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American Beauty - Eine Liebeserklärung

Bild zu American Beauty - Eine Liebeserklärung
© Universal Pictures Germany

Lange Zeit antwortete ich auf die Frage nach meinem Lieblingsfilm, dass ich keinen hätte, da es ja viel zu viele gute Filme gäbe. Aber dann sah ich vor ca. 2 Jahren American Beauty. Kein opulenter Fantasyfilm, kein Drama mit einem wichtigen Thema, wie Sklaven oder Aids (nichts gegen solche Filme). Dieser Film dreht sich um Lester Burnham (Kevin Spacey), einen ganz einfachen Mann mitten in seiner Midlife-Crisis; seine Frau und Tochter halten ihn für einen Loser. Und das ist er auch: ein Loser. Er ist unzufrieden mit seinem Job, er hat bei seiner Tochter versagt, in seiner Ehe läuft schon lange nichts mehr. Doch dann eines Tages lernt er Angela, die beste Freundin seiner Tochter kennen und verliebt sich auf den ersten Blick in sie. Von da an beschließt er sein Leben komplett umzukrempeln.

Die Story scheint auf den ersten Blick vielleicht ein bisschen merkwürdig: Ein 40-jähriger Ehemann und Vater, der sich in eine Teenagerin verliebt, das klingt vielleicht etwas pervers, wirkt im Film aber auf keinen Fall so.
American Beauty ist ein zutiefst menschliches Werk mit Lester und seiner Midlife-Crisis, der einem vielleicht gerade deswegen so sympathisch erscheint, mit der von allen angehimmelten Cheerleaderin, die in Wirklichkeit noch Jungfrau ist, mit der Tochter, die sich in den merkwürdige Außenseiter verliebt und der Vorstadtidylle, die doch nicht so idyllisch ist.
Alles in diesem Film passt einfach, die Musik, die so wunderbar die verlogene Idylle wiederspiegelt, die Schauspieler, die Ironie mit der Lester die ganze Geschichte erzählt. Hier wird schonungslos die Scheinheiligkeit, die in der Familie herrscht zum Vorschein gebracht. American Beauty zeigt so unverblümt die schönen und schlimmen Seiten des Lebens und entfaltet eine Wucht, die schwer zu beschreiben ist.

Neben der Menschlichkeit geht es allerdings auch um die Schönheit, die wir oft übersehen. Ganz kleine Dinge, wie eine Tüte im Wind, gelbe Blätter, die Haut der Großmutter, die wie Papier wirkt, so viele kleine Dinge, die wir oft nicht wahrnehmen, aber - wie Lester - hoffentlich eines Tages auch sehen können.

"I guess, I could be pretty pissed off about what happened to me. But it's hard to stay mad when there's so much beauty in the world. Sometimes I feel like I’m seeing it all at once, and it’s too much; my heart fills up like a balloon that’s about to burst. And then I remember to relax and stop trying to hold onto it. And then it flows through me like rain, and I can’t feel anything but gratitude for every single moment of my stupid, little life. You have no idea what I’m talking about, I’m sure. But don’t worry….you will someday.”
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You can't be a proper writer without a touch of madness, can you?

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