Bleed for This - Kritik

Bleed for This

US · 2016 · Laufzeit 117 Minuten · FSK 12 · Sportfilm, Drama · Kinostart
Du
  • 8 .5
    Sonnyblack745 24.10.2017, 23:24 Geändert 27.10.2017, 07:42

    Ich habe mir den Film zufällig bestellt, da ich dachte ein Boxer-Drama gibt es auch nicht alle Tage. Meine Erwartungshaltung war nicht all zu hoch, da ich den Regisseur bisher noch nicht kannte. Wobei die Besetzung mit Aaron Echhart schon mal vielversprechend klang.
    Nun der Film stellt sich selber die Frage: Kann ein Mensch jemals in den Ring zurückkehren, nachdem er sich das Genick brach? Die Antwort lautet: Ja!!
    Das mag jetzt sehr abenteuerlich klingen, aber gerade den Ansatz mit in den Film einzupacken finde ich höchst interessant. Das verleiht dem Film sehr viel Wiedererkennungswert, da man förmlich mit Miles Teller mitleidet.
    Ich kannte ich bisher nur aus dem Film "War Dogs". Doch seine Schauspielerische Leistung befindet sich hier auf einem deutlich höherem Level. Er spielt die Rolle mit viel Enthusiasmus und man spürt förmlich seine unbändige Energie. Er ist ganz klar das Highlight in diesem Film und lässt seine Schauspielkollegen wie Aaron Eckhart ziemlich alt aussehen.
    Die Geschichte ist sehr geradlinig, ohne Überraschungen. Ich hatte nicht einmal das Gefühl, das einer der Charaktere unnötig war. Jeder hatte seine Daseinsberechtigung und konnte seine gegebenen Möglichkeiten miteinbringen.
    Die Kämpfe sind ordentlich inszeniert und können locker mit großen Hollywood Filmen mithalten.
    Das ganz klare Highlight neben der Schauspielerischen Leistung von Miles Teller, sind die Übungsstunden von Miles Teller nach seinem Unfall. Selten habe ich sowas tolles und greifbares in einem Film erlebt wie man es hier vollbracht hat. Ich war sprachlos, aber ich nicht zu viel verraten.
    Von Technischer Seite aus hat man alles richtig gemacht, denn mit einem Budget von gerade mal 6 Millionen $, hat man das Geld sehr gut investiert. Leider floppte er im Kino, was ich sehr schade finde, denn er hätte deutlich mehr Aufmerksamkeit verdient.

    Fazit: Toll inszeniertes Boxer-Drama mit einer greifbaren Geschichte, mit der sich der Zuschauer selber auseinader setzen kann. Man leidet mit dem Hauptcharakter mit, da er einmal die Hölle durchleben muss und sich dann wieder wie durch ein Wunder nach oben hoch arbeitet. Bitte schaut euch diesen Film an, wenn ihr etwas für die Art von Filmen übrig habt.

    3
    • 7 .5

      Gutes und mitreißendes Boxerdrama, das zwar kein großen Überraschungen bietet, aber von vorne bis hinten überzeugt, durch sehr sympathische Charaktere die fantastisch verköpert wurden

      • 7
        Heckenritter 22.09.2017, 11:14 Geändert 22.09.2017, 11:25

        Wären alle Menschen wie Vinnie Pazienza, gäbe es auf diesem
        Planeten keine Therapeuten mehr. Er kann es. Er weiß es.
        Er braucht es. Er tut es. Ganz einfach.

        Kaum zu glauben. Regisseur Ben Younger meine ich. Eine
        völlig simple und geradlinige Erzählung ohne Schnörkel,
        ohne Abzweigungen, ohne den Krampf eine schlichte jedoch
        außergewöhnliche Geschichte zu einem bunten Feuerwerk
        aufzuplustern. Das Leben kann einen liebkosen als auch brutal
        scheiße zu einem sein. Daran ist nichts kompliziert. Darüber
        muss auch nicht geredet werden. Der Weg heraus ist
        schnurgerade. Mann muss es nur tun. Vinnie reißt mit.
        Weil er es kann. Weil er es macht. So einfach ist das.

        Charakterzüge eines Independentfilms, Tellerrandblicke
        zum Arthousefilm, eine ruhige Hand für den Regler mit dem
        die Euphorie sanft und effektiv gepusht wird, abrupte Schnitt
        Ohrfeigen den einfachen Traum mit einem K.O auszuknocken.
        Tiefschlag. Harte Wahrheiten. Natürliche Reaktionen.
        Hoffnungen. Der Realität ins Auge blicken. Eine überschaubare
        Welt. Vinnies Welt ist einfach. In der man glücklich sein kann.
        Wir alle wollen es. Miles Teller will es. Er gibt nicht auf. Weil er
        es will. Ganz einfach.

        Stehe ich auf Boxen? Nope. Bringt diese Ecke der Filmwelt
        erstaunlich viele gute Filme hervor?. Nicht zu leugnen. Muss man
        Sportfilme mögen? Nee, muss nicht sein. Was ist denn jetzt
        an Bleed for this so verdammt besonders? Ben Younger und
        Vinnie Pazienza, der tasmanische Teufel. Dieser arme Kerl
        den man bemitleiden muss. Er braucht das nicht. Mitleid.
        Worte. Er ist derselbe. Wer nicht an ihn glaubt, der kennt
        ihn nicht. Er weiß es. Er tut es. So einfach ist das.

        11
        • 7 .5

          Die besten Geschichten schreibt das Leben selber.
          So wie diese hier.

          8
          • 7

            Wieder mal schreibt die Realität eine Geschichte vor, die eines Boxers der nach einem Unfall fast gelähmt erscheint und sich auf unmögliche Weise zurück in den Ring kämpft. Das bedeutet daß der Film kaum mit einer mitreißenden Geschichte punkten kann da die Eckdaten ja feststehen: Boxer stürzt, kämpft und wird am Ende wieder stehen. Aber es gibt zwei andere Dinge die doch sehr solide präsentiert werden: zum einen das Milieu in dem er spielt, das wird wirklich lebensecht und glaubhaft präsentiert; zum anderen hat man mit Miles Teller genau den richtigen Darsteller ausgewählt: der geht in der Rolle richtig auf und ab. Neben dessen beeindruckender Darstellung hat man dann einen soliden Boxfilm nach Schema F der Freunde von Sportfilmen restlos zufrieden stellen könnte.

            Fazit: Konventioneller Verlauf; baer auf wahren Dingen fußend und eindringlich gespielt!

            • 6

              starke story...

              1
              • 7

                Guter Boxer Film.

                • 7

                  [...] Dafür fehlt es dem Drama an bewegenden Szenen und frischen Ideen, doch dass der Film das Rad neu erfindet war auch nicht zu erwarten. Viel eher überzeugt die spannende Geschichte um den exzentrischen Boxer und sein riskanter Weg zurück in den Boxring. Regisseur Ben Younger stellt dabei nicht die Kämpfe, sondern die menschlichen Aspekte rund um den Ring in den Vordergrund, was eine gute Entscheidung war. [...]

                  • 8

                    'Bleed for This' erzählt - leicht angehaucht vom Arthouse Kino - eine klassische Boxergeschichte und reiht sich thematisch und stilistisch irgendwo zwischen 'Rocky', 'The Wrestler' und 'Million Dollar Baby' ein. Wirklich neues sucht man hier zwar vergeblich, dafür kann sich Regisseur Ben Younger auf die guten Leistungen seiner Darsteller und letztlich auch auf sein gesamtes Team verlassen. Der Ton ist durchaus ambitioniert, das Setting erinnert immer wieder mal 'Rocky' und Kamera und Schnitt warten mit ein paar ansprechenden Bildern auf (Beispiel: [SPOILER]Die Umsetzung des Unfalls [SPOILER ENDE]). Die Darsteller (allen voran Teller und mit Abstrichen auch Eckhart) scheinen ihre Rollenvorbilder sehr genau beobachtet zu haben und warten mit einer Vielzahl von mimischen und gestischen Details auf, die typisch für Boxer und Trainer bzw. im Falle von Teller typisch für Vinny Paz sind.

                    'Bleed for This' erfindet das Genre ganz sicher nicht neu (ganz im Gegenteil!), macht aber dennoch nur sehr wenig falsch und ist für Fans von 'Rocky' und Co. durchaus eine Sichtung wert.

                    3
                    • Miles Teller in dieser Rolle ist so absurd wie Leben auf dem Mond.

                      • 7 .5
                        SpiegelOnline 21.04.2017, 09:36 Geändert 21.04.2017, 09:40

                        Zusammen gelingt ihnen [mit Bleed for This] unter der bedächtig-präzisen Regie des [...] Ben Younger (Boiler Room) ein stimmungsvolles und berührendes existenzielles Drama ohne Blockbuster-Effekthascherei. [Andreas Borcholte]

                        • 6 .5

                          Doch Bleed for This will - naiv wie Sylvester Stallone mit seiner mythischen Boxer-Figur in der Rocky-Saga - trotz Blut, Schweiß und Tränen an der Universalität des "amerikanischen Traums" nicht rütteln und bleibt vor allem solide Märchen-Inszenierung inklusive der wichtig-wuchtigen Sätze, die in solchen Filmen eben gesagt werden. [Hartwig Tegeler]

                          • 7 .5

                            [Bleed for This] hat nur fast die Fallhöhe von Eastwoods Million Dollar Baby ist aber sowohl im intensiven Spiel als auch in der atmosphärisch dichten Inszenierung bemerkenswert. [Günter H. Jekubzik]

                            • 6

                              Wirklich Neues hat Bleed for this dem Genre Boxerfilm nicht hinzuzufügen, das Drama reiht sich aber ein als ein Werk, das die weniger glamouröse, dafür menschlichere Seite einer Branche und ihres täglichen Geschäfts zeigt. [Diemuth Schmidt]

                              • 7

                                "Ben Younger inszeniert das größte Comeback in der Geschichte des Boxsports als heimliches Workout im Keller des Elternhauses." [Karsten Munt]

                                • 6 .5

                                  Ein roher, kleiner Film ist Bleed for This am Ende geworden, der dem Boxfilm-Genre zwar nicht wirklich etwas Neues hinzufügen kann, aber im engen Rahmen des Genres einen eigenen Platz findet. [Michael Meyns]

                                  • 5 .5

                                    "Bleed for this" ist recht offensichtlich Boxfilm Nr. 0815, dessen Genre gefühlt seit 40 Jahren storytechnisch festgefahren und überraschungsbefreit Ableger um Ableger produziert. U.a. dadurch haben Boxfilme bei mir grundsätzlich schon einen schweren Stand und müssen deshalb auf anderen Ebenen bei mir punkten.
                                    Konnte "Bleed for this" das?
                                    Zu meiner generellen Aversion gegenüber eines Sports, bei dem man sich ganz bewusst die Fresse poliert, kommen in den meisten Fällen, so auch hier, männliche Protagonisten, deren Prioritätengewichtung für mich positiv formuliert nur unverständlich ist. Trotz eines absolut uneinschätzbaren Gesundheitsrisikos, was leicht und nicht mal unwahrscheinlich den eigenen Tod zur Folge haben kann, muss man(n) auf jeden Fall zurück in den Ring und so schnell wie möglich seinen Mann stehen. Zumeist fußen diese Prioritäten der Boxsportler auf irgendwelchen Konventionen und Vorstellungen, nach denen "ein Mann das eben so zu tun hat", was mich unweigerlich mit der alles erdrückenden Frage zurücklässt, ob ich weniger Mann bin als andere. :o
                                    Dass diese Entscheidungen anscheinend ja nicht nur im Film, sondern sogar im realen Leben so getroffen wurden und sich die Leute im Umfeld tatsächlich damit arrangiert haben, dass ein Familienmitglied/Freund etc. emotional verblendet und absolut irrational sein Leben riskiert, macht alles eigentlich nur noch bitterer.
                                    Ich akzeptiere, dass das natürlich seine eigene Entscheidung ist und war, werde mich damit aber trotzdem nicht anfreunden können.
                                    Damit entstand für mich ein ernsthaftes Problem, mit wem der Charaktere ich mich bitte identifizieren soll, denn viele andere Figuren waren entweder nicht differenziert genug ausgearbeitet, um mehr als ein Plotdevice zu sein, oder bauten rein alterstechnisch ungefähr 40 Jahre Distanz zu mir auf. Letztere (die Eltern des Hauptcharakters) hatten trotzdem noch am ehesten mein Mitgefühlt, immerhin.

                                    Ein Boxfilm steht und fällt mit der Underdog-Resurrection-Story und mit der Empathie für den Boxer, der am Schluss doch noch gewinnt, da bleibt wenig Raum für das Hinterfragen der Handlungen. Eine richtige Charakterentwicklung (außer bzgl. der Gewichtsklasse) konnte ich auch nicht entdecken, irgendwie war Vinny immer extrem aggro, dickköpfig und motiviert. Beides (Hinterfragen von Handlungen und Charakterentwicklung) hätte ich mir mehr gewünscht, denn eigentlich ist jemand, der sein Leben für eine Unterhaltungssendung im Fernsehen bereitwillig aufs Spiel setzt, niemand, den ich mir zum Vorbild nehmen würde - seinen Fokus, seine Willenskraft und sein Durchhaltevermögen in Ehren.
                                    Ich kann aber durchaus nachvollziehen, dass diese Geschichte natürlich verfilmt werden musste, denn krass ist sie in jedem Fall.

                                    Auf welchen anderen Ebenen konnte "Bleed for this" denn jetzt bei mir punkten?
                                    Kamera: Mäh, nichts wirklich Besonderes, würde ich meinen. Zeitweise sehr shaky und nervös.
                                    Schnitt: Ist mir jetzt nicht als künstlerisch besonders wertvoll aufgefallen, mehr so normal. Vor allem in den Kampfsequenzen verliert man teilweise komplett den Überblick, auch wenn das vielleicht das Ziel war. Hat irgendwie öfters keinen Spaß gemacht, hinzuschauen.
                                    Darstellerensemble: JA! War stark, vor allem Katey Sagal und Ciarán Hinds. Auch Ted Levine mal wieder zu sehen, war schön. Aaron Eckhart und Miles Teller fand ich dagegen jetzt nicht so pralle...

                                    Alles in allem ein meiner Meinung nach recht mittelmäßiger Film, der vom Handwerklichen her wenig falsch macht, bei mir thematisch aber auf Stahlbeton beißt und dazu story- und aussagetechnisch in bekanntem Fahrwasser herumdümpelt.

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                                    • 7 .5

                                      Bleed for This beginnt als traditioneller Underdog-Kämpfer-Film nach wahren Begebenheiten, dreht sich dann und wird etwas anderes, bevor er zur Tradition zurückkehrt. [Matt Zoller Seitz]

                                      • 7 .5

                                        Der Cast macht Bleed for This zu einem wirklich interessanten Film. [Glenn Kenny]

                                        • 7

                                          Miles Teller bringt für Bleed for This die Intensität von Whiplash mit in den Boxring [...] und unterstreicht einmal mehr, was für ein charismatischer Schauspieler er ist. [Peter Debruge]

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