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Was Mass Effect mit Star Wars verbindet

Gebt dem EU von Star Wars eine Chance

Ja, Nihilus' Maske ist von Spirited Away inspiriert
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"Maaan, who really knows what goes on in a brilliant mind like that. Although, I can at least say this much; if nuclear world broke out and the world burned to ash, he'd still be standing." —Über Johan Liebert, Monster

Das Extended Universe, der Grund, wieso es Star Wars so gibt, wie es heute ist. Sicherlich auch ein großer Grund für die Existenz der neueren Filme – den Prequels eingeschlossen. Geschichtsunterricht? Gern.

2015 befand ich mich auf der vierten Noris Force Con in Nürnberg. Klare Highlights: die Panels. Sei's David Prowse, der von seinen etwas holprigen Star Wars-Erfahrungen erzählte, oder Timothy Zahn, wie er von den Anfängen von Erben des Imperiums sprach. Vielleicht war auch die Tatsache zutragend, dass ich mich aus Versehen ganz vorne hinsetzte, neben Panczak & Co, was mir klar wurde, nachdem ich völlig irritiert bemerkte, dass da doch irgendwie vertraute Stimmen neben mir saßen.

Zahn gilt für viele als eine der bedeutendsten Personen in der Geschichte von Star Wars. Für viele ist er der symbolische Vater des Extended Universe (ja, ich weiß, Legends, aber ich werde es weiterhin als EU bezeichnen). Sicher, da die Romanversion von Krieg der Sterne Monate vor dem Film veröffentlicht wurde, ist das EU de facto älter als die Filme selbst. Aber Zahn war es, der es zum Explodieren brachte, wohl im Zusammenarbeit mit West End Games und Dark Horse Comics. Je von ihm gehört? Der eine oder andere ganz bestimmt – (zu) viele nicht.

Nach der erfolgreichen originalen Trilogie erschienen einige Romane, einige darunter wurden auch schon damals in das damals noch sehr überschaubare EU implementiert, mit anderen Worten im Grunde offiziell. Aber Zahn war es, der das Rad zum Drehen brachte, als sein Agent ihn fragte, ob er nicht einen Star Wars-Trilogie schreiben wollte. Vorgaben – es soll nach der originalen Trilogie spielen. Mehr nicht. Damals war das noch ein ziemlich abgefahrener Gedanke, aber er nahm an, bislang völlig ohne Erfahrungen als Autor fremder Welten.

1991 erschien also Star Wars: Erben des Imperiums, 1993 der finale Teil der Trilogie. Fünf Jahre nach der Schlacht von Endor ist das Imperium nur noch ein Schatten seines Glanzes, die Truppen bestehen zum großen Teil nur noch aus jungen, unerfahrenen Soldaten. Das taktische Genie Thrawn gelang es jedoch, die zersprengten Mannschaften zusammenzubringen und der noch jungen Neuen Republik immer wieder schwere Rückschläge zuzufügen. Zu der Zeit ist Leia mit Zwillingen schwanger, die später als Jacen und Jaina Solo bekannt werden sollten.

Die Trilogie wurde ein immenser, bei den Romanen bis dahin nie dagewesener Erfolg und ließ einen neuen, gewaltigen, ja, Markt entstehen. Die Reihe findet häufig Platz auf Toplisten der besten Science-Fiction-Romane aller Zeiten und wird von Fans auch heute noch, wo es im EU allein sage und schreibe 400 Romane gibt, als eine der besten Reihen bezeichnet, die Star Wars je hervorgebracht hat. Indirekt ist Zahn also durchaus nicht ganz unschuldig an dem Erscheinen der Prequels, der letztendlichen Übernahme durch Disney und heute als legendär bezeichneten Spielen wie Star Wars: Jedi Knight 2: Jedi Outcast oder Star Wars: The Old Republic.

Eine große, für mich stets betonenswerte Besonderheit der Romanseite des EUs ist, dass es Freiheit zelebriert. Anders als es Hollywood, das ich gern synonym zu Disney verwende, vorzieht, werden nicht erst inhaltliche Pläne gemacht und dann Drehbuchautoren und Regisseure gesucht. Im Gegenteil – während durchaus einige derartige Aufträge entstanden, konnten Autoren auch einfach ihren Star Wars-Roman schreiben und dann einreichen. Mit viel Glück und der von George Lucas erstellten Regel, dass die Voraussetzung für eine Aufnahme die Berücksichtung all der anderen als offiziell verkündeten Romane ist, konnte jeder Star Wars extenden. Sicherlich einfacher ausgedrückt als es letzten Endes war, sonst gäbe es zehnmal so viele Romane, aber allgemein – toll. Selbstverständlich gibt es daher ein paar Widersprüche, vor allem dank der Filme, aber keine größeren. Die Klonkriege, Palpatine, Anakin Skywalkers jungen Jahre – das allerdings sind alles Dinge, die Lucas sehr früh als verbotene Zone erklärte.

Schließlich gab es in Lucasfilm ein eigenes Team, das die Kontinuität des EUs gewährleistete und überprüfte. George Lucas machte dem allerdings mit den Prequels kleinere Schwierigkeiten, da er die Geschichten erzählte, die er erzählen wollte. George Lucas:

Ich lese das Zeug nicht, ich habe keinen der Romane gelesen. Ich weiß nichts über diese Welt. Das ist eine andere Welt als meine. Aber ich versuche, es konsistent zu halten. Der Weg, den ich nutze, ist; sie haben eine Star Wars Enzyklopädie. Wenn ich mir also einen Namen oder etwas Anderes ausdenke, sehe ich nach, ob das bereits genutzt wurde.

Schade, ein wenig, aber respektieren tut er das Universum trotz alledem. Namen wie Kashyyk oder Coruscant (welcher übrigens von Zahn stammt) hat er in die Prequels übernommen und so den Büchern schon vor der für die einen dunklen, für die anderen gar nicht so richtig wahrgenommenen Legends-Zeiten Kanon-Gewicht gegeben, wenn auch bei weitem nicht so viel wie Star Wars: The Clone Wars oder die Kanon-Werke, für die das EU eine Schatzgrube an Ideen ist, aus der fleißig gegriffen wird.

So gibt es in der Serie einen Thrawn und Kylo Ren (anspielend auf den Droiden Kybo Ren im EU) ist im Grunde die entfernt filmische Entsprechung von Jacen Solo. Den Namen Ben teilt er sich allerdings mit dem Sohn Lukes und Mara Jades, der mehr nach seinem Vater kommt. Selbst Kylos Lichtschwert könnte aus dem EU stammen, und seine Maske ließ viele Theorien um eine Verbindung zu einem der wohl populärsten und in meinen Augen auch spannendsten Charakteren des gesamten Star Wars-Universums aufkeimen: Darth Revan. Der kann sich übrigens auch nicht entscheiden, ob dunkel oder hell. Interessant übrigens: soweit ich weiß offizieller Schöpfer: Drew Karpyshyn. Merkt euch das mal! :b

Interessant ist übrigens, dass die Romane zu den Prequels, die im Grunde EU sind, diesen sehr viel mehr Tiefe verleihen und wenigstens mir einen ein wenig besseren Blickwinkel verschafften. Es gibt kein nerviges CGI, es gibt keine übermäßig albernen Dialoge. Die Bücher sind klasse.

So, und das sollte eigentlich nur die Einleitung werden. Scheiße. Nun, trotzdem zum Wesentlichen, und zur Ausführung meiner Bitte.

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