Tote Mädchen lügen nicht - Kritik

13 Reasons Why / AT: Thirteen Reasons Why

US · 2017 · Coming of Age-Serie, Drama, Mysterythriller · 2 Staffeln · 13 Episoden
Du
  • 10

    Die ersten Folgen haben mich fragen lassen: Das ist ein Grund Selbstmord zu begehen ? Es war zu Beginn doch sehr ruhig. Ein trauriger Unterton war angelegt doch fand ich alles etwas harmlos. Bis zur Mitte der Staffel sehr schnell angezogen wird und es in einem der traurigsten Momente der Seriengeschichte mündet. Die letzten 2 Folgen waren für mich schmerzhaft anzuschauen und haben mir mehr Gänsehaut bereitet als ich zugeben wollen würde.

    Und selbst nachdem ich die Serie vor 2 Wochen beendet habe, hab ich sie heute noch im Hinterkopf und das soll was heißen!

    10/10 !

    • 9
      VioBerlin 21.05.2017, 17:25 Geändert 21.05.2017, 17:27

      Ein wichtiges Thema, verpackt in einer sehr spannenden High-School-Serie. Aber kein Stoff für Teenies, die sich Hannah Baker zum Vorbild nehmen könnten. Hannah ist ein Mädchen, dass sich getrieben von einer gewissen Desilusionierung und final besiegelt durch das Trauma der Vergewaltigung letztendlich doch sehr leichtfertig aus dem Leben verabschiedet. Es gibt mehr Antworten, auf Traurigkeit, Einsamkeit und Verletzungen, als sich in jungen Jahren das Leben zu nehmen. Es gibt mehr Antworten auf das Leben, dass immer harte Phasen beinhaltet - und die Konsequenz daraus ist nicht unabwendbar ein Suizid. Die Serie zeigt einen Weg, der aus schlimmen Erfahrungen resultieren kann, aber nicht per se den Weg, den Menschen mit Problemen beschreiten sollten. Selbst mit 33 Jahren konnte ich diese Serie nicht ohne ein paar Tränen schauen. Ein wenig Hannah Baker steckt in jedem von uns. Im Gegensatz zu einigen Vorrednern habe ich die Leere, die Hannah empfand, sehr stark mitgefühlt - auch oder gerade dadurch, dass nicht alles bis ins Detail gezeigt wurde. Viele Szenen finden ohne direkte Aussagen statt, die Worte die gesprochen werden, winden sich und werden nicht konkret. Dennoch, oder vielleicht gerade deshalb, baut sich eine dichte Atmosphäre rund um die vermeintlich so heile Welt auf, die in sich verdorben und gärend ist und in der junge, sensible Mädchen wie Hannah durch den Reißwolf gedreht werden. Eine Sozialstudie, die Teenies jedoch nicht ohne Begleitung eines Erwachsenen schauen sollten. Die Hauptbotschaft sollte nicht missverstanden werden: es geht nicht darum, in einer vermeintlich ausweglosen Situation Hannah zu sein. Es geht darum, Clay zu sein - es geht um Mitgefühl, Hilfsbereitschaft, für andere da zu sein, Zeichen frühzeitig zu erkennen und mutig zu sein. Gefühle zuzulassen, diese auch zu zeigen und seinen Freunden und Bekannten die eine Botschaft zu vermitteln: ich bin immer, ausnahmslos immer, für dich da.

      1
      • 7

        Gut aufgebaut (tatsächlich kleine Längen in der Mitte), spannend, tolle Charaktere, vielfältige Themen und trotzdem war Hannahs Konsequenz Selbstmord einfach nicht glaubwürdig. Natürlich sind die Ereignisse verständliche Gründe. Aber Traurigkeit, Einsamkeit, Leere. Diese Worte werden immer wieder in den Raum geworfen, sie sind aber nicht fühlbar. Dafür hätte man andere Bilder gebraucht, mehr Raum lassen müssen. Hannah kämpft, nähert sich immer wieder jemandem an. Bis zum letzten Tag ist sie geschminkt, rosig und jede Locke sitzt. So sieht Ausweglosigkeit nicht aus.

        • 6 .5

          Die Serie befasst sich mit einem sehr empfindlichen, oder besser gesagt mit vielen sensiblen Themen, welche in der Schulzeit für schwere Stunden sorgen.
          Dabei mimen alle Schauspieler hervorragend, sind gut besetzt und klasse ins Szene gesetzt - audiovisuell ein Genuss.

          Doch kann ich 13 Reasons Why nur 6,5 Punkte geben, und das, obwohl das Thema so wahnsinnig wichtig ist.

          Spoiler

          Sicher, alle Zwischenfälle, Probleme und Enttäuschungen, die Hannah erlebt, sind real, ein paar davon gab es an unsere Schule damals auch, wenn nicht sogar alle. Aber sie passieren alle Hannah, alle in relativ kürzester Zeit, und alle mit derselben brachialen Intensität. Und das ist das grösste Problem, dass ich mit der Serie habe. Die ersten 6 oder 7 Folgen laufen immer gleich ab: Hannah findet neue Bezugsperson, wird enttäuscht oder hintergegangen, gibt aber auch gleichzeitig immer anderen die Schuld. Manchmal gerechtfertigt, manchmal nicht. Das langweilt, obwohl ich nicht möchte, dass mich dieses Thema langweilt. Aber es ist alles so offensichtlich konstruiert, dass es einfach nicht plausibel wirkt. Ich lehne mich auch ganz weit aus dem Fenster und sage, dass die Serie zu zaghaft mit den alltäglichen Dingen umgeht. Jeder, der bereits echtes Mobbing erlebt hat, kann bestätigen, dass Hannah dies nicht tat. Auch das Schlüpferfoto oder das Kussfoto sind in der heutigen Zeit, in denen selbst die jungfräulichsten Blowjobselfies in der Schule verteilt werden, kaum der Rede wert. Unschön, auf jeden Fall, aber weltfremd, da sie auf heutigen Schulhöfen niemanden dauerhaft schaden.
          Auch die doppelte Vergewaltigung finde ich nicht hilfreich für die "Message" der Serie. Allein die Vergewaltigung und der unfähige Beratungslehrer hätten für den Suizid ausgereicht, plötzlich wird alles andere, obwohl vorher sorgfältig aufgebaut, für redundant erklärt.

          Die Geschichte selbst ist interessant und auch mitreißend, aber merklich auf 13 Episoden gestreckt und unnötig aufgeblasen (nicht das Thema selbst, sondern der Handlungsablauf). Ich denke, weniger Episoden, wenn nicht sogar ein Film- oder Zweiteilerformat hätten der Geschichte gut getan. Auch die Tatsache, alle möglichen Zwischenfälle in einer Teenie-Gruppe von ca. 12 Leuten rund um Hannah stattfinden zu lassen, wirkt ab einem Gewissen Punkt sehr aufgesetzt ("photoleaks", Gewalt, Stalking, sexuelle Belästigung, gehemmte Homosexualiät, Drogenkriminalität, Vergewaltigung x2, illegaler Waffenbesitz x2, knapp verhinderter Schul-Amoklauf). Weniger wäre hier mehr gewesen.
          Dennoch sehenswert, aber lieber direkt am Stück!

          • Da hoffe ich mal, dass es nicht zum Werther-Effekt kommt. Schon so mancher Regisseur meinte es gut und schlussendlich hat es zu mehr Suiziden geführt. Gefährlich!

            • 9
              YellowLantern 16.05.2017, 21:54 Geändert 16.05.2017, 22:02

              Was für eine heftige Thematik! Die erste Hälfte war noch verhältnismäßig gewöhnlich für Ereignisse auf einer Highschool oder sonst wo. Aber was dann gegen Ende alles passierte ist schon sehr krass.
              Die Serie zeigt ganz klar auf, was mit einem Menschen passieren kann der das oder etwas vergleichbares erlebt. Es ist hart, dennoch realistisch in einem gewissen Maße.

              Die Schauspieler machen ihre Sache allesamt sehr gut. Allen voran Katherine Lanford als Hannah Baker und Dylan Minnette als Clay Jensen. Auch die Nebendarsteller sind wunderbar besetzt.
              Die Kamera und das Setting fängt jede Situation angemessen und teils drastisch ein. Untermalt von treibenden Songs gestaltet sich die Serie als absolut hochwertige Produktion aus dem Hause Netflix!

              Das Drehbuch ist gut geschrieben (kann leider nichts zur Originalvorlage sagen) und es wird nie langweilig. Die Spannung wird bis zum Schluss aufrecht erhalten was dazu führt, dass man immer wissen will, was als nächstes geschieht.

              Insgesamt eine hervorragend produzierte und stark gespielte Serie, die klare Botschaften an alle Menschen da draußen sendet!

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              • 9

                Die Aufmerksamkeit, die "13 Reasons Why" bekommen hat, führte letztlich auch dazu, dass ich der Serie, die hier leider wie das Buch wieder den unsäglichen Titel "Tote Mädchen lügen nicht" trägt, eine Chance gegeben habe.
                Das Buch las ich vor ein paar Jahren und hatte seitdem schon wieder den größten Teil vergessen. Insgesamt war es mir als ganz okay bis gut in Erinnerung geblieben.
                Die Serienadaption übertrifft das Buch meiner Meinung nach aber auch um Längen. Das ist den zahlreichen Handlungssträngen zu verdanken, die sich um die hauptsächliche Story ansiedeln und der Geschichte, aber auch der Charaktere wesentlich mehr Tiefe verleihen.
                Durch einen idealen Score und einem überzeugenden Timing für Wechsel zwischen Gegenwart und Vergangenheit schleichen sich in "13 Reasons Why" darüber hinaus auch nur wenige Längen ein, was die 13 knapp einstündigen Folgen insgesamt recht kurz wirken lässt.

                Einige Kommentare zur Serie, die sich auch hier auf moviepilot tummeln,
                zeigen zudem die Notwendigkeit einer Serie, die sich mit so vielen sensiblen Themen auf einmal beschäftigt. Wenn der Tenor einiger User lautet, dass die Gründe für den Suizid der Protagonistin völlig unzureichend, ja gar lächerlich wären, dann fragt man sich, wie deutlich bestimmte Botschaften eigentlich noch artikuliert werden müssen.

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                • 7 .5
                  Martin Ćirić 16.05.2017, 02:39 Geändert 16.05.2017, 02:41

                  Ich hätte mir die Serie wohl nie angesehen... aber dem Hype sei dank!

                  Vorne weg ich habe eigentlich alle 13 Folgen genossen. Die Charaktere sind auch gut dargestellt und erzählt worden, allerdings hätte ich mir eine klarere Linie bei Hanna Baker gewünscht! Ich weis nicht woran es liegt aber sie kommt mir in den ganzen 13 Folgen nicht wirklich "Kaputt" rüber und nur so hätte man es gut "rechtfertigen" können warum sie am Ende nicht mehr auf der Welt leben wollte!

                  SPOILER ! SPOILER ! SPOILER !

                  Einige haben sich ja beschwert das die Serie anstatt abschreckt vor Selbstmorden es eher bekräftigt! Es sogar "Romantisch" darstellen! Ich sehe es ganz klar anders! Nicht die Serie wird für Suizid sorgen! Genauso wenig sorgen Ego-Shooter für Amok-Läufe! Daran ist ganz alleine unsere kaputte Gesellschaft schuld!
                  Glaubt ihr vor 100Jahren konnten sich Mädchen Gedanken machen sie seien zu Fett? Oder hatten sie andere Dinge "wichtigere" Dinge im Kopf! Bulimie gab es auch schon vor 100Jahren aber nicht in der Häufigkeit wie zur heutigen Zeit... dank Instagram und co. weis ja jedes Mädchen wie es auszusehen hat! Und so auch bei Hanna Baker, sie macht sie zu viele Gedanken... was andere über sie Denken könnten, leider ein Problem von vielen Menschen aber daran sind wir selber schuld!

                  Zur Story muss ich sagen der Teil mit der Hot&Not Liste hätte man sehr gut auch streichen können weil sie zu Unwichtig war für die restliche Geschichte und dazu schlecht dargestellt wurde! Was hat eigentlich das Mädchen gesagt die den schlechtesten Arsch in der Schule hatte?

                  Und der Stalker hat sie wohl auch nicht in den Tod getrieben... der junge war in sie Verliebt und hätte ihr nie was angetan! Es kam auch nicht so rüber als hätte Hanna wirklich Angst vor dem Stalker! Und da ist auch schon das Problem Hanna Baker gespielt von Kathrine Langford hat mich nicht voll und ganz in ihrer Rolle überzeugen können! Entweder liegt es an dem Drehbuch oder an Selena Gomez oder daran das ich 27 und Männlich bin oder es könnte auch sein das ihre schauspielerische Qualitäten limitiert sind! Sie wirkt in der Serie oft wie ein "Fremdkörper" man merkt ihr leider nur in wenigen Szenen an, das sie grade die schlimmste Zeit ihres jungen Lebens erlebt und kurz vor dem Ende steht!

                  Dagegen geht Clay (Dylan Minette) in seiner Rolle komplett auf ganz klar die beste Leistung von allen!

                  Ich hätte noch viel mehr schreiben wollen aber ich würde zu viel abdriften am Ende kann ich nur sagen! Der Charakter Hanna Baker war Süß und Sympathisch mann kann sich in sie Verlieben :) aber sie glaubt leider die Welt muss sich um sie drehen und macht sich zu viel Gedanken was die anderen von ihr denken! Sie bettelt nach Aufmerksamkeit obwohl sie es eigentlich nicht nötig hätte, weil sie ein Tolles Mädchen ist! Sie hat sich entschieden die Welt zu verlassen Jessica hat teilweise das erlebt und sie hat weiter gemacht und nicht aufgeben!
                  Verstehe immer noch nicht warum die Serie so viel Kritik dafür bekommt! Es nehmen sich Täglich Jugendliche/Erwachsene das leben! Wer hat das recht zu entscheiden ob so etwas richtig oder falsch ist? Ich kann das jedenfalls nicht!

                  Was man daraus lernen kann ist liebe Kinder...öffnet eure Seele für Menschen damit euch geholfen werden kann... spricht mit euren Eltern! Hanna hatte eigentlich gut Eltern nur wollte sie sich nicht öffnen!

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                  • 8 .5

                    Ich bin völlig vorurteilsfrei an die Serie rangegangen. Dämlicher deutscher Titel ist wie üblich dämlich aber wenn man dies ignoriert, bekommt man ungewohnt direkte, harte Serienkost geboten. Bodyshaming, Vergewaltigung, Mobbing, Stalking und totale Ignoranz verpackt in einer endlosen Rückblende. Und jedesmal denkst du: "Fuck! Wieso? Wie kann man jemanden so behandeln und warum sind die alle so doof?"

                    ### Spoiler ahead ###
                    Irgendwie schade finde ich den Teil mit den beiden Vergewaltigungen. Damit gab es zumindest in meiner Sichtweise ein richtig blödes Sackgesicht, der letztendlich auch die Hauptschuld trägt aber die einzelnen Faktoren, wie tatsächlich jeder Hanna gequält hat, verblassten dann irgendwo.

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                    • 8

                      Es ist nicht jedermanns Ding. Ganz klar.
                      Doch die Entwicklung der Geschichte und der einzelnen Charakter , die hier behutsam aufgebaut wird und jederzeit glaubhaft und authentisch bleibt, hat uns 13 Folgen lang sehr gut unterhalten.
                      Leider wird man ja eine 2.Staffel entwerfen, die es wirklich nicht braucht.
                      Gerade das Kopfkino nach dem Ende befruchtet die eigenen Gedanken.
                      Und das macht es aus.

                      • 6

                        wollt ihr mich verarschen??? hab mir die ganze staffel angeschaut und immer darauf gewartet das was passiert ! richtig langatmige langweillige teenie scheiss! breaking bad, narcos, walking dead, prison break, lost das sind geile serien aber dieser scheiss hier geht garnicht ! bla bla bla kasetten gelaber

                        • 8 .5

                          Ich finde die Serie braucht keine zweite Staffel, werde ich mir auch nicht anschauen, da ich finde die Serie hat nahezu alles ausgespielt, klar es sind ein paar Fragen offen geblieben, aber die sind eher nebensächlich und ich finde da sollte man dem Zuschauer lieber etwas Phantasie abverlangen anstatt eine komplette Staffel der Beantwortung dieser Fragen zu widmen!

                          • 9 .5
                            Bottler94 12.05.2017, 23:25 Geändert 12.05.2017, 23:32

                            Heute ist es genau einen Monat her als die letzte Folge über meinen Bildschirm lief.
                            Ich denke selbst nach einem Monat noch an diese Serie zurück.
                            Sie ist fast rundum perfekt.
                            Dieser Soundtrack, die Schauspieler, das Charakterdesign, das Setting und die Dialoge machen diese Serien mit ihrer natürlich sehr packenden und spannenden Story obwohl das Ende sowieso klar ist einfach zu einer der besten Serien der letzten Jahre meiner Meinung nach.
                            Selbst die typischen Klischees stören hier einfach nicht.
                            Obwohl ich Mainstream-Filme meistens nicht ausstehen kann, liebe ich doch solche Serien. Freue mich auf jeden Fall auf die zweite Staffel.

                            • 9 .5

                              Einer der schönsten Serien die ich in letzer Zeit gesehen habe.
                              Die Charaktere haben mir gefallen, ich mochte die guten Charakterentwicklungen, die Actor und so vieles mehr.

                              Es gab auch wirklich Stellen, über die ich mir nach dem Schauen noch viele Gedanken gemacht habe, weil sie so gut in Szene gesetzt wurden.

                              Ich freue mich auf die 2te Staffel.
                              Einer wirklich gute Serie und vor allem vor der ersten Folge habe ich schon Respekt, da sie wirklich Lust auf mehr macht, das aber auf eine sehr gelungene Art und Weise.

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                              • 5
                                J.F.Lannister 11.05.2017, 00:42 Geändert 11.05.2017, 00:54

                                13 reasons why you need to watch the unofficial 14th episode:
                                "Beyond the reasons"

                                Ein Making-of, das ebenfalls auf Netflix hochgeladen ist, indem neben den Schauspielern und Produzenten auch Psychologen zu Wort kommen.

                                Die ersten 13 Episoden erzählen eine halbgare und laufzeittechnisch aufgeblasene Geschichte über Mobbing, Depressionen, Vergewaltigung und Selbstmord. Teilweise sehr emotional und einfühlsam, teilweise aber auch ziemlich zusammenkonstruiert, den inhaltlichen sowie stilistischen Fokus falsch setzend und auf den größtmöglich dramatischen Leidenseffekt ausgelegt. Es wirkt so, als hätte da jemand Iñárritus "Babel" mit den Logikfehlern aus Finchers "Gone Girl" vereint. Keine gute Mischung!

                                Bei Zeiten möchte ich einen ausführlicheren Kommentar dazu schreiben, aber das musste ich jetzt nach Abschluss der Staffel loswerden. Ich leide/litt selbst an einer episodenhaften Depression mit zum Glück überwundenen Suizidgedanken und hätte mir gewünscht, dass das hier nicht so überdramatisiert und konstruiert dargestellt worden wäre. Das hilft meiner Meinung nach weder den daran erkrankten noch den gesunden Menschen wirklich weiter.

                                Jedenfalls... Diese 13 Episoden fungieren in etwa als Exposition für das Making-of, indem sich bedeutend gehaltvoller mit der zugrundeliegenden Thematik auseinandersetzt wird. Unbedingt ansehen!

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                                • 8 .5

                                  Meine Meinung nach der ersten Folge? Ich bin verliebt. Und was soll ich sagen?! Auch nachdem ich nun alle Folgen gesehen habe, bin ich in Katherine Langford verknallt. So emotional (vielleicht etwas unpassend in diesem Zusammenhang, dennoch eine schöne Eigenschaft), so süß, in den ersten Folgen noch verrückt und frech, ist sie einfach zum vergucken schön. Umso trauriger ist es, die Wandlung mit ansehen zu müssen.
                                  Und ganz im Allgemeinen bin ich verwundert, dass mich diese Serie so anspricht, denn obwohl sie sehr ernste Themen anspricht und aufzeigt, wirkte das Drama an wenigen vereinzelten Stellen doch übertrieben. Ein Effekt, der mir bei Serien wie Pretty Little Liars (2 Folgen gesehen) oder Vampire Diaries (nur Ausschnitte) jegliches Interesse raubt. Nicht, dass sie mich überhaupt interessieren würden, aber was tut man nicht alles für die Liebe? :D
                                  Aber bei dieser Serie konnte ich mich in die Charaktere hineinversetzen. Fast alle sind mir ans Herz gewachsen. Ich habe mit Ihnen gelitten, gehasst, geliebt. Das Highschoolflair, die Melancholie, die dunklen Wolken, die Musik sprechen mir einfach aus der Seele. Und ich habe mich dabei erwischt, wie ich Leuten diese Serie empfohlen habe, weil sie mich so in ihren Bann gezogen hat.
                                  Dabei ist die Geschichte keinesfalls mit großartigen Überraschungen bestückt. Man weiß, worauf es hinausläuft. Vielleicht war ich auch deshalb über den Ausgang enttäuscht. Doch den eigentlichen Grund kenne ich nicht. Vielleicht weil es nicht richtig zu Ende erzählt ist? Die Charaktere haben sich weitestgehend positioniert, Wahrheiten wurden offenbart, doch die Geschichte ist nicht vorbei.
                                  Meine Gefühle über eine zweite Staffel sind dennoch gemixt. Ist es wirklich nötig, die Geschichte noch mehr zu beleuchten? Klar, ich freue mich darauf zu sehen, was aus unseren tragischen Schicksalen wird und natürlich auch auf meine Süße :D

                                  SPOILER:
                                  Szenen, wie die Monfinsternis auf dem Kinodach, die Tanzszene auf dem Ball, oder die Party bis zum ersten Kuss sind einfach zuckersüß. Hannah, Du bist die süßeste und gleichzeitg tragischste Versuchung, seit es Teenagerserien gibt <3

                                  • 5

                                    Nicht gerade intelligent. Einigermaßen unterhaltend.

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                                    • 7
                                      samP 09.05.2017, 13:28 Geändert 10.05.2017, 13:06

                                      !sehr lang und voller spoiler!

                                      zunächst das positive:

                                      set, kostüm, maske, charaktere sind top - weiter unten dazu mehr.

                                      aber: story hat diverse absurde logikfehler.

                                      wer wegen des fehlenden stopschildes um die verkehrssicherheit besorgt ist, der würde es wenigstens an die laterne lehnen.
                                      wer wegen der hot-or-not liste beleidigt/entsetzt ist, der zerreißt sie in kleine fetzen.
                                      wem drogen untergeschoben werden, der lässt das tütchen auf fingerabdrücke checken.
                                      im eg offene jalousien oder gar fenster sind selbst in guten vierteln eher unwahrscheinlich.
                                      nur minuten nach dem selbstmord taucht tony plötzlich auf und hat mehrfach zuvor angerufen, dennoch hinterfragen die eltern dies nicht.
                                      und dann noch das unsinnige konstrukt mit der kassettenweitergabe: wird die kette unterbrochen, dann veröffentlicht die vertrauensperson die 13 aufnahmen. so weit so gut, aber warum sind die restlichen personen plötzlich wegen clay besorgt? selbst wenn er aus angst ebenfalls alles zu vertuschen versucht hätte und wie alle anderen zuvor die aufnahmen wort- und tatenlos an bryce weitergeschickt hätte, so ist doch anzunehmen, dass wiederum dieser sie kaum in porters büro gebacht hätte. ergo wäre spätestens dann die veröffentlichung durch tony erfolgt. also wieso dann die panikmache der "verantwortlichen" als clay sie damit konfrontiert, was sie da "angerichtet" haben? in letzter instanz bliebe der clique doch eh nur a) clay und die kassetten und tony (sofern sie von ihm wissen) und die kopien zu beseitigen oder b) clay und die aufnahmen aus dem verkehr zu ziehen und zu hoffen, dass die kopien und ihr verwahrer nicht existieren. aber warum haben sie sie dann überhaupt erst an die nächste person und schließlich an clay übergeben, wenn sie nicht fürchten würden, dass die vertrauensperson eben doch existiert?
                                      tony kann ja nicht überall gleichzeitig sein und die kette überwachen. wie will er gewusst haben, wer wann die box hatte, geschweige denn, ob auch alle tapes gehört worden sind?
                                      oder die unwahrscheinlichste variante: alle tapes haben die kette wie vorgeschrieben durchlaufen, alle entscheiden sich aus angst oder fehlendem schuldbewusstsein fürs totschweigen - und dann?
                                      alles in allem: nicht wirklich gut durchdacht das drehbuch. mit kassetten, die den eltern, bolan, kat oder ermittlungsbehörden direkt in die hände gefallen wären, zeugenvernehmung, prozess usw. wäre die story letztlich an der selben stelle rausgekommen.

                                      die kameraführung ist bisweilen auch unnötig unruhig.

                                      ebenso ist bei der breiten masse die beabsichtigte botschaft völlig am ziel vorbeigegangen und auch das 30 minütige zusatzvideo ist nicht wirklich hilfreich.

                                      !ALLES ANDERE IST FANTASTSCH GESCRIPTET UND UMGESETZT!

                                      bei mir kommt keinesfalls der gedanke auf, suzid würde hier romantisiert, heroisiert, als geeignetes rache-mittel an ehemaligen peinigern stilisiert oder sonstwas, das derzeit grad negative schlagzeilen hervorruft. ganz im gegenteil!
                                      betrachtet man die serie aus einer eher psychiatrischen sichtweise, so bildet das ganze eher eine gut gelungene gesellschaftskritik ab.

                                      angefangen beim deutschen titel. wenn tote mädchen nicht lügen, warum muss es denn dann so explizit erwähnt werden? das war so ziemlich das erste was mir durch den kopf schoss, als ich auf die serie stieß. kann es nicht vielleicht doch sein, dass ein selbstmörder lügt? er belügt nicht zwingendermaßen die hinterbliebenen, aber möglicherweise sich selbst? auch nicht notwendigerweise mit vorsatz, sondern aufgrund einer gestörten (selbst)wahrnehmung oder totalem reaitätsverlust?
                                      wie sich - nach meinem dafürhalten - bereits sehr früh im lauf der staffel zeigte: definitiv, ja.

                                      der englische titel ist in jedem fall nicht gut gewählt, denn dieser impliziert ungewollt, dass es eben 13 "gerechtfertigte" gründe für ihren suizid gegeben haben soll, womit die macher versehentlich, eine gefährlich leicht falsch zu interpretierende message sendeten. reichlich fahrlässig. zumindest haben sie mit dem bonusvideo versucht, schadensbegrenzung zu betreiben.
                                      darüber hinaus gibt es m.e. ohnehin nur einen einzigen grund, warum an einer highschool mit schätzungsweise 1000 schülern, von denen (nur mal angenommen) 1% gemobbt wird, porter berichtet sogar von ca. 600 klienten, nur 1schüler (bisher jedenfalls) deswegen selbstmord begeht, ohne an klinischen depressionen, panikattacken, burnout, schizophrenie, bipolarer störung, akuten psychosen o.ä. zu leiden? warum nicht 10, 50 oder 100, die doch alle mehr oder weniger derb verbal oder gar physisch tyrannisiert werden/worden sind?

                                      also warum ausgerechnet hannah? der grund ist m.e. eine extreme persönlichkeitsstörung, die weit über normale pubertätsproblematiken oder einen unreifen charakter hinausgeht, sich ggf. bereits im frühkindlichen alter manifestiert hat und eher an eine borderline-symptomatik oder eine narzisstische kränkung erinnert. ich empfinde diese figur als geltungssüchtig, taktlos, anbiedernd, gedankenlos, pathetisch, zynisch, rachsüchtig, gewissenlos, selbstgerecht, sowohl manipulativ als auch suggestibel, theatralisch, realitätsfremd, geringe selbstachtung und frustrationstoleranz, mit sich selbst nicht im reinen, berechnend, sprunghaft, unfähig/unwillig die konsequenzen ihres handelns abzuschätzen geschweige denn zu tragen (zwanghafte schuldabwehr) und absolut uneinsichtig. eine durchweg glaubhaft gespielte emotional instabile persönlichkeitsstörung.

                                      die serie ist voll mit mehr oder weniger subtilen hinweisen, dass mit der hauptfigur irgend etwas nicht in ordnung ist, das dringend therapiert hätte werden müssen:

                                      auszüge aus episode 1

                                      kat´s party: sie knöpft ungefragt clay´s hemd auf.
                                      hol dir was zu knabbern, während du mein abschiedstape anhörst und diverse andere unangebracht sarkastische formulierungen.
                                      mit kurzem kleidchen auf nem klettergerüst und dann noch fotographieren lassen, von einem jungen, mit dem sie seit grad ein paar stündchen kontakt hat und dessen vertrauenswürdigkeit sie gar nicht abschätzen kann.
                                      szene im schulbus: rausblitzender bh. ebenso bei dem aufzug, in dem sie sich zum eisenhower-park schlich.
                                      ständig wechselnder komplementärer klamottenstyle.
                                      die nerd-beleidigung im kino.
                                      rumgrabbeln in clay´s haaren mit der anweisung, sie zu stylen.
                                      wenn "das internet immer alles so verschlimmert", dann löscht man die unangenehmen kommentare, kickt die unbequemen zeitgenossen aus der freundesliste oder schließt konsequenterweise direkt das ganze fb-profil.
                                      kat ist die einzige freundin, obwohl sie an einer anderen highschool ist.
                                      warum verlässt hannah die bisherig schule? wenn ich es richtig mitbekommen habe, zieht sie doch nur innerhalb der stadt um, bestenfalls in den nachbarort.
                                      das plötzlich seltsam gefrustete, beinhahe genervte gesicht, währen sie auf justin´s 2te sms wartet.
                                      ein undekorierter, beinah steriler spind.
                                      nachdem das foto auf der rutsche rumgeschickt wurde, greift sie plötzlich doch wieder auf clay zurück, um beim essen nicht allein zu sitzen.
                                      "was ihr da anrichtet" ist deutlich als schuldzuweisung zu interpretieren, aber keinerlei selbstreflektieren.

                                      episode 2

                                      "wer ist noch verantwortlich für meinen tod?"
                                      dass ihr ego gekränkt ist, mögen die anderen ja schuldhaft zu verantworten haben, aber für den entschluss zum suizid ist nur sie selbst verantwortlich und letztlich trägt auch nur sie allein schuld an ihrem ableben.
                                      das unverholene verar..... von mrs.antilly.
                                      ....
                                      usw.

                                      wenn man genauer hinsieht und zwischen den zeilen liest bzw. hört und das ganze kritisch hinterfragt, dann entdeckt man unzählige weitere gestörte verhaltensweisen. das würde eine ewig lange liste ergeben, deswegen nur noch einige ausgewählte:

                                      wieso zb. hinterlässt sie nicht wenigstens einen zusätzlichen brief an ihre eltern, der zumindest eine entschuldigung und ein "ich liebe euch" o.ä. beinhaltet? niemand brächte so etwas gewissenloses übers herz.
                                      das leiden der eltern, ob der ungewissheit, ist hervorragend gespielt.

                                      nachdem sie miterlebt hat, was ihrer ehemaligen freundin von dem frauenverachtenden psycho bryce angetan wurde, wieso in aller welt verschwindet sie nicht auf der stelle von diesem nobelgrundstück, als sie am pool am täter (der ihr gegenüber auch schon übergriffig wurde) vorbei läuft, sondern steigt in unterwäsche in den whirlpool und bleibt allein da drin?
                                      das hat nix mit victim-blaming zu tun, sehr wohl aber mit abnormaler gedankenlosigkeit und selbstgefährdendem verhalten! niemand der bei gesundem verstand ist, begibt sich fahrlässig/absichtlich in die nähe eines solchen unmenschen, wenn man doch schmerzhaft weiß wozu dieses raubtier fähig ist.
                                      nebenbei spielt auch dieser die rolle durchweg überzeugend.

                                      ebenso positiv zu erwähnen, ist die figurenentwicklung von zb. cheri und sogar justin.

                                      auch sehr beeindruckend gespielt und durchaus plausibel: der einst ruhige, herzensgute clay wird nach und nach zu einem skrupellosen, rachsüchtigen vandalen (auto zerkratzt und tyler abgelichtet). aber nicht ungewöhnlich, wenn man sich auf die spielchen und machenschaften von verhaltensgestörten personen einlässt. erkennt man es nicht rechtzeitig, dann steckt man plötzlich mit in deren sumpf.

                                      quintessenz dieser staffel scheint mir jedenfalls zu sein, dass so eine zwischenmenschliche tragödie und auch alle unmittelbaren folgen, hätten verhindert werden können, wenn alle beteiligten mal genauer hingesehen hätten. die warnsignale, die auf eine gestörte persönlichkeit hindeuteten, waren durchaus zu erkennen.
                                      ich will nicht andeuten, dass die highschool-boshaftigkeiten lapalien gewesen sein, dennoch hätte eine therapierte oder wenigstens einsichtige und um änderung bemühte hannah die möglichkeit gehabt, eine gesunde, emotional stabile persönlichkeit zu entwickeln und anders auf die probleme zu reagieren, die in ihrem umfeld auftraten, hilfe zu suchen, anzunehmen oder besser noch: konflikte von vornherein zu umgehen.
                                      eine unbehandelte bps führt bekanntermaßen zwangsläufig in eine katastrophe! ein heilversuch sollte bei borderline in jedem fall unternommen werden, denn eine therapie bringt größtenteils eine deutliche verbesserung der lebensqualität für patient und angehörige.
                                      im gegensatz zu psychopathie und narzissmus, da ist seltenst was zu reparieren. man kann sich zum selbstschutz nur angewöhnen, die warnsignale rechtzeitig zu erkennen und sich umgehend möglichst weit von solchen unmenschen fern halten.
                                      was mobbing betrifft: es ist die aufgabe der eltern, ihrem nachwuchs menschlichkeit, moral, dankbarkeit, mitgefühl, scham, selbstsicherheit, selbstwertgefühl, intellekt, skrupel, reue, aufrichtigkeit, güte, sensibilität, mut, herzlichkeit, schuld- und pflichtbewusstsein usw. in ausgewogenem maß anzuerziehen. aber vor allem: ihnen bedinungslose liebe zu schenken! so kommen cluster b persönlichkeitsstörungen normalerweise erst gar nicht auf, sofern es keine medizinischen ursachen gibt.
                                      die aufgabe von kindergarten und schule ist es, diese persönlichkeitsentwicklung zu überwachen und den charakter ihrer schutzbefohlenen weiter zu formen, um aus ihnen wertvolle mitglieder unserer gesellschaft zu machen - kurzum zu guten menschen - und sie außerdem vor schädlichen einflüssen (narzissten, soziopathen o.ä. abschaum) zu schützen.
                                      so sollte es zumindest sein, jedenfalls aus der sicht eines weltverbesserers wie mir.
                                      fakt ist aber, dass mehr und mehr a(nti)soziale persönlichkeiten herangezogen werden - ob nun vorsätzlich oder nicht, sei dahin gestellt. wie man dieses problem aus der welt schaffen kann? wünschenswerterweise finden kommende generationen eine lösung....

                                      bis dahin bin ich gespannt auf staffel 2, die hoffentlich mehr licht in die ungereimtheiten der ganzen story bringt und sich endlich ein gesamtbild ergibt.
                                      das ein oder andere spin-off wäre auch begrüßenswert.

                                      was ist in hannah´s entwicklung vorgefallen, dass sie trotz scheinbar wundervoller eltern so instabil werden konnte? was ist der grund für den "besonders für hannah" benötigten neuanfang, den die mutter in der mitte von episode 4 erwähnt? was haben die andeutungen des vaters zu ende der 2ten episode zu bedeuten?
                                      und wie konnte bryce so grausam werden? wieso deckt seine entourage (bis auf justin, denn dessen vom coach vermuteten traumatisierungen erklären sein anfängliches verhalten) diese verbrechen? stichwort rapeculture, falsch verstandener bro-code, verächtliche objektivierung von frauen bis hin zur störung der sexualpreferenz.
                                      hat tyler auf alex geschossen?
                                      halten die anderen figuren an ihren dissozialen denk- und handlungsweisen fest?
                                      wurde ihr valentinstag-fragebogen manipuliert oder warum tauchte bryce als topmatch auf? was hat dieser dort wohl angegeben?

                                      **********

                                      nachtrag

                                      - ich hab mich schätzungsweise missverständlich ausgedrückt, denn ich finde den deutschen titel in der tat richtig gut. sofern er denn so verstanden werden sollte, wie ich ihn interpretiert hab. ich kenne leider die genaue bezeichnung des literarischen stilmittels nicht - antiphrasis oder litotes trifft es wohl am ehesten.

                                      - heißt natürlich hannah und nicht hanna, wie ich fälschlicherweise aus der schauspielerauflistung (oberhalb der kommentare) übernommen habe.

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                                        Habe viel erwartet und wurde bitter enttäuscht. Die Serie hat mich relativ früh verloren, Hanna wurde mir nicht so recht sympathisch. Allein die Idee, eine Reihe von anderen Personen für den eigenen Suizid verantwortlich zu machen und post mortem so zu belasten, zeugt nicht gerade von Empathie und Takt. Das hat der Vergewaltiger verdient, of course, aber die meisten anderen Auserwählten waren ja selbst Opfer.

                                        Auf der anderen Seite glänzen zu viele Personen mit zu großer Widerlichkeit, so dass ein Schwarzweiß-Bild entsteht, das nicht mehr differenziert. Verlierer sind sie alle. Besonders grotesk fand ich die asiatische Lesbe, die sich schützend vor den Vergewaltiger gestellt hat, um das eigene Outing zu verhindern - in einer Umgebung, die doch insgesamt gesehen recht tolerant dem Thema gegenübersteht. Das Argument, sie wolle ihre schwulen Väter nicht belasten bzw. in Misskredit bringen, ist nachvollziehbar, aber was zu weit geht, geht zu weit.

                                        QUEERfaktor: 4

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                                        • Hanna: "Hey du, gibst du mir auch einen Kaugummi?"

                                          Mädchen: "Tut mir leid das war mein letzter."

                                          Hanna: "Glückwunsch zu deinem Tape!"

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                                            NumberOneGun 08.05.2017, 12:16 Geändert 08.05.2017, 15:43

                                            Tote Mädchen lügen nicht. Oder tun sie es doch? Kurz vorweg: der deutsche Titel zu 13 Reasons Why, wo wir gerade beim Thema sind, ist meiner Ansicht nach nicht gut gewählt. Der Roman von Jay Asher, auf dem die Serie ja angelehnt ist, heißt zwar ebenfalls „Tote Mädchen lügen nicht“, doch ich werde den Gedanken nicht los, dass die 1:1 Übersetzung in „13 Gründe warum“ es auch getan hätte. Aber Fahrradkette, nun will ich mich nicht stundenlang mit dem Titel aufhalten, der by the way auch nicht in meine Bewertung mit einfließt, sondern lieber zur Serie an sich kommen. Eventuelle Spoiler werde ich selbstverständlich zuvor kennzeichnen. Und zwar folgendermaßen: (!)

                                            Die Szenen gleich zu Beginn, können bei genauen hinsehen und hinhören schon viel Aufschluss darüber geben, in welche Richtung die Serie vermutlich steuern könnte. Wir lernen die erste Hauptfigur der Serie kennen, Clay. Ein einfacher Teenager, der gerade eine ihm wichtige Person verloren hat. Diese Person ist die zweite Hauptfigur, die Person um die sich alles dreht, sie heißt Hannah Baker und hat sich vor zwei Wochen das Leben genommen. Ganz plötzlich und überraschend, so macht es zumindest den Anschein. Hier setzt der erste Spannungspunkt ein, der uns in den weiteren Episoden bis zum Ende verfolgen wird. Wieso tat Hannah Baker das? Als wir sie kennenlernen, wird uns durchaus das Bild einer lebensfrohen jungen Frau gezeichnet, die gerade mit ihren Eltern neu zugezogen ist, und natürlich versucht schnell Anschluss und neue soziale Kontakte zu knüpfen an der Liberty High School, dem Mittelpunkt des Geschehens.

                                            Bleiben wir auch erst mal bei Hannah, und dabei, wie ich sie in den ersten Episoden erlebt habe. Wer die Serie noch nicht kennt, sollte ab jetzt etwas vorsichtig weiterlesen. Richtige Spoiler kennzeichne ich wie weiter oben beschrieben.
                                            Also, wir waren bei Hannah. Sie genau einzuschätzen, war für mich anfangs nicht so leicht, gerade weil sie meiner Auffassung nach, anders als ursprünglich angenommen, als doch sehr leicht verletzlich dargestellt wird, und man sich bei den ersten Gründen die sie auf Kassette nennt mit unter die Frage stellen konnte, wieso sie die Dinge nicht ignoriert und weiter ihr Ding durchgezogen hat. An dieser Stelle wird aber auch ein wenig Feingefühl vom Zuschauer abverlangt, um die Handlungsweisen von Hannah nachvollziehen zu können. Bei genauer Betrachtung wurde für mich klar, dass sie noch immer recht neu ist an der Schule, und vielleicht auch aufgrund des Alters und ihrer (noch etwas fehlenden) Reife sich nicht in der Lage fühlt die Dinge so einfach wegzustecken. Folglich sind ihre Gefühle zum ersten mal erschüttert worden. Es folgen weitere Rückschläge, die ihre Selbstzweifel, sowie ihren Wunsch nach einem stabilen sozialen Umfeld weiter voran getrieben haben.
                                            Auch hatte ich das Gefühl, dass Hannah mit der Teenager-Welt im allgemeinen etwas überfordert ist. Trotz ihrer hier und da fehlenden Erfahrung, hat man sie auch als vernünftige junge Frau kennengelernt, bei der man sich gut vorstellen konnte, dass sie sich zwischen zwei sich prügelnde Jungs stellt und schlichtet. Kurz gesagt eine Person, die nicht wegsieht, wenn Unrecht geschieht, was sich im späteren Verlauf jedoch zum Gegenteil entwickelte. Stichwort Jessicas Party.
                                            Mit voranschreiten der Serie wurde Hannah Baker für mich immer interessanter, und ich hatte das Gefühl, ihre Handlungen und ihre Gefühle allgemein besser nachvollziehen und einordnen zu können. Die Dinge die sie erlebte, sahen sich plötzlich höchst dramatisch an, und ich konnte mich besser in ihren Lebens- und Leidensweg hineinversetzen. Es gibt jedoch immer zwei Seiten der Medaille. Hannah hat auch oft die Situationen falsch gedeutet, manchmal auch überreagiert und manchmal auch einfach nur Pech gehabt. Gerade im Hinblick auf die Kassetten wird dies deutlich. (!) Bei der Vergewaltigungsszene im Pool war ich dann so ziemlich am Tiefpunkt angekommen. Beängstigend nahe blieb die Kamera in dieser Szene vor ihrem Gesicht stehen, und man sah, wie ihr ihre Würde genommen wurde (wieso Hannah nicht weglaufen konnte, wird wie ich finde sehr gut in dem zu empfehlenden knapp 30 minütigen Spezial im Anschluss an die 13 Episoden angesprochen).
                                            Das Hannah vor ihrem Suizid noch 7 Kassetten aufnahm, und die Personen aufzählte, die sie zu dem gemacht haben was sie nun ist, deutet für mich darauf hin, dass sie selber innerlich noch mit sich zu kämpfen hatte. Selbsttötungen geschehen selten im Affekt, und sind primär auch auf mehr als eine Ursache zurück zu führen. In der Schlussphase der Serie habe ich Hannah demnach als zerstörtes und tief verwundetes Mädchen gesehen, die aber bis zum Schluss ihr Leben nicht komplett aufgegeben hat. Die Szenen im Schulbüro bei ihrem Vertrauenslehrer stehen sinnbildlich für ihr Leben der vergangenen Monate, denn unterm Strich bleibt das bittere Gefühl, dass beide, Hannah und der Vertrauenslehrer, so richtig aneinander vorbei geredet haben, bzw. von beiden Seiten keine richtungsweisende Aussage getroffen wurde. Wie so oft zuvor, hat Hannah es versäumt wirklich Hilfe in Anspruch zu nehmen, und sie erkannte auch nicht, dass es auch Menschen gab, denen sie wichtig gewesen ist. Als Resultat daraus sah sie sich komplett alleine gelassen, wie ein Fremdkörper auf dieser Welt, was mich persönlich schon stark emotional getroffen hat. Damit meine ich die Szene, in der sie völlig alleine gelassen und mit leeren Blick auf dem Schulflur steht, und natürlich das Ende, wo sie sich mit einer Rasierklinge die Pulsadern aufschneidet (Spoiler Ende). Dazu werde ich aber gege Ende dieser Review noch etwas zu sagen.
                                            Als Gesamtbild bleibt für mich rückblickend eine zwischendurch nicht ganz einfach einzuschätzende Hannah, wo es sicherlich auch große Meinungsverschiedenheiten gibt was ihre Denk- und Handlungsweisen betrifft. Ich schreibe hier lediglich, wie ich die Dinge in Bezug auf sie wahrgenommen habe. Von der schauspielerischen Leistung her habe ich Hannah, gespielt von Katherine Langford, gut und souverän gesehen. Der Verlauf von einer optimistischen und träumerischen jungen Dame, hin zu einer an sich selbst und anderen zweifelnden und sehr verletzlichen Person, habe ich ihr größtenteils abgenommen. Trotzdem finde ich, bleibt der Charakter Hannah Baker unterm Strich leider ein kleines bisschen zu oberflächlich dargestellt, denn für eine genauere Einschätzung ihrer Persönlichkeit, fehlen einfach noch zu viele Hintergrund-Informationen, z.B. was ihre Vergangenheit betrifft. Man erfährt ja leider nicht wie es ihr auf ihrer alten Schule erging. Hat sie vielleicht schon viel länger als bisher angenommen mit Problemen zu kämpfen gehabt, diese aber gut verbergen können? Eine der Fragen die in Bezug auf sie offen geblieben sind.

                                            Nun zu Clay. Wie schon am Anfang gesagt, ist er im ersten Moment ein eher unscheinbarer Charakter. Es wird schnell und gut deutlich, dass er sich beim hören der Kassetten in einer absoluten Ausnahmesituation befindet. Je mehr Geschichten er aufdeckt, desto größer wird in ihm der Drang einen Schuldigen für die Tragödie zu finden. Gleichzeitig wird mit der Zeit immer deutlicher, welch große Rolle Hannah in seinem Leben gespielt hat. Seine Handlungen und Verhaltensweisen sind eigentlich soweit nachzuvollziehen, doch ich habe mich des öfteren gefragt, wie ich in seiner Situation reagiert hätte. Natürlich kann man das schwer sagen, allerdings würde es mir persönlich glaube ich schon ziemlich unter den Fingernägeln brennen, wieso ich auf den Kassetten drauf bin. Trotzdem hat er das hören der Kassetten zwischendurch immer mal wieder unterbrochen und hinausgezögert. Ich bin mir da unschlüssig, ob dieser Weg wirklich klug gewählt wurde. (!) Der Moment, als klar wird, dass Clay von seiner Schuld freigesprochen wird, ist einer der Momente, die ich als besonders emotional hervorheben möchte. Clay: „I'm not going, not now, not ever. I love you Hannah.“ Hannah: „Why didn't you say this when I was alive?“ Da braucht man eigentlich nicht mehr viel zu sagen. Gänsehaut! Ich versetzte mich also in Clays Lage, und konnte seinen Schmerz gut nachempfinden, was auch an der Art und Weise lag, wie dies schauspielerisch umgesetzt wurde. Clay, gespielt von Dylan Minnette, ist im großen und ganzen ein recht sympathischer Charakter, auch wenn ich mit einigen Handlungen von ihm so meine Schwierigkeiten hatte (Spoiler Ende).

                                            Die weiteren Charaktere sind wie ich finde ebenfalls gut besetzt. Ob Jessica, Justin oder Alex, um alle entstehen mit der Zeit interessante Geschichten, doch trotzdem bleibt der Fokus auf die beiden Hauptcharaktere Hannah und Clay gerichtet, was also gut gelöst ist. (!) Wer mir auch gut gefallen hat, war Clays Kumpel Jeff, der leider bei einem Verkehrsunfall verstorben ist. Der war mir sympathisch.

                                            Für die meisten Diskussionen, und meiner Meinung nach auch nicht zu unrecht, hat die Suizid-Szene von Hannah gesorgt, die erschreckend realistisch dargestellt wird. An dieser Stelle wird eine Bewertung der Serie enorm schwer. Die Macher wollten bewusst schocken, was auch gut gelungen ist wie ich finde. Doch Psychologen warnen vor einem romantisierten Selbstmord. Wenn man genau wüsste, wie viele Personen aufgrund dieser Szene eigene Suizid-Gedanken verstärken oder gefährdet sind, könnte man vielleicht ungefähr abschätzen, inwiefern 13 Reasons Why womöglich doch eher den eigentlichen Kern verfehlt, oder nicht ausreichend herauskristallisieren lässt. Andersrum könnte durchaus für Außenstehende der Eindruck entstehen, Suizid wäre eine leichte Sache, wenn man beispielsweise ihre Todesszene garnicht gezeigt, oder gar durch eine „sanftere“ Darstellung verharmlost hätte. Schwer endgültig zu beurteilen.

                                            Natürlich gibt es am Ende auch ein paar Fragen die offen bleiben, wo vielleicht die ein oder andere in der 2. Staffel von beantwortet wird, die ja seitens Netflix nun bestätigt wurde. Zum einen finde ich den Charakter Tony noch etwas mysteriös. Wieso war er gefühlt immer zur richtigen Zeit vor Ort, wenn Clay Probleme bekam? In welcher Verbindung standen Tony und Hannah zueinander? Hätte auch er vielleicht auch mehr tun können um sie zu retten? Eventuell erwarten uns in der neuen Staffel Flashbacks zu der Freundschaft zwischen Hannah und Tony. Weitere Fragen: (!) Hat Alex versucht sich selber zu töten? Was wird aus Justin? Wird Bryce zur Verantwortung gezogen? Die Liste könnte ich nun noch weiter ausführen, aber schon jetzt wird klar, dass es noch viel zu erzählen gibt. Man darf gespannt sein.

                                            Fazit:

                                            Eine sehr komplexe, tragische und spannende Serie die stark zum nachdenken anregen kann, verbunden mit einem sehr gut gewählten und den Situationen angepassten Soundtrack.
                                            Trotz einiger Kritikpunkte, durchbricht 13 Reasons Why für mich eine Mauer, und spricht Themen an, die keineswegs verharmlost oder unter den Teppich gekehrt werden dürfen.
                                            Alles hat Auswirkungen auf alles. Die Serie lässt dabei enorm viel Platz für eigene Interpretationen, doch wie Tony so schön sagte: „Es ist Hannahs Wahrheit“, also auch ihre Sicht der Dinge.

                                            In diesem Sinne.

                                            • 7 .5

                                              Ich fand sie großartig, hat mich vor allem Richtung Ende doch sehr mitgenommen. Zwischendrin hatte die Serie allerdings auch ihre längen, dies hätte man durchaus kürzer gestalten können. Erinnerte mich stellenweise an Life is strange...

                                              Spoiler

                                              Die Beziehung zu Tony hat mir irgendwie gefehlt und wurde nicht geklärt? Was hatte das mit Tyler und der Waffe bzw Waffen auf sich? Amoklauf?

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                                              • 7

                                                Habe mich echt schwer getan mit der Bewertung. Schon eine teilweise packende Serie. Aber dann auch teilweise wieder langatmig und unrealistisch. Hannah wurde von Folge zu Folge immer nerviger für mich zumindest. Sie hatte niemanden?
                                                Sie hatte eigentlich Clay, gute Eltern oder tony. Drama Queen vor dem Herrn mit dazu passendem Ende.

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                                                • 8

                                                  Man kann sicherlich über die möglicher Weise im Hinblick auf die unterschwellige Wirkung auf Teenager fragwürdige Botschaft der Serie diskutieren. Dennoch entfaltet sie eine schon fast tragische Anziehungskraft, wie sie mir schon einmal, bei einer ähnlich angelegten alten, deutschen TV-Perle "Tod eines Schülers", aufgefallen ist. Fantastischer Soundtrack by the way!

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