The Lesson - Kritik

The Lesson

GB · 2016 · Laufzeit 93 Minuten · FSK 18 · Horrorfilm, Thriller
Du
  • 4

    Nicht für die Schule, sondern für das Foltern lernen wir...

    Die erste halbe Stunde liefert THE LESSON eine gemächlich inszenierte Studie über britische Problem-Teenies ab. Sie benehmen sich unsagbar assozial, randalieren, klauen und haben nicht einmal vor ihren Lehrern den geringsten Respekt. Aber wir sehen zumindest bei einem von ihnen auch, wie es ihm zuhause ergeht. Man beginnt zumindeset ansatzweise zu verstehen, dass diese Kinder nicht von Natur aus so verroht sind, sondern ihr Umfeld eine wichtige Rolle spielt, in dem sie wenig Positives erfahren.

    Schnitt. Plötzlich finden sich zwei der respektlosen Jungs entführt und an Schultische gefesselt in der Gewalt eines Mannes wieder, der ihnen eine Lektion erteilen will. Auch bei ihm stellt man sich die Frage, ob er von Natur aus ein Sadist ist oder ob ihn die Jugendlichen durch ihre jahrelangen Provokationen zu diesem Schritt getrieben haben. Konnte man THE LESSON zu Beginn noch als langatmige Sozialstudie abtun, macht der Film nun eine 180 Grad Drehung zu brutalstem Torture Porn. Wer auf eine hohe Splatterquote aus ist, kommt auf jeden Fall auf seine Kosten, denn hier wird fleißig in Großaufnahme durchbohrt und geblutet.

    Noch fließiger wird geredet. Ich will jetzt nicht zu viel vorweg nehmen, aber der Entführer will seinen Opfern einiges an Wissen einhämmern. Wortwörtlich. So weit so gut, allerdings können die amibitionierten Monologe nicht darüber hinwegtäuschen, dass in dem Film ziemlich wenig Handlung steckt. Viele Szenen sind überflüssig in die Länge gestreckt worden, so als hätte man eigentlich nur Stoff für einen Kurzfilm gehabt. Als solcher hätte THE LESSON denke ich besser funktioniert, denn die Handlung gefiel mir. Selbst die Foltermethoden variieren aber so wenig (im Grunde sogar gar nicht), dass sie mich trotz ihrer Härte schon bald langweilten. Das Finale reißt dann noch mal ein bisschen was raus, aber dieses Tempo hätte ich mir auch für den Rest des Films gewünscht. So bleibt er für mich leider trotz gelungenem Konzept nur unterdurchschnittlich.

    • 5
      999CINEASTOR666 05.04.2017, 12:52 Geändert 07.04.2017, 16:40

      The Lesson / GB / 2015

      >>> mit Vorsicht zu genießen /// enthält möglicherweise Spuren von leichten Spoilern <<<

      Der desillusionierte Lehrer Mr. Gale (ROBERT HANDS) hat genug davon zum wiederholten Mal von seinen Schülern terrorisiert zu werden. In Folge der Erniedrigungen geht er zum Äußersten und entführt Fin (EVAN BENDALL) und Jake (TOM COX), zwei der schlimmsten Querulanten. Eine Lektion der blutigen Art folgt, denn wer nicht hören will, muss fühlen!

      Bei THE LESSON handelt es sich um einen klassischen Independent-Horrorfilm, der mit verhältnismäßig wenig technischem und inszenatorischem Aufwand auskommt, aber dennoch eine gewisse Intensität besitzt. Es wird versucht ein Coming of Age-Drama mit einem Torture Porn zu verbinden. Also ein Porträt einer wütenden und perspektivlosen Jugend zu entwerfen, der Bildung nicht als höchstes Gut gilt und deswegen gemaßregelt werden muss, um ihr Tugend und Respekt einzubläuen.

      Der Film beginnt relativ unscheinbar und die beiden Rowdys bekommen etwas Hintergrund. Insbesondere der Figur des Fin wird große Aufmerksamkeit geschenkt und man sieht unter welchen Umständen und Verhältnissen er aufzuwachsen hat. Das wirkt anfangs schon etwas zäh, ist aber ungeheuer wichtig, damit die Handlung Sinn bekommt. Die Lehrstunde, die diesmal unter den Bedingungen des Lehrers abläuft, besitzt einen hohen Dialoganteil, der Tiefsinnigkeit, Cleverness und In­tel­lek­tu­a­li­tät fingieren soll und wird mit wenigen, aber blutigen Foltereinlagen verziert.

      Letzten Endes hat meines Erachtens die Kreuzung dieser zwei so unterschiedlichen Komponenten nicht optimal funktioniert. Davon abgesehen, dass Spannung kaum bis gar nicht erzeugt wird, fehlt THE LESSON für einen anspruchsvollen Horrorfilm ausreichend Anspruch und für einen verstörend gewalttätigen Torture Porn die verstörende Gewalttätigkeit. Deswegen schneidet THE LESSON für mich nur mittelmäßig ab, obwohl der Ansatz ziemlich gut ist und einige Dialoge doch sehr interessant sind.

      15
      • 2 .5

        Krude Low-Budget-Mixtur aus Torture-Thriller und Milieu-Studie, mit verkümmerten Meta-Versuchen die ans Lächerliche grenzen. Einem mehr als nur desillusionierten Pädagogen brennt nach 20 Jahren das Oberstübchen durch. Die beiden schlimmsten Klassen-Rowdies werden kurzerhand entführt, um ihnen im Hobbykeller drakonische Nachhilfestunden in Literatur, Geschichte und Sozialkunde zu erteilen. Da wird der Stoff von Herr der Fliegen im wahrsten Sinne des Wortes eingehämmert und irgendwie soll der Schmu wohl tatsächlich eine Art Allegorie (ja, auch solche Fremdworte werden dort gepaukt, gut aufgepasst) auf die drastisch vermittelten Inhalte darstellen, wofür man allerdings verdammt viel schlechte Fantasie benötigt. Als simpler Genre-Film völlig unbrauchbar, da extrem geschwätzig, aufdringlich pseudo-intellektuell und wahnsinnig spannungsarm, der wohl angepeilte höhere Anspruch würde niemals die Versetzung schaffen. Brutaler Folter-Sadismus belesen clever gequatscht, mehr als nur unglaubwürdig konstruiert und an vielen Stellen mit absolut sinnlosen Szenen gerade so auf die üblichen 90 Minuten gestreckt. Da haben nicht nur die blöden Schüler einen Nagel im Kopp.

        18
        • 6 .5

          Hat mir gefallen.
          Intensives Erlebnis mit faszinierenden Dialogen.

          Ende war ok. Nicht sonderlich gut aber auch nicht schlecht.

          1
          • 7

            Kleiner, gemeiner und sehr spanndender Torture Porn, der seine Gewalteruptionen in einem überschaubaren aber intensiven Rahmen hält. Mit der Ausgangssituation verhebt sich der Film leider etwas, weil der Lehrer zu oft zwischen purem Sadismus und pädagogischem Auftrag hin und herpendelt, um komplett für voll genommen werden zu können, trotzdem durchzieht dieses Kammerspiel ein schöner Spannungsbogen.
            Das heißt nicht, dass er nicht auch offensichtliche Schwächen hat, wenn er immer wieder an völlig unpassenden Stellen durch ziemlich egale und langweilige Backgroundstories unterbrochen wird, die weder der Geschichte noch den Figuren irgendwie weiterhelfen. Und trotzdem hat mich THE LESSON gut unterhalten, hatte einige Badass-Effekte und der Bruderstreit rundete das ganze menschlich ab, auch wenn der Sprung der jungen Dame von einem Bruder zum anderen nicht ganz glaubwürdig gemacht werden konnte.
            Vor allem das herrlich absurde Ende reißt vieles raus, wenn das jungverliebte Paar sich erst an der Bibliothek ihres Peinigers bereichern (und damit seiner verqueren, blutigen pädagogischen auf merkwürdige Weise recht geben und sich dann auf dessen Bett zum ersten gemeinsamen Sex hinwirft. Schön. :)

            4
            • 7 .5

              Im ruhigen Stil der Serie Dates gehalten, geht es im Horrorthriller langsam voran und findet sein Highlight im Klassenzimmer einer Garage. Der Hauptproganist, eine Reinkarnation des jungen Ronaldos, findet sich dort wieder, seine scheinbare Liebe folgt. Ein grandioser
              Robert Hands als Mr. Gale kundschaftet den Wahnsinn aus. Der Film erzählt trotzdem eine klassische Geschichte des Lebens Jugendlicher und junger Erwachsener in England. Untermalt mit sphärischer schöner Musik Richtung Elektro.

              1
              • 5

                [... Regie-Neuling RUTH PLATT versucht im ersten Spielfilm die Ursachen dafür zu ergründen, was Schüler dazu treibt Lehrer zu schikanieren und wie es dazu kommen kann, dass Lehrer plötzlich rot sehen. Einige Interpretationsansätze sind ganz interessant; dennoch stiert THE LESSON zu angestrengt Richtung Torture-Genre und zeigt schmerzhafte Quälerei von Minderjährigen. Im Geschrei der Opfer verliert die anfänglich aufgegriffene Gesellschaftskritik ihre Wichtigkeit. Das macht THE LESSON austauschbar ....]

                Eine komplette Kritik gibt es auf dem Horrorblog FILMCHECKER.

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