Wenn man Netflix öffnet, wird man geradezu erschlagen von einer Fülle an Titeln, die nur darauf warten, endlich gestreamt zu werden. Das Angebot scheint endlos. Wenn man sich aber wirklich mal in die Tiefen des Katalogs begibt, stellt man schnell fest: So tief ist dieser gar nicht. Filmgeschichte findet bei Netflix kaum statt.
Umso schöner ist es, wenn dann doch einmal recht prominent ein Film in den Streaming-Vorschlägen auftaucht, der vor 1980 entstanden ist, etwa Die Kanonen von Navarone, ein US-amerikanisch/britischer Kriegsfilm aus dem Jahr 1961, der mit zahlreichen Stars aufwartet und eine mustergültige Abenteuergeschichte erzählt.
Neu bei Netflix: Darum geht's in Die Kanonen von Navarone
Angesiedelt ist diese Geschichte im Jahr 1943. Wir finden uns auf der Insel Kheros wieder, wo 2000 alliierte Soldaten auf Rettung warten. Die Ankunft der Evakuierungsschiffe gestaltet sich allerdings als knifflige Angelegenheit, denn die deutsche Wehrmacht hat auf der nahegelegenen Insel Navarone Küstengeschütze in Stellung gebracht.
Das mächtige Kriegswerkzeug kontrolliert den gesamten Abschnitt auf der Landkarte und hat bereits einige Opfer gefordert. Nun lastet die Hoffnung auf den Schultern eines kleinen Kommandotrupps, der Navarone infiltrieren und Kanonen ausschalten soll. Womöglich ist die Geheimmission aber längst zum Scheitern verurteilt.
Basierend auf dem gleichnamigen Roman von Alistair MacLean entfaltet sich Die Kanonen von Navarrone als klassische Kommando-Geschichte, bei der es in erster Linie um Action und Spannung geht. Gleichzeitig spielen die psychologischen Aspekte eine Rolle, wenn die Männer in brenzlige Situationen geraten und schwitzen.
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Perfekte Mischung aus Kriegsfilm und Abenteuer bei Netflix
Regisseur J. Lee Thompson bringt geschickt das Genre des Kriegsfilms mit klassischen Abenteuerelementen in Verbindung und schildert einen unerbittlichen Überlebenskampf, der durch Misstrauen und Verrat deutlich erschwert wird. Nicht nur hinter feindlichen Linien lauert der Tod. Sabotage kommt aus den eigenen Reihen.
Die Geschichte entfaltet sich in epischen 156 Minuten und wartet mit einigen moralischen Konflikten auf, die zusätzlich für Nervenkitzel in diesem Wettlauf gegen die Zeit sorgen. Dazu kommt eine brillante Besetzung: Gregory Peck, David Niven und Anthony Quinn führen ein Ensemble aus vielen großen Namen der damaligen Zeit an.
Kein Wunder, dass sich Die Kanonen von Navarone in einen gigantischen Kinohit verwandelte. Mit einem Budget von 6 Millionen US-Dollar konnte er seinerzeit 29 Millionen US-Dollar einspielen, was ihn zum zweiterfolgreichsten Film des Jahres 1961 macht. Nur West Side Story schnitt mit 44 Millionen US-Dollar besser ab.
Bei den Oscars gab es im darauffolgenden Jahr sieben Nominierungen und einen Gewinn für die besten Spezialeffekte. Das Vermächtnis von Die Kanonen von Navarrone lässt sich jedoch nicht bloß auf Zahlen und Preise reduzieren. Nur wenige andere Kriegsfilme haben sich dermaßen im Gedächtnis der Popkultur verankert wie dieser.
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Das Vermächtnis von Die Kanonen von Navarone
Videospiele wie Wolfenstein und Call of Duty haben sich hier inspirieren lassen, genauso wie Battlestar Galactica. Das Finale aus Arnold Schwarzeneggers Phantom Kommando ist sehr ähnlich, Samuel L. Jackson erwähnt die Kanonen von Navarrone in Pulp Fiction und sogar Wallace & Gromit verbeugen sich vor dem Klassiker.
1978 erschien eine Fortsetzung: Der Wilde Haufen von Navarone, auch bekannt unter dem Titel Force 10 – Die Spezialeinheit. Erneut diente ein Buch von Alistair MacLean als Vorlage. Gregory Peck und David Niven wurden als Hauptdarsteller ausgewechselt. Robert Shaw und Edward Fox übernahmen die Rollen aus dem ersten Teil.
Jetzt könnt ihr euch bei Netflix selbst ein Bild machen.