Die Unbestechlichen - Kritik

All the President's Men

US · 1976 · Laufzeit 138 Minuten · FSK 12 · Thriller, Drama · Kinostart
Du
  • 7 .5
    Movienatrix 05.12.2017, 16:14 Geändert 05.12.2017, 16:17

    Der Film wirkte im Dialog schon etwas seltsam anmutend:
    "Keiner will etwas sagen, aber trotzdem sind alle ziemlich redselig".
    Aus Sicht des investigativen Journalismus(sofern es sich in etwa tatsächlich so zugetragen hatte) ein 1A Film, der seinen Kultstatus diesbezüglich völlig zurecht hat.

    Kein reißerischer Politthriller, mehr eine Art Bio zum Artikel und Aufdeckung hinter Watergate.
    Manchmal etwas zäh aber doch alles in allem sehr interessant und vor allem ganz und gar durch das Team "Bernstein/Woodward aka Woodstein" die alte Weisheit beeindruckend bestätigend, "das Beharrlichkeit manchmal eben doch zum Ziel führt", bzw. wie man jemanden trotz Verweigerung Informationen aus der Nase zieht.

    Perplex macht allerdings der Umstand, das die Machenschaften hinter Watergate damals als (zurecht) skandalös empfunden wurden, während wir das Heute aus unerklärlichen Gründen längst als selbstverständliche Normalität auffassen... und ja mal eben z.B. NSA-Spähaffären mit einem Satz für beendet erklärt werden können (Pofalla) und es sich damit dann offensichtlich auch hat und auch kein Hahn weiter danach kräht !?
    Perplex auch, in wie weit es auch mit der Pressefreiheit mittlerweile steht, bzw. mit der Unabhängigkeit dieser (auch mit Hinblick auf Deutschland).

    Insofern gibt der Film, auch noch 40 Jahre später, zu denken- zumindest sollte der Film der Gesellschaft zu denken geben...heute eigentlich sogar noch umso mehr !

    • 9

      Filme mit Robert Redford aus dieser Zeit schaue ich mir immer wieder gerne an. Super aufgebaut und sehr spannend. Kein Schnick-Schnack, alles auf den Punkt. Ich liebe diese alten 70er-Jahre Großraumbüros. Ich liebe diese Art von Film.

      • 8 .5

        Mein Fazit:

        Dieser Film ist ein Kult. Tatsächlich beruht diese Geschichte ja auf eine wahre Begebenheit. Ob es sich tatsächlich so zugetragen hat, weiß natürlich wirklich niemand.

        Der Film lebt von den Dialogen. Das macht den Film ungeheuer spannend. Allerdings kann das auch sehr schnell ermüden, denn die Dialoge sind von einem ungeheuren Tempo und als Zuschauer muss man seine ganze Aufmerksamkeit aufbringen. Für „so nebenbei“ ist der Film nicht gedacht!

        Wer nur das Popcorn-Kino mag, sollte von diesem Film Abstand nehmen. Denn man bedarf nicht nur Aufmerksamkeit, sondern auch persönliches Interesse an politischen Intrigen und Journalismus. Es gibt keinen Sex und auch kein Blut, hier und da Ambitionen, ein bißchen Action reinzubringen. Und bei den vielen Namen, den Gegebenheiten und Szenen-Wechsel hat man wirklich schon genug zu tun.

        Alles in allem ein sehr spannender Film, aber nicht für jeden Zuschauer gemacht.

        Anmerkung: Die Rezension stammt vom 19.09.2007.

        • 8

          Die Story an sich ist natürlich eine Thriller Blaupause: die engagierten Journalisten die einer komischen Sache auf die Spur kommen und mit dem größtmöglichen Einsatz (bis hin zu ihrem Leben) versuchen der Sache auf die Spur zu kommen und einen Skandal aufzudecken. Die Besonderheit dabei ist natürlich dass es ein wahrer Fall ist und eben die filmischen Hauptfiguren in echt das Buch geschrieben haben dass umgesetzt wird. Leide gebe ich zu dass ich aus alledem wenig schlau geworden bin – aber zum einen ist die Nummer zu alt um noch aktuell und brisant zu sein, zum anderen ist eine Welt der rasselnden Schreibmaschinen und Dauertelefonate heute kaum mehr aktuell. Vorrangig geht der Film auch um Menschen die lange Telefonate führen oder in Besprechungen zusammenhocken, Actionelemente muß man wohl auslassen. Redford und Hofmann sind noch jung und geben trotz ihrer schlimmen Frisuren tolle Helden ab. Die restliche Tragweite wird mir niemals so ganz präsent, aber das Klassikerpotential des Filmes werde ich problemlos anerkennen.

          Fazit: Polithriller der alten Schule dessen Themen alt sind, aber vorzüglich und mitreißend umgesetzt wurden!

          • 7

            - Unnötige Close-Ups.
            - Die Hektik des Arbeitsplatzes im Kontrast zum verschlafenen Redford, der noch spricht, als schon aufgelegt wurde. Typisch aber nicht unhumoristisch.
            - Nachdem der Anwalt Redford abschüttelt, setzt er sich nahezu identisch zum vorherigen Moment impertinent hinter ihn.
            - Ein Close-Up auf einen Zettel in der Wohnung, gefolgt von einem Herauszoomen am Arbeitsplatz, recht eleganter Übergang.
            - Humoristisches Element: Nachdem er eine Lehrstunde von seinem Vorgesetzten bekommt, wer Colson ist, steht er im Büro des Chefredakteurs, den Vorgesetzten von eben im Rücken "Colson, who is the..."
            - In Etwa "About what did he write before? Rats in restaurants?"
            "Some have been closed."
            - "I don't mind what you did, I mind how you did it."
            - Laute Hintergrundgeräusche in der Konversation zu Beginn; kein schlechtes stilistisches Mittel.
            - Wie ästhetisch würde ein nahezu komplett stiller Körper aussehen, mit einer zuvor tänzelnden Schreibmaschine?
            - Ist der Shot, der vom Close-Up zur Vogelperspektive in der Bibliothek verläuft, ein adäquates Stilmittel, oder schon eher zu viel?
            - Schöne Exposition, wie dem Chefredakteur eine Hand hingehalten wird, doch anstatt die Akten zu übergeben, schmeisst er sie auf den Tisch darunter.
            - Die rote Flagge auf dem Balkon...ein groteskes Element à la Dürrenmatt, oder wäre etwas plausibleres besser gewesen?
            - Nicht unintelligent, dass der Angerufene auflegt und kurz danach sich wieder meldet über die Nummer der Post, um sicherzugehen.
            - Der Wendepunkt des Chefredakteurs wird durch seine entwaffnende Ehrlichkeit eingeleitet "The truth is, I don't know what we got."
            - "Maybe we should ride back." Erneut vor der Tür der potenziellen Informantin - ähnlich wie zu Beginn mit Redford und dem Anwalt.
            - Mir gefällt, wie Hoffmann ins Haus der Quelle kommt, und die ersten Shots noch das Geländer zwischen ihnen malt, wonach sie dann ihm aber entgegenkommt. Glaubwürdiger, als ein Hoffmann, der auf einmal verführend agiert. "I'm wondering...What do you think?"
            - Trekkingshot zum Spannungsaufbau ist okay, I guess.
            - Der Chefredakteur ist schon genial. Mitten im Gespräch mit seinen Journalisten wird er angerufen, und zuvor stellt er sich noch die passende Mentalität bereit, legt die Füße auf den Schreibtisch.

            • 5
              WithOpenEyez 19.01.2017, 13:58 Geändert 29.10.2017, 01:20

              "Get some harder information next time."

              Was für "All The President's Men" spricht, ist der extrem hohe Grad an Realismus (für einen Film versteht sich). Es wird von Anfang bis Ende auf ich sag mal Hollywood Elemente verzichtet, um die zähen und ermüdenden Ermittlungen spannender zu machen als sie sind, nämlich sehr trocken. So weit es das Script zuletzt spielen Robert Redford und Dustin Hoffman gut und souverän auf, sie verkörpern zwei Journalisten der Washington Post, die trotz aller Widerständen (von außen, als auch vom Chefredakteur selber) weiter machen, weil sie eben die Wahrheit ans Tageslicht bringen wollen.

              In der lieben Politik wird geschoben, gelogen und betrogen, dass sich die Balken biegen, blöd nur, wenn sich niemand reden traut und ohne eindeutige Quellen und Zeugen lassen sich große Politiker und Geheimdienste nicht mal eben ans Bein pissen und den Ruf beschädigen. Dies alles zeigt der Film auf realistisch beeindruckende Weise. Was auf der Strecke bleibt ist die Spannung, die war sehr sehr bedingt vorhanden. Ich hab mich bemüht aufmerksam aufzupassen. Ich sehe es in etwa so, dass 100 % Realismus in einem Film dann doch kontraproduktiv sind, weil der Unterhaltungswert auf der Strecke bleiben kann. Was sich in diesem Film darin ausdrückt, dass wir nichts über die beiden Hauptprotagonisten erfahren, noch die Bösewichte bzw. Politiker zu Gesicht bekommen. So bin ich am Ende trotz der optischen und darstellerischen Qualität nicht besonders angetan und werte mit Durchschnitt.

              • 6 .5
                RoboMaus 11.07.2016, 22:42 Geändert 12.07.2016, 07:07

                Robert Redford zu Dustin Hoffman im Aufzug: "Gibt's eigentlich einen Ort, wo du nicht rauchst?" Die völlige Normalität in den siebziger Jahren - Redford's Bemerkung klingt wie der Beginn der Anti-Raucherkampagnen in den USA. Etliches in 'All the President's Men' wäre in heutiger Zeit kaum denkbar - bis auf das Kernthema: die Watergate-Affaire und das illegale Abhören des politischen Gegners, wird doch heute alles und jeder ausgespäht.....

                Der Plot ist Journalismus pur: eine sich langsam zu Beweisen verdichtende Indizienkette zur Praxis der Republikaner, die Demokraten mit allen Mitteln zu überwachen und mit Intrigen zu überziehen, wozu eine millionenschwere schwarze Kasse eingerichtet wurde. Dies aufzudecken, ist das Verdienst zweier Journalisten der Washington Post, die mit 'All the President's Men' gewürdigt werden.

                Manchem, einschliesslich mir, mag das etwas zu eingleisig vorkommen. Es dreht sich nur um das zähe Anslichtbringen und Erhärten von Fakten, wobei sich die Szenen wiederholen: Redford & Hoffman haben eine paar neue Aspekte hinzugewonnen, werden aber beim Chefredakteur abgeschmettert, mit dem Hinweis auf mehr Genauigkeit und fehlende schriftliche Belege. Die Handlung ist zwar interessant, aber auch ermüdend.

                Ein Stück Weltgeschichte, das jeder kennen sollte, nicht nur weil es eine Jahrhundertstory war, sondern auch weil sie schön darstellt, dass die Amerikaner erst bei sich geübt hatten, bevor sie im digitalen Zeitalter selbst die verbündete Welt mit ihrer paranoiden Ausspäherei überzogen.

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                • 6

                  Was zeichnet diesen Film aus:
                  -interessanter Einblick in den Journalismus von vor 50 Jahren
                  -Robert Redford und Dustin Hoffman in jungen Jahren sehenswert schauspielern zu sehen

                  Was zieht diesen Film runter:
                  -Namen über Namen über Namen. Ich habe noch nie einen Film gesehen, in welchem so viele verschiedene Personen genannt werden. Es fällt schwer hier den Durchblick zu behalten und zu merken, um wen es hier im eigentlichen Sinne geht.
                  -Uninteressante eigentlicher Plot. Dies mag eine persönliche Einschätzung sein, aber mir wird nicht klar, wie der Film eine emotionale Bindung zu den Zuschauern aufbauen zu versucht. Dies mag sich bei Politik-Junkies anders gestalten, ich persönlich konnte dieser Filmhandlung jedoch nicht viel abgewinnen.

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                  • 8 .5

                    Die akribische Arbeit von investigativen Journalisten wurde nie wieder so packend dargestellt. Der Watergate-Skandal erschütterte die Vereinigten Staaten in ihren Grundfesten und wurde hier exzellent und intelligent aufbereitet.

                    Vom Büroalltag bis hin zu den politischen Verstrickungen konnte sich jeder Interessierte hier ein Bild von der Syssiphusarbeit von Bernstein und Woodward machen, die schlussendlich 2 Jahre zuvor einen Präsidenten zu Fall brachte.

                    Ob Hoffmann, Redford, Beatty, Hal Holbrook, Jack Warden, Abraham, die
                    Darstellerleistungen sind allesamt erstklassig. Für mich zeichnet sich dieser Film besonders durch den Verzicht auf dramatische Extras wie Privatleben aus, die Jagd nach Spuren und Beweisen steht hier im Mittelpunkt. Damit wird die Alltagsarbeit der Journalisten zu einem Politkrimi allererster Kajüte.
                    Ich werde nie verstehen wie man in diesem Krach eines Großraumbüros überhaupt arbeiten kann...Diskussionen mit Chef und Verleger bieten einen zusätzlichen Reiz,
                    denn die Sprengkraft der Bombe die sie in Händen hielten ließ sich nur erahnen und die Beweiskette musste absolut wasserdicht sein.

                    Grandioser Journalisten-Krimi der nach 40 Jahren immer noch bestens unterhält.
                    Man könnte meinen dieser Film sei sperrig, nun, das ist er nicht: er geht so leicht
                    runter wie ein Tatort und elektrisiert den Zuschauer regelrecht.
                    Mal abgesehen von den Allergikern gegen Schlaghosen natürlich :)

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                    • 9

                      Der hoch Intelligente Polit-Thriller, der Sonderklasse, nie wurde schwere Politkost so fesselnd und federleicht erzählt, dazu zwei atemberaubend gute Hauptdarsteller (Redford & Hoffman),die uns die Watergate Affäre aufbröseln und aufdecken.
                      Politfilm Klassiker!

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                      • 7 .5

                        Zeitloser Klassiker mit Top-Besetzung!

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                        • 5 .5

                          special edition 2 disc...
                          da waren die erwartungen zu hoch ich fand den wenig spannend und war froh als er zu ende ging

                          • mit Dustin Hoffman und Robert Walden... weia

                            • 7

                              Man sollte meinen ich wuerde jetzt ueber die Mutter aller Gates bescheid wissen, aber so ganz klar ist mir die Sache immer noch nicht. Dennoch zwei Stunden gute Unterhaltung, die bis auf die Klamotten auch heute noch gut funktioniert.

                              • 9

                                Schreibmaschinen, Drehscheibentelefone, der Hosenbund bis zum Bauchnabel, ein die meist berstend volle Redaktion einräuchernder Dustin Hoffman - hach mir als hoffentlich bald angehendem Journalisten geht bei diesem 70er Jahre Flair wahrlich das Herz auf.

                                "Die Unbestechlichen" thematisiert den Anfang des investigativen Journalismus im Zuge der Watergate-Affäre auf unspektakuläre sowie natürlich nicht mehr zeitgemäße Art und Weise, ohne dass auch nur irgendeine Spur von Langeweile aufkommt. Hier wird recherchiert, telefoniert, ausgefragt ohne Rücksicht auf die eigene berufliche oder sogar existenzielle Zukunft. Redfort und Hoffman passen in ihre Rollen wie die Faust aufs Auge – ihre Darstellungen sind absolut glaubhaft. Ich kann wirklich jeden verstehen, der an diesem Film nichts für sich findet. Es passiert nicht viel, Tempo kommt nie wirklich auf. Stattdessen ist der Streifen rein aus Journalistensicht erzählt und beantwortet die Frage, wie jene hinter den wohl größten Politskandal des 20. Jahrhunderts kamen.

                                Wer sich für diesen Stoff interessiert, wird aber wohl kaum drum herum kommen, sich in den Bann von „Die Unbestechlichen“ ziehen zu lassen und 138 kurzweilige Minuten zu erleben.

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                                • 7

                                  Auch wenn mein politisches Wissen alles andere als gut ausgeprägt ist, bieten die erstklassigen Dialoge eine ausgezeichnete Unterhaltung und verwandeln das Thema zu einen starken Kriminal-Thriller. Während über zwei Stunden lang die ununterbrochene Arbeit der beiden Journalisten gezeigt wird, macht der Zuschauer jeden Gedanke, jedes Gefühl der Protagonisten mit, was zur ständigen Aufmerksamkeit führt. Fragwürdig ist, warum keiner der beiden Hauptdarsteller wenigstens eine Oscarnominierung bekommen hat. Denn wie leidenschaftlich und authentisch Dustin Hoffman und Robert Redford ihre Rollen spielten, ist sehr zu loben. Der ruhige Stil wurde mit interessanten Kamera-Perspektiven gedreht und einer soliden Spannung untermalt. Zwar hätte die Laufzeit ein wenig kürzer sein können, jedoch reicht diese völlig aus um dem Film den verdienten Titel "Klassiker" zu geben.

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                                  • 8 .5

                                    +++SPOILER+++ (möglicherweise)

                                    Hunt, Liddy, Ehrlichman, Haldeman, Colson, Mitchell - "Die Unbestechlichen" überhäuft seine Zuschauer erst einmal mit Namen, die für den Geschichtslaien zunächst nicht mehr als Namen sind. Nixon - klar, den kennt man, den Mann, mit den dichten Augenbrauen, dem langen Gesicht, den Siegerposen, dem Ding mit Watergate. Aber mehr ist vielen letztlich nicht geläufig und so ist dieser Polit-Thriller kein Film, der wirklich erleuchtet geschweige denn Spaß macht - zumindest nicht beim ersten Mal. Beim zweiten oder dritten Mal jedoch entpuppt sich das Erbsenzählen der beiden Journalisten Bob Woodward (Robert Redford) und Carl Bernstein (Dustin Hoffman) als filmische Lektion in Sachen Hartnäckigkeit, investigativem Journalismus mit einfachsten Mitteln und aus den Namen der mächtigen Konspiratoren werden nach und nach Gesichter. Dann machen auch die Telefongewitter des Robert Redford und die geschickten Austrickser des Dustin Hoffman Laune. Ja, es ist geradezu eine Wonne, zu sehen, wie simpel die beiden mitunter vorgehen, um an neue Informationen zu kommen. Not macht erfinderisch. Schlussendlich ist der Aufstieg der beiden "kleinkalibrigen Lokalberichterstatter" zu Star-Reportern ein Wink mit dem Zaunpfahl in Richtung des amerikanischen Traums. "Rags to riches" - im ernüchterten Amerika der "Nach-Watergate-Zeit" möglicherweise ein ersehnter Grundsatz, schließlich wurde im selben Jahr auch "Rocky" zum Kinohit. Die große Achillesferse der "Unbestechlichen" ist das Ende. Der Film hört einfach mitten im

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                                      Puh, das war wirklich ein trockenes, unspektakuläres und anstrengendes Filmerlebnis. Bei all meiner Zuneigung für Werke, die sich ihre Zeit nehmen: hier war es was interessante Ereignisse angeht leider einfach ein wenig zu viel des Wenigen. ALL THE PRESIDENTS MEN versucht wirklich nicht sehr energisch, dem wenig politbegeisterten Zuschauer wie mir seine Materie schmackhaft zu machen. Vielmehr will er auf dem Boden bleiben und alle Ereignisse realitsnah und möglichst unverfremdet darstellen. Gelingt das? Bei den ganzen Lobeshymnen in Bezug auf dieses Werk: vermutlich. Will ich persönlich einen solchen Umgang mit einem Thema in einem Spielfilm sehen: nicht wirklich.

                                      Damit ich nicht ganz so negativ klinge, fange ich mal mit dem Positiven an. Da sind vor allem die beiden Hauptdarsteller zu nennen. Redford hat hier noch richtig Ausstrahlung (so kenne ich ihn gar nicht) und Hoffman, ach, ich liebe diesen Typen einfach. Kürzlich durfte ich zum ersten Mal MIDNIGHT-COWBOY genießen und dort spielt er einfach so übermäßig klasse, dass der ganze Rest des Films gleich noch ein ganzes Stück besser wird. Es gibt beim vorliegenden Werk zwar nicht ansatzweise so viele Momente, in denen er angemessen zeigen kann, was in ihm steckt, aber ich freue mich trotzdem immer, wenn er auf dem Screen zu sehen ist. Über Jason Robards aka Cheyenne aus ONCE UPON A TIME IN THE WEST freue ich mich ebenfalls jedes Mal wieder, egal wen oder was er spielt. Außerdem gefällt mir das ruhige Tempo und die wenig reißerische Machart des Films (allerdings nur bis zu einem gewissen Grade) und das eine Long-Take, das mehrere Minuten lang ist, in dem Redford einige Telefonate mit wechselnden Gesprächspartnern führt, gehört sicher zu den Highlights des Werks. Aber das war's im Grunde auch schon mit meinem spärlichen Lob.

                                      Letztendlich fühlt sich dieser Film wirklich enorm minimalistisch an und es war beim Schauen teilweise echt schwierig, gedanklich noch bei der Sache zu bleiben. Ich mag zwar prinzipiell ruhige Filme - gerade im Kontrast zu unserer heutigen Kinolandschaft, wo solche rar gestreut sind - aber es darf dabei dennoch nicht zäh werden und spätestens in der zweiten Hälfte war das hier definitiv der Fall für mich. Meine größte Verblüffung entstand aber in Bezug auf das Ende des Werks: was war denn bitte hier los? Wir erleben einen Dialog in dem der Satz "Our Lives are in Danger" fällt und ca. eine Minute später ist der Film vorbei. Huch, einfach so? Der President muss zurücktreten und damit sind die für den Film relevanten Ereignisse anscheinend abschließend erzählt. Das fühlt sich leider nicht im mindesten wie ein zufriedenstellendes Ende einer Geschichte an. Was passiert denn jetzt weiter? Wie reagiert das Volk der USA auf diesen Skandal? Und vor allem: was wird aus unseren Protagonisten? Ist ihr Leben immer noch oder sogar jetzt erst recht in Gefahr? Sind sie ab sofort die Helden des Journalismus oder bleiben sie weiterhin "normale" Reporter? All diese Fragen werden im Film nicht weiter behandelt, obwohl sie mich eigentlich viel mehr interessiert hätten, als wie viel Geld da jetzt genau von einem Jemand zu einem anderen geflossen ist. Ist es wirklich so spannend zu erfahren, wie diese Verschwörung im Detail verlaufen ist? Reicht nicht ein gröberer Überblick über das Geschehene, um sich dann auf die Bedeutung desselben zu konzentrieren?

                                      Und damit sind wir abschließend bei meinem grundlegenden Problem fast aller auf realen Ereignissen beruhenden Polit-Filme angelangt (manche nennen sie unverständlicherweise Polit-"Thriller", was bei mir oft ein leicht verwundertes Hüsteln hervorruft, denn als "thrilling" empfand ich in diesem Genre noch nie etwas): ich verstehe nicht, worin der Mehrwert eines solchen Polit-Films gegenüber einer Dokumentation besteht. Wenn ich alles wirklich so trocken und realitätsnah erzählen will, warum wähle ich dann als Medium den Spielfilm? Klar kann man auf diese Weise charismatische Darsteller für die Geschichte benutzen, aber das kann doch nicht der alleinige Grund sein. Eine Dokumentation bietet den perfekten Rahmen für reine, unverzerrte Sachlichkeit, ein Spielfilm hingegen lebt von Fiktionalität, Charakter-Entwicklung, Story-Dynamik und Audiovisualität. Warum legt man also ein Werk wie ALL THE PRESIDENTS MEN als Spielfilm an, obwohl es auf die Stärken einer Dokumentation setzt und nahezu jeden wichtigen Spielfilm-Aspekt vernachlässigt?

                                      Alles in allem kann ich für mich persönlich sogar festhalten, das selbst fiktionale Kriminal-, Gerichts- und Politfilme so gut wie nie etwas für mich sind. Die reine Aufklärung eines Falles, einer Verschwörung oder eines Mysteriums an sich gibt mir einfach zu wenig, wenn sie nicht mit interessanten Charaktermomenten, -entwicklungen oder Gesellschaftsthemen verknüpft ist (deswegen schaue ich bspw. auch nie den TATORT, sondern lieber hin und wieder einen COLUMBO, denn hier geht es nicht um die Aufklärung eines Falles - die gibt es ja schließlich immer zu Beginn - sondern hauptsächlich um die Dynamik von Columbo und seinen Mitmenschen). Immerhin kann ich mich heute damit trösten, dass ich diesen Film zu meinem Filmhorizont hinzufügen konnte, obwohl er in Sachen Viewing Pleasure nicht gerade ein Genuss war. Irgendwann einmal wird bei mir auch noch JFK anstehen, aber so richtig Lust auf den nächsten Polit-Klassiker habe ich jetzt eigentlich nicht mehr.

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                                        Und danach sind wir genauso schlau wie vorher. Kann man sich also sparen.

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                                          "All the Presidents Men" ist ein 40 Jahre alter Film über den Watergate-Skandal 1974, dessen 130 Minuten mir vorkamen wie 180 oder mehr. Das liegt daran, das der Film sich hauptsächlich auf die Ermittlungsarbeit der beiden Journalisten Carl Bernstein (Dustin Hoffman) und Bob Woodward (Robert Redford) konzentriert und eine nahezu geradlinig verlaufende Spannungslinie aufweist. Langweilig wird der Film durch seine hervorragende Erzählstruktur keineswegs, die auf einem genialen Drehbuch von William Goldman beruht.

                                          "All the Presidents Men" ist auch keineswegs angestaubt oder antiquiert, angesichts der noch warmen Snowden-Affäre hat er nichts von seiner Brisanz verloren. Eine unendlich erscheinende Anzahl von Namen erfordert die gesamte Aufmerksamkeit des Zuschauers, macht aber auch deutlich, das unzählige Personen in unzähligen Behörden, Parteien und Institutionen an diesem schmutzigen Spiel beteiligt waren. Etliche werden niemals aufgeflogen sein.

                                          Dustin Hoffman und Robert Redford spielen die beiden Journalisten sehr intensiv und tragen dazu bei, das man selbst minutenlange Telefongespräche aufmerksam verfolgt. In weiteren Nebenrollen glänzen z.B. Hal Holbrook, Martin Balsam und Jason Robards, der für seine Darstellung sogar den Oscar bekam. Weitere verdiente Oscars gingen an den Drehbuchautor, die Szenenbildner und an die Tontechniker des Films.

                                          "All the Presidents Men" ist ein Denkmal für die oft zitierte "vierte Gewalt", deren Ausübung den freien Journalisten obliegt. Ob die Aufdeckung des Watergate-Skandals und damit letztendlich der Rücktritt Präsident Nixons wirklich etwas Grundlegendes verändert haben, daran darf man wohl berechtigt zweifeln. Auch die wirklichen Drahtzieher hinter den politischen Marionetten werden nur ein leichtes Zittern des Spinnennetzes gespürt haben.

                                          ----- Le roi est mort, vive le roi -----

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                                            In äußerster Akribie zeichnet der Film ein Bild von einem immer größer werdenden Komplott der Republikaner, auch bekannt als Watergate. Dabei wird der Film von den beiden sympathischen Hauptdarstellern Dustin Hoffman und Robert Redford getragen.
                                            Leider ist der Film sehr, sehr nüchtern. Er ist tadellos inszeniert, das steht außer Frage. Aber so ganz wollen bei diesem Politthriller die Emotionen im Zuschauer nicht aufkeimen.
                                            Für einen nichtsdestotrotz unterhaltsamen Film gibt es

                                            7/10.

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                                              alex023 18.12.2013, 19:11 Geändert 06.11.2014, 15:57

                                              »It's a dangerous story for this paper.«

                                              »Born into Nixon I was raised in hell« singt Billie Joe Armstrong (“Green Day”) nicht umsonst. Ich brauche nicht im Einzelnen aufzuzählen, was die “Watergate-Affäre” damals ausgelöst hat. Eine Konsequenz will ich aber dennoch erwähnen: die Entstehung des Films ALL THE PRESIDENT’S MEN. Nur wenige Jahre nach dem tatsächlichen Stattfinden des im Film dargestellten Falles wurde jener auf die Kinoleinwand gebracht. Alan J. Pakula zeichnet den Weg von ersten Indizien zur kompletten Aufdeckung aus der Perspektive zweier Journalisten nach, die damals für die Washington Post arbeiteten. Unermüdlich filtern sie Informationen, erhalten Beweise, Belege, auch manchmal bloß Indizien – doch sie geben nicht auf, bis sie schlussendlich das große Ganze vor Augen haben. Bob Woodward und Carl Bernstein sind die beide zentralen Figuren im Spiel der Mächte – die Presse gegen die Regierung, ein willkommener Clash, den viele Filme gerne und oft in ihren Mittelpunkt stellen. Denn es hat so etwas finales an sich; es geht ja letztlich immer um etwas Grundsätzliches wie die Pressefreiheit, die vierte Gewalt und warum sie denn doch so unendlich wichtig ist. Im Fall der “Watergate-Affäre” bleibt Pakula jedoch eher nüchtern bei der Sache; ich habe es selten erlebt, dass ein Polit-Thriller so „steril“ erzählt wurde. Grundsätzlich positioniert er sich und Autor William Goldman sich selbst nämlich keineswegs. Besonders die Kamera spielt dabei eine gewichtige Rolle, rückt sie doch vornehmlich den Fernseher bei Ansprachen in den Vordergrund, während im Hintergrund die Schreibmaschinen heiß laufen. Auch wirkt der ganze Ablauf sehr routiniert, ohne eintönig oder öde, gar langweilig zu wirken. Was dem Film bloß zeitweise anzukreiden ist, dass er nicht genug den Zuschauer bei Laune halten kann, dass dieser mit den Gedanken abschweift, vor allem ja gerade, weil er den Fall vermutlich (höchstwahrscheinlich!) kennt und deshalb nicht – wie in diversen anderen, natürlich fiktiven Vertretern des Genres – auf die große Auflösung am Ende hinfiebert. Selbstredend verfolgt Pakula deshalb auch eben genau diesen Inszenierungsstil, stilisiert hier quasi eine halbe Dokumentation zu einem Spielfilm mit Schauspielern hoch. Denn Neues kann uns der Film nicht liefern (auch logisch, wenn man die bereits zuvor erwähnte zeitliche Nähe zu den Ereignissen betrachtet) und funktioniert deshalb besonders gut als Geschichtsstunde. Und auch wenn man meinen kann, dass der Zuschauer gelegentlich verloren gehen kann, so ist »All The President’s Men« dennoch größtenteils spannend, kann zwar nie wirklich fesseln, aber entwickelt dann doch – vielleicht gerade durch seine Nüchternheit – einen gewissen Sog, der bereits zu Beginn des Films den Zuschauer erfasst und direkt in die 1970er katapultiert. Robert Redford und Dustin Hoffman (sowieso immer klasse) sind dabei ganz sympathische Zeitgenossen, die hier nicht die Leistung ihres Lebens abrufen, aber ja irgendwie nicht schlecht sein können und wirklich solide und überzeugend wirken. Nicht umsonst gewann der Film auch für den Ton einen Oscar, denn der ist mir hier auch als besonders gut in Erinnerung geblieben, speziell für die Filme dieser Zeit. Ebenfalls wurde Goodmans Drehbuch ausgezeichnet, was demnach wohl eine gelungene Adaption der Vorlage gewesen sein muss – was auch nicht schwer zu glauben ist, da das Buch ja bereits erfolgreich und breit diskutiert war.

                                              Fazit: Letztlich bleibt über »All The President’s Men« zu sagen, dass es ein sehr gut gemachter, interessanter und auch wichtiger Film über ein einschneidendes Ereignis der amerikanischen (Politik-)Geschichte ist. Ein Werk, welches keinesfalls mit vergleichbaren, jedoch fiktiven Genre-Kollegen mithalten kann auf der Ebene der Spannung, der Intensität, die den Zuschauer einfängt und fesselt. Gerade eben weil es sich um eine wahre, bereits bekannte Geschichte handelt, fiebert man nicht bis zum Schluss mit und wartet auf die Auflösung – doch dafür kann der Film ja auch überhaupt nichts, es ist ja auch gar nicht sein Anliegen, dennoch muss es für mich an dieser Stelle, was das Genre angeht, Abzüge geben. Wenn der Film selbst daran schuld wäre, würde das auch noch ganz anders aussehen. Allgemein also (gerade aufgrund zeitlicher Verbundenheit) ein faszinierendes Dokument, eine Studie eines großen Verbrechens und ein geheimes, verstecktes Plädoyer für die vierte Macht.

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                                                Sehr interessantes und packend inszeniertes Stück Geschichte mit zwei großartigen Hauptdarstellern. Anfangs brauchte es eine Zeit, bis ich mich reingefunden habe, weil alles sehr detailliert geschildert wurde, so dass es teilweise schwer war, aufgrund der vielen Namen und Ereignisse den Überblick zu behalten. Zig Befragungen, Anrufe, Quellen, Querverbindungen, Fallstricke, Informationen, Beweise, von denen etliches in Widersprüche verpackt war, wieder dementiert wurde und/oder in einer Sackgasse endete. Faszinierend und interessant, aber auch zermürbend. Im Laufe der Zeit, als sich aus dem simplen Einbruch in die Zentrale der Demokraten im Watergate-Hotel eine Abhöraffäre und Verschwörung bis in die höchsten Kreise der Regierung und Geheimdienste entwickelte, wurde es dann aber immer spannender. Und auch an amüsanten Szenen wurde nicht gespart. Robert Redford als ruhiger aber verbissener Journalist und Dustin Hoffman als sein hektischer kettenrauchender Partner liefern sich das ein oder andere Wortgefecht und ihre Dialoge, Gedankensprünge, Schlussfolgerungen und Theorien waren klasse und hochgradig unterhaltsam. Zudem noch Hoffmans wilde Mähne und generell der 70er-Jahre-Look des Films mit den merkwürdigen Autos, Telefonen, Schreibmaschinen und farbigen Büros. Und mit Deep Throat und heimlichen Tiefgaragen-Treffen kam sogar Akte-X-Feeling rüber. Also wirklich klasse Film, der aber leider das Ende des ganzen Skandals und somit Nixons Ende lediglich in Schlagzeilen abhandelt.

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                                                  Aus heutiger Sicht wenig spannende Verfilmung des Politikskandals.
                                                  Man muss sich schon sehr anstrengen, um die Zusammenhänge zu verstehen und die vielen Namen, die einem ständig um die Ohren geworfen werden, zuordnen zu können.
                                                  Das abrupte, viel zu früh einsetzende Ende hat mir ebenfalls nicht zugesagt.

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                                                    Hauptproblem des Films für mich war, das zu viele verschiedene Namen durcheinander geworfen wurden, zu denen man kein Gesicht kannte und nichts mit ihnen anfangen konnte.

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