Amazon ändert Serien-Strategie und sucht nach einem eigenen Game of Thrones

Game of Thrones
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Game of Thrones

HBO hat mit Game of Thrones eine Serie geschaffen, die im hart umkämpften TV-Markt fast einzigartig ist. Während jedes Jahr mehr Serien produziert werden, immer mehr Anbieter ein Stück vom Kuchen abhaben wollen, schafft sie es, Millionen von Menschen termingerecht vor dem Fernseher zu versammeln. Die Unterhaltungen montagmorgens in der Büroküche sind ihr sicher. Amazon hat nun begonnen, seine Strategie zu ändern, um mit seinen Serien ebenso hohe Wellen zu schlagen wie die Fantasyserie von D.B. Weiss und David Benioff. Diese neue Ausrichtung kommt allerdings nicht ohne Verluste aus.

Als erstes Opfer musste Z: The Beginning of Everything dran glauben. Das Drama um Zelda Fitzgerald mit Christina Ricci wurde eigentlich um eine 2. Staffel verlängert. Amazon verwarf diese Pläne nun, um sich Serien für eine größere Zielgruppe zu widmen. Roy Price, Chef der Amazon Studios, sagte in einem Interview mit Variety:

[Wir wollen] große Serien, die auf der ganzen Welt wirklich etwas bewirken.

Damit meint er Serien wie Preacher von AMC oder American Gods von Starz, die Amazon außerhalb der USA exklusiv anbietet. Price sagt:

Die Entscheidung entstand aus der Analyse der Daten und Gesprächen innerhalb der Führungsebene. Wir schauen uns die Daten schon eine Weile an, und als Team haben wir uns immer mehr für den Einfluss der größeren Serien interessiert. Es ist ziemlich offensichtlich, dass es große Serien braucht, damit die Nadel ausschlägt.

Amazons kommende Serien

Schauen wir uns die kommenden Amazon-Serien und -Projekte an. Eins der ehrgeizigsten Projekte ist sicherlich die Krimiserie von Regisseur Kar Wai Wong und Drehbuchautor Paul Attanasio über organisiertes Verbrechen in Chinatown im 19. Jahrhundert in San Francisco. Ein anderes Projekt ist eine Comedyserie von Fred Armisen und Maya Rudolph. Armisen hat mit Portlandia eine Kultshow kreiert, Maya Rudolph ist als ehemaliges Saturday Night Life-Mitglied und Komikerin ebenfalls einem großen Publikum bekannt.

Darüber hinaus bestellte Amazon gleich zwei Staffeln von Amy Sherman-Palladinos (Gilmore Girls) The Marvelous Mrs. Maisel, die Romanadaption Tom Clancy’s Jack Ryan von Carlton Cuse (Bates Motel), Matthew Weiners (Mad Men) Anthologieserie The Romanoffs und eine bisher noch unbetitelte Serie von David O. Russell mit Robert De Niro und Julianne Moore. Allein mit der Ankündigung der Serie Black America hatte Amazon zudem schon Aufsehen erregt. Im Gegensatz zur umstrittenen geplanten HBO-Serie Confederate spielt sie in einer alternativen Welt, in der die befreiten Sklaven am Ende des Bürgerkriegs einen eigenen Staat gegründet haben.

Laut Variety könnte die neue Ausrichtung auch noch weitere Absetzungen zur Folge haben. Seit Transparent im Jahr 2014 Amazon Prime Video auf den Schirm vieler Leute gebracht hat, lässt ein weiterer Hit auf sich warten. Mozart in the Jungle konnte zwar einen Comedy-Golden Globe einsammeln, blieb aber ein Nischenprogramm. Und auch wenn The Man in the High Castle mit viel Interesse startete, wurde die Dystopie-Serie spätestens von Hulus The Handmaid's Tale überschattet. Seit Januar besteht bei Amazon daher eine eigene Abteilung für die Planung von Event-Serien aus den Genres Sci-Fi und Fantasy.

In den kommenden Wochen soll es weitere Ankündigungen geben, wohin die Reise bei Amazon gehen soll.

Was könnte das nächste Game of Thrones für Amazon werden?

moviepilot Team
maximahls Juliane Görsch
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