Sully - Das sagen die moviepiloten zum Pilotendrama mit Tom Hanks

Sully mit Tom Hanks
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Sully basiert auf der wahren Geschichte des Piloten Chesley Sullenberger und der spektakulären Notlandung seines Passagierflugzeugs auf dem New Yorker Hudson River im Jahr 2009. Clint Eastwood inszeniert das Biopic mit Tom Hanks in der Rolle des heldenhaften Piloten, dessen Spitzname "Sully" lautet. Dabei konzentriert er sich in seiner Erzählung nicht nur auf den eigentlichen Absturz, sondern auch auf die Geschehnisse danach. Obwohl es Sully schaffte, trotz ausgefallener Triebwerke sicher zu landen und alle Passagiere am Leben zu halten, unterstellte ihm die Flugsicherheitsbehörde fahrlässiges Handeln. Berechnungen zufolge hätte er es geschafft, zum Flughafen zurückzukehren. Seine spektakuläre Heldentat sei somit nichts weiter als ein unnötiges Risiko gewesen, so die Unterstellung. Nach dem traumatischen Erlebnis im Cockpit musste sich der gefeierte Pilot daraufhin in einer Untersuchung verantworten.

Bei den Kritikern stieß Clint Eastwoods Heldendrama auf überwiegend positive Resonanz, auch wenn einige Aspekte des Films, zum Beispiel die Charakterisierung der Nebenfiguren, etwas Potential verschenkt hätten. Doch was halten die moviepiloten von Sully? Haben euch Tom Hanks und Clint Eastwood überzeugt? Das finden wir nun heraus.

Erstmal gibts die harten Fakten zu Sully:

  • 28 Kritiker-Bewertungen mit einem Durchschnittswert von 6,9
  • 150 Community-Bewertungen mit einem Durchschnittswert von 6,7
  • 17 Kritiken und 14 Kommentare
  • 0 x Lieblingsfilm und 0 x Hassfilm
  • 342 Vormerkungen, 5 sind nicht interessiert

Das mochtet ihr an Sully:

Bei necrotorian (7,5) sorgt das Drama, trotz des bekannten Ausgangs der Geschichte, für Spannung und erfüllt seine Funktion als Hommage an Chesley Sullenburger:

Zugegeben, die Handlung des Films ist zwar sehr vorhersehbar (zumindest wenn man sich mit diesen Vorfall schon vorher befasst hat). Aber "Sully" soll einfach eine Art Denkmal sein und Chesley Sullenberger huldigen, der an diesem Tag 155 Menschen das Leben gerettet hat.

Besonders hervorheben möchte ich die Leistungen von Tom Hanks und Aaron Eckhart, die in diesem Film großartig spielen. Die Atmosphäre ist stets sehr ruhig aber die Spannung bleibt durch die Intensivität dennoch stets auf einem hohen Level.

Als Fazit lässt sich festhalten, dass "Sully" als Hommage an einen Helden auf ganzer Linie funktioniert.

Framolf (7) gefällt vor allem die Thematisierung der Untersuchungen, die in der Realität nur wenig Beachtung fanden:

Dankenswerterweise wird nicht einfach nur die Geschichte um Flug 1549 nacherzählt, sondern es werden Sullenbergers und Skiles juristische Scherereien im Nachgang der prominenten Ereignisse in den Vordergrund gestellt. Zwei Männer, die in der Öffentlichkeit als Helden gelten, müssen sich mit einer Untersuchungskommission herumärgern, die ihnen nicht gerade wohlgesonnen ist... Das ist zwar nicht der Stoff für das ganz, ganz große Kino, aber für ein formidables Drama reicht es allemal. Die prominente Besetzung verleiht dieser Verfilmung den richtigen Schliff. "Sully" ist kein Meisterwerk, aber ein gutes Drama ist es durchaus.

Laut MrDepad (7) trifft Regisseur Clint Eastwood genau den richtigen Ton und schafft es, nicht zu sehr in Kitsch zu verfallen. Auch Tom Hanks kommt in seiner Bewertung gut weg:

Mit Tom Hanks hat der Film den richtigen Schauspieler an seiner Seite, um Sully mit der nötigen Wärme darzustellen und auch die wohligen Klaviertöne auf der Tonspur rücken "Sully" gelegentlich in die Richtung eines manipulativen Melodrams, doch Eastwood inszeniert das Gesamtwerk ohne falschen Pathos, denn sein Plädoyer für die Menschlichkeit ist zugleich ein Plädoyer für die Stärke jedes Einzelnen.
Man könnte Eastwoods Film letztlich mit Sicherheit auch als Kitsch auffassen, doch "Sully" erzählt so dramaturgisch konzentriert wie reduziert von den emotional bewegenden wie moralisch spaltenden Facetten seines realen Vorbilds, flechtet dunkle, scheinbar auf ewig ins kollektive Unterbewusstsein vernarbte Post-9/11-Traumata einer ganzen Nation subtil mit in die Geschichte ein und verweigert sich auf angenehme Art der herkömmlichen, unnötig in die Länge gezogenen Biopic-Struktur, so dass dem Regisseur eine echte Überraschung geglückt ist.

Das hat euch an Sully nicht gefallen:

Big T. (5) sieht in der Vorlage nicht das nötige Potential für einen spannenden Spielfilm und schlägt stattdessen eine Alternative vor:

Es würde mir schwer fallen Sully mit einem Wort zu beschreiben, einfach aus dem Grund, da ich nicht weiß ob ich eher "langweilig" oder "überflüssig" wählen sollte.
96 Minuten um etwas zu erzählen, von dem jeder weiß, der nicht die letzten Jahre völlig abgeschottet gelebt hat, was passiert ist.
Chapeau für die Heldentat von Captain Sullenberger aber dem ganzen einen filmischen Gedenkstein zu geben wäre nicht nötig gewesen. Aber es scheint so, dass Hollywood wohl wirklich jede kleinste Story melken will damit nicht nur noch Remakes und Reboots die Kinos überschwemmen.

Wer ein gutes Pilotendrama sehen will spart sich Sully und greift lieber zum vier Jahre alten Flight mit Denzel Washington.

Auch inceptionfan (6,5) verleiht Sully das Prädikat "überflüssig" und hält den Film für zu kitschig:

[...] leider ist der Film irgendwie überflüssig. Aus dieser Geschichte hätte keiner gemacht werden sollen, weil sie einfach nicht genug Substanz bietet. Dabei fällt die Auflösung am Ende unfassbar belanglos und flach aus, während der Film sogar noch übertrieben kitschig und patriotisch wird. Beinahe wirkt es so, als hätten die Macher selbst nicht mehr gewusst, was sie hier eigentlich erzählen sollen. Es ist eben am Ende so eine amerikanische Heldengeschichte, mit der man hier in Deutschland nicht besonders viel anfangen kann.

Jenny von T (5,5) findet den Grundgedanken des Films durchaus vernünftig, doch die Umsetzung konnte sie nicht überzeugen:

Gegen die guten Absichten von SULLY lässt sich dabei zunächst einmal natürlich nichts einwenden. Im Gegenteil finde ich es löblich, den Faktor Mensch auf der Leinwand zu betonen, während wir in der Realität einander immer mehr zu bloßen Objekten degradieren. [...] Aber wie das mit guten Absichten nun einmal so ist: Nur, weil jeder sie für sein Handeln beansprucht, führen sie noch lange nicht ans Ziel. Nicht selten geht jede Glaubwürdigkeit verloren, wenn man meint, über die Steine auf dem Weg einfach hinweg fliegen zu können.
So erkläre ich mir, dass SULLY im Ergebnis anmutet wie ein Zerrbild, torkelnd zwischen (behaupteter) Dokumentation und Manipulation. Denn vermutlich niemand bei vollem Verstand würde Kapitän Chesley Sullenberger, der 2009 eine Maschine sicher (meint: Es gab weder Tote noch Schwerverletzte) auf dem Hudson River landete, den verdienten Respekt verweigern. Eastwood indes fällt rein gar nichts anderes ein, als in schnödester Fernsehoptik auf der Heldenhaftigkeit seines bescheidenen Protagonisten herumzureiten – ironischerweise, bis dieser fast tatsächlich unsympathisch wird. Und das wiederum will mit Tom Hanks in der Hauptrolle wirklich etwas heißen.

Fazit zu Sully:

Im Vergleich zu den Kritikern äußern sich die moviepiloten etwas negativer zu Sully. Unter anderem liegt das an Clint Eastwood, dessen patriotisches Heldentum unsere Community deutlich kritischer bewertet als die Filmexperten aus den USA. Auch dessen schmucklose Inszenierung langweilt viele der moviepiloten, während die Kritiker eher lobende Worte für die handwerklich saubere Regiearbeit fanden. Worin sich allerdings alle einig sind, ist die herausragende Leistung von Tom Hanks als Titelfigur. Insgesamt bewerten die moviepiloten Sully als solides, aber nicht herausragendes Biopic mit einem überzeugenden Hauptdarsteller.

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