2001: Odyssee im Weltraum - Kritik

2001: A Space Odyssey

US · 1968 · Laufzeit 133 Minuten · FSK 12 · Science Fiction-Film · Kinostart
Du
  • 9 .5

    Wird heute bei uns in der Caligari Filmbühne Wiesbaden gezeigt:

    http://www.wiesbaden.de/microsite/caligari/veranstaltungskalender-caligari/index.php?details_id=114915&termin_id=174974

    Ich werde aller voraussicht nach auch da sein, wer Lust auf n Bier hat.

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    • 9

      Der Film fängt kurios an. In den ersten 20 Minuten wird erstmal die Evolutionstheorie widerlegt. Danach Szenenwechsel. Ein Raumschiff bewegt sich in geheimer Mission Richtung Mond. Seltsame Strahlungen weisen auf ausserirdische Intelligenz hin, man wird aber vorerst im dunkeln gelassen, was es dabei auf sich hat. Auch an Bord des Raumschiffs wissen nur wenige über die Entdeckung eines seltsamen Monolithen, von dem die Energie ausgeht. Die Räumlichkeiten des Raumschiffs erinnern sehr stark an die heutigen Schiffe von Minoan Lines Europa Palace Highspeed. Die Melodie bis dahin erinnert an den Wiener Opernball.
      Nach ca. 40 Minuten und der letzten Generalbesprechung geht es dann endlich mit einem Sondertrupp auf der Mondoberfläche entlang zum mysteriösen Objekt.
      Die Gruppe nähert sich langsam und es wird spannend. Ein seltsames Geräusch ertönt und dieses Ding scheint eine geheimnisvolle Ausstrahlung zu besitzen.
      Auf einmal Szenenwechsel.
      18 Monate später. Nun beginnt ein sehr interessanter Part. Von nun an wird es grandios. Man hat festgestellt, dass die Signale des Monolithen Richtung Jupiter gesendet werden und schickte in der Zwischenzeit ein Team von Wissenschaftlern, so ähnlich wie bei Alien Covenant, auf die Reise zum Jupiter, um zu sehen wohin das Signal geht. Wir befinden uns nun mit einer handvoll Menschen, von denen die Hälfte auch noch im Tiefschlaf ist, in den weiten des Weltalls. Aber das spielt keine Rolle. Denn begleitet werden die Forscher von der neuesten Technologie, dem unfehlbar konstruierten Supercomputer HAL 9000, eindeutig der Vorreiter von Skynet. Der Computer steuert alle Systeme des Raumschiffs und kann auch mit den Astronauten kommunizieren. Mensch und Maschine haben einen sehr höfflichen Umgangston miteinander (leider, bitte, danke, gern Geschehen). Und auch auf eine Runde Schach miteinander wird nicht verzichtet. Der Computer wirkt sehr menschlich, wurde aber extra so konstruiert und führt alle Befehle ohne zu zögern aus. Doch irgendwann läuft etwas schief und eine Aussenboardreperatur muss durchgeführt werden. Wie kann das sein? Der vollkommene Supercomputer hat einen Fehler gemacht? Nach Absprache mit dem Bodenpersonal auf der Erde soll nun manuell repariert werden. Der Computer wird befragt, ob er den Fehler gemacht hat. HAL widerspricht vehement und gibt dem Menschen die Schuld.
      Mensch und Maschine verhalten sich professionell und schenken sich nichts. Beide nur noch mit einem Ziel: "Life Function Terminated". Man hat eindeutig das Gefühl von "Gravity" wenngleich es einen Tick langsamer zugeht. Im Weltall selbst herrscht totenstille. Eine stark beklemmende Atmosphäre entwickelt sich. Das Atmen im Raumanzug hört sich an, als wie wenn Michael Myers hinter einem steht. Die Soundkulisse ----> Weltklasse.
      Bald ist man am Ziel. Doch wenn man denkt das wars, weit gefehlt. Im letzten Drittel ein bizarrer Trip in fremde Welten und anderen Ebenen. Ein gewaltiger Bilderrausch und ein apokalyptisches Portal. Ein gewaltiger Rausch der Sinne in ein Ende hineinmanövriert, das man wohl so schnell nicht mehr vergisst.

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      • 10
        Enygma 30.11.2017, 17:35 Geändert 30.11.2017, 18:29

        2001 von A bis Z:

        Anfänglich, alarmierender Affen-Auflauf
        Bald, bombastisches Bilderbuch
        Cerebral, chillige Chaos-Challenge
        Darstellerisch durchdachte Darbietung
        Elektrisierendes, eskapistisches Euphorisiakum
        Film fortan frenetisch feiernd
        Gruselig, gammastrahliger Gral
        HOLY HELL, HAL!
        Intelligenter, immens irritierender Ideenreichtum
        Jenseitig, jubelnder Jupiter
        Kongenial, kreativ-kreisende Kamera
        Lobenswert, langsamer Leckerbissen
        Musikalisch makelloser Metaphern-Mondfilm
        Nervenzerrende, nachdenkliche Naturgewalt
        Oszillierend oscarwürdige Offenbarung
        Phantastisch philosophisches Phantasiereich
        Quälend quadratisches Quartier
        Rätselhaft, rötlicher Rauschzustand
        Symbolisch sagenhafte Schatzkiste
        Traumhaft tadellose Tragödie
        Unglaublich unbegrenzte Umlaufbahn
        Visuell voll veredelt, völlig verblüffend
        Weitsichtig, wahnhaftes Weltalldrama
        XXL xenokratische X-Koordinate
        Yellowfarbener Yoga-Youngtimer
        Zauberhaft zufriedenstellender Zuschnitt

        10 and for ever ♥

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        • 9 .5

          Wäre ne glatte 10 gewesen wenn Werner Herzog nicht ne halbe Stunde vor dem Film die Story gespoilt hätte.

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          • 10

            Stanley Kubricks Geniestreich ist ein monumentales, episches, grandioses Meisterwerk, das auch nach fast 50 Jahren immer noch was ganz besonderes ist.

            Ich kann es nur schwer beschreiben oder in Worte fassen, was für ein Gefühl es ist wenn ich × 2001 - Odyssee im Weltraum × sehe, es fühlt sich alles irgendwie Interstellar an, man wird fast hypnotisiert in die Kubricksche Welt hineingezogen und das Gefühl ist einfach unbeschreiblich.

            Allein der Anfang wo über 24 Minuten kein einziges Wort gesagt wird, sondern nur die brillante Bildersprache einen einführt in einen Science Fiction Kosmos der einzigartigen Art, ist Kinogeschichte.

            Stanley Kubrick versucht mit seinen Bildern mehr zu sagen als tausend Worte... und er schafft es mystisch.
            Dazu ein Musik Score das einmal gehört, sich rein brennt und niemals vergessen werden kann. GENIAL!

            Die Settings und Effekte sind ihrer Zeit Jahre voraus und erzeugen fast einen Augen Orgasmus. Unfassbar intensiv und wunderschön.

            Ein Meisterwerk und Meilenstein der Filmgeschichte ein, Generationsübergreifender Filmklassiker!

            Thank you very much Mr.Kubrick !!!

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            • 0

              Das Problem mit der Kanonisierung in Literatur, Film, Musik etc. ist, daß man sich gegen sie zur Wehr setzen muß und sie für sich ablehnen muß, wenn es sich um mißratenen, wertlosen Mist handelt.

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              • 7

                19 Leute aus meiner Freundesliste haben 2001: Odyssee im Weltraum ein Herz gegeben. Kann man nachvollziehen, muss man aber nicht. Optisch ist der Film ein absolutes Brett. Das Teil ist fast 50 Jahre alt und sieht immer noch verdammt gut aus. Die Cindy Crawford des Filmes. Technisch allerfeinste Sahne. Die Musik ist über jeden Zweifel erhaben. Die Schauspieler stechen nicht heraus, da sie von der Optik weggeblasen werden. Da ist selbst die Dialogfreie Zeit nicht langweilig. Und davon gibt es viel. Schweigen soll ja ab und an sehr förderlich sein, trifft bei diesem Film zu. Das sinnlose Luft bewegen wird auf ein Minimum reduziert. Da entsteht aber auch ein Problem, das funktioniert in der heutigen Welt eher schlecht als recht. Heute wird zu viel Luft sinnlos bewegt und Ruhe scheint manchmal zu stören. So kommen auch teilweise nicht nachvollziehbare Bewertungen zu Stande. Für mich waren die 143 Minuten (ist auf meiner DVD so angegeben) ein wunderbares runterkommen von Stress und dummem Geschwafel. Eine wahre Weltraumoper. Wie bei fast jeder Oper ist ein ABER allerdings zu erwarten. Auch hier. Die Story ist mir ein wenig zu dünn, der ganze Film zieht sich doch sehr in die Länge und man muss aufpassen unter der Bildergewalt und dem Hintergrundsound nicht einzuschlafen. So bekommt 2001: Odyssee im Weltraum von mir kein Herz, noch nicht mal eine 10. Kubrick ist optisch genial aber er erzählt keine Geschichte, die mich fesselt. Fazit: Ein Meilenstein der Kinogeschichte ist der Film gewiss, aber keiner für mich. Lustig allerdings sind die ganzen Zukunftsvisionen, die es heute gibt. Karten, Videotelefonie usw.

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                • 7

                  Nun ist es also soweit, auch ich habe Kubricks hochgelobten und von Weit und Breit als Meisterwerk gefeierten "2001: A Space Odyssee" gesehen. Und was soll ich sagen, keine einfache Geschichte. Zunächst möchte ich darauf hinweisen, dass ich grundsätzlich versuche bei Filmen aus einem früherem Jahrzehnt das Werk, neben der heutigen Sichtweise, auch im zeitlichen Kontext zu betrachten, insofern mir das möglich ist.

                  Auf Schauspielerischer Ebene gibt es nicht viel zu sagen. Alle Darsteller machen ihren Job, ohne in besonderer Weise herauszustechen. Positiv zu erwähnen sei vielleicht das Computersystem Hal, welches sehr gut in Szene gesetzt wurde.

                  Auf der technischen Ebene hat der Film mir persönlich am meisten Geben können. Hierbei ist vor allem der bereits oben erwähnte zeitliche Kontext zu betrachten. Was
                  Kubrick uns an Weltraumbildern, als auch zukunftsorientierten Innovationen rund um Raumschiffe und Computer, sowie Kommunikationssystemen liefert, ist mehr als bemerkenswert und kann auch im Jahr 2017 noch beeindrucken. So wurde ich trotz 133 minütiger Spieldauer und einem wirklich sehr ruhigem Tempo über die gesamte Lauflänge nie gelangweilt. Vielmehr brachten mich diese oben genannten technischen Fertigkeiten des öfteren zum staunen.

                  Die größte Kontroverse stellt "2001" wohl inhaltlich. Kubrick selbst spricht davon, er wollte mit dem Film mehr Fragen aufwerfen, als beantworten. Ob dies alleine schon einen guten Sci-Film ausmacht, sei mal dahingestellt. Zum Nachdenken bringt der Film einem auf alle Fälle. Wirklich was mitnehmen konnte ich hingegen eher weniger. Es bleibt eine vor allem durch Stimmung und technische Innovation glänzende Erfahrung. Sehenswert, aber mich nie wirklich in den Bann ziehend.

                  • 2 .5

                    Boaaaa! Mann kann auch wirklich jeden Mist zum Kult erklären, wirklich!!!! Mit Stanley Kubrick Streifen habe ich mich ja ohnehin schon immer etwas schwer getan aber ich hatte es ziemlich lange aufgeschoben dieses "Meisterwerk" zu gucken. Ich hätte es als Warnung auffassen sollen daß sowohl die ersten 25 wie auch die letzten 23 Minuten Dialogfrei sind und es der ganze Streifen bei 140 Minuten Länge auf 88 (!!!!!!) redefreie Minuten schafft - irre, nicht? Nur weil Kubrick drauf steht ist es intelligent wenn wir handlungs- und spannungsfrei zugucken wie ein paar Affen herumtoben, gefolgt von dem lächerlichsten Schnitt aller Zeiten wo einer der Primaten einen Knochen wegwirft und dann auf einmal eine Raumstation zu sehen ist (so einen Schnitt kann ich auch, hallo?!?!?! Wieso muss so was extra auf der Hülle genannt werden?) und man kann es für Kunst erklären wenn wir Minutenlang (Minuten die wie Stunden vorkommen) Raumschiffe, Raumbasen ect. sehen die sich zu klassischer Musik im Weltall drehen - wenn ich mir ein Musical ansehen will mache ich das, aber was will denn ein Science-Fiction Film damit? Das bisschen Handlung um den intelligenten Supercomputer der irre wird wäre im Kern brauchbar gewesen, wird aber auch nur für ein paar mit grausamer Dröhnmusik unterlegten Weltraumsequenzen benutzt. Kurzum, dies ist keine Odyssee oder Tour für mich, nur eine der langweiligsten Filmtorturen! Den einen Punkt gibt es daher auch nicht für die einzige brauchbare Sequenz in der Astronaut Dave den Killercompi ausknipst und der um sein Leben fleht.

                    Fazit: Für viele mag es der Film aller Filme sein, für mich vermutlich 140 der langweiligsten Filmminuten aller Zeiten!

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                      RoylesPika 24.08.2017, 15:11 Geändert 24.08.2017, 17:20

                      Kritik in einem Satz: Ist das Kunst oder kann das weg?

                      PS: Wenn die Voraussetzung einen Film gut zu finden ist, dass ich mich vorher mit mind. 10 g Gras zuballer, kann es kein guter Film sein.
                      Achja und an alle sogenannten Filmexperten, die mich für meine Rezi wahrscheinlich steinigen werden, ja ich habe den Film verstanden und wurde mit seinen Botschaften "Der Mensch ist zu aggressiv", "Vorsicht vor der Technik" und "irdisches Leben ist endlich" erleuchtet.
                      Wenn ich einen Werbegeschenk-Kalender aufschlage, habe ich diese 'Botschaften' auch, allerdings in einer Minute, verstanden.

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                      • 7 .5

                        SPOILERFREI

                        In unzähligen Szenen ist 2001 absolut faszinierend und interessant. Besonders den Beginn des Films im Sinne eines Schöpfungsmythos fand ich absolut packend. Die größte Stärke des Sci-Fi-Klassikers ist wohl die offene Einladung zur Interpretation. Jede Minute scheint vor Anspielungen zu trotzen und selbst wenn man nichts versteht, ist man neugierig, was dahinter stecken könnte.

                        Zweifellos ist dies der langatmigste Film, den ich je gesehen habe. An manchen Stellen sorgt das für Atmosphäre, besonders im Zusammenspiel mit der hervorragenden Musik. Leider ist der gesamte Film durchweg langatmig, auch an Stellen, die zumindest ein wenig Tempo erfordern würden. Dies führt zu einem Abbruch im Spannungsaufbau.

                        Zusammenfassend lässt sich also sagen, dass 2001: Odyssee im Weltraum zwar einer der interessantesten Streifen der Filmgeschichte ist, aber durch seinen Stil oft schwächelt bezüglich der Spannung

                        • 3

                          5 Minuten schwarzer Bildschirm, 15 Minuten Tierdokumentation, 5 Minuten Raumschiff-Ballett. So in etwa könnte man den vollkommen idiotischen Anfang des Filmes beschreiben. Ich hielt durch, da Kubrick draufsteht. Und der ist nunmal eine Marke für sich. Gelohnt hat es sich jedenfalls nicht. Man zeigt dem Zuschauer hier ungefähr 30-40 Minuten Handlung in fast 2,5 Stunden. Wer da noch Kunst erkennt, hat das Runterkommen vom LSD wohl verpasst. Bedenkt man, dass George Lucas nur wenige Jahre später seinen Sci-Fi-Epos gedreht hat, kann ich nicht einmal die technische Machart des Filmes hervorheben.

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                          • 4

                            Ist ja mal gar nicht mein Ding...nach 45 min. musste ich ausmachen!

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                              Amarawish 22.06.2017, 20:20 Geändert 22.06.2017, 22:39

                              Für die 1000. Filmbewertung wollte ich einen Film wählen, der mir persönlich noch unbekannt, aber mehr als eine Berechtigung haben sollte diese Stelle stolz einzunehmen. Also musste ein Film her, der allseits bekannt ist, mehr als ein Klassiker, ein Meilenstein der Filmgeschichte oder vielmehr einer, der diese mit seiner Existenz verändert oder weitläufig geprägt hat. Also fiel die Wahl auf Kubricks „2001: A Space Odyssey“.

                              Erster Abschnitt: Sinnsuche - Verloren im Weltall
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                              Ich sitze hier und schreibe direkt nach der Vollendung der mit deutlicher Faszination betrachteten Bewegtbilder über diese Reise durch die eindrucksvoll dargestellte entwicklungsreiche Zeit und bin im höchsten Maße gedanklich als auch emotional beansprucht, denn die Sinnsuche hat gerade erst begonnen. 

Sicherlich muss man erstmal vom Zustand des freien Falls erwachen, denn im Moment bin ich viel zu empfänglich für Welten abseits der Realität, die mich diesmal mehr als sonst abholen konnte. Besonders die Welt die Kubrick hier bildgewaltig als atmosphärischer Rausch wohl umso mehr für den schöpferischen Blick erschaffen hat, lässt erstmal keinen Ausweg zu. Sie hält mich fest im Blick, wie das angsteinflößende Auge HALs. Und doch, auch wenn ich mich zu jenen Menschen zähle, die es auch genießen mal nicht denken zu müssen, verspüre ich den unbändigen Drang trotzdem einen Sinn, eine einzig richtige Antwort auf das Ganze hier zu finden. Nun ja, eine gewisse Naivität kann man dem wohl nicht absprechen.


                              Zweiter Abschnitt: Raumfahrt - Willkommen im Kosmos
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                              Wenn „Also sprach Zarathustra“ in wohl bestmöglicher Form mitsamt bildsprachlicher Bühne erklingt, dann kann man nur gebannt sein. Das Werk von Strauss, allein schon beeindruckend mit mehreren so reinen Szenen und deren optischer Fassungslosigkeit verflochten umso umwerfender, ließ mich schnell an Nietzsches gleichnamige Schriften denken, die durchaus hier ihre Verwendung finden oder Ansätze liefern können und die wiederum auch in den Musikwerken anderer Komponisten eine akustische Verarbeitung fanden. (Dazu sei Mahlers dritte Sinfonie und Frederick Delius' Mass of Life nahegelegt.

)

                              Der Raum, das Weltall in seiner Unendlichkeit versinnbildlicht für mich den Beginn des ins Denken getauchten und fühlenden Menschen, der lernt sich zu entwickeln. Hier nicht ohne fremde Hilfe bewerkstelligt er dies, dennoch könnte diese Reise nicht besser und eindrucksvoller, für mich aber auch nicht mit mehr aufkommender Verwirrung beginnen.

                              Eigene Triebe werden erweckt, nur um die erste Entwicklungsphase anzukurbeln. Nicht nur der Menschenaffe ist das Werkzeug oder lediglich eine Ausgeburt der Schöpfung, sondern erlernt die Fähigkeit diesen Kreis weiter auszubauen, indem er selbst Werkzeuge erschaffen und zu gebrauchen lernt.

                              Nicht viel anders ergeht es mir mit der Erweckung der Emotionen zum Verständnis, - denn wo liegt der Unterschied? Die Neugierde wird erweckt und ich verwende (zwar nicht nur) mein Gehirn zum Verständnis der Materie. Was sollte es anderes sein als ein mir eingebautes Werkzeug?

                              



                              Dritter Abschnitt: Weltraumwalzer - Der gefährliche Tanz der Überlegenheit
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                              Fast so etwas wie ein Wohlfühl erweckt der Klang des Wiener Walzers in mir und doch schlägt diese Empfindung schnell um. Der Mensch in seiner Entwicklung vorangeschritten entdeckt das Weltall, obwohl er dadurch seine bereits erlernten Fähigkeiten mehr oder weniger einbüßt, denn dieses gibt Einschränkungen vor, die man auf der Erde nur als selbstverständlich ansieht. Das Laufen, Atmen und die Aufnahme zurechtgestutzter Nahrung erfährt der Mensch andersartig, er begreift, dass er abhängig wird von seinen Werkzeugen, auf die er sich im Verlauf seiner Existenz immer mehr verlässt, gar das Denken überlässt. Eine Gemütlichkeit, die bequem zurecht gemacht wird, denn wenn man sich um kaum etwas kümmern muss, kann man sich auf den Seinszustand des menschlichen Wesens fokussieren. 


                              Emotion ist zwar oft ein Hindernis, um seine Ziele rational verfolgen zu können und doch sind auch übernatürlich schlaue Systeme, nicht allen Fehlern erhaben. Der Zwist verfängt sich in menschlichen Ahnungen und rationalen Gezwungenheit, um das Fortbestehen der Mission nicht zu gefährden. Ein Fehler wird zum größeren, denn die Bedrohung, erschaffen durch seine bevorstehende Auslösung lässt das Werkzeug handeln, - indem es sich gegen den Schöpfer richtet. Zwanghaft wird vom Menschen eine Handlung gefordert, denn das nackte Überleben steht auf dem Spiel. Eine Freiheit wird gewonnen, nachdem diese Konfrontation gemeistert ist, und dennoch ist es erst der Anfang, vielleicht eine Art Neubeginn eines frischeren Ichs für das Individuum und die Menschheit selbst.

                              Vierter Abschnitt: Entdeckung der (Un-)Endlichkeit - Ein Kreislauf
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                              Der Mensch muss sich der Endlichkeit fügen, um die nächste Entwicklung anzustreben. In der Existenz ist man zwar der Erfahrung und Entwicklung ausgeliefert, dennoch bewältigt man sie mehr oder weniger rational. Allerdings wissen wir nicht, was danach geschieht. Leben wir weiter oder war’s das? Der Tod als Teil des Lebens ist für mich jedenfalls nicht das Ende, sondern der Beginn von etwas neuem. Vielleicht als Übermensch, eine neue Spezies oder aber wird die vorherbestimmte Auslöschung, die Vernichtung unseres eigenen Selbst das tatsächliche Ende sein. Es ist nicht gewiss, ob wir im Nichts hüllenlos weiter existieren oder in einem Körper neu geboren werden, jedoch wissen wir ganz klar, dass die Unendlichkeit nicht wartet oder erlischt, sie existiert weiter. Mit oder ohne uns.


                              Fünfter Abschnitt: Nachklang - Erneute Bodenlosigkeit
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                              Vielleicht findet man mehrere Deutungsmöglichkeiten für dieses einzigartige Erlebnis an Film, allerdings findet man darunter wohl nur eine richtige für einen Selbst. Manchmal kann es jedoch befreiend sein, wenn man keine fordert, denn dann ist die Antwort auf alles, was man sich während dieser Erfahrung oder danach stellt richtig. Vielleicht ist die Selbsterfahrung die eigene Entwicklung für einen Filmschauer. Für den einen bahnbrechend und für den anderen vielleicht weniger. Aber allen Meinungen zum Trotz ist dieser Film ein Muss für jeden Filmliebhaber, denn man sollte zwar nichts daran messen, aber wenn man muss, dann ist dies der Vollendung einer wahrhaften Perfektion sehr nahe gekommen, denn man bekommt alles, was man sich von einem Film wünschen kann.

                              Ich fühle mich dennoch trotz möglicherweise gefundener Antworten auf Kubrick cineastischer Antwort auf die menschliche Entwicklung samt kritisch betrachteten technischen Fortschritts, die eigentlich mehr Fragen aufwirft als sie liefert, etwas hilflos, klein, unwichtig, dem Universum völlig ausgeliefert, wie ein Astronaut in der Endlosigkeit des Weltraumes. Nur mein Atem begleitet mich in dieser tonlosen Existenz, die mir nicht verraten wird wie lange ich bin oder sein werde. Vom ersten Moment auf den nächsten ist es womöglich vorbei und mein Körper treibt seelenlos weiter in dem Meer aus Sternen, bis selbst er nicht mehr da ist. Vielleicht bin ich seelisch gesehen unendlich in meinem Sein, vielleicht erreiche ich eine neue Dimension, vielleicht aber auch nicht.

                              Der Aspekt der Unwissenheit bleibt und vielleicht ist es genau deswegen so faszinierend schwerelos und losgelöst nach Antworten zu suchen, die vielleicht niemals gänzlich gefunden werden können.

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                                Ich mag Kubrick eigentlich sehr, aber hier gab es außer schönen Bildern nicht viel zu entdecken. Bei den ersten drei Sichtungen bin ich eingeschlafen.

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                                  cobaltstring 10.04.2017, 00:05 Geändert 10.04.2017, 00:10

                                  "2001: Odyssee im Weltraum" ist mit Sicherheit ein bahnbrechendes Meisterwerk der Filmgeschichte und noch durchaus gut gealtert, was sich vor allem in den großartigen Bildern zeigt. Der Streifen ist natürlich auch einer DER Klassiker schlechthin und hat das Genre der Science-Fiction (allerdings nicht nur dieses allein) massiv beeinflusst und weiß durch einen grandiosen Soundtrack und die enorme Regiearbeit Kubricks zu glänzen. Aber unterm Strich fand ich "2001" dann doch viel zu langatmig. Anfang und Ende konnten mich durchaus bei Laune halten, aber alles dazwischen war wirklich unsagbar anstrengend. Schade drum, denn so ging das Interesse irgendwann gen 0, was dann natürlich auch am Verständnis des Films kratzt. Sicher waren dieser zähen Szenen auch ein Stilmittel, aber in der Form? Nein, tut mir leid. Das war für mich fast unerträglich und hat mir diesen Film, der sonst in fast allen Belangen brilliert, verdorben. Ein Lob geht jedenfalls an die gesamte Technik und Regiearbeit, die dahinter steckt. Für einen so alten Film ist das auf jeden Fall beachtlich, was dahinter steckt.

                                  Reinschauen sollte man deshalb auf jeden Fall. Aber die zweieinhalb Stunden überzeugen nicht mit Spannung und Plot, kann also auch nach Hinten losgehen.

                                  Wer übrigens sehen will, wie der erste Kampf mit einer Waffe zwischen Menschenaffen ausgeht, dem sei auf jeden Fall das erste Segment des Films ans Herz gelegt.

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                                  • 2 .5

                                    Ich habe für diese Form von Kunst möglicherweise keinen Zugang.
                                    Werner - Das erste menschliche Wort
                                    Die Simpsons - Homer im Weltall
                                    South Park - Trapper Keeper
                                    ca. 30 min Plot
                                    ca. 70% des Films kann man mit einer Family-Guy-Szene vergleichen, in der sich Peter das Bein hält.
                                    Es ist nicht zu leugnen, dass der Film gute Aspekte hat. Ich glaube auch verstanden zu haben, dass die Langatmigkeit den Zuschauer in die Langatmigkeit des Allausritts hineinversetzen soll. Schön und gut. Leider wird die Langatmigkeit dermaßen übertrieben oft eingesetzt, dass sie mich eher aggressiv gemacht hat. Diese farbinvertierten Oberflächen am Ende haben mir dann den Rest gegeben. Alles in allem hat das dann auch die guten Aspekte mit runtergezogen.
                                    Ich hab nicht dafür bezahlt, mir diesen Film anzusehen und finde, dass das schon zu viel war. Ich hätte so viele schöne Luftlöcher in der Zeit starren können.
                                    Uhrwerk Orange war so genial. Und dann vom gleichen Regisseur sowas.

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                                      necrotorian 06.03.2017, 13:28 Geändert 06.03.2017, 13:30

                                      Dieses Science Fiction Kunstwerk aus dem Jahre 1968 weiß auch heute noch zu beeindrucken. "2001: Odyssee im Weltraum" ist zudem extrem bildgewaltig und bietet eine sehr bedrückende Stimmung.

                                      Auch wissenschaftlich gesehen merkt man dem FIlm das Alter keineswegs an. Vor allem die Veranschaulichung der Zeitdimensionen am Ende des Films ist sehr interessant. Aber auch viele Kleinigkeiten sind mir aufgefallen. Beispielsweise haben die Astronauten eine Art iPad mit dem Videotelefonie möglich ist und sie können damit Daten des Schiffs einsehen. Oder auch der Einsatz einer hochintelligenten KI ist sehr interessant.

                                      "2001: Odyssee Im Weltraum" bleibt wohl noch Tage nach der Sichtung im Kopf und man stellt sich verschiedene Fragen über den Film. Ein Meisterwerk durch und durch.

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                                        Anfang und Ende sind Top!
                                        Aber dazwischen für mich zu lang gezogen viel zu wenig Story! Aber Soundtrack und Bilder sind super!

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                                          Als Kubrick-Fan ist es nun keine Überraschung, dass mir dieser Meilenstein der Science-Fiction-Geschichte sehr gut gefallen hat. Es ist einer dieser Filme, über den man sich tagelang den Kopf zerbricht und versucht ihn zu verstehen, falls es überhaupt die Intention des Regisseurs war, dass diesen Film irgendjemand versteht. Genau das macht aber auch die Faszination des Filmes aus. Auch die Filmmusik von Strauß ist recht ungewöhnlich, was aber wohl ebenfalls so gewollt war. Den einzigen Punktabzug für dieses Verwirrspiel, ist, dass er teilweise etwas langatmig ist.

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                                            BossMarco 09.02.2017, 09:44 Geändert 09.02.2017, 09:57

                                            Der Kult Film von Stanley Kubrick gefiel mir besonders gut. Mir ist schon klar das dieser Film nicht zugänglich ist. Er ist Spezial und hat keinen eindeutigen Strang. Was mir gut gefallen hat, war das nur geredet wird wen es notwendig ist. Vieles ist mit Bildern und einen toller Score gemacht. Die Kameraführung ist auch faszinierend. Der Film hat sehr ruhige Momente die aber auch beeindruckend sind. Der Film ist einwenig langatmig und es kommt ein bisschen Langeweile auf. Aber im grossen und ganzen ein sehr guter Film.

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                                            • 8

                                              So oft man sich diesen Film auch anschaut - man wird nie wirklich Schlau daraus.
                                              Aber manchmal ist die Form eben wichtiger als die Funktion.

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                                                Da ich die ganzen Alien-Teile schon kannte, war dieser Film nicht mehr ganz so geil wie ich erwartet hatte. Musikalisch Geschmackssache, optisch jedoch ein echter Hingucker und HAl zieht zumindest gleich oder ist vielleicht sogar noch besser als alle Cyborgs aus den Alien Filmen.

                                                LIFE FUNCTIONS TERMINATED.

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                                                  Niedlich89 07.12.2016, 23:29 Geändert 08.12.2016, 00:12

                                                  Ich sah diesen Film schon früher einmal und habe irgendwie alles vergessen gehabt. Jetzt weiß ich wieso: Es gibt auch nichts, was dieser Film über seine Schauwerte hinaus vermittelt - dazu muss man erst den Roman gelesen haben.
                                                  Da gerade alle Odyssee-Teile in einem Buch erschienen sind, griff ich mal zu und wurde nicht schlecht überrascht: Knallharter Scifi ist das, mit Gewichtung auf Science. Wunderbar. Und hat man den Roman dann gelesen, ist auch der Film um einiges sinnvoller. Da man ja nun endlich weiß, was das alles zu bedeuten hat, kann man sich wunderbar auf die Bilder und den etwas aufdringlich untermalenden Sound konzentrieren; dieser Film ist ein lebendiges Gemälde, das immer wieder langsame Bewegungen zeigt, aber selten seine Intentionen offenbart.

                                                  Man wird zurückgeworfen in eine Zeit der Modelle, der echten Tricks, der Wow-Momente. Endlich sitzt man mal wieder im Sessel und denkt sich: Wie haben die das gemacht? Dazu würde ein Making-Off noch Spaß machen. Der einzige Computer am Werk ist HAL, ansonsten sehen wir perfektes Filmemachen. Sicherlich offenbaren sich hier und da ein paar perspektivische Schnitzer und Grobheiten, die die Illusion stören, aber im Ganzen gesehen leistet man hier solide Tricktechnik, die in manchen Momenten sogar atemberaubende Ästhetik bietet. Man zelebriert Schiffstechnik, Bedienelemente, Andockmanöver, Displays und andere filigrane Details genussvoll in langen Einstellungen. Es ist völlig egal, was passiert; wunderschön anzusehen ist aber, wie es passiert. Formen und Farben in Perfektion.
                                                  Eigentlich vermittelt dieser Film mehr Vorfreude auf die Zukunft als viele Worst-of-CGI-Ballerfilme der 00er und 10er. Der Beweis dafür, dass echtes Filmhandwerk wieder Standard werden sollte.

                                                  Fazit: Nichts für Ungeduldige, aber für alle, die sich einmal 2 Stunden loslösen, entspannen und eine perfekte Bilderpracht genießen möchten, die einfach surreal echt wirkt. Und schön, dass auf sinnfreies Romantik-Geschwafel und Quotenfrauen verzichtet wurde. Hier bekommen wir Erwachsenenunterhaltung,
                                                  keine heruntergedummte Teenieweiberscheisse wie Interstellar oder Arrival.
                                                  Danke, Kubrik!

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                                                    Dady 24.11.2016, 18:06 Geändert 24.11.2016, 18:06

                                                    "2001: Odyssee im Weltraum" zählt für mich zu den größten filmischen Enttäuschungen die ich in den letzten Monaten gesehen habe. Gerade weil es sich hier um eine Arbeit vom Meister Stanley Kubrick handelt und dieses Werk wohl zu den bedeutendsten der Filmgeschichte zählt.
                                                    Trotz eines einmaligen Soundtracks und großen Bildern fand ich das Ganze eher langweilig. Ich verstehe ja das der Film damals bahnbrechend war und gleichzeitig richtungsweisend für ein ganzes Genre. Doch umgehauen hat mich dieser Klassiker trotzdem nicht.
                                                    Bin jetzt am überlegen ob ich mir den 2.Teil überhaupt noch anschauen sollte.

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