Oute dich!

Welcher Film hat deine Filmleidenschaft geweckt?

Spiel mir das Lied vom Tod
© Paramount
Spiel mir das Lied vom Tod

Im Regie-Monat Mai haben wir dir einige Fragen zu deinen liebsten Regisseuren gestellt, heute gehen wir etwas weiter in die Vergangenheit zurück zu den Anfängen deiner größten Passion. Wir wollen von dir wissen: Welches filmische Werk hat deine Filmleidenschaft geweckt?

Felix und ein grüner Oger namens Shrek wurden beste Kino-Freunde
Ganze 16 Jahre ist es jetzt her, dass ich mit meinen Schwestern und meiner Cousine in einem Kino in Saarbrücken Shrek - Der tollkühne Held sah. Wir stolperten den bereits dunklen Kinosaal zu unseren Plätzen runter und ich war sofort in der idyllischen Welt drin, der das grüne vermeintliche Ungeheuer in den ersten Filmminuten auf dem Oger-Klo ein Ende setzte. Auch wenn jede Fortsetzung mehr und mehr den Charme des Originals verlor: Der tollkühne Held, der aus seinem Ohrenschmalz Kerzen machen kann, zeigte mir, wie im Kino aus vemeintlich bekannten Geschichten etwas Neues entsteht.

Philipp lernte Spiel mir das Lied vom Tod zum richtigen Zeitpunkt kennen

Ich muss so ungefähr 13 Jahre alt gewesen sein, als ich Spiel mir das Lied vom Tod zum ersten Mal sah. Der Name war mir schon irgendwie bekannt gewesen, aber es dauerte bis dahin, dass ich ihn endlich im Fernsehen angucken durfte.

Eigentlich war mein großes Hobby zu der Zeit Fußball gewesen, worin ich zum Leidwesen meines Vaters allerdings nur mittelmäßig talentiert war. Nach einem besonders schlechten Spiel an einem Samstag begann ich zu zweifeln, ob ich wirklich etwas auf dem Fußballplatz verloren hatte. Am Abend lief dann aber der Leone-Film im Fernsehen und obwohl ich wahrscheinlich nicht einmal die Hälfte davon kapierte, hatte ich etwas eigenes für mich entdeckt.


Anna konnte sich nicht mehr von Inception losreißen

Im nicht mehr ganz so zarten Alter von 16 Jahren hatte ich schon viele Filme gesehen, mit meinen Eltern Klassiker geschaut und meiner Leidenschaft für Harry Potter in Büchern wie Filmen gefrönt. Aber mein Bewusstsein für die Faszination des Filmemachens schlummerte noch in mir, um sich schließlich in dem grandiosen Film Inception voll zu entfalten.

Ich war ab der ersten Sekunde gefesselt. Fieberhaft muss ich davor gesessen haben, als ich beobachtete, wie Dom und sein Team die spektakuläre Mission in verschiedensten Traumschichten ausführten. Innerlich verfluchte ich den gefühlt mikroskopisch kleinen Fernseher meiner Eltern. Wie das wohl im Kino aussehen würde? Was soll ich sagen: Ab dem Moment war ich hoffnungslos verloren. Filme sind wundervoll.


Julian fand in Now and Then - Damals und Heute zeitloses Gefühlkino

Ich kann tatsächlich den ersten Klassiker, der mich so richtig vom Hocker riss, nicht mehr benennen. Dafür fällt mir sofort der Film ein, der mich als Kind am meisten geprägt hat. Now and Then - Damals und heute erzählt die Geschichte von vier Freundinnen, die in ihrer Teenager-Zeit unzertrennlich waren, sich aber mit der Zeit aus den Augen verloren. Die Schwangerschaft einer führt die erwachsenen Frauen wieder zusammen, wo sie gemeinsam in Erinnerungen schwelgen. Ich war zu der Zeit ein riesiger Fan von Christina Ricci. Neben ihrer Darbietung in dem Film von 1995 sprach mich als Kind die Story von Samantha an, deren Eltern sich scheiden lassen. Als Teenager konnte ich mich in der Darstellung der drastischen Veränderung vom Kind zum jungen Erwachsenen wiederfinden. Als Mann von fast 30 verstehe ich heute die Schwierigkeit der Erhaltung von Kinder- und Jugendfreundschaften.

Now and Then - Damals und Heute bleibt für mich ein zeitloser Wohlfühl-Film mit einer ordentlichen Portion Nostalgie.


Tim spürte den Abgrund in Apocalypse Now - auch wenn er damals vieles nicht verstand
Es war auf der Couch mit meinem Vater - ich war vielleicht 14 oder 15 Jahre alt - als Apocalypse Now im Abendprogramm lief. Keine Frage, ich war damals noch zu jung um die volle Tragweite dieses Films und der dahinterstehenden Thematik zu erfassen, dennoch sollten diese 153 min meinen Blick auf Filme nachhaltig verändern.

Ich war zu diesem Zeitpunkt schon Fan von Star Wars und hatte auch meine ersten Tarantinos gesehen. Doch Apocalypse Now zeigte mir eine andere Seite von Filmen: Er zeigte mir den Abgrund.

Gebannt saß ich vor dem Bildschirm, festgehalten von den so unsäglich ruhigen Bildern, immer wieder unterbrochen von spontanen Ausbrüchen von Gewalt. Die trügerische Stille auf dem Fluss, die nicht nur die Männer auf dem kleinen Boot in den Wahnsinn zu treiben schien. Und dann? Das Grauen...

Erst einige Jahre später habe ich viele Dinge erkannt, die Apocalypse Now zu einem Meisterwerk machen. Doch an diesem Abend entdeckte ich die Macht, die Filme auf die Psyche haben können.


moviepilot Team
sciencefiction Andrea Wöger
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