Brawl in Cell Block 99 - Kritik

Brawl in Cell Block 99

US · 2017 · Laufzeit 128 Minuten · FSK 18 · Actionfilm
Du
  • 7 .5

    Unbändige, gebündelte, konservierte Wut und die Kunst sie genau dann zu entfalten, wenn der einem Atombombeneinschlag gleichkommende Impact nur geringfügigen Collateral Damage beinhaltet. Die sind dann leider zur falschen Zeit am falschen Ort. Der in unzähligen Komödien (oder PSYCHO) über 20 Jahre praktisch fehlbesetzte Hüne Vince Vaughn wird endlich entdeckt. Von S. Craig Zahler, der schon mit BONE TOMAHAWK erste, dafür tiefe Spuren hinterließ. BRAWL IN CELL BLOG 99 ist wütendes, hemmungsloses Genre-Kino an der Grenze von Grindhouse und ehrlicher Charakterstudie, die nur in dieser Mischung erst so funktioniert. Ohne den notwendigen Unterbau wäre das eine einzige Gore-Schau, bei der die FSK seit einer gefühlten Ewigkeit mal wieder ihr einst gefürchtetes Veto einlegte. Zwischen zersplitterten Knochen, zu Muss getretenen Köpfen oder am Boden aufgeschälten Visagen erzählt dieser Film tatsächlich eine echte, von Anfang bis zum Schluss stimmige und in seiner Konsequenz unfassbar straighte Geschichte von einem selbst-gezähmten Wüterichs, der gelernt hat mit seiner Zerstörungskraft zu leben. Sie nicht dann einzusetzen, wenn es Ottonormalbürger vielleicht tun würde.

    Dann, wenn er ohne Schuld gefeuert wird. Dann, wenn ihn Proleten an der Ampel provozieren. Wenn seine Mülltonne auf dem Rasen verteilt wurde. Selbst dann nicht, als er seine Frau beim Fremdgehen entlarvt. Da muss nur ihr Auto dran glauben. Zerlegt mit den bloßen Händen. Andeutend, wozu er fähig ist. Und was er – nach seinem erfolgreichen Entzug – selbstdiszipliniert, überdacht und moralisch einwandfrei im Zaum hält. Wenn es raus muss, dann lieber kanalisiert auf leblose Materie. Auch die Inhaftierung zum gänzlich ungünstigsten Zeitpunkt lässt ihn nicht mit seinen Prinzipien und (anscheinend unabdingbaren) selbstdisziplinarischen Maßnahmen brechen. Auch wenn er seine ungeborene Tochter so erst zu ihrer Einschulung sehen wird, er wie ein Tier eingesperrt wird und sich mit endlosen Provokationen von außen konfrontiert sieht. Er lässt es über sich ergehen, begegnet dem höchstens mit knochen-trockenem Zynismus an der Grenze zum Galgenhumor. Bis ihn eine fatale Kette von Umstände quasi dazu zwingt, das Biest Amok laufen zu lassen. Und nun: Rette sich wer kann!

    BRAWL IN CELL BLOCK 99 funktioniert trotz seiner unbändigen Gewaltdarstellung und der auf dem Papier schlichten Geschichte so phänomenal, weil er beides in einen in sich schlüssigen und gegenseitig unterstützenden Kontext verbindet. Der später wüste Rachefeldzug des Protagonisten erscheint – erschreckend - gerechtfertigt, selbst in dieser radikalen Form. Erst durch diese Investition in die Rahmenbedingungen ist es möglich, dass S. Craig Zahler so ein wutschnaubendes Monstrum wie dieses halbwegs integer verkaufen kann, was die wahre Kunst des Ganzen ist. Das verschobene, zermahlene, verschmierte Gerechtigkeitsverständnis des Zuschauers, es wird auf eine knüppelharte Probe gestellt. And the Winner is: S. Craig Zahler. Wie er das (trotzdem) schafft, das macht ihn (jetzt schon) groß.

    22
    • 7
      sachsenkrieger 08.12.2018, 22:22 Geändert 08.12.2018, 22:22


      Die strange Knochenaxt konnte mich ja nicht so begeistern, die irre SCHLÄGEREI IM ZELLENBLOCK 99 hingegen schon. Das liegt zu einem großen Teil an der fetten Performance von Vince Vaughn, der hier so´n paar Beratungsresistenten mal richtig eins auf die Glocke hauen darf. Kommt B oder Direct to DVD daher, über die Story im Background sollte man nicht allzu viel nachdenken, splattert ganz schön rum, bietet aber alles, was das Actionherz in den letzten Jahren nicht allzu oft serviert bekommen hat...

      10
      • 8
        pischti 04.12.2018, 15:06 Geändert 04.12.2018, 16:42

        Aua. Hier tut mancher Tritt und Schlag besonders weh. "Brawl in Cell Block 99" ist gnadenlos. Dieses, in der Optik eines B-Movies daherkommende Revenge-Knastdrama, nimmt sich zunächst ein bisschen Zeit, um uns die Figur Bradley Thomas, ein Kerl wie ein Baum und ehemaliger Boxer, etwas näher zu bringen. Bradley liegt vor dem Scherbenhaufen seiner Existenz, seine Frau geht ihm seit einiger Zeit fremd und seinen Job hat er soeben verloren. Für ihn beginnt ein neues Leben und da gehören krumme Dinger eben dazu. In diesem Teil des Filmes sucht man noch die FSK 18......das wird sich ändern, versprochen. Denn spätestens in der zweiten Hälfte gehts dann richtig zur Sache. Auch wenn Vince Vaughn bei den choreografierten Prügelszenen sehr langsam wirkt, so knallt der Dampfhammer aber so dermaßen ins Ziel, dass an diesen Stellen definitiv kein Gras mehr wächst. Schön ist vor allem, dass (fast) jeder in dem Streifen genau das bekommt, was er verdient. Somit ist "Brawl in Cell Block 99" ein kurzweiliges, kompromissloses und äußerst brutales Rache-Knastdrama, das aber dermaßen gut unterhält, dass selbst die lange Laufzeit von knapp 2 Stunden im Fluge vergeht. Auch wenn die Story keine Bäume ausreisst, macht der Streifen einfach Spass. Manchmal benötigt man einfach nur ein bisschen Geradlinigkeit. Filmfreunden, die eine enorme Gewaltdarstellung nicht abkönnen, sei von dem Werk allerdings dringend abzuraten.

        14
        • 3
          gordocooper 03.12.2018, 22:18 Geändert 03.12.2018, 22:22

          Himmel, ist Vince Vaughn schlecht. das hat man schon in den unzähligen lauen Komödien gemerkt, die die Trantüte in die Grütze gefahren hat.
          Sein bester Auftritt war und bleibt bis dato "Für das Leben eines Freundes".
          Nun auch mal wieder was "Ernstes" eine öde, vorhersehbare Story mit hanebüchener Handlung, die die einzige Aufmerksamkeit aus brutaler, schlecht choreographierter Knastkloppe zieht. Natürlich immer schön träge wie es für Riesenbaby Vince genehm ist.
          Die Synchro mag einiges rauszuholen, im genuschelten Originalton hingegen, merkt man sofort übelst, was für eine Niete dieser Schauspieler auch akustisch ist.

          1
          • 6

            Irgendwie wirkte der Film und Vince Vaughn in seiner Rolle, auf mich sehr schwer fällig fast schon träge. Die Story war zu stupide und zeigt leider nichts neues außer ein paar gute Kampfszenen.

            20
            • 6

              Recht seltsamer Film.

              In der Hauptrolle gibt sich hier Vince Vaughn als Sprüche klopfender Hüne die Ehre. Desweiteren sind Jennifer Carpenter, Don Johnson und Udo Kier von der Partie, deren Figuren allerdings nicht sonderlich ausgeprägt sind aber das ist eigentlich auch egal. Das ist sowieso vielmehr eine One-Man-Show, bei der man allerdings nicht so recht weiß, ob man Vince Vaughn einen Oscar dafür geben sollte oder die Goldene Himbeere.

              Die Story ist ziemlicher Einheitsbrei aber hier geht es eher um die Umsetzung des Ganzen. Optik, Kamera, Schnitt und Ton sind wirklich sehr gut.
              Die Beleuchtung des Lebens der Hauptfigur Bradley Thomas, als er noch in Freiheit ist, kommt wie ein Arthouse-Film daher, was auch schön umgesetzt wurde.

              Allerdings frage ich mich, wer sich hier die Dialoge ausgedacht hat?! Unterirdisch trifft es wohl nicht annähernd, vor allem von den Wächtern im 1. Abschnitt des Gefängnisaufenthaltes des Protagonisten. Zudem wollte man diese wohl besonders unsympathisch darstellen, was auf jeden Fall gelungen ist.
              Aber auch einige Sprüche der Hauptfigur ziehen nicht immer.

              Im 2. Abschnitt von Bradley´s Gefängnisaufenthaltes kommt dann auch erst die "richtige" Action zum Zuge die schon recht ansprechend umgesetzt wurde und vor allem kompromisslos daher kommt.

              "Brawl in Cell Block 99" ist einer dieser Filme bei denen ich Bewertungen von 0-10 allesamt nachvollziehen kann. Auch über Vince Vaughn´s etwas steife Performance lässt sich streiten. Aber irgendwas hat der Film, was ihn dann doch irgendwo sehenswert macht.

              16
              • 7

                Gehöre zu denen, die Zahlers Erstling "Bone Tomahawk" relativ langweilig fanden, "Cell 99" wollte ich aufgrund des ansprechenden Trailers doch eine Chance geben. Ein Meisterwerk konnte ich auch hier nicht erkennen, aber der Unterhaltungswert war trotz der simplen Story beachtlich. Vince Vaughn , darf nach diesem hier, "Hacksaw Ridge" und "True Detektive" schauspielerisch gerne so weitermachen.

                • 10

                  Vince Vaughn in einem bretterharten Gefängnisthriller spielt absolut überzeugend.

                  S. Craig Zahler könnte einer meiner neuen Lieblingsregisseure werden. Mir hat schon sein unkonventionelles Erstlingswerk "Bone Tomahawk" sehr gut gefallen. Sein nächstes Projekt "Dragged Across Concrete", ein Crime Thriller mit Mel Gibson und Vaughn, dürfte auch spannend werden.

                  • 2

                    Aufgrund der guten Bewertungen habe ich mir den Film gekauft und habe es mit viel Geduld bis zur Hälfte ertragen.

                    Ganz furchtbarer und langweiliger Film.

                    1
                    • 8 .5

                      S. Craig Zahler könnte sich zu einem neuen Lieblingsregisseur von mir entwickeln. Bereits mit „Bone Tomahawk“ bot er einen unkonventionellen Horrorwestern, auf seine beiden nächsten Werke freue ich mich sehr (Puppet Master: The Littlest Reich“ und „Dragged Across Concrete“) und nun ist mit „Brawl in Cell Block 99“ einer der besten, neuen Filme, die ich in letzter Zeit gesehen habe da. Ich war nahezu begeistert von diesem Werk.

                      Bei der Handlung will ich extra vorsichtig sein, denn zu viel sollte man hier nicht verraten. Es geht um Bradley, der für sich und seine Freundin ein besseres Leben will und deshalb mit Drogen dealt. Eines Tages geht etwas schief und Bradley muss deshalb in den Knast wandern. Dies macht er auch ohne zu meckern, doch damit ist die Sache noch längst nicht erledigt. Und mehr sollte man über den Verlauf gar nicht wissen, denn Zahler, der das Drehbuch selbst schrieb, macht es seinen Zuschauern nicht so einfach. Immer wieder glaubt man zu wissen, wie es weitergehen würde und dann verläuft es doch anders. Vorhersehbar ist diese an sich völlig simple Geschichte absolut nicht und das ist schön. Obwohl es hier und da nach Konventionen riecht, nutzt Zahler eine einfach Grundprämisse für eine eigenständige wie auch eigenwillige Erzählung. Dabei ist „Brawl in Cell Block 99“ weder seichte Kost, noch leicht zugänglich. Doch wer etwas Geduld mitbringen kann, wird belohnt.

                      Zahler macht nämlich gerne langsame Filme, nimmt sich Zeit für einen Aufbau und selbst wenn das erst mal völlig unspektakulär ist, so langweilt es trotzdem nicht. Man muss sich nur darauf einlassen können. So vergeht einige Zeit, bis die eigentliche Handlung beginnt, aber die vorherigen Geschehnisse sind nicht unbedingt unwichtig. Sie tragen zur Figurenzeichnung bei und gerade mit Bradley wurde ein starker Charakter entwickelt, der für mich Kultpotenzial besitzt. Hier wirkt nichts zu konstruiert und obwohl das Ganze etwas abgehobener ist, wirkt dieser Bradley erstaunlich glaubwürdig. Handwerklich hat Zahler seine Sache sehr gut gemacht. „Brawl in Cell Block 99“ ist ein sehr trister Film, der mit kühlen Bildern dient. Besonders in der ersten Hälfte wird der Knast-Alltag extrem nüchtern, und deshalb auch so authentisch, dargestellt. Meistens dominiert eine gewisse Ruhe diesen Film und dass überwiegend auf den Einsatz von einem Score verzichtet wurde, unterstreicht das nur noch. Und trotzdem zeigt uns gleich der Anfang, dass in Bradley ein Berserker wohnt. Wenn er sich dann in Ruhe kleine Spitzen gefallen lassen muss, lässt das die unterschwellige Spannung ungemein ansteigen. Man wartet förmlich auf eine Eskalation.

                      Während „Brawl in Cell Block 99“ die meiste Zeit über sehr glaubwürdig erscheint und schon fast in die Tiefe einer Charakterstudie mit Drama eintaucht, gesellen sich in der zweiten Hälfte immer mehr Unglaubwürdigkeiten hinzu. Allerdings geschieht dies mit Absicht und es gibt dann ein paar Übertreibungen, die das Ganze schon in Richtung Exploitation driften lassen. Hier liegt mein einzig wirklicher Kritikpunkt, denn ich finde, dass sich beide Töne etwas beißen und nicht so richtig zusammen passen wollen. Irgendwie funktioniert es trotzdem, was nicht zuletzt an Vince Vaughn liegt. Ich will den Mann definitiv in mehreren solcher Rollen sehen, denn er kann viel mehr als nur Komödie. Eine großartige Leistung, von welcher der Film lebt. Wenn Bradley Gewalt ausübt, geschieht dies so trocken, wie brutal. „Brawl in Cell Block 99“ besitzt ein paar ungemein brachiale Szenen und kam bei der FSK leider nicht ungeschnitten davon. Dabei verkommt diese Gewalt nicht mal zum Selbstzweck, sie wird nur völlig humorlos präsentiert. In kleineren Nebenrollen bekommt man dann noch Udo Kier und Don Johnson zu sehen, die mir beide gut gefallen haben. Außerdem ist Jennifer Carpenter ordentlich und dass das Ganze trotz einer Laufzeit von 132 Minuten niemals langweilig ausgefallen ist, spricht ebenfalls absolut für den Film.

                      Fazit: „Brawl in Cell Block 99“ ist schon ein ziemlich starkes Stück geworden und ganz sicher kein leichter Tobak. Eine völlig simple Geschichte wird mit ein paar abgefahrenen Ideen und einem eigenwilligen Erzählstil kombiniert, dazu gesellt sich eine gewisse Unvorhersehbarkeit. Besonders Vaughn ist es zu verdanken, dass dies so gut funktioniert, denn er hat mich beeindruckt. Doch auch Zahler macht seine Sache als Regisseur ausgezeichnet. Obwohl ich finde, dass die hinterher auftretenden Übertreibungen nicht so gut zum vorherigen Erzählstil passen, ist auch dies irgendwie positiv, weil es das Resultat für mich unrunder macht. Hinzu gesellt sich eine gute Portion Gewalt, die hier keinen Spaß machen soll, sondern auch wirklich brutal wirkt. Und trotzdem macht „Brawl in Cell Block 99“ irgendwie Spaß, denn Vaugh zuzusehen ist eine Freude und ich wurde echt kurzweilig unterhalten, obwohl der Film doch recht langatmig erscheint. Wird sicherlich nicht lange nur den Status eines Geheimtipps haben!

                      4
                      • 7
                        Rocket-S 23.10.2018, 23:57 Geändert 24.10.2018, 09:50

                        Da hat man den guten Vince Vaughn tatsächlich aus der Blödel-Ecke gezogen und ihn in einen richtigen Prügel-Streifen gesteckt. Das Experiment ist gelungen, der Mann kann mehr als nur Hochzeiten crashen und das ist eigentlich schon der ganze positive Aspekt an dieser Nummer.

                        Der Plot darf zumindest die Hälfte der Laufzeit als hoffnungsvoller Rachefilm existieren, es darf auch ein Stück von der gesellschaftskritischen Torte genascht werden, aber sobald der Umzug in den Cell Block 99 vollzogen ist, wird der Schalter auf Trash umgelegt.

                        Fazit: Ab einem gewissen Zeitpunkt wird es arg unglaubwürdig, die emotionale Schiene, die man bis dahin mühsam aufgebaut hat, geht somit auch den Bach runter. Trotzdem (noch) sehenswert.

                        7
                        • 6 .5
                          Der Siegemund 23.10.2018, 14:47 Geändert 23.10.2018, 15:06

                          Sympathieträger dieses B-Movies ist Vince Vaughn, als Bradley, mit seinem glaubhaften Spiel des edlen Kriminellen, hart aber fair, durch und durch patriotisch amerikanisch, wertekonservativ, treu und pointiert charmant.

                          Er hatte mich schon auf seiner Seite als er, nach einem Seitensprung seiner Frau, deren Auto mit bloßer Faust zertrümmerte, nachdem er ihr befahl ins Haus zu gehen, wonach eine Aussprache erfolgen sollte, über die meine Befürchtungen zuerst in eine Richtung gingen: der Ehefrau kommen keine guten Chancen für ihre weitere Gesundheit zu. Doch die Behandlung des Autos wirkte kathartisch, der Ehemann ist lammzahm, verzeiht seiner Frau den Seitensprung, denn die fühlte sich nach eigenen Angaben nur gelangweilt durch seine berufliche Abwesenheit. So schwört er durch einen letzten Big Deal gutes Geld zu machen und ihnen eine gemeinsame Villa zu spendieren, damit sie dort ihren Nachwuchs großziehen können. So einer Frau muss man auch was bieten, damit sie bei einem bleibt, außerdem gehört Materialismus zum American Dream. Hüstel...

                          So kommt es auch, denn Bradley ist ein Profi. Was er nicht akribisch mit seinem Schachcomputer-Hirn plant, das regelt seine Körperkraft. Das Glück ist für ihn vorherbestimmt, sein edelmütiger Kodex ist sagenhaft. Er ist ein Held, der seine Familie gründen darf.

                          Nach Jahren muss Bradley als Glücksgarant wieder ran, scheinbar zusammen mit Amateuren, sein Boss will dass er das Ding durchzieht um jeden Preis. Das passiert gerade als seine Frau mitten in der Schwangerschaft ist.. Er hat kein gutes Gefühl und landet dann auch dank seiner ungebetenen und unzuverlässigen Mitstreiter im Gefängnis, nicht ohne dass er einen Auftrag erhält, dort jemanden zu eliminieren. Seine schwangere Frau würde es sonst nicht überleben.

                          So stereoptypisch klischeehaft niveaulos, wie die Beschreibung des Filmes ist, so tempolos ist auch die Inszenierung, welchen in vielen Momenten doch etwas wie Niveau und Authentizität besitzt. Hinzu kommt die kompromisslose Gewalt von Bradley, der wirklich den Stolz jeder Truppe mit Faustschlägen in die Erde hämmert, wobei er eine Frau nie schlagen würde, egal was sie ihm antäte. Das ist ein echt harter Kerl, authentisch und interessant, denn Bradley bestraft nur die Ungerechten.

                          Als Zuschauer weiß ich, dass ich vor ihm keine Angst haben müsste, denn er hat sein Herz am rechten Fleck, außer jemand beauftragt ihn mich zu beseitigen. Dann setzt das Herz halt mal aus.

                          Die Dramaturgie folgt klassischen Regeln und hat einen Spannungsbogen trotz der Tempolosigkeit. Würde ich jetzt den tieferen Sinn erfragen, dass müsste ich mir die Frage stellen warum er seinen Edelmut und seine angedeutete Bildung nie hat in legalen Branchen einsetzen können. Doch dafür tanzt "Brawl in Cell Block 99" auf einem viel zu schmalen Grat der Stupidität.

                          Höchstwertung für einen "Drecksfilm" von B-Movie ist 6,5.

                          Damit hat er die Hürde von Nicht-Bestanden zu Bestanden übersprungen, d. h. ich habe gerade Scheißdreck geadelt, das ist ungefähr so als würde man Mike Tyson einen Dr. h. c. in Sportmedizin verpassen.

                          Chapeau!

                          Zum Kult muss man ihn aber deshalb nicht erklären.

                          14
                          • 5 .5

                            Mit Bone Tomahawk hatte ich meine Freude, aber Vaughn mit Glatze und geballter Faust im Knast konnten bei mir nicht punkten. Bis auf das ordentlcihe Handwerk und dem unterhaltsamen Härtegrad, empfand ich Spielzeit und dargebotenen Inhalt überdehnt bzw. wenig mit Substanz gefüllt. Für mich wirkte die Sichtung wie Bradley Thomas unrunder Gang.

                            1
                            • 4 .5

                              Dank irgendwelcher User, die das Ding hochgejubelt haben, habe ich gefühlte 2 Stunden meines Lebens auf die spannende Wendung in einem C-Movie (ohne kultigen Trashfaktor) gewartet. Jede Menge stumpfe Metzeleien. Die Kampfszenen ziemlich schlecht gemacht. Der Hauptakteur mit Bruce-Willis-Synchron-Stimme (wahrscheinlich wegen Glatze) fiel durch mimische Unterbeschäftigung und frankensteinähnlichen Kampfstil auf.

                              1
                              • 2

                                7.2, sonst geht's euch gut ja?

                                3
                                • 7 .5
                                  lieber_tee 20.10.2018, 13:54 Geändert 20.10.2018, 16:31

                                  Guignol im Gefängnis.
                                  Wenn die brachiale Zärtlichkeit eines Mannes zu grotesk-viehischer Enthemmung wird.
                                  Im Aufbau ebenso geduldig wie packend, mit gemächlicher Gelassenheit, begleiten wir Vince Vaughn als einen stoischen Wandschrank, der das amerikanische Strafvollzugssystem in seine Einzelteile zerlegt. Der ultra-gewalttätige, knochen-knirschende Ein-Mann-Amoklauf ist ein albtraumhaftes Schlachtfeld des Nihilismus. Wenn er im letzten Kreis seiner eigenen Hölle ankommt, eine Art mittelalterliche Folterkammer, wird mit rabenschwarzen Augenzwinkern und slapstick-artiger Überzeichnung die Verteidigung und Bedrohung der eigenen Familie vor institutionalisierter Härte grotesk verformt und abgefeiert.
                                  Autor und Filmemacher S. Craig Zahler ist offensichtlich ein progressiver und risikofreudiger Regisseur. Bislang meditiert er gerne über die tiefere Bedeutung von Gewalt und Macht (in den USA). Mit einer apokalyptisch-geballten Faust beschwört er das 70er Jahre Grindhouse-Kino, beutet es mit einer boshaften Aufrichtigkeit aus, so dass der Film sowohl als aufbrausende Gewaltfantasie, wie auch soghafte Genreübung goutiert werden kann.
                                  7,5-mal den Schädel knacken.

                                  29
                                  • 10
                                    Eyecatcher 19.10.2018, 20:59 Geändert 20.10.2018, 08:01

                                    Ein Film wie ein unter der Haut wanderndes Nadelkissen! Wie schon in Bone Tomahawk zelebriert Regisseur S. Craig Zahler ein weiteres Beispiel völlig bizarrer Handlungstortur gepaart mit grenzenlosem Entsetzen. Anfangs dachte ich noch: Na ja, ein Auto in totaler Wut mit den bloßen Händen zerdeppern...hat man schon anderswo gesehen. Aber dann gerät Vince Vaughn unversehens in einen Strudel von Ereignissen, die Einem glatt das Blut in den Adern gefrieren lässt. Bis auf einige Kleinigkeiten, die aber nur jammern auf hohem Niveau wären, mutiert "Brawl in Cell Block 99" nach und nach in Anbetracht der eskalierenden Situation zu einer unvermeidlichen Gewaltorgie epischen Ausmaßes. Das ist nur mit starken Nerven zu ertragen. Ungeschönt und fernab jeder Hollywood-Romantik wird jeder Ansatz einer Diskussion über Ethik und Moral sofort mit Knochen brechenden Klartext im Keim erstickt. Dabei ist die Performance von Vince Vaughn als zwangsläufig scheiternder Antiheld eine der überzeugendsten und intelligentesten Darstellungen, die ich je in einem Film gesehen habe.

                                    Falls sich die Frage gestellt wird, ob derartige Härten im Film gezeigt werden sollten, fällt mir nur dazu ein, dass das Leben auf unserem Planeten noch wesentlich extremere Movements bereit hält. Es kommt immer darauf an, in welchem Milieu man aufwächst und lebt. Und ja, es sollte gezeigt werden. Denn in diesem Film wird Gewalt nicht um ihrer selbst Willen ausgeübt. Es ist diese unerträgliche No Way out-Situation, in die keiner von uns geraten möchte. Dies in einer Form auf die Leinwand zu bringen, die sich jeder Konvention konsequent widersetzt und den beinahe schon voyeuristisch mitleidslosen Blick mit der Kamera gnadenlos auf das entsetzliche Geschehen richtet, erfordert eine große Portion Mut. Denn im Gegensatz zu den zahllosen anderen Actionern ist Brawl ein ernüchterndes Lehrstück zu der Frage: Was würdest du tun?

                                    2
                                    • 7

                                      Vince Vaughn gibt hier ein Bad-Ass wie man es lange nicht gesehen hat, zudem Gewaltszenen die so herrlich übertrieben sind das man sie doch gar nicht ernst nehmen kann, die Story passt auf einen Bierdeckel aber die Inszenierung kann sich sehen lassen.
                                      Das Ding hat Kult-Potential und eine zweite Sichtung wird bestimmt folgen, was für eine Perle in der glattgebügelten Marvel-Zeit, Bravo !!!

                                      Da es keine deutsche Uncut Version gibt unbedingt zum Import greifen.

                                      1
                                      • 0 .5

                                        War ne Premiere für mich. Ich hab noch nie einen Film in Zeitlupe gesehen.
                                        Nach gefühlten 12 Std abgebrochen.
                                        Einer der schlechtesten Filme die ich je gesehen habe.

                                        4
                                        • 8 .5

                                          The Real Mean Machine...!!!

                                          4
                                          • 6

                                            "Brawl in Cell Block 99" ist abseits seiner kompromisslosen Brutalität in erster Linie aufgrund seiner untypischen Besetzung erwähnenswert. Vince Vaughn kennt man eher als den sarkastisch zynischen Geschäftmann bzw. Chaot in Komödien oder auch mal einem Thriller, aber als kahlköpfigen Badass erwartet man ihn nicht. Das sind sonst eher Rollen, die die Jason Stathams dieser Welt für sich beanspruchen. Ähnliches gilt für Jennifer Carpenter, deren verletzliche, unterwürfige Rolle so gar nicht zu dem passt, was sie als Debra Morgan in "Dexter" und auch danach abgeliefert hat. Der Mut der Produzenten hat seinen Reiz, den Film retten, kann dieser Umstand allerdings nicht. Die mehr als zwei stündige Laufzeit ist in keinster Weise gerechtfertigt, denn viel oder gar etwas Neues hat der Streifen nicht zu erzählen. Die meiste Zeit eiert die Story frei von Logik in Schrittgeschwindigkeit vor sich hin. Erst im letzten Drittel werden die Dinge interessanter, dann nämlich, wenn Bradley schonungslos zur Rettung seiner Familie ausholt. Das Gewaltlevel ab diesem Punkt ist durchaus heftig und in seiner Intensität und Qualität inzwischen fast nur noch in asiatischen Produktionen anzutreffen. Ewig in die Länge gezogen werden die deftigen Gewaltspitzen allerdings nicht, der Zuschauer wird schnell vor vollendete Tatsachen gestellt und dann ist das Opfer (oder was davon übrig ist) auch schon wieder vergessen. Der titelgebende Zellenblock 99, in dem der kurze, brachiale Showdown seinen Lauf nimmt, könnte glatt einem Comic entsprungen sein, ebenso wie der exzentrische Leiter dieses sympathischen Etablissements.
                                            Es ist ein Film, der allenfalls durch seine unverholene Härte in den Kampfszenen und dem nicht alltäglichen Cast einige Aufmerksamkeit erhält, aber sicher nicht dank seiner Story oder dem Spannungslevel, denn die sind beide eher dürftig.

                                            4
                                            • 8

                                              Extrem harter Genrefilm der für meinen Geschmack etwas zu lange geraten ist und teilweise doch etwas unglaubwürdig daher kommt. Die Verhältnisse im 2ten Knast sind völlig abartig und übertrieben. Aber als Actionfan ist das jammern auf hohen Niveau. Vince ist eine absolute Wucht.

                                              • 5

                                                Zweischneidiges Schwert.....
                                                Während Norris, Seagal und Co. für ihren "einzigartigen" Gesichtsausdruck gesteinigt werden, wird Vaughn dafür gefeiert.....
                                                Mich hat der Film kalt gelassen.
                                                Auch die Brutalität hält sich sehr in Grenzen, wenn man bedenkt wie der Film damit beworben und gefeiert wird.
                                                Teils langatmig, teils grotesk (Don Johnsons Rolle), teils süffisant (Udo Kier), aber für mich nie überzeugend.

                                                • 7 .5
                                                  DerDed 14.10.2018, 17:33 Geändert 14.10.2018, 17:38

                                                  Von der Brutalität her absolut klasse gemacht, Vince Vaughn spitzenmäßig drauf, eine der besten Leistungen von ihm, wobei er ja doch auch viele Genres bedienen kann von seiner Schauspielkunst her.
                                                  Wenn, dann aber auch ganz uncut schauen, die volle, fast 133 Minuten Version.
                                                  https://www.schnittberichte.com/schnittbericht.php?ID=994826

                                                  4
                                                  • 6
                                                    WhiteNovember 14.10.2018, 16:07 Geändert 14.10.2018, 20:46

                                                    Spontane Sichtung gegen die Schlaflosigkeit in der Nacht. Als Schlaftabletten hat er nicht gewirkt, ein Überfilm ist es aber auch nicht. Ist nach Hacksaw Ridge der zweite Film in letzter Zeit, der Vince Vaughn in einer ernsten Rolle zeigt. War das in Gibsons Kriegsfilm nur bedingt glaubhaft, nehme ich ihm die Rolle hier schon eher ab, auch wenn ein Erkennungszeichen wie ein riesiges Kreuz im Nacken schon wieder sehr klischeehaft ist. Auch darf natürlich ein leicht sadistischer Aufseher nicht fehlen, gehört in einem Gefängnis eben zum Inventar. Die Story ist zweckmäßig, von Anfang bis Ende und die emotionale Brücke, die zu Beginn gebaut wird, ist für mich nur bedingt begehbar. Trotz alldem finde ich den Film nicht verkehrt. Vaughn spielt ordentlich und für Freunde der Gewalt gibt es auch die ein oder andere ansprechende Szene, die Inszenierung in diesem Löw Budget Film ist recht roh und ungeschönt. Sicher nichts, was man gesehen haben muss, aber wenn mal nichts besseres läuft, geht der Streifen in Ordnung.

                                                    1