Aufbruch zum Mond - Kritik

First Man

US · 2018 · Laufzeit 141 Minuten · FSK 12 · Drama · Kinostart
Du
  • 6

    Damien Chazelle sucht einen eigenen Weg zur Inszenierung eines derartigen Stoffes - und er findet ihn. Ob man ihm auf diesem Weg folgen will, muss jeder Zuschauer für sich selbst beantworten. Der weitestgehende Verzicht auf überhöhtes Pathos sowie die enorm eigenwillige Inszenierung der Landung an sich, wecken zumindest Interesse daran, was Chazelle vorhat. Der Cast weist einige bekannte Namen auf und das Setting wirkt stimmig. Einige einzelne Szenen entfalten eine enorme Kraft, andere eine große stilistische Schönheit.

    Weniger ambitioniert erscheint hingegen das Drehbuch. Armstrongs Charakter wird zwar in diversen Szenen recht klar umrissen, wirklich greifbar wird er dadurch jedoch trotzdem nicht. Fast noch problematischer erscheint die Fülle an Informationen, die hier verbreitet bzw. nicht verbreitet wird. Während in der HBO-Serie 'From The Earth To The Moon' in etwa dieselbe Story in ungefähr zehn Stunden Laufzeit aus verschiedenen Blickwinkeln aufgearbeitet wird, findet hier eine enorme Verengung der Sichtweise und eine noch deutlichere Komprimierung der Erzählung statt. Ob man sich damit einen Gefallen getan hat? Womöglich wäre es sinnvoller gewesen, sich auf einen kleineren Ausschnitt aus Armstrongs Karriere zu fokussieren.

    Licht und Schatten liegen hier dicht beieinander. Ob nun die dunkle oder helle Seite des Mondes überwiegt, muss jeder für sich selbst entscheiden.

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    • 6 .5

      Die Familiengeschichte wird aus meiner Sicht ziemlich überbewertet.
      Aber was gut rüber kommt, ist die Tatsache, dass der Wettlauf um die Vormacht im Weltraum im wahrsten Sinne ein absolutes Himmelfahrtsunternehmen war!

      • 4

        Dieser Film macht depressiv.
        Er will nach eigener Aussage den langen Weg zum Mond fokussieren,
        das aber ist lieblos und klotzig, ohne Narration.
        Ryan Gosling geht zu seiner Mondrakete wie andere ins Büro.
        Feierabend ist dann Trauer, Unfalltote, Beerdigung, Wehmut und permanent gedrückte Stimmung.
        Und als ob das nicht reicht stirbt auch noch der Nachbar und Vater im Vietnamkrieg.
        (Armstrong war Kampfflieger im Koreakrieg mit 78 Einsätzen, schon klar.)
        Soll hier der Krebstod seiner zweijährigen Tochter aufgearbeitet werden?
        Ich weiß es nicht.
        Die Mondlandung für sich ist noch das Beste.
        Wenige Schritte später aber empfand ich die Mondlandung schon
        als sinnloses, ödes Unterfangen.
        Der Kitsch mit der Kette gab dann noch den Rest.
        Der Film hat mich nicht ergötzt, er erzählt nicht, Spannung hat sich auch versteckt.

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        • 4
          zman2 15.12.2018, 11:50 Geändert 15.12.2018, 11:56

          Wirkt unambitioniert und wurde sehr langweilig abgedreht und umgesetzt. Besser Tim und Struppi "Reiseziel Mond" und "Schritte auf dem Mond" in der Zeit lesen...

          • 4 .5

            Das existenzialistische Verlorensein, die DNA der Science-Fiction-Philosophie schlechthin, begeistert Damien Chazelle beileibe nicht. "Aufbruch zum Mond" ist ein Biopic technizistischer Entmachtung – die Astronauten um Neil Armstrong (betonverhärtet: Ryan Gosling) und Buzz Aldrin (rüpelig: Corey Stoll) müssen sich in enge, klaustrophobische Kommandomodule zwängen, rotieren wie in Trance und sehen das schwarze Außen durch ein winziges Guckfenster. Den Blick dorthin, wo die Fantasie das Nichts des Alls ausfüllt, spart sich Chazelle (meistens). Er erklärt die Helden zu alltäglichen Überlebenskünstlern, indem er deren Sicherheit beständig in Frage stellt. Aber "Aufbruch zum Mond" will auch verklären: die erste Mondlandung als biblisches Fortschrittsprojekt, Neil Armstrong als liebender, stellenweise egomanischer Familienvater, dem der Geist (wortwörtlich) seiner verstorbenen Tochter (Lucy Stafford) vor der Bewusstlosigkeit rettet. Die Kitschkuh nostalgischer Rückeroberung geht mit Chazelle ein zweites Mal durch. Jenseits von skeptischen Zwischenfragen einer unter Konkurrenzdruck fatal sich verselbstständigen Aufwärtsentwicklung gegenüber, die in eine gefährliche, Menschenleben einfordernde Schieflage zu geraten droht, verfilmt er einen NASA-Bilderkatalog himmlischen Heulens. Wer war Neil Armstrong, wer war, eigentlich, seine Frau (Claire Foy)? Berechtigte Fragen, einfältig beantwortet. Während sich Janet Armstrong (Foy) der Rolle der Hausfrau fügt, treibt die Trauer ihren Mann (vor)an, um sie – auf dem Mond – schließlich zu beerdigen. Die Oscar-Jury jubelt ergriffen.

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            • 4
              Allquantor 13.12.2018, 16:06 Geändert 13.12.2018, 16:12

              Genre: Drama

              Neil Armstrong steht hier im Mittelpunkt. Trotzdem kann man den Film nicht als Biopic bezeichnen, weil der gewählte Zeitraum dafür einfach zu gering ist. Ryan Gosling ist die Idealbesetzung für den wortkargen, kühlen, seine Gefühle lange verbergenden, gebrochenen Armstrong.
              Der Ansatz, sich nicht auf die Heldentat der Mondlandung zu fokussieren, sondern fast schon eine Dekonstruktion des Mythos und Traumjobs Astronaut zu liefern, ist interessant, aber nicht konsequent genug durchgeführt.
              Insgesamt ist "Aufbruch zum Mond" zu emotionslos, zu spannungsarm, liefert einen ausufernden Gebrauch der Wackelkamera und von extremen Nahaufnahmen und bietet zu wenig an Story für seine Laufzeit. Außerdem sind die Bilder aus dem Weltraum völlig unspektakulär. Das hat man in vielen Filmen schon weitaus besser gesehen.
              Für mich ist das die Enttäuschung des Jahres.

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              • 4

                Ich empfand den Film als wirklich schlecht. Nicht nur das dieser Film nicht fesselt (bei dieser Thematik sollte das kein Problem sein), er ist auch handwerklich schlecht. Die Kameraarbeit hat Youtube Niveau, die schauspielerischen Leistungen sind kurz darüber. Und man sollte sich bewusst sein das man hier nicht mal ein Biopic zu sehen bekommt. Dieser Film hat nichts mit den tatsächlichen Geschehnissen zu tun... Das einzig wahre was man nach diesen Film bekommt ist eine Depression....

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                • 8

                  Ich bin gestern endlich dazu gekommen, mir First Man​, den neuen Film von Damien Chazelle (Whiplash​, La La Land​) anzusehen. Von den drei Filmen war der Film über Neil Armstrong und die erste Mondlandung zwar der Film von Chazelle, den ich am wenigsten herausragend fand, dennoch würde ich aber empfehlen, dass man sich den Film im Kino anschaut. Denn gerade die Raumfahrtszenen sind unglaublich spektakulär und äußert immersiv. Insbesondere die subjektive Kamera und der brachiale Sound sorgt dafür, dass man sich als Zuschauer direkt in die engen Raumkapseln versetzt fühlt. Außerdem hat Chazelles Stammkomponist Justin Hurwitz (2 Oscars für La La Land) wieder eine großartige Filmmusik geschaffen, die man in ordentlicher Lautstärke genießen sollte.
                  Der Film hat allerdings nicht das NASA-Mondprogramm als zentralen Fokus, sondern die Person Neil Armstrong, weswegen ein großer Teil des Filmes von seinem Familienleben handelt. Und hier hat mich der Film stellenweise etwas verloren, da Armstrong von Ryan Gosling als sehr distanzierte Person gespielt wird, welche sich vor familiären Schwierigkeiten in die Arbeit flüchtet. Dadurch ging mir die Familiendrama-Ebene des Filmes weniger zu Herzen, als es wohl vom Regisseur beabsichtigt war und auch der Payoff am Ende hat bei mir nicht vollständig den gewünschten Effekt erzielt. Gosling spielt zwar gut, aber auch nicht bedeutend anders, als man es von ihm gewohnt ist. Herausragender fand ich da Claire Foy (The Crown​), welche seine Ehefrau Janet Armstrong spielt. Außerdem ist der Film mit seiner Laufzeit von 142 Minuten in meinen Augen mindestens eine Viertelstunde zu lang.
                  Fazit: Für die Weltraumszenen, insbesondere die Mondlandung (welche natürlich den Höhepunkt des Films darstellt), sollte man den Film definitiv gesehen haben, denn was Damien Chazelle hier schafft, gehört wohl zum Kunstvollsten und Beeindruckendsten, was man auf diesem Gebiet bisher gesehen hat. Ob man die Handlung des Filmes gleichermaßen mitreißend finden wird, hängt wohl hauptsächlich davon ab, inwiefern man Zugang zur Person Neil Armstrong, wie sie Ryan Gosling verkörpert, finden wird. In seiner Gesamtheit kein Meisterwerk, aber ein gelungener Film.

                  Mögliche Nominierungen (10-12):
                  Film (Favoriten: Roma, A Star is Born, The Favourite, Beale Street)
                  Nebendarstellerin (Favoriten: Regina King für Beale Street, Amy Adams für Vice)
                  Adaptiertes Drehbuch (Favorit: BlacKkKlansman)
                  Kamera (Favorit: Roma)
                  Schnitt (Favorit: First Man)
                  Filmmusik (Favoriten: First Man, Nicholas Brittell für Beale Street)
                  Ton (Favoriten: First Man, A Star is Born)
                  Tonschnitt (Favoriten: First Man, A Quiet Place)
                  Szenenbild (Favorit: The Favourite)
                  Visuelle Effekte (Favoriten: Avengers: Infinity War, First Man)
                  evtl. Hauptdarsteller (Favoriten: Bradley Cooper für A Star is Born, Christian Bale für Vice)
                  evtl. Regie (Favorit: Alfonso Cuarón für Roma)

                  Mögliche Preise (3-5):
                  Schnitt
                  Tonschnitt und/oder Ton
                  Visuelle Effekte (Effekte sind bei Avengers präsenter, aber auch weniger glaubhaft)
                  evtl. Filmmusik (könnte auch an Beale Street gehen)

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                  • 8

                    In ruhigen irdischen und aufregenden außerirdischen Bildern verfilmte das "La La Land"-Dreamteam Damien Chazelle (Regie), Ryan Gosling (Hauptrolle), Linus Sandgren (Kamera), Tom Cross (Schnitt) und Justin Hurwitz (Musik) leider ohne Emma Stone zusammen mit Produzent Steven Spielberg die Geschichte, wie Neil Armstrong 1969 mit der elften Apollo-Mission zum Mond flog.

                    Aufgrund der (laut Armstrongs Söhnen originalgetreuen) unterkühlten Spielweisen ist das emotional zwar schwer zugänglich, aber alles rund um das Thema NASA, die Vorbereitungen und letztlich die Durchführung sind für staunende Augen. Was Menschen so möglich ist...

                    Und wer hat seine berühmten Worte u.a. übertragen? Die IUZ Sternwarte Bochum!
                    https://www.bochum-tourismus.de/de/entdecken/museen/detail-museen.php?we_objectID=104

                    Im Anschluss habe ich mir dann nochmal "Apollo 13" angesehen. Im Vergleich fiel sofort auf, wie sauber hier das Cockpit war, wohingegen Sandgrens Nahaufnahmen zeigen, wie zusammengeschweißt manches aussah.

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                    • 7 .5

                      Die 7,5 gibt es von mir, da Ryan Gosling seine Rolle überragend gespielt hat. Im Film an sich fehlen mir wichtige Details, außerdem hat man auf die Rückreise vom Mond zur Erde verzichtet.
                      Da hätte man meiner Meinung nach mehr daraus machen können.

                      • 5

                        Haha, schöner Märchenfilm!

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                        • 0

                          Ich brauch nun nicht schreiben um was es sich handelt. Alles in allem ist er einfach nur langweilig abgedreht. Langweilige Schauspieler, langweiliges Drehbuch, langweilige Kulissen... Für Schlafstörungen sicherlich gut geeignet.

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                          • 4 .5

                            Chazelle wurde dafür gelobt dafür, dass er in der Szene der Mondlandung die US-Fahne weggelassen hat. Ein Zeichen gegen Trump und Nationalismus. Wie toll!
                            Indem diese Kritiker nur diese Szene herausnehmen, übersehen sie die konservative Struktur des ganzen Films.
                            Chazelles Welt ist geprägt durch den reaktionären Wunsch nach einer schönen heilen, unpolitischen, unideologischen Welt, durchdrängt mit Kitsch und Nostalgie für das Klassische Hollywood, womit er uns schon in "La La Land" zu genüge
                            genervt hatte.
                            Sein Heldentypus entstammt dem vom konservativen Eastwood. Zwar zeigt er ihn im familiären Umfeld als einen angreifbaren,sensiblen, weinenden Mann, aber in den wichtigen Momenten, in denen er seine Pflichten für die Nation erfüllt, ist er der typische, starke Held mit einer unverwundbaren Haut aus Stahl.
                            Am Ende wird jegliche Ambivalenz, Menschlichkeit und Traurigkeit zum Mond geschossen, damit das alte Ideal von Männlichkeit und nationalem Heldentum unangetastet bleiben kann.

                            PS: Gosling sollte endlich von diesem ekelhaften Chazelle loskommen und stattdessen mit Lars von Trier einen ArtPorn machen. Danke

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                            • 6 .5

                              Große Enttäuschung. Nach Whiplash und LaLaLand hatte ich große Erwartungen an First Man, doch die wurden nicht erfüllt. Der Film fühlt sich zu lang an und wirkt als würde sich ständig alles wiederholen. Mal fliegt jemand hoch, mal stirbt jemand, mal ist Frau Armstrong angepisst mal wieder nicht. Der Charakter Neil Armstrong zeigt während des Films keine Entwicklung er bleibt die ganze Zeit der emotionslose Klumpen. Der Film hatte großes Potential und dieses komplett verschenkt. Man bekommt nicht mehr als ein 08/15 Biopic.

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                              • 8

                                Der erste Mann auf dem Mond war ja bekanntlich Neil Armstrong. Damien Chazelle (La La Land) erzählt in seinem dritten Film seine Geschichte. Es ist nicht so eine technisch und Fakten getriebene Erzählung sondern eine eher zwischenmenschliche. Der Streifen lebt mehr von seinen Dialogen. Technikfans werden hier wohl eher enttäuscht sein. Die Musik ist sehr gelungen. Mir hat die Biopic sehr gefallen, obwohl der Film meiner Meinung nach zu lang geraten ist. Da hätte man viel weglassen können, weil er auch viele ruhige Momente hat.

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                                • 0

                                  Todlangweilig. Nach 15 Minuten ausgemacht.

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                                  • 7

                                    Wie bei Bohemian Rhapsody kannte Ich die Geschichte rund um die Apollo Mission nur Teilweise. Deswegen kann Ich wieder nicht sagen was nur Hollywood war und was echt. Ich kann nur sagen das Scenen die wahrscheinlich stark einschlagen (Stichwort: Kette-Mond), sollten mich komplett kalt gelassen haben. Zudem empfand Ich den Teil um das Privat leben von Nil Armstrong ehr langweilig. Dagegen sind aber alle anderen Momente die sich nur auf die Raumfahrt beschränke extrem gelungen. Trotz der manchmal etwas nervenden unruhigen Kamera besitzt der Film einige gelungene Bilder.

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                                    • 6

                                      "Poah, Neil Armstrong... Das interessiert mich ja gar nicht. Das ist doch nur ein Typ, der zum Mond fliegt. Was will der amerikanische Nachwuchsregisseur #1 denn mit so einem Stoff? "
                                      - Gespannt ging ich ins Kino. Denn trotz meines Desinteresses überwog die Frage. Eine Antwort erhielt ich nicht.

                                      "First Man" ist größtenteils toll gefilmt - immer dann, wenn Chazelle nicht versucht, die Dokukamera von Paul Greengrass zu klauen. "First Man" hat einen fantastischen Understatement-Score, der den Film gekonnt dem Hollywood-Pathos enthebt - eine Leistung, die dem Film insgesamt hervorragend gelingt. "First Man" hat mit Tom Cross einen Editor, der sich mal wieder zum Oscar schnitzelt, was das Zeug hält. "First Man" hat vor allem einen Regisseur, der haargenau weiß, wie er jeden einzelnen Moment anzupacken hat - als wäre er einer der alten Hasen. Aber vielleicht ist das auch genau das, was er überhaupt nicht sein sollte.

                                      Vor allem sollte Chazelle sich besinnen, was "Whiplash" und "La La Land" so erfrischend macht. Und dazu muss er sich einfach tief in die Brust greifen - ein Ort, an dem sich bei mir die letzten zweieinhalb Stunden nichts getan hat. Es hat vielleicht viel gepocht und gebebt, aber geöffnet hat sich nichts. Ich war im Kino selten so dicht dran und dabei so weit weg - trotz guter Inszenierung entsteht eine insgesamte Wirkungslosigkeit, die auch ein distanzierter, introvertierter Protagonist nicht entschuldigen kann. Das Drehbuch gibt Armstrong nichts, woran er fundamental glaubt. Und dass Armstrong in seinem unaufgeregten Minimalismus keine höheren Ideale hat, sorgt für eine Reise, die für nichts steht außer für die Reise und in der Tat schaut Armstrong so lange zum Mond, bis er schließlich einfach nur ein Typ wird, der zum Mond fliegt.

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                                      • 7 .5

                                        "Aufbruch zum Mond" ist die zweite Zusammenarbeit mit Regisseur Damien Chazelle und Ryan Gosling, die schon gemeinsam bei "LaLa Land" arbeiteten. Der Film erzählt die Geschichte von Neil Armstrong, der 1969 als erster Mensch den Mond betrat. Ryan Gosling spielt seine Rolle sehr gut, die Handlung ist eine Mischung aus Familienfilm, Drama und Science-Fiction-Film, traurig und ruhig inszeniert. Tolle Ausstattung und Kulissen, man fühlt sich direkt in die 60er Jahre zurückversetzt, die Zeitspanne der Geschichte ist zwischen 1961 und 1969 angesiedelt und erzählt das private und berufliche Leben von Neil Armstrong, besonders spannend ist das Ganze wenn die Fahrt zum Mond beginnt und Neil Armstrong auf dem Mond landet, wenn man zur damaligen Zeit als die wahre Begebenheit sich ereignet hat noch nicht es selbst im Fernsehen erlebt hat, kann man hier sich gut hineinversetzen was für ein geschichtliches Ereignis diese Mondlandung gewesen ist. Einzig die Lauflänge von über zwei Stunden hätte man kürzer halten können, zu langgezogen und teilweise auch langweilig. Insgesamt aber ein interessantes Stück Zeitgeschichte das man sich ansehen kann!

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                                        • 5

                                          alles was da oben passiert war spannend und intressant/detailliert was auf der erde passierte fand ich boring und in die länge gezogen...

                                          • Jaja, deutsche Titel halt. Aufbruch zum Mond plus Ankommen plus die Rückkehr, darum geht es in dem Film.

                                            Mir hat der Film viel Spaß gemacht. Das Riesenabenteuer wird aber reduziert auf die Tränengeschichte, dass Neil Armstrong vor "The Eagle has landed ..." den tragischen Tod seiner kleinen Tochter verkraften musste. Das ist eine nette Nebeninfo, aber kaum der Grund, wieso er es 300.000 km weit geschafft hat.

                                            • 6 .5
                                              Obolos 19.11.2018, 00:33 Geändert 19.11.2018, 00:34

                                              Durchaus stellenweise sehenswert, aber meiner Meinung nach sehr (viel zu) lang, teils repetitiv und der von Ryan Gosling nicht wirklich differenziert dargestellte Neil Armstrong bleibt eindimensional und kommt mir (wie alle anderen Männer hier auch) vermutlich deshalb vor wie ein riesiger Arsch.
                                              Claire Foy ist der moralische Kompass und eine der wenigen Figuren, die tatsächlich überhaupt Identifikationspotential haben.
                                              Sollte das so?

                                              War alles in allem nicht schlecht, habe bei Chazelle dann aber irgendwie doch mehr erwartet. Selbst dran doof, wenn ich dem Hype verfalle, denk ich. ;)

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                                              • 8

                                                Näher dran und weiter weg geht nicht, eine unglaubliche inszenatorische Leistung.

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                                                  J.F.Lannister 17.11.2018, 01:37 Geändert 17.11.2018, 01:39

                                                  Ich bin leider doch etwas enttäuscht.

                                                  Zum Einen halte ich Ryan Gosling zu großen Teilen für eine Fehlbesetzung, er ist mit seinem minimalistischen Spiel nicht der Typ Schauspieler, den ich für die Hauptrolle eines solchen Thrillerdrama-Biopics casten würde. Zum Anderen wirkt der Film in manchen Szenen überinszeniert, für mich ein zu starker Gebrauch von Wackelkamera und Gesichtsnahaufahmen, als Zuschauer bleibt man da außen vor, sieht im Prinzip überhaupt nichts und bekommt kein Gefühl für das Gesamtgeschehen bzw. für den größeren Rahmen der Mission. Mehr ruhige Großbildaufnahmen hätten so einem Weltraum-Film echt gut getan.

                                                  Als atmosphärisch-spannendes und audiovisuelles Highlight empfand ich neben dem Start von Apollo 11 (Großaufnahmen!) die Rotationsnotlage von Gemini 8, es blinkt und piept und quietscht und kracht, da bleibt keine Zeit zum Atmen und Nachdenken, man verweilt gefesselt beim Geschehen auf der Leinwand. Ansonsten dienen Neil Armstrongs Ehefrau Janet und die Familiendrama-Eskalationen (der Film wird schauspielerisch mehr von Claire Foy als von Ryan Gosling getragen) als zentrale Projektionsfläche für die Risiken und die Tragik der Menschenopfer, welche die Weltraumfahrt stets begleiten.

                                                  Insgesamt gelingt es dem Film für mich leider nur selten, ein Gefühl davon zu vermitteln, dass es sich hier um die erste Mondlandung, also den bisher größten Erfolg in der Geschichte der Weltraumfahrt, handelt. In den letzten Jahren habe ich mit "Gravity", "Interstellar", "Der Marsianer" und "Apollo 13" auf jeden Fall bedeutend bessere, spannendere und emotionalere Filme mit ähnlicher Thematik gesehen, sodass mich "Aufbruch zum Mond" nun nicht wirklich vom Hocker reißen konnte.

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                                                    Aufbruch zum Mond mag visuell glänzen, die Frage was die Mission für Neil Armstrong persönlich bedeutete bleibt jedoch vollkommen aus.
                                                    Was es nur ein Job, Schicksal, die Lebensaufgabe oder wie der Film es zeigt eine Art Erlösung um mit der Vergangenheit abzuschließen? Eine Antwort sucht man nach fast 2 1/2 Stunden vergeblich. Nach ein wenig Recherche stellt sich zudem schnell heraus, dass die Szene mit der Kette auf dem Mond wahrscheinlich so nicht stattgefunden hat. Sicherlich macht es den Film dadurch nicht schlechter, allerdings bleiben vor diesem Hintergrund nur die Immanenz der bildgewaltigen Weltraumsequenzen und das weiterhin fesselnde Schauspiel von Gosling und Foy erwähnenswert. Für ein Biopic mag dies reichen, durch eben jedes Ausklammern der Gedanken und Ängste von Armstrong hat Chazelles neuestes Werk jedoch einige Kanten und ist von einem in sich stimmigen und runden Film weit entfernt.

                                                    Am Ende stellt sich Chazelle's Werk als nicht nicht perfektes, aber dennoch gelungenes Drama heraus, welches durch seine audiovisuelle Perfektion überzeugt. Die fehlende Aufstellung der USA-Flagge auf dem Mond zeigt zudem, dass sich Chazelle nicht von politischer Ideologie blenden lässt und auf Politik in diesem Film geschickt und zurecht verzichtet. Diese Verweigerung von alten Konventionen ist zwar selten, sollte es aber viel mehr geben.

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