Sandy Wexler - Kritik

Sandy Wexler

US · 2016 · Komödie
Du
  • 6

    Die großzügige Narrenfreiheit, mit der sich Adam Sandler in insgesamt acht Filmen unter dem Dach des Streaming-Dienstes Netflix austoben darf, bringt auch in der mittlerweile dritten Veröffentlichung aus diesem Deal weiterhin seltsamste Irritationen zum Vorschein. Wer den umstrittenen Komiker und Schauspieler nach Filmen wie „Jack and Jill“, „That’s My Boy“ oder den beiden „Grown Ups“-Teilen, in denen Brachialhumor der geschmackloseren Sorte dominierte, endgültig verteufelt hat, dürfte von „Sandy Wexler“ abermals überrascht werden.
    Als Mischung aus romantischer Komödie, einem Einblick ins wahnwitzige Showgeschäft des Los Angeles der 90er Jahre und einem exzentrisch-verschrobenen Charakterporträt lässt sich der Film zwar grob umschreiben. Bei näherer Betrachtung und schon nach kurzer Zeit offenbart sich das Werk unter der Regie von Steven Brill aber viel mehr als absurder Entwurf einer schrägen Parallelwelt, in der es sich Sandler nach Lust und Laune bequem macht und nach seinen ganz eigenen Regeln spielt.
    Wie gewohnt stellt „Sandy Wexler“ für den Hauptdarsteller in erster Linie die Möglichkeit dar, unzählige Stars vor der Kamera zu versammeln, von denen viele Auftritte eher als Cameos zu verbuchen sind. Durch das muntere Schaulaufen bekannter Gesichter, die einem in den Sandler-Filmen der letzten Jahre wiederholt begegnet sind, strahlt Brills Film einen bewusst familiär gehaltenen Tonfall aus, der durch den naiv-unbekümmerten Umgang nur noch weiter verstärkt wird.
    Neben erwartbaren Stammgästen wie Kevin James, Rob Schneider oder Terry Crews ist es aber Sandler selbst und seine Darstellung der titelgebenden Hauptfigur, die den Schlüssel zum Zugang in diesen Film darstellt. Das aus der Mode und aus der Zeit gefallene Erscheinungsbild sowie die bizarr überspannte Stimme des Talentmanagers werden dabei nur noch von dessen charakterlichen Ticks und Macken übertrumpft. Sandler spielt diesen Sandy Wexler, der an seinen realen Manager Sandy Wernick angelehnt ist, als nahezu unerträglichen Zeitgenossen, der lügt wie gedruckt und sich in fast jedem seiner Sätze selbst widerspricht.
    Gleichzeitig besitzt er ein Herz aus Gold, das fast ausschließlich für seine Klienten schlägt. Zeigt sich bei ihnen Erfolg, stellt sich bei Sandy eine kindliche Verzückung ein, die er seinem Umfeld überdeutlich zum Ausdruck bringt. Diese Figur, die Sandlers typischer Vorliebe für vernachlässigte, von der Gesellschaft mit Missachtung gestrafte Außenseiter entspricht, ist das wild wuchernde Zentrum von „Sandy Wexler“. Und es funktioniert, da der Schauspieler seine Rolle mit all ihren offensichtlichen Mängeln und Schattenseiten ernst nimmt und seinem Publikum auf konsequente Weise näher bringt.
    Aufgrund ihrer markanten Widersprüchlichkeit nimmt die Hauptfigur somit auch den Charakter der gesamten Ereignisse um sie herum ein. In der Handlung, die sich zu einem großen Teil um das Verhältnis zwischen Sandy und seiner neuen Klientin, der aufstrebenden Sängerin Courtney, dreht, findet kitschige Romantik beispielsweise ebenso ihren Platz wie eine kurze Splatter-Einlage. Anstößiger Gross-out-Humor weicht dabei vollständig einer Spielwiese von kleineren Anti-Pointen, provokant ausgedehnten Späßen und einem herrlich abstrusen Running-Gag, während das nostalgisch gefärbte Setting das Lebensgefühl der 90er vortrefflich einfängt.
    Ein wesentlicher, negativer Nebeneffekt dieses anarchischen Freifahrtscheins zeigt sich hingegen in Form der episch aufgeblähten Laufzeit von 130 Minuten. Vor allem im letzten Drittel erweist sich der Streifen hierdurch als Ausdauertest, der vorangegangene Konzepte widerkäut, erzählerisch ohnehin längst auf der Stelle tritt und unnötig behäbig in den Abspann überleitet. Um eine gute halbe Stunde gekürzt wäre „Sandy Wexler“ der beste Sandler-Film seit langer Zeit geworden.

    7
    • 6 .5

      Das ist alles Sandlers Masche, die Running Gags endlos zu wiederholen, aber es ist überraschenderweise auch einnehmend und oft ziemlich witzig. Auf eine überzogene Art und Weise fühlt sich das echt an. [Jesse Hassenger]

      • 5

        Wie fast jedes Projekt Sandlers ist dieses eine verrückte Ode an einen Mann, der nicht erwachsen werden will und der seine halbherzigen Bemühungen mit Kunst verwechselt. [Keith Uhlich]

        • 4

          Adam Sandler sammelt für sein Porträt von Sandy Wexler duzende Stars um sich, um ein rostiges Porträt abzuliefern. [...] Der Humor geht meistens daneben, [...] dennoch dient der Film als Tribut. [Peter Debruge]

          • 5

            Uff - ich machs kurz. Startet gar nicht übel. Die Ideen und der Humor wirken zunächst recht frisch und unverbraucht auf mich. Doch leider bläst man diese nette Idee gewaltig weit auf. So bekommt der lustige Ballon Risse. Letztlich platzt er, weil interessanter Stoff für die letzte Stunde nicht mehr überzeugend zuammengeklaubt werden kann. :-/ Der Film ist gefühlt 45 Minuten zu lang. Gegen Ende wird man von Schema F und Beziehungssülz aus der Mottenkiste plattgewalzt. *zzz* Nichts gegen Emotion, aber es wirkt krass konstruiert und berührt mich leider kein Stück. Es dauert einfach nur. :)) Die nette Message hätte so viel mehr Kraft, wenn man das Ganze etwas knackiger verpackt hätte. Kann man gucken. Die erste Hälfte hat mich solide unterhalten. Gegen Ende war mir nach einer Mütze Schlaf. Adam wirkt jedoch durchweg sympathisch, was gar nicht mal so leicht zu bewerkstelligen ist, wenn man so 'nen schrulligen Vogel mimen muss. :) Sandys beklopptes Lachen hat mich ab und an mitlachen lassen. Stilistik und wechselndes Erzähltempo stellen sich munter selbst ein Bein. Wieso versucht man sich so grässlich ernst zu nehmen, wenn das doch ganz offensichtlich nicht zur Grundidee und der anfänglichen Präsentation passen will. Coole Idee - fade Umsetzung. Am besten haben mir Wexler und Terry Crews Frise gefallen. ;D Kein Beinbruch, aber nicht so der Wurf.

            15
            • 6

              Dritte Zusammenarbeit zwischen Netflix und Sandler und zugleich auch der bisher beste Output. Sicherlich nur für eingefleischte Sandler-Fans wirklich empfehlenswert, wagt man mit diesem Pseudo-Biopic einen Schritt zurück in die 90er (nicht nur inhaltlich), sodass Sandler ebenfalls wieder die Rolle eines leicht zurück gebliebenen (Waterboy-)Typen zum Besten geben darf. Damit dürfte er alle Nicht-Fans eh schon von Vornherein abschrecken, alle anderen können sich hingegen auf einen grundsätzlich sympathischen Film freuen, bei dem der gewohnte Dampfhammer-Humor eine untergeordnete Rolle einnimmt. Zwar böte sich ein kritischer Blick auf das Showbusiness im Angesicht der parodistischen Anlage der Story durchaus an, doch sollte man bei einem Sandler-Film keine Wunder erwarten. Und so bleibt die Devise: Wenig erwarten, mehr bekommen.

              • 3

                Sandy Wexler dauert viel zu lang und hat auch Probleme, die dünne Story zu Ende zu bringen. [Dani Maurer]

                • 0

                  WOW. Respekt an Adam Sandler. 0 von 10 Punkten wegen Filmabbruch nach 40 Minuten. Das ist bisher der schlechteste von seinen 3 Netflix-Filmen. Macht besser einen großen Bogen darum.

                  • 2 .5

                    "verkauf alle apple-aktien und investier in kleine regionale buchhandlungen..." da habe ich kurz ansatzweise geschmunzelt.

                    • 6

                      Garnicht mal schlecht.Gefallen haben mir vor allem die Szenen in denen Adam Sandler und Jennifer Hudson gemeinsam zu sehen sind.

                      2
                      • 2 .5

                        Sandler hat und hatte irgendwie immer ne Art Kindheits-Bonus, weil zwischendurch immer mal Filme dabei waren, die zwar stumpf waren, aber man konnte drüber lachen. Und bei "Click" kann man sagen was man will, aber der war super. Deswegen hat man sich auch mal Sandy Wexler angetan und Halleluja, was für ne Scheiße das nur geworden ist. Da war sogar der Western letztens, den er auch mit Netflix verzapft hat, besser. Und das soll schon was heißen. 2h Lebenszeit verballert.

                        1
                        • 3 .5

                          Ein durchschnittlicher Sandler-Film. Kennste einen, kennst Du alle. Allerdings wird das Niveau von seiner deutschen Synchronstimme (spricht, als wäre er komplett besoffen) deutlich heruntergezogen, dass es dann doch nur schwer erträglich ist.

                          • ?
                            freakualizer 15.04.2017, 14:24 Geändert 15.04.2017, 14:26

                            Egal ob er produziert, die Hauptrolle spielt oder Regie führt.
                            Adam Sandler- nein danke!
                            (Verdammt, wohin ist denn der "Kein Interesse-Button" schon wieder verschwunden? Edit: Gefunden! ;))

                            • 5

                              beim waschbär und wo die beiden am tisch sitzen und verhandeln...da konnt ich lachen 2 sachen in 2 stunden

                              • 9

                                Adam Sandler ist und bleibt für mich der King des Klamauks. Zugegeben, dieser Film schlägt in eine ganz andere Richtung ein, als das was man von ihm gewohnt ist. Und er braucht auch ein bisschen, bis er das Sandler-Tempo erreicht hat, aber dann...
                                Dieser Film spielt in den 90er Jahren und hat auch ein schönes und authentisches Setting. Die Musik zum Film ist auch sehr gut gelungen.

                                Die Ergebnisse aus der Zusammenarbeit mit Netflix finde ich sehr gut. Auch 'The ridiculous Six' und 'The Do-Over' sind meines Erachtens nach gelungene Filme aus dieser Zusammenarbeit. Und auch das Publikum scheint ihn und seine Werke zu lieben. Nicht ohne Grund also, dass Netflix den Vertrag mit Sandler von vier auf acht Filme verdoppelt.

                                Was soll man noch großartig dazu sagen? Entweder man hat eine tiefe Abneigung zu Sandler oder man liebt ihn - so wie ich es tue. Ich freue mich, auf jeden Film, den Sandler und schenkt.

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                                • 6

                                  [...] Zu Anfang möchte man noch meinen, dass Steven Brill (Little Nicky – Satan Junior), mit dem Adam Sandler nun bereits zum vierten Mal zusammenarbeitet, für die Figur des Sandy Wexler in erster Linie Spott übrighat. In wiederholt einstreuten Interview-Montagen dürfen sich namhafte Persönlichkeiten wie Jimmy Kimmel, Quincy Jones oder Conan O'Brien darüber auslassen, wie eigenwillig, aber letztlich auch unbedeutenden Sandy Wexlers Werdegang als Talentmanager doch ist. Tritt die mit einer Engelsstimme gesegnete Courtney (Jennifer Hudson, Dreamgirls) jedoch auf den Plan, gewinnt der Films zusehends an (zwischenmenschlicher) Balance und amüsiert sich nicht mehr permanent über das aufdringliche Lachen des (zuweilen doch recht anstrengenden und notorisch lügenden) Protagonisten, sondern erzählt von Einsamkeit und der Bürde, zu viel Menschlichkeit in einem Metier zu besitzen, in dem es in erster Linie um Kommerzialisierung und Imagepflege geht. [...]

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                                  • ?

                                    ... wenn ich den Plot überfliegen, scheint es, also würde sich Netflix mittlerweile nicht einmal mehr die Mühe machen wollen, die Auftragsarbeit mit Sandler in irgendeiner Form in eine sehenswerte Bahn lenken zu wollen!
                                    Es brüllt ja nahezu "0815" oder schlimmer noch (mittlerweile zumindest) "typisch Sandler!"

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