Domino - Kritik

Domino

FR/US · 2005 · Laufzeit 128 Minuten · FSK 16 · Actionfilm, Thriller, Kriminalfilm · Kinostart
Du
  • 6

    Krasser Imagewechsel: Keira Knightley hatte wohl mal Bock ihr Liebchenimage abzustreifen und was ganz anderes zu machen - dies ist ihr auch gelungen. Als knallharte Waffenlady liefert sie eine beeidruckende Vorstellung ab, ebenso ihre Co Stars von denen insbesondere Mickey Rourke als ausgebrannter Waffenfreak hervorsticht. Leider können die Darsteller aber nicht den Film "wettmachen": es ist nämlich leider ein Tony Scott Film was alleine schon zu einem riesigen Problem wird. Wie immer in seinen Filmen entfacht Scott einen rasanten und brutalen Bildersturm bei dem der Zuschauer nachher um Luft ringt - es ist als würde man zwei Stunden lang ein Rammstein MTV Video schauen. Krasse Schusswechsel werden dabei mit schrägen Blickwinkeln, irren Farben und vielem mehr enorm schräg vermischt. Die Story jedoch ist auch nicht ganz so leicht: zunächst ist es ein Ausführliches Portrait einer ungewöhnlichen jungen Frau die einen ungewöhnlichen Beruf erlernt, wenn dann aber die Story rund um einen Überfall dazukommt verliert man recht schnell und recht leicht den Fadern und kriegt ihn auch nicht wieder. Letztlich ein aggressiver und schneller Film der einem Drogentrip gleichkommt und sein Zielpublikum finden wird. Lustiges wiedersehen: im Film spielen die "Beverly Hills 90210" Ikonen Ian Ziering und Brian Austin Green sich selbst.

    Fazit: Knallharter Bilderrausch voller Action, Krach und bizarrem Humor - ausgefallenes und anstrengendes Actionkino!

    • 3 .5
      Marc_McFly 02.10.2017, 20:18 Geändert 02.10.2017, 20:21

      Ich mochte Tony Scott sehr. Er war ein wirklich guter Regisseur und es ist ein Jammer, dass er nicht mehr unter uns weilt. Domino gehört allerdings nicht zu den Hinterlassenschaften, auf die man mit warmen Gefühlen zurückblickt. Mal ganz vom durchaus fragwürdigen Subtext abgesehen, ist der Film auch rein ästhetisch ne Frechheit. Nicht nur ist die gesamte, zusammengewürfelte Handlung in diesem 90er Jahre MTV Stil geschnitten (welcher auch Anno 2005 schon veraltet war), nein - Herr Scott zwingt uns darüber hinaus auch noch, sein Werk durch den Boden einer Fantaflasche zu betrachten. Urgh.

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      • 6 .5

        Genauso wie der furios rebellische Auftakt, mit dem Tony Scott den Zuschauer in ein gnadenloses, farbübersättigtes, hyperaktives Schnittinferno katapultiert, in dem Gegenwart und Vergangenheit, konkrete Wahrheit und unzuverlässige Erinnerung fiebrig ineinanderfließen, lässt sich „Domino“ schlichtweg keinen standfesten Genre-Bezeichnungen zuordnen. Dass der Regisseur hier auf Grundlage eines Drehbuchs von Richard Kelly die wahre Lebensgeschichte der titelgebenden Kopfgeldjägerin Domino Harvey nacherzählen will, ist mehr Behauptung als Tatsache, wenn hinter dem altbekannten „Based on a true Story“ am Anfang des Films direkt ein „Sort of“ nachgeschoben wird.
        Scott inszeniert mit diesem Film kein faktentreues Biopic, sondern eine mit wahren Ankerpunkten gespickte Überhöhung der Realität, eine Mythologisierung von Domino Harveys Leben im puren Rausch des Moments. Die Zeilen aus Kellys Drehbuch formt er zu Bildern, die sich in einer unentwegten Vorwärtsbewegung gegenseitig zu jagen scheinen, während sie vom Regisseur im ständigen Wechsel beschleunigt, verfremdet, eingefroren, zurückgespult oder mit pulsierenden Rhythmen und grellen Beats unterfüttert werden. „Domino“ wird hierdurch zu einem Werk, in dem die Form nicht nur über den Inhalt herrscht, sondern an die Mentalität der Hauptfigur angeglichen wird.
        Scotts sperrig-flirrende Impressionen, die im Rahmen eines namhaft besetzten, kommerziell ausgerichteten Mainstream-Actionfilms von der ersten Sekunde ihres Erscheinens an wie ein radikaler Fremdkörper wirken, werden zum Sinnbild für Domino Harvey. Eine frühe Außenseiterin der Gesellschaft, die trotz ihrer Modelmaße und einem wohlhabenden, aber zerrütteten Elternhaus nach einem Weg sucht, Anerkennung zu bekommen und als Symbolgestalt im kollektiven Gedächtnis zu enden. Hintergründe über Dominos Vergangenheit und Herkunft präsentiert der Regisseur in frenetisch zerstückelten Fragmenten, die nie ein befriedigendes Porträt ergeben, sondern viel mehr Spuren einer brüchigen Psyche formen, der sich Scott handwerklich verschreibt und die Hauptdarstellerin Keira Knightley ungeahnte Freiheiten zuspricht, die die Schauspielerin in einer ihrer besten Performances auch zu nutzen weiß.
        Im Mittelteil verirrt sich Kellys Drehbuch bedauerlicherweise durch unnötige Verstrickungen in den Konventionen eines herkömmlichen Action-Thriller-Plots verirrt, wodurch „Domino“ kurzfristig in einen argen Konflikt mit der eigenen Form gerät, die sich ständig von dem eigentlichen narrativen Gerüst losreißt. Dieser frustrierenden Entgleisung wirkt der Regisseur entgegen, indem er mit experimentellem Eifer weiterhin dafür kämpft, dass Domino nicht in Vergessenheit gerät. Den wiederholten Gang auf einem schmalen Grat zwischen Leben und Tod, den die Kopfgeldjägerin mehrfach durch einen Münzwurf zum Ausdruck bringt, manifestiert Scott in einem wüsten, fast schon surrealen Schlussakt, der Todessehnsucht und Überlebenswille in einem gegenseitigen Kampf verschmelzt.
        So erhält „Domino“ ausgerechnet in der Retrospektive, bei der sich der Suizid des Regisseurs nur schwer ausblenden lässt, zunehmend eine morbide Dimension, bei der sich das tragische Schicksal von Tony Scott nun mehr kaum noch von den Bildern dieses Films abzulösen vermag.

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        • 0
          soilent 01.08.2017, 02:16 Geändert 01.08.2017, 02:17

          Ich habe diesen Film gesichtet, weil ich der feministischen These nachspüren wollte, dass es zu wenige Filme mit weiblichen Hauptrollen und Dialogen gibt. Vgl. diese mp Liste: http://bit.ly/2uRWZ9V

          10382 Worte: ♀ 57% ▓▓▓▓▓|░░░░ 43% ♂
          19 Sprecher: ♀ 37% ▓▓▓|░░░░░░ 63% ♂
          Hauptsprecher: ♀

          Eins ist nun sicher: Hohe Dialoganteile weiblicher Rollen sind kein guter Indikator für emanzipierte Filme!!!

          Der Film ist absoluter Augenkrebs: Filter, Flackereffekt, Freeze, Reißschenk, Reißzoom, Zeitlupe, Zeitraffer, Texteinblendung, Schwarzblende, Weißblitzer, Bild im Bild, Splitscreen... und das Ganze im Zufallsmodus per Epileptikerschnitt verbunden.

          Auch der Ton ist Dreck! Übertrieben viel Offtext, teilweise mit künstlich verschlechteter Tonqualität, kein bemerkenswerter Score, Musikwechsel wie ein "Frettchen auf Koks" an den Plattenspielern.

          Die Figuren sind sexistisch, pseudocool und unglaubwürdig. Die Dialoge sind unwitzig und proletenhaft. Der Plot ... ??

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          • 8 .5

            Domino ist ein echt gelungener Film von Tony Scott. Düster, dreckig und hart. Die Darsteller spielen alle gut. >Spoiler Warnung< Der Film beginnt mit einem Gespräch zwischen Domino Harvey und der FBI-Psychologin Taryn Miles. Anschließend folgt eine Rückblende: Ex-Model Domino arbeitet mit ihrem Boss Ed Mosbey und Choco als Kopfgeldjägerin. Sie zwingen eine Frau, einen Tresor zu öffnen, in dem sich zehn Millionen US-Dollar befinden. Allerdings ist es ihr zunächst nicht möglich, den Tresor zu öffnen, da ihr hierzu die Kombination fehlt.

            Als Domino von der Psychologin gefragt wird, warum sie Kopfgeldjägerin wurde, folgt eine weitere Rückblende. Domino fühlt sich von Gefahr und Risiko angezogen und fasst daher den Entschluss, ihr bisheriges Leben zu ändern. Sie schließt sich den Kopfgeldjägern Ed und Choco an, die ihre Aufträge von Claremont Williams erhalten. Später wirbt die Gruppe den afghanischen „Sprengstoffexperten“ und Fahrer Alf an.

            Bei ihrem ersten Auftrag mit Ed und Choco gerät die Gruppe in eine Falle, bei der Domino dem Kopf der Gang einen Lap Dance anbietet und im Gegenzug dazu sowohl ihre Freilassung als auch die Informationen fordert, die zur Ergreifung der Zielperson führen. Dank Domino ist die Gruppe so erfolgreich, dass sogar der Bekannte von Dominos Mutter und TV-Produzent Mark Heiss eine Realityshow mit ihnen produzieren will. Heiss engagiert die TV-Altstars Brian Austin Green und Ian Ziering aus der Fernsehserie Beverly Hills, 90210 als Moderatoren für die Show. Das Produktionsteam begleitet von nun an die Kopfgeldjäger.

            Die Dinge fangen an, außer Kontrolle zu geraten, als Claremonts Geliebte Lateesha Rodriguez 300.000 US-Dollar für eine Operation ihrer Enkelin benötigt. Claremont, der nebenbei ein Geldtransportunternehmen führt, entscheidet sich, das Geld zu beschaffen. Sein Plan ist es, mit vier als First Ladys verkleideten Personen einen Geldtransport über zehn Millionen US-Dollar überfallen. Danach wendet sich Claremont an den Eigentümer des Geldes, den Casinobesitzer Drake Bishop, und bietet ihm an, das Geld durch seine Kopfgeldjäger abzüglich eines 300.000 Dollar hohen Finderlohns zurückzubeschaffen.

            Claremont ahnt nicht, dass Lateesha, die in einer Zulassungsstelle arbeitet und regelmäßig falsche Papiere und Führerscheine gegen Bezahlung vergibt, ihre eigenen Probleme hat. Darüber hinaus wurde Lateesha von ihrem Chef gekündigt, nachdem sie eine Erkrankung vortäuschte, um in einer Talkshow aufzutreten. Anschließend führt sie ein Gespräch mit FBI-Agenten, denen gegenüber Lateesha angibt, dass vier Leute, denen sie kürzlich gefälschte Ausweise beschaffte, die zehn Millionen US-Dollar stehlen werden. Sie weiß jedoch nicht, dass zwei der vier Personen die Söhne des Mafiabosses Anthony Cigliutti sind. Diejenigen, die letztlich wirklich den Raub ausführen, sind allerdings Lateesha, ihre Schwestern und ein Kollege von Lateesha, zusammen mit dem eingeweihten Fahrer des Transporters. Als dieser an einer Tankstelle hält, geraten sie in Panik und fliehen, wobei sie das Geld im Transporter zurücklassen. Der Fahrer bringt das Geld zu seiner Mutter, der Frau aus der ersten Rückblende zu Anfang des Filmes.

            Die vier zu Unrecht beschuldigten Personen werden von Ed, Choco und Domino gefasst und an eine Gruppe übergeben, die für den Kasinobesitzer Drake Bishop arbeitet. Es stellt sich heraus, dass es sich bei den gestohlenen zehn Millionen US-Dollar Cigliuttis Geld handelt, welches durch Bishops Kasino gewaschen werden sollte. Bishop befiehlt die Tötung der vier, nicht wissend, dass die Söhne Cigliuttis unter ihnen sind. Später im Film wird allerdings klar, dass die vier nicht umgebracht wurden. Das FBI findet sie, teilt dies Cigliutti aber nicht mit, da es ein Treffen zwischen Bishop und Cigliutti beabsichtigt, um eine Verbindung zwischen den beiden nachzuweisen.

            Als sie die Wahrheit herausfinden, schütteln die Kopfgeldjäger das Fernsehteam ab und machen sich auf den Weg, das Geld an sich zu nehmen. Sie entführen den Fahrer des Geldtransporters aus einem Striptease-Club, um dessen Mutter zur Herausgabe des Geldes zu bewegen. Zufällig sind die beiden Moderatoren der Realityshow ebenfalls in dem Club, weshalb Ed beschließt, die beiden als Geiseln mitzunehmen. Auf dem Weg ruft Domino Claremont an, welcher sie anweist, den Ärmel des Fahrers entfernen, um die Kombination für den Tresor zu erhalten, die auf seinem Unterarm eintätowiert ist. Aufgrund der schlechten Mobilfunkverbindung versteht sie jedoch, dass sie den Arm entfernen soll. Choco schießt deshalb den Arm des Fahrers ab.

            Die Mutter öffnet den Tresor nach längerer Verhandlung, die drei Kopfgeldjäger nehmen das Geld an sich und machen sich wieder auf den Weg. Ed verlangt für die Fahrt nach einer Thermoskanne mit Kaffee, bemerkt jedoch nicht, dass die Frau Meskalin in den Kaffee mischt. Dies führt dazu, dass die Gruppe während der Fahrt verunfallt. Nach diesem Unfall gesteht Choco Domino seine Liebe, und sie verbringen die Nacht in der Wüste. Am nächsten Morgen werden sie vom „Wanderer“ besucht, der sie davon überzeugt, das Geld zurückzubringen.

            Der „Wanderer“ fährt das Quartett samt Geiseln zurück nach Las Vegas, wo sie das Geld an Drake Bishop übergeben. Lateesha erzählt Domino anschließend, dass das Geld für ihre kranke Enkelin bestimmt ist. Domino holt von Alf, der alleine im Bad des Hotelzimmers sitzt und das Geld sowie Sprengstoff bei sich hat, 300.000 Dollar, um diese Lateesha zu übergeben. Die vier Kopfgeldjäger und die beiden Geiseln gehen ins „Top Of The World“-Restaurant, um die Übergabe zu vollziehen. Allerdings erklärt Alf dann, dass er das Geld gegen C4 ausgetauscht hat und die Fernzündung in seiner Hand hat. Die Situation eskaliert, als Cigliutti – immer noch im Glauben, dass Bishop seine Söhne umgebracht hat – mit Verstärkung anrückt und ein Feuergefecht ausbricht. Domino zieht die angeschossenen Ed und Choco in einen Aufzug, woraufhin Alf ihr sagt, dass er alles in Ordnung bringen würde. Als der Aufzug mit Domino weit genug vom Restaurant entfernt ist, lässt er den Sprengstoff explodieren. Das Aufzugkabel reißt bei der Explosion, doch Domino überlebt.

            Am Ende sieht man wieder das Verhör wie zu Beginn des Films . Das FBI entlässt Domino, die anschließend über ihr Leben reflektiert. Das Geld hat Alf an Kinder in Afghanistan geschickt, und Lateeshas Enkelin wird im Krankenhaus behandelt

            Sie ist furchtlos,sie ist gefährlich. Sie ist clever und noch dazu bildhübsch. Ihr Name ist Domino Harvey - und dies ist ihre wahre Geschichte.
            Der Regisseur Tony Scott inszenierte eindrucksvoll das kurze Leben der Domino Harvey, die unter mysteriösen Umständen am 27.Juni 2005 Tot in ihrer Wohnung in L.A. aufgefunden wurde.

            Ein Top Film

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            • 5

              Der Trailer war so affengeil, dass ich den Film unbedingt gucken wollte, obwohl ich Keira Knightley eigentlich gar nicht mag.
              Und Überraschung, die Kiera war ganz passabel, obwohl ihr Charakter einfach super unsympathisch war.
              Aber die Story war mir einfach zu blöd, zu sinnfrei und zu schrill. Ich hatte mir etwas komplett anderes darunter vorgestellt. Fing es zwar noch ganz passabel an, wird der Film immer bekloppter und man möchte meinen, der Regisseur hat die vielen Ballereien und Actionszenen nur eingebaut, um über das schwache Drehbuch hinwegzutäuschen. Die völlig unpassende Sexszene gegen Ende und die lächerliche Lovestory konnte dann auch nichts mehr rausreißen.
              Irgendwie ist es immer wieder verwunderlich, wie viele Filme versagen, wenn sie unzählige Stars an Bord haben. Als gäben sich die Filmemacher dann weniger Mühe, weil sie davon ausgehen, dass viele bekannte Namen das Ding schon reißen werden.
              Die coolsten Rollen in diesem Film hatten noch Brian Austin Green und Ian Ziering.
              Fazit: Bääm,Boom, Bang nützt nix, wenn die Story mau ist. Prost!

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              • 6 .5

                cool...

                • 4

                  Dank Keira noch 4 Punkte

                  • 6

                    Übertrieben wirkender, wirrer actioneer, der seine Stärken hat aber auch viele Schwächen. Gute Unterhaltung bietet er aber allemal. Kann man sich ruhigen Gewissens antun.

                    • 3
                      Deekin 01.07.2016, 09:28 Geändert 01.07.2016, 12:05

                      [Vorsicht: Enthält Spoiler!]

                      "Domino" fühlt sich in etwa so an, als hätte Micheal Bay "Natural Born Killers" drehen dürfen. Die Nähe zu Oliver Stones Film zeigt sich nicht nur in einer völlig frenetischen, abgedrehten Bildästhetik, sondern auch in den satirischen Ansätzen. Domino Harvey (Keira Knightley), ein Model, welches die Schnauze voll von der Glitzerwelt hat und sich mit lautem Geschrei und tobendem Willen eine Karriere als Kopfgeldjägerin verschafft, erlangt mit ihrem Team derartigen Erfolg, dass die Fernsehwelt auf sie aufmerksam wird. So werden die Taten der drei Rauhbeine in der zweiten Hälfte des Films von einem Fernsehteam begleitet und die schwer zu erkennbaren Gewaltauswüchse teilweise mit flippiger, verharmlosender Musik unterlegt, um die eigene Absurdität zu betonen. Beim Nebencharakter Lateesha (Mo'nique) wird zudem mehr Charakterisierung als bei den Hauptfiguren betrieben, unter anderem, in dem sie bei Jerry Springer den täglichen Talk-Show-Wahn demonstrieren darf. Leider geht das Konzept nicht wirklich auf, da all die mediensatirischen Elemente eher wie eingestreut wirken und am Ende einem unnötig komplizierten und sich ewig dahinziehenden Gangsterplot weichen.

                      Im Endeffekt spielt die Geschichte des Films eh nur die zweite Geige, geht es doch eigentlich um Tony Scotts eigenwilligen Stil, den er zuvor schon mit dem Film "Man on Fire" in Ansätzen umgesetzt hat und mit "Domino" schließlich auf die Spitze treibt. So bestehen die Bilder des Films aus einem ständigen Wechsel von Zeitraffer, Zeitlupe und Normalgeschwindigkeit, wechseln vom gleißenden Gelbstich ins Schwarzweiße, vergrieseln, verschwimmen und werden dann wieder knackscharf, während die Kamera nie still hält, meistens schiefhängt und der Schnitt so hyperaktiv agiert, dass im Film kein einziger ruhiger Moment zustande kommt. Innerhalb dieses wild-ruppigen Bilderrausches ist es schwer, auf andere Aspekte der Bildsprache zu achten: Mir persönlich hat allerdings gefallen, dass bei dem Gespräch zwischen Domino und der FBI-Agentin (Lucy Liu) die Augen der beiden jedes Mal durch einen Schatten verhüllt sind, während sie sich anschauen, so als würden die beiden unterschiedlichen Figuren beim jeweils anderen in die Leere blicken. Man kann diesen Stil sicherlich toll finden und total abfeiern, geht es hier doch schließlich darum, das wilde, unbeständige Leben eines zeitgenössischen Kopfgeldjägers als wildes, stets auf den nächsten Kick bedachte Leben zu inszenieren. In diesem Sinne ist es von meiner Seite aus wohl überflüssig, zu kritisieren, dass man bei den verhältnismäßig wenigen Actionsequenzen des Films so gut wie gar nichts erkennt und sich diese 'heißen' Momente der Geschichte kaum von den 'kalten', ruhigeren Momenten unterscheiden, sodass am Ende alles wie ein Einheitsbrei aus feurigem Bild- und Schnittgewitter wirkt. Ich kann zumindest aber sagen, dass es mich beim zweiten Mal weniger gestört hat, als es bei meiner ersten Sichtung der Fall gewesen ist.

                      Gestört hat mich hingegen die Tatsache, dass Domino, Ed (Mickey Rourke) und Choco (Edgar Ramirez) als Dreiergespann wirklich nur geradeso als Charaktere durchgehen. Zwar spielen insbesondere Rourke und Knightley ihre Parts recht lässig, doch bekam ich von der 'dysfunktionalen' Familie, von der an einer Stelle die Rede ist, kaum was mit, während das Liebesdreieck so mangelhaft eingefädelt ist, dass man es am Ende auch gleich hätte weglassen können. Warum Domino nach dem Autounfall in der Wüste plötzlich merkt, dass sie doch lieber mit dem jungen Latino rummachen möchte, ist mir ehrlich gesagt ein Rätsel.

                      Und was ich mich am meisten gefragt habe: Warum muss man in einer absurd-übertriebenen Sequenz, in welcher alles mal wieder recht schwer zu erkennen ist, einem Gefangenen mit einer Schrotflinte den Arm abschießen, um an die darauf eintättowierte Safe-Kombination zu gelangen, während man ebenso leicht Zettel und Stift hätte nehmen können, um sich selbige einfach aufzuschreiben. Ganz ehrlich, das war die blödeste und offensichtlich sadistischste Handlung, welche die Kopfgeldjäger in dem Film verübt haben.

                      Alles in Allem würde ich "Domino" vor allem in die Kategorie 'Special Interest' verbuchen, abhängig davon, ob man sich mit dem audiovisuellen, MTV-artigen Exzess und der überspitzten Holzhammersatire anfreunden kann oder nicht. Ich kann in dieser Hinsicht leider nur sagen: Das war nicht ganz meins, trotz eines Gastauftritts von Tom Waits, und lege beim nächsten Mal wohl lieber noch einmal "Dungeons & Dragons" rein.

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                      • 4 .5

                        Dieser ständige Bilderwechsel und die Filter nerven und machen den ganzen Film kaputt :-(

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                        • 5

                          Zu lange Laufzeit, dadurch verliert der Film an Tiefe und Spannung.
                          Hätte gerne mehr Punkte gegeben, Vorhersage 6,5.

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                          • 5 .5
                            udowegener 25.12.2015, 17:30 Geändert 25.12.2015, 19:45

                            ich vermute, die produzenten haben tony scott den film irgendwann aus der hand genommen. jede szene, jede einstellung....nur schablonen. völlig unmotivierte verfremdungen, eine nervende hörbuchversion mit ein paar bildern.....
                            die letztlich doch irgendwie packt. Die Story an sich ist super!

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                              HeartOnFire 04.08.2015, 23:24 Geändert 04.08.2015, 23:53

                              Meine Güte, dieser Farbfilter! Und dann so ein Schnittmassaker. Das lässt einen Neveldine/Taylor-Film fast ruhig aussehen. Keira Knightley und Mickey Rourke haben mir in ihren Rollen allerdings sehr gut gefallen. Ziemlich viel Potenzial verschenkt Mr. Scott.

                              Gibt es eigentlich irgendwelche Filme von Tony Scott, die mehr in die Richtung von True Romance gehen? Denn was ich sonst bis jetzt von ihm gesehen hab war nicht so prickelnd.

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                              • 7 .5
                                der cineast 13.03.2015, 21:46 Geändert 14.03.2015, 02:37

                                Mit narrativem und publikumsfreundlichem Kino hat Tony Scotts experimenteller Bilderrausch nichts mehr zu tun: DOMINO gibt zwei Stunden vor durch Rückblenden die Geschichte von Domino Harvey zu erzählen, doch in Wirklichkeit wird der Betrachter nur getäuscht, denn Scott verfremdet die Ereignisse im Sekundentakt. Scotts Wahrheit findet sich nicht in der Geschichte, sondern in der Textur, der Oberfläche, im Bild selber. Deswegen richtet sich Domino auch am Ende an den Zuschauer: Wie es wirklich war, werdet ihr nie erfahren, sagt sie. Aber das interessiert uns auch nicht. Wir haben es schließlich gesehen. Die These von STYLE OVER SUBSTANCE straft Tony hier zurecht Lügen. DOMINO ist die aufregende, elliptische Antwort auf Tony Scotts Verständnis und Einstellung von und zum Kino: Kino wird durch das Bild erzählt, nicht durch den Inhalt. Schon zu Beginn der ersten Szene erkennt man die Handschirft des Regisseurs, ob man sie mag oder nicht, sie ist unverkennbar die von Tony Scott. Ein größeres Kompliment könnte und konnte es für ihn sicher nicht geben.

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                                • 7 .5

                                  Ich kann nicht genau sagen was es ist, aber irgendwie hat der Film etwas. Technisch perfekt durchgestylt mit einem saucoolen Hauptdarsteller-Trio und einer Keira Knightley die noch nie so sexy war. Die Story ist zwar recht simpel, dennoch hat mich "Domino" gefesselt.

                                  • 6 .5

                                    Ein durchgestylter Actiontrip auf Mescalin, in knalliger Musikvideooptik. "Natural Born Killers lässt grüssen." Inhaltlich gibt es halt nicht sehr viel zu erzählen, das dafür immer etwa 3x, aus jeweils anderer Perspektive. Hab mich auf jedenfall gut unterhalten. Keira ist einfach Sexy as Hell, da gehts auch ganz gut mal mit etwas weniger Story.

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                                    • 5 .5

                                      Der Film hat seinen Reiz, ohne Frage, schon die Besetzung macht einiges her. Allerdings mit einer Ausnahme: Keira Knightley. Zu keinem Zeitpunkt habe ich ihr ihre Rolle abgenommen. Einfach eine Fehlbesetzung. Nun gibt es nicht gerade Schauspielerinnen wie Sand am Meer, die auch als Model durchgehen und Models, die auch Schauspielern können, sind wohl die absolute Ausnahme. Wenn es sich dann auch noch um eine derart taffe Rolle handelt, wird es kompliziert. Keira ist nicht taff. Nicht auf diese Art taff. Es wirkte auf mich schon fast belustigend, wie sie da mit den Waffen hantierte und ich mir jetzt vorstellen sollte, dass sie seit vielen Jahren Kampfsport betreibt. Das funktioniert einfach nicht, zumal Keira einfach nur extrem dünn ist. Ich meine, sie bricht mit 'nem Faustschlag einem gestandenen Mann die Nase. Und das gleich zwei Mal im Film! Wie kommt man auf die Idee, dass eine klapperdürre und überhaupt nicht sportlich wirkende Person, wie sie, eine derartige Rolle verkörpern kann? Auf der anderen Seite hätte sie sich ja für diese Rolle auch in Form bringen können. Das tat sie nicht. Andere tun sowas...

                                      So ist die zentrale Person des Films zugleich die unglaubwürdigste von allen. Sonst wäre der Film ganz sicher besser zu bewerten gewesen, als mit einer 5,5. Der schnelle Schnitt und die Bilder sind gewöhnungsbedürftig, aber ich fand das ganz interessant.

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                                      • 6

                                        Hm, Keira Knightley in die Rolle zu stecken war mutig. Sie gibt ihr bestes aber irgendwie wollte sie für mich nicht in diese harte, kühle Kopfgeldjäger-Rolle passen. Auch sonst schmeißt der Film einige coole Gastauftritte bzw. kleine Nebenrollen ins Spiel, die dann zum Glück sehr gut passen. Die Story kann im Großen und Ganzen auch überzeugen. Was dem Film dann doch die Chance zu größerem nimmt ist der Schnitt. Jesus... es darf ja durchaus mal rasant zugehen, aber hier wurde ganz klar übertrieben. ^^

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                                        • 5

                                          Geht so

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                                          • 6

                                            Kann man sich mal angucken, ich war aber schon ziemlich enttäuscht.

                                            - Keira Knightley ist als Kopfgeldjägerin nur schwer ernst zu nehmen.
                                            - Den gesamten Film über wahnsinnig nervtötende, hektische Schnitte.
                                            - Das Drehbuch schafft es nicht, den Zuschauer über die 120 Minuten zu fesseln und es fällt einem schwer, der Story zu folgen.
                                            - Der Film versucht krampfhaft cool zu sein (Yeah wir sind cool weil wir alle Kette rauchen!!111), scheitert bei diesem Versuch aber grandios.

                                            Naja, wenigstens spielen Christopher Walken, Mickey Rourke, Mo'Nique und Lucy Liu mit.

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                                            • 6 .5

                                              Diesen Bilderrausch von Tony Scott könnte man als leicht übertrieben bezeichnen. Selbst mir waren die schnellen Schnitte nach einiger Zeit genug. Die Story hat zwar auch ihre Stärken doch spätestens nach einer Stunde verliert man langsam den Überblick. Was auch daran liegt das zu viele Nebenakteure eine tragende Rolle in der Geschichte spielen. Man hätte sich mehr um Domino kümmern sollen. Jedenfalls hätte mich das nicht allzu sehr gestört. Da Keira Knightley schon optisch ein Highlight und nebenbei verdammt cool ist.
                                              Sehr lässig ist auch wieder Mickey Rourke der hier eine Art Mentor für Domino und eine Legende in Kopfgeldjägerszene ist. Doch auch die restliche sehr populäre Besetzung kann den Film nicht ganz retten. Aber diesen "Fehltritt" kann ich Altmeister Tony Scott natürlich verzeihen.

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                                              • 7

                                                Eine gute Idee, dazu die passenden Kulissen, gute Schauspieler und fertig ist der Actionthriller ''Domino''. Der Film beginnt sehr rasant und kann diese Atmosphäre auch halten. Die Erzählweise ist sehr gut auf die Handlung abgestimmt und kann überzeugen. Der Film ,Bzw. die Story bietet keinen großen Anlass selber groß nachzudenken, eben einfache Kost! Die Filmsequenzen und die Dreharbeit stechen aus dem Film hervor und machen diesen aus.

                                                Fazit:''Domino'' ist unterhaltsam und spannend. Ein sehenswerter Actionthriller für zwischendurch.
                                                7 von 10 Punkten.

                                                • 3

                                                  Es wird so krampfhaft versucht Coolness in den Film zu bringen, dass es schon peinlich ist. Die immer wiederkehrenden Motive mit der Münze zb. wirken aufgesetzt und die Tränendrüsenstories mit dem Mädchen und Afghanistan haen (bei mir zumindest) nicht funktioniert. Dafür waren sie viel zu klischeebehaftet. Es ist alles viel zu plump in Szene gesetzt. Zu dem fand ich die Kameraführung und Schnitte nicht gut und oft viel zu anstrengend. Als Trash-film kann man ihn auch nicht sehen weil er sich dafür zu ernst nimmt. Schauspielerisch gibts da auch nichts nennenswertes und Keira Knightley hat mich, obwohl ich sie mag, mal gar nicht überzeugt. Domino hat für mich auf ganzer Linie versagt...

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                                                  • 8

                                                    Tony Scott und Keira Knightley. Bin ich jetzt von beiden nicht gerade ein besonders großer Fan. Und ehrlich gesagt ist dieses filmische Massaker in erster Linie ziemlich irre, durchgescheppert und auch ziemlich unsinnig. Eine dünne, fieberhafte Story verpackt in rasende, unkontrollierbare, wirre Bilder. Aber genau deswegen, weil hier nichts funktioniert, scheint das so gut zu funktionieren. Wenn Tony Scott hier meinen Lieblingsfilm seinerseits zitiert und der wahnsinnige Bilderrausch sich in einen abgefuckten Drogentrip verwandelt, wenn Hip-Hop-Musik knallige Action untermalt, wenn bis zur Besinnungslosigkeit mit Farbfiltern und Kameraschwenks experimentiert wird, wenn ein Film über Kopfgeldjäger rein gar nichts über Kopfgeldjäger erzählt, wenn mir die Macher dieses ADHS-Anfalls all das auftischen, was ich oftmals an Filmen hasse, dann wird daraus selbstverständlich ein Meisterwerk, das direkt in meiner Top 3 von Tony Scott landet. Und ja, sogar Keira fand ich hier richtig super.

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