American Gods - Das sagen die moviepiloten zur Fantasy-Serie

American Gods
© Starz
American Gods

Am kommenden Sonntag endet die achtteilige 1. Staffel von American Gods aus dem Hause Starz in den USA. Deutsche Zuschauer bekommen das Finale der Fantasyroman-Adaption nach Neil Gaiman einen Tag später via Amazon Prime zu sehen. Serienschöpfer Bryan Fuller und Michael Green ernteten seitens der Kritik vor allem für die visuelle Umsetzung teils euphorische Reaktionen.

Zum Abschluss von Staffel 1 fragen wir uns daher, wie ihr die u.a. mit Ian McShane und Emily Browning besetzte Serie eigentlich findet. Wie gewohnt haben wir für euch eine Übersicht aus positiven, wie negativen Kommentaren zu American Gods zusammengestellt.

Das hat euch an American Gods gefallen:

TheNewOrder (10,0) lobt die Serie gerade wegen ihrer möglichen Stiftung von Verwirrung für Buchunkundige und freut sich auf eine 2. Staffel:

Buchkenner blicken (selbstverständlich) von Anfang an durch, alle Unvorbelasteten aus meinem Freundeskreis sind sich einig, dass es oft schwierig ist festzustellen, worum es überhaupt gerade geht und wo das ganze hinführen soll.
Doch genau so soll es auch sein, denn das Buch verwirrt beim ersten Leseanlauf mindestens genauso, unterhält aber durch ausführliche Hintergrundgeschichten, ästethisches Wort und Bildspiel so ungemein, dass man das Buch (und dementsprechend auch jetzt die Serie) einfach nicht weglegen möchte.
Der Cast ist großartig, allen voran Ian McShane. Ich hätte mir keine bessere Besetzung wünschen oder vorstellen können. Ricky Whittle als Shadow Moon steht an vielen Stellen stellvertretend für die Zuschauer, so verwirrt wie er schaut.
Zu Mad Sweeney brauch ich wohl nichts sagen...einfach genial unterhaltender Charakter. Ich bin froh, dass die Serie wohl schon für eine zweite Staffel verlängert wurde und hoffe wirklich sie hält das Niveau weiterhin so aufrecht (wobei man das bei Bryan Fuller eigentlich annehmen kann. Schon Hannibal hatte ein einnehmendes Szenenbild und hohes Niveau (und Gorefaktor).)

Einst vom Buch enttäuscht, steht für 9wagg (8,5) nach drei gesehenen Folgen fest, die Serie weiterzuverfolgen:

Bin positiv überrascht, die ersten 3 Folgen waren schon mal unterhaltend. Vor einigen Jahren habe ich das Buch gelesen und bin tatsächlich wenig begeistert davon gewesen, entsprechend niedrig waren meine Erwartungen. Letztlich wollte ich nur mal reinsehen, was da geboten wird und tatsächlich ist das echt gut. Kommt nicht oft vor, dass mir eine Film-/Serienadaption besser gefällt als das Buch. Die Inszenierung ist gelungen und aufwendig, die Schauspieler hinterlassen einen guten Eindruck, kurzum ich bleibe dran.

Bei Heckenritter (8,0) geht es epistemologisch zu und sieht nach vier Episoden etwas Herausragendes:

[...]Mit dieser Fesselqualität der Unwägbarkeit ist American Gods jetzt schon
eine herausragende Erfahrung. Wer kann schon zwischen Tagträumen, Drogenrausch und dem Trip von Shadow Moon unterscheiden? Ist der
nordische Göttervater in Wirklichkeit ein Schleimer, nahezu verhungert an
der ausgetrockneten Quelle altisländischer Dichtung seiner Jünger?
Ohne Glaube sind die Götter nur noch Schatten, Geister. Was ich lediglich vermisse, sind die die Gottgestalten an die ich tatsächlich glaube. Den
Würfelgott zum Beispiel. Oder den Billardgott und den Filmgott. Man kann
nicht alles haben. Einsteigen lohnt sich, nach lediglich vier Folgen bin ich
heiß wie Spinne.

Das hat euch an American Gods gestört:

Mit dem Vorwurf des Style over substance und einer sich allzu langsam entfaltenden Geschichte sieht sich die Serie von Watsonkeeper (5,0) konfrontiert:

Leider mehr Schein als Sein. Hier wird mit Effekthascherei (die ich jetzt nicht einmal handwerklich gut gemacht finde) über eine qualvoll langsam (wenn überhaupt) entwickelnde Story hinweg getäuscht. Die Story ist voll mit Charakteren, die alleine aus ihrer Prämisse heraus natürlich schon interessant sind, aber jegliche Tiefe vermissen lassen. Hier ein Gott, da eine Göttin, dann sind sie wieder alle weg und werden nicht mehr erwähnt. Ich weiß momentan nicht, warum ich mich an dieser Stelle für den "Endkampf der Götter" interessieren sollte, wenn ich nicht mal mit einer einzigen Gottheit irgendwie vertraut gemacht worden bin. Sie sind mir de facto alle egal.[...]

Der Kritik seines Vorredners schließt sich auch howartwollowitz (5,0) an, hebt aber Ian McShane lobend hervor:

Ian McShane ist sehr charismatisch und gut aufgelegt.
Der Rest der Serie ist eher mäßig und hat außer vielen Effekthaschereien nicht wirklich etwas zu bieten.

Ob dieser Vorwurf auch für sie zutrifft, da ist sich AmeliaPond (ohne Bewertung) noch nicht sicher und will erst einmal abwarten, hadert in der ersten Folge aber ebenfalls mit der Regie:

Nach dem dämlichen Epilog wurde ich schon ziemlich von der aufdringlichen Inszenierung genervt, aber dank einiger optischer Kreativität und der Besetzung werde ich mal sehen ,was noch kommt. Und ob es sich hier tatsächlich um Style over Substance handelt, kann man nach der ersten Episode doch noch gar nicht wirklich beurteilen. Wie Serien nach einer (!) Episode dermaßen gelobt oder verrissen werden ist einfach nur lächerlich.

Das moviepilot-Fazit zu American Gods:

Der Kernkonflikt zwischen wohlwollenden wie tadelnden Meinungen zu American Gods kristallisiert sich mit einen Blick auf eure Kommentare recht deutlich heraus. Gerade die vielfach gelobte Inszenierung ist zwar auf der einen Seite auch für viele von euch ein wahrer Genuss. Andere sehen hierin aber vielmehr Style over substance. Ebenso scheiden sich die Geister an der von einigen als verwirrend bezeichneten Geschichte. Insgesamt stößt die Serie aber auch bei euch auf große Zustimmung.

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moviepilot Team
NeonFox Alexander Börste
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