Alles steht Kopf - Kritik

Inside Out / AT: The Untitled Pixar Movie That Takes You Inside The Mind

US · 2015 · Laufzeit 95 Minuten · FSK 0 · Animationsfilm, Komödie, Fantasyfilm, Abenteuerfilm, Drama · Kinostart
Du
  • 9

    Pixar-Filme sind in ihrer Machart wahrlich ein Unikat. Zuerst werden dir liebenswerte Charaktere in dein Hirn gebrannt, danach wird dann mit deinen Emotionen jongliert. Vielleicht ein psychologischer Trick, aber auf jeden Fall auch ein einzigartiges Filmerlebnis für Jung & Alt.

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    • 8

      Stereotype Charaktere, die eigentlich nur eine einzige Emotion verkörpern sind im Kino ja nix neues. Esel aus Shrek und im Grunde Shrek selbst sind da Paradebeispiele.
      InPixara "Alles steht Kopf" stellen diese einmaschig gestrickten Charaktere nun verschiedene Facetten des Charakters einer einzigen Person dar.
      Der Film spielt zum Größten Teil in der „Schaltzentrale“ des Gehirns der 12 Jährigen Riley, in der Freude, Wut, Ekel, Kummer und Angst die Knöpfe drücken und so für situationsangemessene Reaktionen seitens Riley sorgen.
      Als Rileys Eltern umziehen und gemeinsam mit ihrer Tochter das alte Leben zurücklassen wird natürlich die kleine blaue ewig betrübte Kummer aktiv und färbt unbeabsichtigt abermals freudige goldene Erinnerung in ein melancholisches, trauriges Blau. Dies führt zu einer Auseinandersetzung mit der immer lächelnden Freude die sich natürlich eine fröhliche Riley wünscht.
      Es kommt zu einem Handgemenge welches die beiden weit außerhalb der Schaltzentrale befördert.
      Dies hat natürlich dramatische Auswirkungen auf Riley, die nun allein von Angst, Ekel und Wut getrieben wird.
      Freude und Kummer machen sich auf einen langen und beschwerlichen Weg zurück in die Kommandozentrale, um Riley ihr Lächeln zurückzugeben.

      Ganz Pixar typisch werden nicht nur Kinder an diesem Film ihre Freude haben.
      Ohne zu sehr ins Detail gehen zu wollen gibt es viele witzige Ideen, die die Gedankenwelt und Charakterbildung eines angehenden Teenagers versinnbildlichen. Auch die Ausflüge in die Gedankenwelt der erwachsenen Protagonisten (allen voran der Eltern) sorgen dafür, dass sich auch das ältere Publikum angesprochen fühlt. Sicher eine Metaebene, die von den kleinen Zuschauern gar nicht bemerkt wird, ihnen aber das Vergnügen am Film nicht nimmt.
      Alles steht Kopf erzählt im weiteren Sinne eine niedliche, rührende und dramatisch durchaus gut durchdachte Geschichte über die Herausforderungen des Erwachsenwerdens; Ist dabei von Anfang bis Ende niemals langweilig und unterhält ein breites Publikum jeden Alters.

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      • 7 .5

        Spoilerwarnung in 3…2…..1.

        Irgendetwas stört mich an dem Film, ich komm bloß nicht drauf. Auf dem Schlauch stehe ich auch nicht, da habe ich schon nach gesehen. Möglich, dass ich das Ganze zu theoretisch sehen.
        Ich probiers trotzdem mal.

        Timm Thaler wollte wieder lachen. Aber man muss auch lernen, weinen zu können und/bzw. Trauer zuzulassen.

        Riley befindet sich in Ihrer präpubertären Entwicklung, in dem meiner Erfahrung nach die Gefühle eine im Wortsinn entscheidende Rolle spielen; die Gefühle der Erwachsenen werden da schon durchaus gesetzter dargestellt.

        Dieser Pixarfilm könnte oberflächlich betrachtet so interpretiert werden, als ob sich Riley vollkommen von Ihren Gefühlen beherrschen lässt, ohne weiter darüber nachzudenken; der Gedankenzug ist an dieser Stelle dann nur nettes Gimmick.
        Ich denke jedoch eher, dass der Film sich auch darum dreht, dass Riley beginnt, ihr Gefühlsleben zu entdecken. Der Film sollte daher hingegen viel eher als Lektion für den Charakter „Freude“ gedeutet werden. Diese möchte anfangs Ihrerseits so gut es geht, alle anderen Gefühle unterdrücken bzw. in deren Schranken weisen. Am Ende akzeptiert sie als geläuterte Version ihrer selbst, dass die Persönlichkeit Rileys, die durch den Umzug als einschneidendes und unverdautes Erlebnis eingefallen ist, mit maßvollem Zulassen jedes Gefühls stärker wird. (Ein Motiv, dass sich auch im Ende von „Hectors Reise oder die Suche nach dem Glück“ findet.) Freude wird – und hier liegt der BingBong begraben – mit ihren eigenen Gefühlen konfrontiert und lässt Kummer zu, was dem Film brüchig erscheinen lässt und auch nicht ganz von der Hand zu weisen ist, aber letztlich dem Gesamtbild nicht schadet.
        Letztlich lässt der Film die Frage offen bzw. ist auch gar nicht wirklich an einer Antwort darauf interessiert, wer oder was darüber entscheidet, mit welchen Gefühlen wir uns woran erinnern oder wer das Mischverhältnis bestimmt. Entscheidend ist, darüber nachzudenken, vielleicht ohne dabei allzu sehr auf seine Gefühle zu achten.

        Der Spaßgesellschaft wird durch diesen Film, wenn schon nicht der Mittel- gezeigt, dann jedenfalls der kleine Finger nicht gereicht.

        Natürlich ist zum Ende der Hinweis darauf, dass es sich ja „nur“ um einen quietschbunten Kinderfilm handelt, der eben für Erwachsene nette Gimmicks einbaut, obligatorisch.

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        • 8 .5
          hallidalli 12.08.2017, 17:48 Geändert 12.08.2017, 17:54

          Alles steht Kopf, ein für mich fast schon Ausnahmefilm von Pixar. Toy Story darf natürlich nicht vergessen werden. ;-))
          Zurück zu A.s.K: Geile Idee, toll animiert in Szene gesetzt, die 5 Gefühle grandios verbunden.. fast schon mit einem doppelten Boden. : ))

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          • 8 .5

            Das war wohl mit einer der besten Pixar Filme die ich je gesehen habe. Die Prämisse an sich fand ich schon sehr interessant und die Umsetzung ist auch eigentlich ziemlich gut gelungen, abgesehen von der ein oder anderen Logiklücke, die man hier aber einfach verzeihen muss. Sicher nicht nur was für Kinder, im Gegenteil. Ich denke, dass sowohl Jung als auch Alt einiges bei diesem Film lernen können. Alles in Allem ein sehr emotionaler (in wohl jeder Hinsicht) Film, der auch immer mit klugen Witz punkten kann. Gerne mehr davon.

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            • 8

              Meine Ansicht und Meinung zu Pixar ist altbekannt: ich kann Animationsfilme nicht weltbewegend leiden und Pixar hasse ich ganz besonders, einfach weil die machen können was sie wollen und immer wird's zum absoluten Megahit erklärt, eben weils Pixar ist. Bei diesem haben mich dann die absolut euphorischen Kritiken und meine Freundin angeschoben ihn dennoch zu schauen - und war wirklich überrascht. Über das 3D kann ich nicht viel sagen da ich ihn in 2D geschaut habe, aber inhaltlich hatte die Nummer dann dennoch so einiges zu bieten. Wobei es weniger die Story ist, die handelt einfach von einem jungen Mädchen das umzieht und in ihrer neuen Umgebung nicht zurecht kommt. Das Konzept ist das Innenleben der Protagonistin bzw. die komplette comichafte Darstellung des menschlichen Verstandes: da sind fünf Gefühle die wie Generäle alles lenken und die gesamte Gedanken und Gefühlswelt erweist sich als eine perfekte Maschinerie durch eben jene zwei Gefühle eine sehr abwechlsungsreiche Reise unternehmen müssen. Funktioniert für Kinder und Erwachsene da für Kinder die Handlung niedlich und süß ist, ältere Zuschauer die psychologisch hinterfragten und cleveren Gags eine Menge Spaß liefern. Und dank bunter Optik und jeder Menge Kurzweil ist der Film wirklich großartig.
               
              Fazit: Überraschenderweise so gut wie viele sagen: witzig, herzlich und durchdacht!

              Videoreview von mir: https://www.youtube.com/watch?v=uHT62_5A3E0&t=1s

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              • 7

                Eine simple sowie fantastische Idee, Gefühle zu verbildlichen. Jedes Gefühl hat einen Charakter und jeder trägt diese in sich. Tatsächlich bringt der Disney-Streifen nicht nur Laune, sondern macht eben Gefühle vor allem für die jungen Zuschauer wunderbar begreiflich.

                Das Artdesign hat mir zwar nicht ganz so zugesagt und war mir etwas zu brav gehalten, was aber wohl der disneytauglichen Zielgruppe geschuldet ist. Auch hätte ich mir noch mehr Szenen in der realen Welt und noch mehr Wechselspiele zwischen den Gefühlfiguren und dem heranwachsenden Mädchen, was eben immer wieder mit ihren Emotionen kämpfen muss, gewünscht. Denn die Szenen lieferten nicht nur die größten Brüller, sondern auch die einprägsamsten Momente für jung und alt. Prima hingegen, dass der Film alte Erziehungsmuster nicht nur hinterfragt, sondern glatt ad absurdum führt. Ja Gefühle darf und soll man zulassen und jedes Gefühl hat seine Daseinsberechtigung.

                Und wenn dann der Kleinste in der Familie kurze Zeit mal wieder einen Wutanfall bekommt, fällt es einen nach „Alles steht Kopf“ umso leichter, darüber zu schmunzeln und alles nicht so ernst zu nehmen. Und endlich weiß ich was in Katzen so vor sich geht!

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                • 8 .5

                  Herrliche Unterhaltung und super Charaktere.

                  • 8
                    LunosXV 27.07.2017, 21:30 Geändert 27.07.2017, 21:31

                    Warum ist der Film unter Fantasy gelistet? Der ist eher Post-Modernismus als Fantasy. Aber top film. Hab bei einer Szene geheult wie ein Wasserfall xD

                    • 6 .5

                      Die Idee ist wirklich richtig gut, da muss man halt auch erstmal drauf kommen. Viele kleine Dinge die einfach genial sind wie man es von Pixar nunmal kennt. Aber, die gute Idee reicht einfach nicht auf voller Länge zu einem wirklich guten Film. Wenn man das faszinierende Prinzip, was da wie und warum passiert, erstmal kapiert hat, dann bleibt eine sehr, sehr dünne Story mit überschaubar sympathischen Figuren.

                      Es ist schon ein Film der in Erinnerung bleibt, an den man auch viel später plötzlich mal wieder denkt wenns einen gerade emotional packt, einfach weil das Gezeigte doch schon ziemlich einzigartig ist, aber für ne wirklich hohe Punktzah reicht das leider nicht.

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                      • 8

                        Was ich an Disney sehr schätze, ist, dass sie auch heutzutage noch Meisterwerke und schöne Filme abliefern, was man zu anderen Studios nicht unbedingt sagen kann.

                        Deswegen freue ich mich auf fast jeden Disney Film und lasse mich gern überraschen.

                        Klar, Alles steht Kopf ist nicht durchgehend top, hat aber eine klasse Idee, die emotional jung und alt begeistert.
                        Ich muss zugeben, dass mir am Ende fast die Tränen kamen, fast!!!, was mir leider noch nie bei einem Film passiert ist.

                        Trotzdem war ich happy und hatte ein Lächeln im Gesicht, als ich aus dem Kino ging, weil Disney mich mal wieder wieder beeindrucken konnte.

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                          Johnny_F 13.07.2017, 23:02 Geändert 13.07.2017, 23:07

                          Während sich die Faulheit, die ich bei mir immer exklusiv zur Verfügung habe, noch an ihrem Steuerpult fläzt, lässt sich die Freude nicht davon abbringen, mit Hilfe von der kurzfristig zum Kaffee vorbeischauenden Kreativität meine müden Finger endlich mal wieder zu einem Kommentar zu bewegen. Bevor meine Erinnerungen an den Film "Alles steht Kopf" irgendwo im Gewirr des Langzeitgedächtnisses verschütt gehen und am Ende im Abgrund des Vergessens entsorgt werden.

                          Beim Erscheinen des Films wurde mit Lob und Ekstase ja nicht gegeizt, dennoch - und ich mag Pixar grundsätzlich mal gerne - konnte ich mich nicht dazu durchringen, den Film im Kino zu bewundern. Tatsächlich konnte ich mich auch nicht dazu durchringen, ihn auf Blu-ray anzuschaffen... und dann hat Netflix mal wieder eine Sternstunde gehabt... merci beaucoup. So lässt sich diese Lücke in der Merkliste auch schließen.

                          So setze ich mich also mit einer guten Portion Vorfreude und ein bisschen aus irgendeinem Winkel kriechender Skepsis hin und schaue "Alles steht Kopf", gehe auf in einer fantasievollen Gefühls- und Gedankenwelt eines kleinen Mädchens, in dem fünf junge Emotionen um den Erhalt der Kernerinnerungen ihrer Persönlichkeit kämpfen. Und irgendwo rühren diese Emotionen auch in den meinen herum und lassen die ohnehin kaum vorhandene Schale des harten Kerls bröckeln und führen bis zum großen Finale doch ein paar kleine Tränchen herbei - angemixt von Freude und Kummer gleichermaßen. Zwischenfazit: Pixar hat weiterhin ein Händchen für rührende Szenen und süße Einfälle. *sniff*

                          Aber was soll ich sagen, umgehauen hat es mich dennoch nicht. Die Idee, die Kreativität in der Umsetzung, definitiv top. Doch auch wenn es für einen Kinderfilm vielleicht nicht wirklich bedeutsame Kritik ist, hat mich die übermäßige Vereinfachung der Emotionen ein wenig gestört. Und die naive "Freude-ist-alles"-Botschaft konnte manchmal fast schon nerven - auch wenn das Ende da wieder was gutmachen konnte. Der Mitteiltteil, in dem Freude und Kummer den Weg zurück zur Kommandozentrale suchen, war allerdings für meinen Geschmack definitiv zu lang.

                          Trotzdem kann und sollte man sich den Film, egal ob Groß & Klein, durchaus mal ansehen - aber ein nie dagewesenes Meisterwerk ist "Alles steht Kopf" dann doch nicht geworden.

                          PS: Die Erklärung für das manchmal merkwürdige, willkürliche Gezappel von Katzen hat den Film im Abspann aber immerhin noch lehrreich enden lassen.

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                          • 6 .5

                            Nachdem ich sah wie hoch die Bewertungen hier sind, hab ich so einiges erwartet. Wurde allerdings etwas enttäuscht. Für mich nur ein mittelmäßiger Animationsfilm mit mittelmäßigen Figuren und einer mittelmäßigen Story, da hat mir sogar "Angry Birds - Der Film" besser gefallen.

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                            • 8

                              Warum bin ich so fasziniert von diesem Film?
                              Die Figuren sind klischeehafte Emotionen, die für sich zweckmässig funktionieren. Die Geschichte an sich ist auch nicht sonderlich neu.
                              Was hat mich also so fasziniert?
                              Er hat meine sentimentale Ader genommen und so lange darauf herumgetrampelt, dass mir als gestandenen Kerl an manchen Stellen beinahe die Tränen gekommen sind. Er hat mich zum nachdenken animiert. Er hat mich dazu gebracht in meinen eigenen Kindheitserinnerungen zu schwelgen und für einen Moment alles um mich herum, mein jetziges Ich und all meine Probleme, für einen kurzen Moment zu vergessen und einfach glücklich darüber zu sein, wie schön die eigene Kindheit doch war.

                              • 6

                                Was ist eigentlich von "Inside Out" nach über einem Jahr hängen geblieben?

                                Im Grunde genommen zeigt der Film nicht wirklich viel Neues, hämmert die ihm wichtigen Punkte aber gezielt und immer und immer wieder heraus. Gefühle sind kompliziert zu verstehen, Emotionen schwer zu bändigen. Aber sie sind andererseits das mit Abstand Wichtigste eines Menschen.

                                Der Film stellt in seiner eigenen Dogmatik so etwas wie einen heiligen Gral der Sozialpädagogik dar. Und hier wird es schwierig wenn nicht sogar problematisch. Denn aufgrund dieser dogmatischen Verehrung und Wertschätzung der gezeigten Werte und Normen wird es für alle Jünger zum Sakrileg, sollte jemand ihren Standpunkt nicht als gottgegeben akzeptieren.

                                Jede Kritik wird zum persönlichen Angriff, jedes Infragestellen der sozialen Dogmen wird zum Faschismus und zur Hetze deklariert. Wer nicht zu einhundert Prozent unserer Meinung ist, der ist lediglich zu dumm um unseren Standpunkt zu verstehen. Und mit solchen Hinterwäldlern diskutieren wir gar nicht erst. Nicht umsonst sind wir ja die (geistig) Überlegenen, unter deren Würde es wäre sich mit diesen faschistoiden Unmenschen auseinander zu setzen.

                                Sicher gibt es mehr als genug Menschen, die den Film nicht verstehen oder einfach nur ANDERS interpretieren. ANDERS ist aber nicht zwangsläufig FALSCH.

                                Das Spannende an "Inside Out" ist, dass jene Gruppe die den Film feiert zu einem immens großen Teil den Kritikern des Films unterstellt, dass sie einfach nur zu dumm seien, dass sie Hetze betreiben würden und gefühllose Unmenschen seien. Ergibt sich für mich persönlich nur die Frage ob man im Glashaus goldene Kälber schmieden sollte... WAS?

                                Deutschland insbesondere hat ja ein sehr schizophrenes dualistisches Verhältnis zur Meinungsfreiheit und zur Menschenwürde. Artikel 1 unseres Grundgesetzes klingt ja erst einmal logisch nachvollziehbar, aber eindeutig und klar ist er mit Sicherheit nicht formuliert. Schwammig trifft es da schon eher. Dennoch: Die Ritter der Menschenwürde schrecken nicht davor zurück selbst ihre leisesten Kritiker als Unmenschen oder als "zu dumm" zu beleidigen. Wie war das noch mal mit dem Straftatbestand der Beleidigung?

                                "Ihr" tretet eure eigenen Grundprinzipien mit Füßen und rechtfertigt es mit eurer moralischen Überlegenheit und mit dem Zweck der alle Mittel heiligt... ja ihr sprecht euch selbst heilig und setzt eure Dogmen über das Individuum.

                                Willkommen im Gruppendenken. Tut mir persönlich Leid, aber eure Religion ist mir genauso suspekt wie alle anderen Religionen auch. Macht gerne euer Ding und unterteilt die Menschheit in eure eigenen Gruppen. Mir ist das persönlich zu idiotisch und zu unkritisch.

                                Aber ganz am Rande noch mal was zum Film: Ich finde es taktisch extrem klug und interessant, dass Pixar der Hauptfigur, welche sich nicht sicher ist, was denn genau ihre Rolle in der Gesellschaft und was ihre ganz persönliche Rolle ist, Transgenderzüge zuschreibt. Ihre Gefühle und Emotionen sind noch frei, sie sind sowohl männlich als auch weiblich. Was genau sie daraus dann irgendwann macht ist aber im Endeffekt egal. Und genau das ist der Punkt. Möglicherweise ist Riley Transgender, möglicherweise nicht, möglicherweise ist sie A, vielleicht aber auch B. Wen interessiert das schon?

                                Trauriger Weise die Fans des Films. Das zumindest ist meine persönliche Erfahrung und die spiegelt sich auch hier wider.

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                                  RobertTerwilliger 14.05.2017, 19:06 Geändert 14.05.2017, 22:06

                                  Ich finde es immer sehr amüsant, wie z.B. die agressivsten Reaktionen auf neurologische Erkenntnisse meist nicht von irgendwelchen Religioten und ihren sinnfreien theologischen Fakultäten kommen, sondern eher von Geistswissenschaftlern aus dem Bereich Philosophie. Meistens irgendwo aus der Ecke Erkenntnistheorie, Ontologie und Idealismus, die es ähnlich wie Theologen nicht ertragen können, wenn Begriffe wie Freiheit oder Bewusstsein auf etwas materielles heruntergebrochen und hegelsche Höhenflüge jäh gestoppt werden im Angesicht neuzeitlicher Entdeckungen. (Besonders lachhaft : Markus Gabriels : Ich ist nicht Gehirn").

                                  "Alles steht Kopf" ist Wasser auf den Mühlen solcher Ideologen, die Menschen wie Thomas Metzinger ein radikal reduktionistisches Denken der Neurologie vorwerfen, in der es angeblich um um eine bloße Reduzierung des Gehirns geht. Das ist teils richtig, dass es aber auch soziokulturelle Eindrücke auf unsere Bewusstseinsgestaltung gibt, also das was den Menschen letztendlich ausmacht, wird aber (absichtlich) unterschlagen.

                                  Alles steht Kopf ist hierbei äußerst konsequent, ohne diesen Menschen bewusst zuszupielen, wird hier tatsächlich ein radikal reduktionistisches Bild was kindliches Bewusstsein anbelangt gepredigt. Was aber noch ekelhafter ist, ist die alles ist Happy-Doktrin, welche über die gesamte Zeit propagiert wird. Mir zumindest hat als Kind eine hin und wieder vorkommende Traurigkeit und Melancholie nie geschadet, nein sie waren vielmehr notwendig, um das einigermaßen mit sich selbst im Reinen befindliche Endprodukt Robertterwilliger zu schaffen. Im Kummer selbst, in der Melancholie liegt eine gewisse eigene Wertigkeit, die für sich genommen schön und befreiend sein kann. Sie ist Kritik. Der Film jedoch, der interessiert sich für diesen letzten Überbleibsel an freier Restempathie jedoch nur im Zusammenhang mit zweckdienlich, reduktionistischer Verwertungslogik. Alles ist Kopf ist pure reduktionistische Ideologie, im Gewand eines Kinderfilms (Der Film selber ist auch abgrundtief hässlich). Oder auch viel besser formuliert :

                                  ".......... Die Ermahnung zur happiness, in der der wissenschaftlich lebemännische Sanatoriumsdirektor mit den nervösen Propagandachefs der Vergnügungsindustrie übereinstimmt, trägt die Züge des wütenden Vaters, der die Kinder anbrüllt, weil sie nicht jubelnd die Treppe hinunterstürzen, wenn er mißlaunisch aus dem Geschäft nach Hause kommt. Es gehört zum Mechanismus der Herrschaft, die Erkenntnis des Leidens, das sie produziert, zu verbieten, und ein gerader Weg führt vom Evangelium der Lebensfreude zur Errichtung von Menschenschlachthäusern so weit hinten in Polen, daß jeder der eigenen Volksgenossen sich einreden kann, er höre die Schmerzensschreie nicht. Das ist das Schema der ungestörten Genußfähigkeit. Triumphierend darf die Psychoanalyse dem, der es beim Namen nennt, bestätigen, er habe halt einen Ödipuskomplex."

                                  Adorno in seiner Minima Moralia : "Aufforderung zum Tanz".

                                  • 7

                                    Wenn im "Jedermann" Tod, Mammon oder Glaube personifiziert sind, so sind es bei "Alles steht Kopf" die inneren Emotionen der Protagonistin wie Freude, Kummer oder Wut, die uns als eigenständige Figuren begegnen. Und wenn diese Emotionen verloren gehen, wirkt sich das auf den Charakter und das Leben des Menschen, im konkreten Fall auf das eines elfjähriges Mädchens, aus. Sie leidet auch unter einem Umzug, ihre inneren Figuren versuchen nun, wieder alles in Balance zu kriegen und gewinnen dabei auch selbst die Erkenntnis, dass es für alle Emotionen Platz geben muss.

                                    Nettes Animationsabenteuer, das Kinder mangels voll entwickeltem Abstraktionsvermögen womöglich etwas überfordert, uns aber mit Liebreiz verzaubert.

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                                    • 6 .5

                                      Insgesamt kann ich aber Alles steht Kopf nicht als das Meisterwerk ansehen, zu dem es in den Medien gemacht wird. „Toy Story 3“ habe ich jetzt schon öfter genannt und das hat einen Grund. Dort hat man gezeigt, wie es sein kann. Eine spannende Geschichte, die schon an Thriller erinnert, und ein Ende, dass mich in Tränen hat ausbrechen lassen, ohne mir plump traurige Szenen zu zeigen. Das habe ich mir auch erwartet, aber nun nicht im Kino bekommen. Das ist natürlich schade, macht „Alles steht Kopf“ aber nicht zu einem schlechten Film. Man kann sehr viel Spaß haben und wird auf jeden Fall unterhalten. Die großen Gefühle wurden bei mir aber nicht geweckt.

                                      • 7 .5

                                        Mit gemischten Gefühlen reingegangen, da ich Filme mit dieser Pupertätsthematik nicht ganz so mag, aber ich war positiv überrascht. Ein solider und guter Film.

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                                        • 2

                                          Bin schwer enttäuscht worden!!! Der Trailer war äußerst vielversprechend: Menschen werden von kleinen "Gefühls-Dingern" gesteuert, das sah doch schonmal innovativ und lustig aus...
                                          Als ich dann den Film ansah hatte dieser eigentlich kaum etwas mit dem irreführenden Trailer zu tun! Die "Gefühle" begaben sich auf eine klischeehafte Reise ins Unterbewusstsein... yeah

                                          • 6

                                            Fand den Film eig. sehr gut von der Idee her, aber "Freude" find ich so dermaßen nervig und unsympathisch, dass es den Film im Nachhinein etwas runter zieht.
                                            Für Kinder aber bestimmt schön - und vor allem gut dargestellt mit den Emotionen

                                            • 8 .5

                                              Sehr unterhaltsamer Film über die Psyche des Menschen. Das Besondere an diesem Film ist die sehr verständliche und doch sehr innovative Darstellung wie die Gefühle und Erinnerungen im Menschen zusammen arbeiten.

                                              Ein großartiger Animationsfilm für jung und alt (und was gelernt wird dabei auch)

                                              • 8 .5

                                                Ich gebe ja zu, am Ende hätte ich fast geweint. Zwischendrin hat er seine Längen und nicht alle Charaktere zünden, den imaginären Freund fand ich beispielsweise recht langweilig...aber die Idee ist genial und auch super umgesetzt. Für Kinder finde ich ihn schon fast zu "kompliziert".
                                                Hier würde ich auch gerne einen zweiten Teil sehen, der über das Kindesalter hinausgeht.

                                                • 7 .5

                                                  Gut gemachter Animationsfilm. Lohnt sich wohl anzuschauen. Auch wenn man kein Kind ist.

                                                  • 9

                                                    Einer der besten Animationsfilme, die ich bislang gesehen habe! Ich hätte mir mehr Szenen in der «echten» Welt wie jene geniale Szene beim Abendessen gewünscht und von mir aus hätte Wut noch häufiger das Ruder übernehmen können. Aber abgesehen davon ist das wirklich ein toll gemachter Film mit Köpfchen und wahnsinnig guten Ideen. Sollte man gesehen haben.

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