American Animals - Kritik

American Animals

US · 2018 · Laufzeit 116 Minuten · FSK 12 · Kriminalfilm, Drama
Du
  • 8 .5

    Niemals zuvor hat mich ein Heist Streifen mehr gepackt als dieser, da niemals auf Ebene des "Otto Normalbürgers" nachvollziehbarer in Szene gesetzt. Basierend auf einer wahren Begebenheit brillieren die Schauspieler (allen voran voran die wandelbare "American Horror Story" - Ikone Evan Peters) hier in auf autobiographischen oder besser gesagt sehr subjektiven Erinnerungen involvierter Personen an die Geschehnisse von damals. Untermalt mit dokumentarischen Momenten, und sehr geschickt abgemixt in den Streifen, mit Erinnerungen der echten Personen dieses ganz normal verrückt nachvollziehbaren erscheinenden unmöglich möglich erscheinenden Vorhabens. Erinnert von der Machart an das Sportbio-Pic "I Tonya". Unkonventionell, cool irgendwo, ungeschminkt und fesselnd einfach in menschlicher Hinsicht. Anders einfach. Drama, Thriller, Unzulänglichkeiten des Menschseins einfach, empfehlenswert wer es unkonventionell mag.

    8
    • 8

      Ich sollte mal genauer lesen, um was für ein Genre es geht. Von der Beschreibung her, hab ich nämlich eine Komödie erwartet - So schräg hörte sich die für mich an. Hey, wir haben jetzt ein paar Heistfilme gesehen, kann doch nicht so schwer sein, machen wir das doch auch mal. *g*

      Der Film entpuppt sich dann aber als tolles Drama, das mit zunehmender Laufzeit immer besser und spannender wird. Den Mix aus Film und Doku fand ich auch klasse - Am Ende hatte ich sogar Gänsehaut, so gut hat das reingehauen.

      Zudem, ein Film wo Leonard Cohen was zum Soundtrack beisteuert kann nicht schlecht sein. *daumen* :D

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      • Chionati 12.01.2019, 14:59 Geändert 12.01.2019, 18:31

        American Animals (US - 2018)

        Heist Movie über ein paar Jugendliche, die Anfang der 2000er ein wertvolles Buch aus einer Bibliothek stehlen wollen. Nach wahrer Begebenheit. In Zwischensequenzen sieht man die realen Personen reden. Dabei geht es oft um belanglose Sachen. Die tun aber so, als ob sie die Obermafia sind. Das fand ich irgendwie lächerlich. Als ob die ein riesiges Tamtam machen und sich so peinlich als krass darstellen wollen. Abbruch nach 40 Min. Bis dahin nicht überzeugend und es ist mir auch egal, den weiterhin fortzusetzen.
        Kann mir auch nicht vorstellen, dass das noch besser wird. Vielleicht, man weiss nie. Deswegen vorerst ohne Wertung, wenn wäre es bisher aber im niedrigeren Bereich.

        18
        • 5

          wo denn der raub losgeht wird es intressanter...dennoch fehlt es an fahrt und er zieht sich zum ende

          1
          • 7 .5

            Mitreißender Thriller, der auf einer wahren Geschichte basiert, von der ich bisher noch nicht gehört hatte. Den Kniff die echten Protagonisten in den Film mitaufzunemen und in dokumentarischen Interview-Sequenzen einzufügen, fand ich sehr interessant.

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            • 7
              dbeutner 13.10.2018, 20:10 Geändert 26.10.2018, 13:00

              Tja, ganz komisch. Also vor allem die Kommentare zu diesem Film unter mir. Denn da verurteilen doch so einige die "Täter" weit über das strafrechtliche hinaus, und haben damit einen Teil des Films wohl nicht so recht an sich ran gelassen. Oder vergessen, was man auch mit etwa 20 für einen Unsinn machen kann. Der hier halt etwas größer ist und tragischer, aber genau das ist der Punkt: Es gibt genügend Jungs in dem Alter, die eben bei ihrem Unsinn keinen wirklichen Gedanken an die Konsequenzen verschwenden, oder wenn der Gedanke mal kurz auftaucht, ihn im Gruppendruck doch wieder begraben.

              Genau das war mE aber auch eine Schwäche des Films, hier die Psychologie der Vorgänge nicht tiefer herauszuarbeiten. Denn der Fall als solcher ist eigentlich jetzt nicht sooo ungewöhnlich - junge Männer bauen Scheiße. Das ist ja fast normal. Ungewöhnlich ist hier eher, dass die meisten der hier Betroffenen keineswegs dazu bestimmt waren, so große Scheiße zu bauen. Es ist halt mit einer gewissen Dynamik passiert, weil "Verantwortung" nicht der größte Wert im Leben der meisten jungen Männer ist. Daher bin ich auch wirklich irritiert über das menschliche Urteil, was hier einige abgeben, die das Glück hatten, nur kleine Scheiße gebaut zu haben.

              Daneben ist "American Animals" handwerklich solide, was man von Bart Layton auch nach seinem Erstling "The Imposer" aber auch erwarten durfte. Letzterer Film hatte aber zwei markante Stärken: Die deutlich außergewöhnlichere Geschichte und eine Ausarbeitung, die diese schräge Geschichte psychologisch stimmig/nachvollziehbar erschienen ließ.

              "American Animals" punktet dann eher in Meta-Spielereien, wenn die genaue Wahrheit unklar ist und verschiedene mögliche Versionen der Vergangenheit hin und her montiert werden. Das ist fast Selbstverliebtheit, macht aber zugleich Spaß. Aber auch genau da hakt es wieder ein bisschen, die Geschichte in ihrer ganzen Tragweite ist für alle Beteiligten eben alles andere als ein Spaß gewesen.

              Tja, irgendwie gut gemacht trotz eigentlich relativ mauer Geschichte. Udo Kier in Amsterdam, der deutsches Englisch spricht, während sein Kumpane Niederländisch redet - diese Konstellation fand ich irrtierend, aber hey, Udo Kier macht ja meistens Spaß, und die Szene hat auf jeden Fall etwas.

              Man darf gespannt sein, wohin Laytons Reise als nächstes geht.

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              • 6 .5
                Mein Senf 17.09.2018, 10:09 Geändert 24.09.2018, 16:04

                Schon in seinem Erstling "Der Blender" bereitete Bart Layton ein reales Verbrechen filmisch auf, indem er Spielfilmszenen mit realen Interviews der tatsächlich Beteiligten mischte. Das verleiht auch "American Animals" deutlich mehr Gravitas als ähnlich gelagerte based-on-true-events-Produktionen (z.B. Pain & Gain), in denen Möchtegern-Gangster erst an sich und der Realität scheitern.

                Für sein Hollywood-Debüt schraubt Layton den Doku-Anteil zurück und fokussiert sich auf die "fiktive" Inszenierung der vier College-Studenten und deren Plan, ihrem öden Mittelklasse-Leben einen Sinn zu geben. Trotzdem lässt er die realen Beteiligten immer wieder zu Wort kommen und setzt sie mitunter auch prominent in die Handlung ein. Die reale Erdung steigert zunächst die Absurdität dieser ohnehin schon reichlich absurden Tat zusätzlich, im Laufe der Zeit verzettelt sich Layton aber in einigen unzuverlässigen Erzähler-Eskapaden, die nicht wirklich zuende gedacht wirken und einem mehr oder weniger unglaubwürdigen Reue-Part (inklusive Tränenausbruch), der den Film streckenweise wie eine Bühne für verurteilte Straftäter wirken lässt.

                Weitaus besser funktioniert der Teil, in dem die beträchtliche Hybris der überheblichen Collegekids auf die harte Realität prallt, mit teilweisen lustigen, bitteren oder einfach öden Konsequenzen. Die Inszenierung pendelt dabei konsequent zwischen fluffigen Ocean-Eleven-Baby-Driver- und beinhart-realistischen Heat-Modus.

                Befragt nach ihren Motiven für die Tat fällt immer wieder der Satz, ihren Leben eine Bedeutung geben zu wollen. Die Selbstbezogenheit, der Hedonismus, den westlichen Industriegesellschaften immer wieder zum Ideal verklären scheinen die vier bis heute nicht vollständig abgelegt zu haben. American Animals schafft es, diesen Aspekt gleichzeitig zu entlarven, aber sich gleichzeitig von ihm instrumentalisieren zu lassen.

                • 9
                  Dr_Totenkopf 13.09.2018, 11:40 Geändert 13.09.2018, 12:02

                  Spencer, Eric, Chas & Warren. Vier junge Typen um die 20, die aus dem tristen Alltag in Kentucky ausbrechen wollen und im Dezember 2004 beschließen ihre eigene Schulbibliothek zu überfallen. Deren Bücher sind Millionen wert und werden von genau einer Person überwacht, der Bibliothekarin Betty Jean. Sollte also ein leichtes Spiel sein. Nur sind diese Typen keine Profis und die elegante Vorstellung eines Raubes im Stile von Ocean's Eleven entpuppt sich als albtraumhaftes Desaster in der Realität. Nie zuvor hat ein Heist Film so gut- und authentisch Konsequenzen und vor allem Nachhaltigkeit vermittelt wie American Animals. Die geschickte Einbindung der beteiligten Personen des eigentlichen Überfalls trägt im hohen Maße dazu bei.

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                  • 9

                    Von unterhaltsam bis höllisch spannend, packt Laytons Doku-Drama etwas an, das die meisten Gauner gar nicht erst einberechnen: Konsequenzen.

                    • 7 .5

                      "(...) Der Film nähert sich den Vorfällen von damals als Heist-Komödie. Spencer und Warren holen sich Inspiration von Genre-Filmen wie Stanley Kubricks The Killing und entwerfen später mit Elvis Presley unterlegte Gedankenspiele des Raubs im Stil von Ocean’s Eleven (...) Tonlich bewegt sich Layton dabei nah an Steven Soderbergh und Guy Ritchie, selbst dann, als die zuvor präsente Leichtigkeit im Zuge der Verwicklungen des Raubes verpufft. Auch wenn der Film nicht ganz so eindringlich fasziniert wie der Identitäten-Diebstahl in The Imposter (...) Eine stärkere Verdichtung der Spielfilm- und Doku-Anteile bis zum Schluss respektive auch in der zweiten Hälfte hätte hier womöglich geholfen (...) Kurzweilig und überaus unterhaltsam überzeugt Laytons weiterentwickelter Inszenierungsstil dabei im Grunde mehr als die Geschichte um den Buch-Diebstahl selbst (...)"

                      • 7
                        Polyphem 16.08.2018, 04:08 Geändert 16.08.2018, 04:14

                        Gelangweilt von der eigenen Gewöhnlichkeit und der Angst, dass es niemals zu einer radikalen positiven Wendung des eigenen Lebensverlaufs kommen wird, erwächst in einer Gruppe von Jugendlichen der Wunsch, etwas einzigartiges zutun, was sie zu Helden ihres eigenen Lebens machen sollte. Das Glück sollte erzwungen sein, sofort und radikal.

                        Wieviele Menschen träumen davon im Lotto zu gewinnen? Alle. Wieviele Menschen träumen davon erfolgreich eine Bank auszurauben oder wertvolle Gegenstände zu rauben? Sicher ziemlich viele. Es ist wohl so selten wie ein Lottogewinn, dass Menschen tatsächlich dazu übergehen einen richtigen Raubüberfall im Team durchzuziehen.

                        Ein paar Teenager überschätzen sich derart selbst, dass sie glauben, sie könnten derartiges durchziehen, ohne, dass jemals jemand verletzt würde. Ihre Fantasie und Selbstsucht geriet so in Brand, dass sie tatsächlich zur Tat schritten, wodurch eine tragische und dumme Eskalationsspirale in Gang geriet. Zurück bleiben traumatisierte Opfer und Täter.

                        Insgeheim fühlte ich mich bei dem Film an die Jugendlichen Amokläufer der letzten 20 Jahre erinnert. Sie haben auf eine äußerst destruktive Weise vielfach eine Form von Selbstwertgefühl über die Degradierung anderer Menschen erlangen wollen. Die Amokläufer fühlten sich von der Welt um ihr Leben betrogen und sinnten daher nach blinder, mörderischer Rache.

                        Die kleinkriminelle Habgier und Zerstörungslust hat sicher schon unzählige Familien ruiniert. Die Motive für derartiges Handeln sind zahlreich. Verzweiflung, Gier, Langeweile, Dummheit, Sadismus. Das zentrale Opfer im Zusammenhang mit dem Raub meint im Film: 'Die Täter wollten nicht arbeiten, sie wollten nicht helfen. Sie waren einfach nur selbstsüchtig.' Und landeten jeweils für 7 Jahre im Gefängnis. Eine deutliche Strafe.

                        Man mag einwenden, dass es viel schlimmere Kriminelle gibt, dass die Eigentumslogiken in unserem Wirtschaftssystem irrational sind. Aber anderen Leid zuzufügen, um selbst einen Vorteil zu erlangen, ist einfach nur kompletter Wahnsinn. Wie konnten diese Teenager nur so weit gehen? American Animals warnt davor eine Linie zu überschreiten, denn die damit verbundenen Konsequenzen sind lebenslänglich.

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                        • 7

                          Ich komme gerade aus der Europapremiere des Films und bin hin- und hergerissen.
                          Grob handelt der Film, welcher auf einer wahren Geschichte beruht, von vier Studenten, die auf eher amateurhafte Art und Weise versuchen wertvolle Bücher aus der Universitätsbibliothek zu rauben. Dabei lässt der Regisseur die echten Personen während des Filmes zu Wort kommen, was die Geschichte sehr glaubhaft wirken lässt. Allerdings verhindern aus meiner Sicht genau diese Elemente das tiefe Eintauchen in die Geschichte.
                          Die Story ist unterhaltsam und die Erzählweise macht den Film sehenswert. Allerdings konnte er mich nicht so wirklich in seinen Bann ziehen. Aber da soll sich am besten jeder selbst ein Bild machen.

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                          • 8

                            Hey, lass uns doch die Unibibliothek ausrauben! Der Coup ist ebenso ungewöhnlich wie die Umsetzung der wahren Geschichte. Geprägt von Metaspielereien und viel Humor wird „American Animals“ zu einem der unterhaltsamsten und einfallsreichsten Heist Movies der letzten Zeit, fesselt bis zum Schluss, auch wenn dieser nicht ganz die vorherige Qualität halten kann.

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                            • 3 .5

                              Im ärgerlichen Film American Animals ist Reue der Lohn der dummen Kriminellen.

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                              • 6

                                Es bleibt etwas Seelenloses und Mechanisches an American Animals zurück.

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