Tschick - Kritik

Tschick

DE · 2016 · Laufzeit 93 Minuten · FSK 12 · Drama, Komödie · Kinostart
Du
  • 7 .5

    Weiterer toller Film von Fatih Akin. Schöner Road Trip zur Persönlichkeitsentwicklung. Witzige Dialoge, interessante Nobodys als Darsteller. Ich finde den echt sehenswert.

    • 4

      So, jetzt kommentiere ich auch mal auf MP :-)
      Ich muss direkt vorneweg sagen dass ich ein großer Fatih Akin-Fan bin und dementsprechend zwangsläufig eine hohe Erwartung an jeden seiner Filme habe.

      Für mich ist Tschick sein definitiv schwächster Film, inwieweit das an der Geschichte liegt kann ich natürlich nicht nachvollziehen da ich das Buch nicht gelesen habe.
      Grundlegend ist mir das Alles zu sehr an den Haaren herbeigezogen.
      Mit meinen 30 Jahren habe ich die Teenager-Zeit auch schon seit ein paar Tagen hinter mir, aber eben auch noch nicht so lange dass man sich nicht mehr erinnern könnte.
      Vielleicht hätte ich den Film mit 13 mehr gefeiert, keine Ahnung.

      Die Dialoge zwischen den Jugendlichen klingen für mich ein bisschen so als ob ein realitätsfremder Sozialpädagoge versucht, die heutige Jugendsprache zu imitieren und dabei peinlich darauf achtet dass es nicht zu derb wird.

      Dass Fatih auch Komödie kann hat er mit Kebab Connection (so weit ich mich erinnere allerdings als Produzent und nicht als Regisseur) bewiesen. Prinzipiell verstehe ich, dass er aus der "Migranten-Drama-Ecke" raus und etwas anderes probieren möchte.

      Um mich als 30-Jährigen zu fesseln muss sich ein Coming-of-Age-Film schlichtweg mehr trauen. "Ken Park" z.B. ist mit seiner Geschichte um all diese zerrütteten Familie und den verstörenden Bilder sowohl schockierend als auch faszinierend. Bei Tschick ist mir das alles zu harmlos und hat etwas von Lausbuben-Geschichten.

      Natürlich ist es eine Roman-Verfilmung, was einen Regisseur bindet. Für einen verregneten Nachmittag wie heute aber ok

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      • 6

        Naja ich weiß nicht, macht auf jeden Fall wieder Lust auf Sommer und verreisen. Aber eigentlich ist in Tschick auch gar nicht großartig was passiert und die Hauptfiguren sind einem auch irgendwo ein bisschen egal. Für Teenies mag das vielleicht ein Film sein, mit dem sie was anfangen können : "Hast schonmal gef....?". Etwas mehr Inhalt hätte mir schon gefallen, ansonsten weckt er einfach die kriminelle Abenteuerlust, saufen, rauchen, Autos klauen, scheiße bauen und irgendwie damit durchkommen. Könnte mir vorstellen, dass sich dadurch der ein oder andere minderkomplexe Jugendliche verleiten lässt. Aber die Optik macht schon Spaß, 5.75 Punkte gibt´s ja leider nicht, als Bewertung, also bekommt er ne 6.

        • 8

          Genial umgesetzt. Exakt so hätte man sich das vorgestellt. Wahrscheinlich grade gut, dass man sich auf Talente bzw. unbekanntere Darsteller beschränkt hat. Wird dem hervorragenden Buch auf jeden Fall gerecht.
          Schade, dass der Autor dies nicht mehr mit bekommt.

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          • 8

            Wie zumeist bei Akin, ist das einzige, was ich kritisieren kann das Acting der Darsteller, welches er nicht immer so in die richtige Bahn lenkt. Hier sei das aber auch durch das Alter der Akteure entschuldigt. Und im Laufe des Films wissen sie auch oft zu überzeugen.
            Ansonsten ein unterhaltsamer, bunter Coming-of-Age-Film/Roadmovie, der oft mit bestimmten Klischees bricht und 90 Minuten lang Spaß macht.

            • 7 .5
              DerDed 02.03.2017, 19:20 Geändert 02.03.2017, 21:26

              Ganz toller Film, superschöne Bilder, bzw. Landschaften, das ganze mit richtig guter Musik, hat mir gefallen, der hätte auch gerne 15 Minuten länger sein dürfen.
              Familie, wo dann aber auch ein wenig traurig-und nachdenklichkeit mitschwingt, Freundschaft, (verwegene) Abenteuer, Zusammenhalt, auch ein wenig Traurigkeit und noch ein bischen Träumerei, war alles dabei was reingehört in einen schönen Jugendfilm.
              Ganz großes Schauspiel von allen 3 Hauptdarstellern.

              • 7 .5
                ginge 27.02.2017, 22:47 Geändert 27.02.2017, 22:51

                Es gibt ja doch noch Filmperlen aus Deutschland (und das ohne Überlänge)
                hab die hoffnung nach der Toni Erdman Gurke schon aufgegeben

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                • 7
                  balarama 26.02.2017, 20:42 Geändert 03.03.2017, 07:31

                  ein guter und teils lustiger Film, und natürlich ein Coming-of-Age-Film, kann man sich natürlich auch als Erwachsener anschauen, ist ganz amüsant, jedoch an vielen stellen viel zu oberflächlich, fehlt mir die Tiefe, auch das ende war nicht gerade der Renner!

                  • 7 .5
                    Der Siegemund 26.02.2017, 14:46 Geändert 26.02.2017, 15:17

                    Roadmovie Tag #1

                    "Tschick" hat sich nicht innerhalb von 3 Sekunden als deutscher Film enttarnt, also war ich ganz angetan davon zu sehen wie man hierzulande einen unterhaltsamen Roadmovie machen kann. Wenn ich auch Bedenken habe bezüglich FSK12, denn einiges was Maik und Andrej fabrizieren, ist nicht zur Nachahmung geeignet, gibt es auch vorbildliches bei diesem Abenteuer. Es geht um das Anderssein und trotzdem gut sein in der Schule, auch wenn die Eltern eine totale Katastrophe sind. Es geht um Freundschaft, die Welt mit anderen Augen sehen und dem sinnlichen Raum zu geben. Es geht um Ausbrechen aus dem Gewohnten, Coming of Age, Coming out, Freundschaft auf dem zweiten Blick. All das hat mich überzeugend unterhalten.

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                    • 8
                      Tortienator 25.02.2017, 16:16 Geändert 25.02.2017, 23:23

                      Bin überrascht. Hatte den Film überhaupt nicht auf dem Schirm.
                      Eine deutsche Kinoproduktion die von der ersten bis zur letzten Minute sehr gut unterhält. Das gibts ja nicht ganz so oft.
                      Die beiden Jungs und das Mädel haben durchweg überzeugt. Gerade in der Altersklasse wohl auch nicht selbstverständlich.
                      Hoffentlich sieht man sie bald wieder.

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                      • 7

                        Ein Film fuer alle die raus wollen. Ein Film fuer alle die ein Abenteuer suchen. Ein Film fuer alle die Freundschaft suchen. All dies Gibt und Akin mit Tschick. Zwar ist die Idee nicht neu und der Film hat waerend des Road-Trips jetzt nicht die wahnsinnig neuen Ideen, es kommt beim Schauen aber so ein Gefuehl von Freiheit auf. Ich glaube jeder von uns, besonders die Berufstaetigen haben das Beduerfnis mal alles stehen und liegen zu lassen und einfach wegzufahren. Dieses Beduerfnis wird hier gestillt.

                        Schauspielerisch holen Goebel und Batbileg fuer ihr alter wirklich alles aus ihren Rollen heraus. Besonders Goebel hat mich sehr begeistert. An den Darstellern merkt man erst die Perfekte Arbeit Akins, der ebenfalls wirklich schoene Landschaften gefunden hat.

                        Fazit : Alles stehen und liegen lassen und selber auf einen Road-Trip gehen, oder eben Tschick anschalten.

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                        • 6
                          uncut123 24.02.2017, 01:27 Geändert 24.02.2017, 01:27

                          keine minute langweilig...netter road movie

                          • 7 .5

                            So, mit einiger Verspätung kommt dann auch mein Kommentar zu diesem deutschen Kinojuwel.
                            Als begeisterter Leser der Romanvorlage von Wolfgang Herrndorf, die ich vor einigen Jahren mal zum Geburtstag geschenkt bekam, war die Verfilmung für mich auf jeden Fall interessant, auch wenn ich mich mit der Filmographie von Fatih Akin bisher kaum auseinandergesetzt habe. "Tschick" scheint für ihn allerdings auch untypisch zu sein, ist es doch sein erster Film, der sich explizit an ein jugendliches Publikum richtet.
                            Aber nicht nur für dieses ist er sehenswert (ich selbst gehöre der Zielgruppe ja schon längst nicht mehr an). "Tschick" ist ein unterhaltsames Coming-of-Age-Roadmovie, das vor allem von seinen gut aufgelegten Schauspielern getragen wird. Die beiden Jungdarsteller Tristan Göbel und Anand Batbileg gehen in ihren Rollen auf und wirken vollkommen natürlich. Sie sind die Idealbesetzungen für die Hauptfiguren. Erwähnenswert ist auch die tolle Nicole Mercedes Müller als vorlaute Ausreißerin Isa, die den Weg der beiden Jungen kreuzt. Die erwachsenen Darsteller in Nebenrollen sind auch sehr gut besetzt.
                            Der Film ist allgemein humorvoll gehalten und wird mitunter auch recht bösartig, nimmt sich zwischendurch aber auch Zeit für nachdenkliche Momente. Die sympathischen Hauptcharaktere, mit denen man sich leicht identifizieren kann, tragen die Erzählung. Ihre schräge Reise durch Deutschlands Hinterland zieht einen unweigerlich in den Bann. Für viel Unterhaltungswert sorgen die skurrilen Charaktere und Situationen, auf die sie im Laufe des Films treffen (wie beispielsweise eine eigenartige Großfamilie).
                            Der - für dieses Jahr - aktuelle Charts-Soundtrack dürfte natürlich vor allem der Zielgruppe zusagen, fällt aber auch nicht störend ins Gewicht und passt zu den Bildern. Ein tolles, originelles Element ist auch der animierte Abspann, der, nach dem eigentlichen Ende, die Geschichte in Comicform noch weitererzählt.
                            An die Vorlage wird sich größtenteils gehalten, erst gegen Ende weicht der Film davon ab, indem er ein für den Charakter Maik demütigendes Erlebnis vor seiner Schulklasse ausspart. Selbige Szene war für die Handlung jetzt aber auch nicht so essenziell. Der Ton des Buches wird jedenfalls perfekt eingefangen.
                            Gegen Ende werden die Ereignisse zwar etwas zu hektisch abgearbeitet und so richtig großartige Szenen gab's für mich letztlich nicht, aber insgesamt ist das hier ein sehr unterhaltsamer, nett gemachter Jugendfilm und eine würdige Umsetzung des Romans. Lohnt sich.

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                            • 6

                              Der Film "Tschick" hat bei mir ein Problem: Ich habe bereits eine Aufführung im Theater gesehen. Und die war meiner Meinung nach um einiges besser.
                              Der Film macht eigentlich gar nicht so viel verkehrt. er ist stellenweise witzig, hat gute Darsteller und ein gutes Drehbuch. Nur hat er eine andere Interpretation als das Stück, das ich gesehen hab. Und dieser melancholische schon fast poetische Hintergrund hat mich, bei gleichbleibender Thematik, mehr gefangen als der Film. Dieser ist mir persönlich zu glatt und einfach.
                              Insgesamt ein guter Film, den ich leider viel zu schnell wieder vergessen habe.

                              Wer die Chance hat sollte Tschick (ergänzend) als Theaterstück schauen. Ich empfehle die Aufführung am Oldenburgischen Staatstheater.

                              • 10

                                Den Überraschungshit des Jahres durfte ich heute im Kino genießen. Der Kritiker meines Vertrauens Robert Hofmann, hatte den Film schon in den höchsten Tönen gelobt, nun konnte ich mich endlich selber davon überzeugen.

                                Zur Geschichte:

                                Zitat von Moviepilot:

                                "Bis Tschick in seine Klasse kommt, hat der Außenseiter Maik Klingenberg (Tristan Göbel) keine Freunde. Der aus Hellersdorf stammende 14-Jährige hat zwar reiche Eltern, doch seine Mutter ist alkoholabhängig und sein Vater vergnügt sich lieber mit seiner jungen Assistentin. Die Sommerferien sehen für Maik entsprechend düster aus und nicht einmal zur Geburtstagsparty seiner Angebeteten Tatjana (Aniya Wendel) ist er eingeladen.

                                Erst der von allen gemiedene neue Schüler Andrej Tschichatschow (Anand Batbileg), der der Einfachheit halber nur Tschick genannt wird, bringt plötzlich Leben in Maiks drögen Alltag. Eines Tages steht er nämlich mit einem geklauten Auto, einem Lada Niva, vor der Haustür des Jungen und lädt ihn auf eine Reise ein, die zu seinem Großvater in die Walachei führen soll."

                                Angeblich ist die Romanvorlage in deutschen Klassen Pflichtlektüre und erfreut sich großer Beliebtheit, da ich bekanntlich aus Österreich bin, kannte ich dieses Buch bis zum erscheinen des erstens Trailers noch nicht.

                                Von Anfang an mochte ich die Figurenzeichnung der beiden Hauptcharaktere, welche ich als sehr realistisch, ehrlich und vielschichtig beschreiben würde. Klischees kommen,wenn nur in Form von Ironie vor. Das was man an Timing, Witz und Situationsdynamik in den meisten deutschen Filmen beklagen würde, umschifft der Regiesseur Fatih Akin zu jeder Sekunde gekont. Ist mir äußerst positiv aufgefallen.

                                Desweiteren ergibt sich der Humor aus den Situationen heraus, nichts wirkt zu konstruiert, als das man nicht glauben würde, dass das ganze nicht genauso passieren könnte. Die gesamte Geschichte ist glaubhaft erzählt.

                                Was mir besonders gefallen hat, ist die junge Freundschaft zwischen Tschik und Maik. Es wird sowohl das ernstere, als auch das komische in gleichberechtigter Weise zugelassen. Natürlich ist der Hauptteil eher lustig. Doch die nachdenklicheren Moment, welche dezent immer wieder eingestreut werden, fügen sich perfekt in die Story ein und wirken niemals deplatziert.

                                Ich bin generell ein großer Fan von Road-Trip-Filmen, weil es für mich die purste Form der Freiheit in Filmen und dem Leben darstellt. Der Film zeigt große, weite Bilder der unterschiedlichen Landschaften Deutschlands. Man kann mit den Jungs absolut mitfühlen, weshalb ihnen das so viel Spaß bereitet, die Welt zu erkunden und dem unerwarteten entgegen zu fahren.

                                Die kleine Nebenrolle von Nicole Mercedes Müller(Isa im Film) ist mir nachhaltig im Kopf geblieben. Sie spielt das klasse. Und fügt dem Thema Liebe eine tolle Nuance hinzu.

                                Alles in allem muss ich mir eingestehen, für mich gab es nichts zu meckern, ganz im Gegenteil, Tschick ist großartig. Und ich freue mich schon, wenn ich den auf BluRay zu Hause habe und ich ihn mir immer wieder und wieder anschauen kann. Könnte zu einem modernen Klassiker werden.

                                Von mir gibt´s 10 von 10 möglichen Punkten. Auf meiner Liste von 2016 schießt er damit knapp an The Revenant mit Leonardo DiCaprio vorbei und stößt in kurz Jahresende doch noch vom Thron. Aktuell somit der Film des Jahres für mich.

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                                • 7

                                  Wolfgang Herrndorf († 2013) schrieb dieses wunderbare Jugendbuch, als er schon gegen seinen tödlichen Hirntumor kämpfte. Ich liebe das Buch. Ich hatte Bedenken, ob FA diesen Film richtig umsetzen würde. Richtig oder falsch ist natürlich Blödsinn, weil die Adaption eines Bestsellers immer so eine Sache ist. Drehbuchautor Lars Hubrich hat einen guten Job gemacht.
                                  Der Film ist sehenswert.
                                  Einer meiner wenigen leisen Kritikpunkte: Einführung von Isa, dem Mädchen von der Deponie. Die läuft zu Beginn wenig überzeugend zu sehr aus dem Ruder (Stichwort: overacting).
                                  Alles andere hat u.a. doctorgonzo fein zusammengefasst.

                                  Ich empfehle an dieser Stelle dennoch, das Buch zu lesen - weil's am Ende eben doch der bessere, überzeugendere, authentischere Film ist.

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                                  • 7

                                    Von Berlin in die Walachei. Dit is von Marzahn aus jwd.

                                    Aber was will man machen? BER ist noch nicht fertig und Tegel ist in die falsche Richtung.

                                    Nun gut, das ist nicht das wirklich Problem unseres Protagonisten hier. Zerrüttetes Elternhaus, aber (noch) sehr liquide. Mama im Tennisclub und mit ner Wasserflasche voll Wodka, Respekt. Papa eher so der Baumagnat mit Absatzproblemen und kleiner Wutstörung, dafür einer Affäre.

                                    Wie es so ist ist die erzählende Hauptfigur, dem Alter entsprechend, in die Klassenschönheit verknallt, die gar nicht so sehr dolle ist. Aber was soll ein MIttdreißiger wie schon sonst über eine 15jährige Keule denken.

                                    Naja, jedenfalls ist der Typ ein Außenseiter und der einzige noch mehr außene Außenseiter (Spitzenreiter! - kapiert den noch jemand?) ist der neue Vogel in der Klasse, der erstmal gepflegt in die Schule kotzt. Nicht jeder Wodka passt morgens zum Müsli.

                                    Auf die Geburtstagsfeier der Angebeteten sind die beiden natürlich nicht geladen.

                                    Zeit für einen filmreifen Auftritt im coolsten Auto meiner Vorschulzeit - einem Lada Niva. Schließlich war ein Lada Niva, der sich in einen anderen Lada Niva verwandeln konnte und in dem eine Zeitmaschine eingebaut war der eigentliche Star in der 80er Serie "Die Besucher".

                                    Dann gehts tatsächlich auf die Suche nach der Heimat der Titelfigur. Die Walachei. Ohne Karte oder so. Wohlgemerkt, zwei knapp 15jährige Jungs in einem Lada Niva.

                                    Bei einer christlichen Mutti wird dann Futter abgegriffen, man selbst hat irgendwie nicht ganz clever die Proviantplanung gemeistert. Tiefkühlpizza mal eben so im Rucksack. Genial.

                                    Über Dorfpolizisten, Windräder, Adel auf dem Radel geht es weiter, irgendwann ist der Tank leer und man trifft ein etwas seltsames Mädel. Ein Protagonist kriegt Brüste zu sehen, dann schwört man sich ein Wiedersehen in der Zukunft und verfrachtet das Mädel in einen Bus in Richtung Tschechien.
                                    Unnötig zu erwähnen, dass unsere beiden Abenteurer bislang nur eine große Runde durch Brandenburg gredreht haben und von der Walachei noch ähnlich weit weg sind wie Brandenburg im Lexikon von der Walachei.

                                    Ein weiterer Coming of Age Film mag man denken und man läge nicht ganz falsch. Glücklicherweise ist "Tschick" viel weniger verkrampft und um "hui, guck mal, wie witzig und süß" Momente bemüht als viele andere Werke aus dieser Schublade.

                                    Ihm wohnt eine Toughness inne eine Art Stolz auf sich selbst und nicht das 100x mal gesehene "Man muss sich nur verändern". Daneben ist natürlich alles ein bisschen Schema F und das Ende in seinen Grundzügen so vorhersehbar wie ein neuerlicher Sonnenaufgang, aber in vielen Details eben trotzdem sympathisch und mit einer sehr guten Humorbalance versehen. Dazu sind die Jungdarsteller gleichermaßen gut drauf und authentisch. Daneben ist vor allem Uwe Bohm als Vater sehr überzeugend. Gefreut habe ich mich über Friederike Kempter als Anwältin und Alexander "Micha Ehrenreich" Scheer als Richter.

                                    Ein schönes Teeniefilmchen, das zu weiten Teilen auf allzugroßes Klischeeklopfen verzichtet. Ganz ohne scheint es in dem Genre eben nicht zu gehen, aber sie sind hier selten störend.

                                    Eingängig und sympathisch. Nicht unbedingt großes, aber in jedem Falle ordentliches Kino.

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                                      "Echt", "authentisch" und "real" wie immer bei Fatih, aber auch zu tschick und glatt.

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                                        Framolf 12.10.2016, 17:04 Geändert 12.10.2016, 17:06

                                        Akin bedient zwar nahezu alle Klischees aus dem Coming-of-age- und dem Roadmovie-Genre, sein Film weiß aber dennoch zu unterhalten. Die Geschichte wird charmant erzählt, der Soundtrack sorgt für die passende Stimmung. Akin verlässt sich auch bei "Tschick" auf sein Talent zur Erzeugung von Stimmungen und nimmt so den Zuschauer mit auf die Reise, auf die die beiden Protagonisten gehen. Wer "Im Juli" gut fand, wird auch "Tschick" mögen. Leider verhagelt er sich durch so manche Goofs eine noch bessere Bewertung für den Film, aber das ist jammern auf hohem Niveau.

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                                          Das tragikomisches Coming-Of-Age-Roadmovie durch die ostdeutsche Provinz um zwei jugendliche Außenseiter-Freunde ist ein durchweg sympathischer und unterhaltsamer Jugend- bzw. Familienfilm, der einfach Spaß macht und sogar auch an Klassiker wie „Stand by me“ erinnern lässt..
                                          Die beiden jugendlichen Darsteller sowohl von Maik als auch des Tschick agieren beide überragend, dabei nicht zu vergessen, die äußerst sympathische Nicole Mercedes Müller
                                          Eine Szene ist wohl besonders denk- bzw, erinnerungswürdig, weil diese einfach zu amüsant sein dürfte, eben als sich Maik vorstellt, wie er – vergleichbar mit den immer wieder gespielten Ego-Shootern – seinen Vater samt dessen neuer Geliebten (mit den Fingern) niederschießt.
                                          Der Film besitzt zudem eine entscheidende Aussage,
                                          bezüglich der allgemeinen(?/!) Attraktivität, die generell auf Mädchen wirken soll, eben Jungen mit offensichtlichem 'Bad-Guy-Image'

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                                            Bleibt dem Buch treu und erfrischt mit kleineren Änderungen weshalb es mehr lustig und weniger melancholisch wirkt

                                            • 6 .5

                                              Schöne Coming of Age-Kömödie aus deutschem Lande. Die Charaktere sind einem sofort sympathisch. Insgesamt kommt mir der Film aber zu kurzweilig vor und ich hätte gerne noch viel mehr erfahren. Jedoch gibt es auch immer wieder schöne Szenen, die einen durch ihre unverhohlene Ehrlichkeit zum Grübeln bringen (Klassenlehrergespräch, Langweiler-Debatte,...) Die Geschichte interessiert mich. Sicherlich werde ich deswegen nochmal zum Buch greifen.

                                              • 7 .5

                                                Schriftsteller Wolfgang Herrndorf schrieb im Juni 2011, mehr als ein Jahr nach der Diagnose seines Hirntumors per Blog-Eintrag, er habe "Briefe von Schülern einer Frankfurter Schule gelesen, die als Hausaufgabe ein eigenes 'Tschick'-Kapitel schreiben mussten und einen Brief an den Autor." Und weiterhin: "Wie ich das gehasst hätte in der Neunten. [...] Briefe an irgendwelche Idioten schreiben. [...] Aber alle ziehen sich wie ohne Mühe aus der Affäre, auch die beiden Rüpel aus der letzten Reihe." Herrndorf hatte ganz gut Ahnung davon, wie junge Pubertierende ticken und davon profitiert auch Fatih Akins Verfilmung von "Tschick".
                                                In zeitgemäß schicken Bildern schildert die biedere Inszenierung eine Lada-Odyssee der beiden 14-Jährigen Maik und "Tschick" hinein in den Sommer und heraus aus dem frustrierenden Schuljahr. Von einer schrulligen Situation zur nächsten hangeln sich die zwei hin zum Erwachsen-Werden. Solche Filme kennt man, genauso wie die zahlreichen Dialoge über "Parallelwelten beim Anblick des Sternenhimmels" und das vereinbarte "Wiedersehen an selber Stelle in 50 Jahren". Vor allem ist fraglich, ob das vermeintliche Zielpublikum - inzwischen ja vorwiegend aus Jahrgängen des 3. Jahrtausend stammend - die Komik hinter Richard Claydermans "Ballade pour Adeline" verstehen kann. Doch es macht Spaß, die Geschichte der beiden mit dem Hauch des Verbotenen mitzuverfolgen. Denn Akin platziert die hochsommerliche Atmosphäre gut auf der Leinwand, entnimmt bestimmte Situationen gekonnt dem typischen Alltag junger Menschen und lässt das Publikum ein halbes Dutzend Mal herzlich schmunzeln. Wohlfühl-Kino.

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                                                • 6

                                                  Eine gute Verfilmung eines wirklich guten Romans. Zumindest die ersten 70 Prozent der Buchvorlage wurden sehr originalgetreu verfilmt. Danach fanden sinnvolle Straffungen und einige kleinere, weniger sinnvolle Änderungen statt. Alles in allem vermag das Drehbuch zu überzeugen. Obwohl, oder gerade weil, es eine lustiger und weniger melancholische Stimmung als das Buch erzeugt. Die Rollen waren eigentlich durchgehend gut besetzt. Nur einige wenige Szenen wirken aufgesetzt, wie zum Beispiel die Verfolgungsjagd durchs Maisfeld und der durchgehend miese Fahrstil Tschicks. Alles in allem kein weltbewegender, aber doch ein guter Film, der einiges aber nicht lange nicht das Optimum aus der noch ein bisschen besseren Romanvorlage holt.

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                                                  • 6 .5
                                                    Mister_Modular 25.09.2016, 13:41 Geändert 25.09.2016, 13:59

                                                    Lausbubengeschichte. Gut gemacht, nett anzusehen, in sofern ist daran nichts auszusetzen. Aber genau da liegen gleichzeitig auch die Defizite von tschick.

                                                    Ich habe den Roman als einen Sprung ins Unbekannte in Erinnerung. Der 14-jährige tschick kommt mit Wodka-Fahne zur Schule, tschick und der gehemmte Außenseiter Maik klauen ein Auto und treiben wie Tom Sawyer und Huckleberry Finn durch die ostdeutsche Provinz. Was im Roman haarsträubend ist, wirkt hier lustig. Ist ja auch nicht verkehrt, aber ich hätte mir etwas mehr Drastik gewünscht. So kann man den Film auch bedenkenlos im öffentlich-rechtlichen Fernsehen zeigen.

                                                    Erinnert Ihr Euch an Detlef Bucks Knallhart? So hätte ich mir tschick gewünscht! Mit Jenny Elvers-Elbertzhagen als Maiks versoffene Mutter. Und auch der Soundtrack war um Klassen besser. Habe ich da im Abspann etwa den unsäglichen Popmusikimitator Jan Delay gehört?

                                                    ▲ Top