

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                                • 4 .5

                                  Clint Eastwood spannt einen Riesenbogen, aber der Pfeil will dann doch nicht so richtig abgehen. Etwas frustriert bleibt man zurück, wie bei einem Date das vielversprechend angefangen hat, aber wo man am Ende ratlos zurückbleibt.

                                  Der Film fängt an mit eine Katastrophe, der mit sehr viel Special Effects. (Das wäre der Abend wo man sich im Club kennenlernt und auf die Tanzfläche richtig abgeht)

                                  Danach werden zwei weitere Erzählsträngen geoffnet die offensichtlich Berührungspunkte haben und man erwartet sehnsüchtig bis sie sich überschneiden. (Man bemerkt das man ausser tanzen noch mehr gemeinsame Interessen hat, ein tolles Gespräch folgt.)

                                  Als dann (nach knappe 1 Stunde und 45 Minuten) die Hauptcharaktere sich begegnen passiert nicht viel unvorhersehbares und auch neue Erkentnisse zum Thema Leben und Tot bekommt man nicht gezeigt. Es bleibt alles vage (Wie ein Kuß auf der Backe und ein Versprechen sich wieder zu treffen, wobei beide in dem Moment schon ahnen das dies nicht passieren wird. Dabei hat alles so toll angefangen.....)

                                  Gute Darsteller und tolle Bilder aber am Ende reciht das nicht für ein guter Film.
                                  Leider

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                                  • 4 .5

                                    Ich hätte mir ehrlich gesagt mehr Tiefe von diesem Film erhofft. Die Story hat sich für mich im Vorfeld sehr interessant angehört.
                                    Zu den einzelnene Persönlichkeiten hat man leider eher eine distanzierte Haltung, anstatt eine Bindung aufbauen zu können. Ein Film mit so einem tiefgründigen Thema muss mich auch danach noch "festhalten" und ins Grübeln bringen- dieser Effekt blieb aber leider aus.

                                    • 10

                                      Ich sag das eigentlich nie!: "Großes Kino!"

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                                      • 5 .5

                                        Netter Episodenfilm, dessen Handlungsstränge am Ende schicksalshaft zusammenlaufen.
                                        Das macht aber noch lange keinen guten Film aus. Das grundliegende Thema des Films wird von Eastwood zu seicht aufbereitet, zu keinem Zeitpunkt erreicht er eine ähnliche Dramaturgie, die "Million Dollar Baby" oder "Gran Torino" so auszeichnen.
                                        Der Soundtrack ist nett, aber auch diesen hat man irgendwie schon mal in seinen anderen Filmen gehört. Bleibt zu hoffen, dass Clint seine Kerbe vielleicht noch in ein anderes Genre schlägt.
                                        Was bleibt ist ein durchschnittliches, gut besetztes Drama, dass aber definitiv kein Muss darstellt, weder für Eastwood-Fans, noch für Anhänger übersinnlicher Filme.

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                                        • 5 .5

                                          Mit „Hereafter“ hat sich Clint Eastwood nun wirklich keinen Gefallen getan.
                                          Hört sich die Story auf dem Papier noch gut an, so wirkt sie doch auf dem Bildschirm reichlich verquast und einschläfernd.
                                          Dabei ist der Beginn rund um den einfallenden Tsunami tatsächlich mitreißend und der Zuschauer blickt gespannt auf die folgenden Minuten.
                                          Wie sich die verschiedenen Episoden schlussendlich treffen und zu Einem werden. Wie die Schicksale der verschiedenen Figuren miteinander verwoben sind und die Vielzahl an Handlungssträngen vernünftig zusammengeführt werden.
                                          Aber nichts da.
                                          Stattdessen beobachten wir Matt Damon, der anscheinend mit Toten kommunizieren kann und das eigentlich nicht will. Schließlich macht er es aber doch und alles geht den Bach runter. Oder doch nicht?
                                          Auf seinem Weg begegnet er einem jungen Zwillingspärchen, einer Autorin mit Nahtoderfahrung und einer jungen Frau.
                                          Eastwood verpasst es seinem Film die nötige emotionale Wirkung zu geben. Jede Figur ist einem egal, es kümmert nicht, was sie tun oder eben nicht.
                                          Deshalb können auch die offensichtlich berührenden Szenen nicht funktionieren, egal wie sehr sich Eastwood dabei anstrengt. Auf emotionale Ebene ist "Hereafter" leider eine große Enttäuschung - trotz gewichtiger Themen, die universell Interesse hervorrufen.
                                          Es ist schade, dass „Hereafter“ nicht das erhoffte Meisterwerk um die Themen Tod und Weiterleben geworden ist. Obwohl man natürlich merkt, dass dieses Thema dem inzwischen über 80 – jährigen Clint Eastwood sehr nahe geht.
                                          Der Film bleibt dennoch oberflächlich und wenig ergreifend. Zu viele Charaktere, die unwichtige Dinge tun und es nicht schaffen, das Interesse des Zuschauers zu wecken.
                                          Schade.
                                          Klarer Fall von vorhandenem, aber nicht genutztem Potenzial.

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                                          • 4

                                            Was eine interessante Reflexion über das Sterben, Verlust und die immerwährende Frage nach einem möglichen Leben nach dem Tod hätte werden können, entpuppt sich am Ende als sentimentales Rührstück eines sichtlich überforderten Altmeisters. Das Komplexeste an diesem Film ist die Episodenstruktur und die Zusammenführung der einzelnen Erzählstränge. Ansonsten brilliert Herafter mit gähnender Langeweile, künstlichen Emotionen und Küchenphilosophie. In seiner Grundstruktur und Erzählform als klare Mainstreamproduktion identifizierbar, richtet sich der Film dennoch an eine bestimmte - spirituell und esoterisch veranlagte - Zielgruppe. An diejenigen Zuschauer, die an ein Leben nach dem Tod glauben und Nahtoderfahrungen für einen wissenschaftlichen Beweis für ein Leben nach dem Tod halten. Indem Eastwood das Hereafter zwecks Empathie mit den Protagonisten visualisiert, verunmöglicht er jeglichen Zweifel an der Existenz eines Leben danach und begibt sich auf ganz dünnes Eis. Da hilft auch die latente Kritik an religiösen Interpretationen des Todes oder der finanziellen Profitgier selbsternannter Medien nichts.
                                            Statt sich mit dem eigentlichen Kernthema, dem Leben nach dem Tod, auseinanderzusetzen, beschäftigt sich Eastwood lieber mit der Einsamkeit der nicht- oder falsch verstandenen Menschen, welche die Fähigkeit besitzen sich mit Toten in Verbindung zu setzen oder eine Nahtoderfahrung erlebt haben; oder aber er thematisiert die Sehnsucht nach einer verstorbenen Person. Diese Episode ist solide, wenn auch Sentimentalitäten und Melodramatik den positiven Eindruck etwas trüben.
                                            Was allen Episoden besonders negativ anhaftet, ist ein quälend langsames Erzähltempo in Kombination mit ständig wiederkehrenden Motiven und Themen. Sind die Probleme der Figuren erst mal exponiert worden, rückt Herafter nicht mehr von diesen ab und dreht sich entsprechend im Kreis. Keine Figur entwickelt sich weiter oder wird hinterfragt. Viel lieber versinken die Protagonisten im Selbstmitleid und der Zuschauer wird mittels sülzigen musikalischen Klängen aufgefordert es ihnen nachzufühlen. Das einzige Gefühl, welches nach dem Film überwiegt, ist das der Ratlosigkeit. Was wollte Eastwood mit diesem Film genau erreichen? Sollen wir an ein Leben nach dem Tod glauben? Sollen wir an übernatürliche Fähigkeiten einzelner Menschen glauben? Was will uns dieser Film sagen? Sagt er überhaupt etwas aus? Wo die Beantwortung der anderen Fragen Kopfzerbrechen bereiten dürfte, lautet die Replik auf die letzte m.E. klar nein. Hereafter ist erschreckend banal und inhaltsleer. Es ist ein mut- und geistloses Werk eines sonst stilsicher und überlegt arbeitenden Altmeisters. Nur die halb ausgeleuchteten Gesichter der Protagonisten erinnern an die Handschrift Eastwoods. Den Rest vergisst mal lieber ganz schnell wieder.

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                                            • 4

                                              Trotz Clint Eastwood als Regiesseur, trotz der guten Darsteller (Matt Damon ist Klasse) und der überragenden Anfangssequenz, die ich selten so gut in einem Film gesehen habe, bleibt der Film in meinen Augen, weit hinter den Ansprüchen und den Erwartungen zurück.
                                              Die Geschichte hat "NULL" Interesse in mir geweckt und deshalb habe ich bisher immer einen langen Bogen um diesen Film gemacht. Jetzt weiß ich auch warum.
                                              Belanglos, langatmig und teilweise unwürdig für eine Größe wie Clint Eastwood.
                                              Bei J. Edgar war das genauso. Wegen Di Caprio habe ich mir den angeschaut und anschließend leider bereut. Der gute Clint ist halt doch nur ein Mensch.
                                              Wenn "Hereafter" nur ansatzweise so gut wär wie die Anfangsviertelstunde, dann wär das ein Riese geworden in einer Welt voller Filmzwerge.

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                                              • 6

                                                Für mich der schwächste Clint Eastwood Film. Es ist eine durchgehend langweilige Geschichte über drei Menschen, die mit dem Tod konfrontiert werden. Leider gelang es Eastwood zu keinem Zeitpunkt in mir Emotionen zu wecken, die diesen Film sehenswert machen würde.

                                                • 3 .5

                                                  Trifft leider nicht meinen Geschmack. Für mich eher uninteressant.

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                                                  • 6 .5

                                                    Einfach mal so angeschaut, ohne gleich zu wissen, dass Clint Eastwood Regie führte.
                                                    Grandioser Start ... eigentlich müsste es für diese einmalige Tsunamie-Aufnahmen Extrapunkte geben.
                                                    Eigentlich ... doch genauso wie ihn "password sworfish" die gigantische 360° slow motion explosion nicht über die sonstigen schwächen des Films hinwegtäuschen kann.
                                                    Im Gegenteil ... solche Aufnahmen setzen eine Erwartungshaltung, machen Lust auf mehr ... und wenn dann nichts mehr kommt?
                                                    In "source code" hat das perfekt geklappt, hier nicht.
                                                    Wenn ich bedenke, dass Eastwood den Geburtsjahrgang meiner Schwiegermutter hat und wenn ich seine Vorgeschichte betrachte .... klasse, dass er sich einem solchen Thema nähert ... hätte vielleicht noch ein weiteres Jahr an Meditation gebraucht.
                                                    Doch auch das hebt den Film nicht wirklich über das Mittelmass, Damon und auch die unbekannteren Darsteller agieren tadellos, regiearbeit ausser dieser upassenden Erwartungshaltung weckenden Aufnahmen solide.
                                                    Hat nicht für den grossen Film gereicht, insofern schade ... schaun mer mal was noch nachkommt.

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