Dirty Cops - War on Everyone - Kritik

War on Everyone

GB · 2016 · Laufzeit 98 Minuten · FSK 16 · Komödie · Kinostart
Du
  • 5 .5

    Das beste war meiner Meinung nach immer noch die Musik im Film, der Rest war ziemlich durchwachsen, mal witzig, dann auch teilweise wieder unter die Gürtellinie gehend und ab und an auch zu sehr übertrieben.
    Insgesamt gesehen geht er aber für " Einmal schauen " in Ordnung, mehr aber dann auch nicht.

    • 0 .5
      FrancisYorkMorgan 20.03.2017, 13:12 Geändert 20.03.2017, 13:29

      Dirty Cops ist der erste Film aus dem Hause McDonagh, der so richtig baden gehen wird. Das Haus McDonagh? Was soll das denn sein? Die Brüder Martin McDonagh(Brügge...sehen und sterben, 7 Psychos) und John Michael McDonagh(The Guard, Am Sonntag bist du tot) haben bisher nur tolle Filme gemacht. Jeder Film ein kontrastreicher, detailreicher Treffer. Auf ihre ganz eigene Weise spielen diese Brüder in ihrem eigenen Stadium, spielen ihren ganz eigenen Sport. Bisher begeisterte mich jeder Film der beiden, egal ob sie lustig, traurig, cool oder alles zusammen waren - diese beiden Talente haben es wirklich drauf und ich bleibe am Ball, denn diese vier Filme da Oben sind richtig klasse. Und nun Dirty Cops.

      Dirty Cops ist ein Arschloch-Film. John Michael McDonagh schrieb und inszenierte hier einen Film, dessen Geschichte KEINEN Nährwert hat, KEINEN Spaß macht und auch KEINE spannenden Hintergründe oder cleveren Dialoge auffährt. Dirty Cops ist KEIN guter Film, nicht mal ein mittelmäßiger. Dieser Film möchte gerne sarkastisch, überspitzt und streckenweise auch tiefgründig sein, aber McDonagh, der ältere der beiden Brüder, langt voll daneben. Und zwar in allen Belangen. Die Story ist uninteressant, langweilig abgeleiert, absolut nervtötend zugespitzt und die Figuren sind schlicht und einfach nicht gut gerundet. Kein Vergleich zu seinem Meisterwerk "Am Sonntag bist du tot". Michael Peña ist einer dieser Schauspieler, die mal leider gar nichts können. Egal, wo er auch mitspielte, ich konnte seinem hölzernen Spiel und den gesprochenen Worten nie etwas abringen. Für mich ist er in jedem Film eine totale Fehlbesetzung. Dann Alexander Skarsgård, der zweite Film-Cop im Bunde. Sein Auftritt als Tarzan war noch ok, aber hier wirkte er, so ohne Lendenschurz und Mähne, wie eine dieser wackligen Toilettenpapierhalter, die auf öffentlichen Scheißhäusern an der Wand wackeln, quietschen, ein bisschen silbern gänzen und, nun ja, nichts was einen wirklich begeistert.

      Zugegeben, bei einigen der vielen schlechten Einfälle, die auf dem Papier wohl genial sein sollten, hätte ich beinahe gelacht und währe um ein Haar in mich gegangen. Beinahe. Was bleibt, ist ein völlig missratener, selbstverliebter Cop-Film mit unwitzigen "Ficken-Rassisten-Anus-fickt euch und fick dich"-Geseire, der null Sympathie und schon gar keine gelungene Antipathie kreiert. Was soll's. Der OT, "War on everyone", pass jedenfalls besser zu diesem Murks, als Dirty Cops. Sehr schade, aber welcher Regisseur hat nur Meisterwerke in Petto? Richtig. So gut wie keiner. Ein Film, dessen originaler Titel Bände spricht. Ich fühlte mich jedenfalls kräftig verarscht von diesem angeblichen Gegenentwurf des Genres. Irgendwann, recht früh im Film, kippt dieser Entwurf leider in die ekligste Jauchegrube, die dieser Tage im Heimkino veröffentlicht wurde. Eigentlich gefallen mir ja Arschloch-Filme, aber hier gab es nichts zu holen. Leider ein absoluter Drecksfilm.

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      • 6 .5
        Watchit 19.03.2017, 17:07 Geändert 19.03.2017, 17:09

        Entgegen der allgemeinen Meinung sollten wir doch erstmal herrausfinden, was wir da geschaut haben.
        War on everyone kommt daher mit zwei soziapatischen Antihelden, die ihr Dasein mit dem Verlangen in einer (Entschuldigung) beschi.... Welt zurechtzukomem, rechtfertigen. Der eine zynisch, immer bemüht einen halbwegs klugen, AkA witzigen Spruch auf die Reihe zu bringen, der andere sein Heil in hoffnungslosen Besäufnissen, bei denen man sich eigentlich die ganze Zeit fragt:" Wann fällt der endlich um?", buhlen hier nicht um Sympathie, sondern zeigen ihre Welt, wie sie sie verstehen. Ich habe mich die erste Hälfte gefragt, ob die Witze ernstzunehmen, also witzig sind, oder ob da etwas anderes dahinter steckt. Ich bin auf dem Standpunkt angelangt, das kein Witz als solcher verstanden werden sollte, sondern schonungslos die Realität von Aktion und Reaktion wiederspiegeln. Als solches kann ich mit dem Film gut zurechtkommen.
        In welcher Welt leben die beiden? In der Welt von Verbrechern, die man ihrer Meinung nur kontrollieren kann, wenn man dieser Umgebung seinen Stempel aufsetzt. Das gelingt den ganzen Film hindurch. Auch die äußeren Einflüsse, als solches der Boss der beiden, der sich auch in selbiger Realität (Rassismus, Koruption, grenzüberschreitenden Handlungen seitens der Staatsgewalt) zurechtfindet, die Freundin des einen, die Frau des anderen und die Tragödie des Jungen sowie der resultierenden Tat seiner Mutter fordern Aktionen und keine stille Resignation durch tatenloses wegschauen. Auch wenn der Film nicht den erwarteten Tiefgang hat, den man sich wünscht, so ist er doch mehr als eine zum x-ten Mal hergestellte Lethal Weapon Story. Mir hat der Film, trotz des etwas zu kurz geratenem Showdowns am Ende, gefallen. Hier ist kein "Phoenix aus der Asche" Duo am Werk, sondern zwei Protagonisten, die vom ersten bis zur letzten Minute ihr Ding durchziehen. Ob das jetzt nah an der Realität ist? Wen interessiert das?
        Am Ende sei gesagt, eine Komödie ist das nicht.

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        • 3 .5
          mad.failed 17.03.2017, 15:51 Geändert 17.03.2017, 20:12

          In Dirty Cops begleiten wir die Beiden wahnsinnig dreckigen, zynisch-korrupten Bullen Terry, einen dauerbesoffenen, depressiven Schönlings-Stumpfkopf der alles zu Brei prügelt was er nicht versteht und Bob, den mexikanischen Familienvater der außer Sarkasmus und unsinniger Pseudo-Philosophie nichts großartig von sich geben kann
          Gemeinsam bricht dieses Duo Infernale in eine schwachsinnig konstruierte Pseudo-Gangster-Story auf, trifft furchtbar lustige Informanten, ballert und säuft sich ironisch durch die Handlung, die natürlich noch eine super Love- und FamilyStory in petto hat, bis sie schließlich auf das wahrlich lächerlichste, charisma-losestes Obergangster-Duo treffen und Ihre "Mission" irgendwie zu Ende quälen.
          Dirty Cops versucht so zynisch zu sein, dass es nur noch albern wirkt, vernachlässigt dabei absolut alles was einen Buddy-Cop Film oder ähnliches ausmacht, nimmt trotzdem jede Menge Klischees mit und entpuppt sich als absolut inhaltsloses, witzloses und naives Möchtegern-Rhetorik-Seminar in einer irischen Kneipe nachts um 2 am St. Patricks Day, in dem nur die Provokation im Vordergrund steht. Lediglich der Soundtrack mit dem Highlight "I fought the Law" von The Clash konnte mich halbwegs milde stimmen. Trotzdem ist jede nackte Kanone, jeder Lethal Weapon und jeder Beverly Hills Cop nicht nur lustiger und ideenreicher, sondern vor allem sympathischer.

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          • 4 .5

            witz und action war dann doch zu dürftig...schade

            • 8

              Notiz an mich: 11.03.17/unterhaltsam; klassischer McDonagh-Stuff; intelligenterer Film als man denkt und als die meisten Kommentare hier vermuten lassen

              • 2 .5

                Ganz schön peinlich...

                Wusste gar nicht, dass der von McDonagh ist.

                Dachte, irgendein Möchtegern-Fanboy frisch von der Filmschule hätte das fabriziert. Was ne seltsame Assoziation ist, da dieser Film nicht wirkt wie das Werk von jemandem der gelernt hat oder weiß, wie man einen Film macht.
                Mir fällt nicht eine Sache ein, die in diesem Film funktioniert hat. Bis auf ein paar Witze. So zwei oder drei.
                Der Rest ist einfach nur peinlich schlecht und dämlich.

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                • 5 .5
                  Framolf 20.11.2016, 03:32 Geändert 20.11.2016, 03:33

                  Was für eine Konstellation! Ein korrupter Lappen und ein dauerbetrunkener Alkoholiker jagen einen Junkie und eine Witzfigur. Der Humor ist eher unkonventionell. Ein Teil der Gags gelingt, der Rest geht grandios schief... "War on Everyone" fühlt sich mitunter an wie eine billige Persiflage auf "Nice Guys". Kein Film, der einem sonderlich lange im Gedächtnis bleiben wird. Aber unterhaltsam ist er dann doch einigermaßen.

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                  • 5

                    Aus meiner Sicht verläuft die Story von einer tiefschwarzen Komödie in den ersten Minuten, zu einer Art Drama, das jedoch nicht so richtig packen will. Roter Faden war jedenfalls zeitweise kaum zu erkennen und am Schluss war ich nur noch froh, als der Film endlich fertig war.

                    • 6 .5

                      Die Groteske von John McDonagh um zwei verlotterte Cops ist bisweilen vorsätzlich geschmacklos wie bei Tarantino und dann wieder beinah zart. [Jürg Zbinden]

                      • 4
                        MarcelN44 17.11.2016, 23:39 Geändert 17.11.2016, 23:41

                        Diese "Dirty Cops" mit ihrem "War on everyone" sind stets bemüht, knackig witzig zu sein, doch John Michael McDonaghs ("Am Sonntag bist Du tot") Versuch, in seiner schwarzen Action-Crimödie aus "Starsky & Hutch" "Nice Guys" zu machen, scheitert grandios. In dieser Art Film erwarte ich keinen tieferen Sinn, doch sinnlos und -leer muss er auch nicht sein.

                        Trotz hervorragender Arbeit von Michael Peña (Must-See: "End of Watch") und Alexander Skarsgård (noch im "Tarzan"-'Outfit') und einem zugegeben ungewöhnlich/guten Soundtrack ist dieser sich ziehende Neunzigminüter am Ende vor allem eins: egal.

                        • 6 .5

                          Dirty Cops - War On Everyone gibt in jeder Einstellung Vollgas, mit abgründig-schwarzem Humor und mit zynischen Gewaltexzessen. [Andreas Fischer]

                          • 7

                            Trotz seiner vorwiegend auf Gags ausgerichteten Dramaturgie ist Dirty Cops höchst gewalttätig und daher nicht unbedingt für Zartbesaitete geeignet. Wer außerdem darüber hinweg sieht, dass man bei diesem auf Provokation programmierten Irrsinn kaum etwas ernst nehmen kann, dürfte viel Spaß an der ironisch-postmodernen Genre-Spielerei haben. [Dirk Henninger]

                            • 5 .5

                              [...]Körper, Psychologie und Handlung [des Films sind] lose stets um den nächsten Gag strukturiert. [Tim Slagman]

                              • 5
                                Moe Szyslak 08.11.2016, 23:06 Geändert 08.11.2016, 23:11

                                - Gesneakt -
                                War im Endeffekt leider nur okay, da hat die wirklich saukomische erste Viertelstunde mehr versprochen als der Film und sein Humor letztendlich halten konnten. Was sehr cool und sehr witzig funktioniert hat zu Beginn des Films hat sich ziemlich schnell abgenutzt, so dass die Witze/Sprüche den ganzen Film immer nur noch Hit&Miss waren. Einiges war definitiv gelungen und komisch, anderes jedoch müde und zum Teil auch üble Rohrkrepierer. Und diese Schwankungen haben nicht nur den Humor und die Sprüche betroffen sondern auch die skurrilen Situationen, die aberwitzige Story und die schrägen Charaktere. Was Letzteres angeht fand ich z.B. Alexander Skarsgard 's total verpeilten und abgefuckten Charakter zu Beginn noch sehr witzig anzuschauen, aber auch das hat sich dann so abgenutzt dass es mich leider mehr genervt als zum Lachen gebracht hat, je länger der Film vorangeschritten ist. Und das ist eigentlich das, was mich rückbetrachtend am meisten enttäuscht hat, denn auch wenn die Hälfte der Witze versandet ist so war es die coole Chemie zwischen Skarsgard und Pena, die einiges wieder herausgerissen hat... bis auch sie es irgendwann nicht mehr konnten. Großes Manko war für mich auch die krude zusammengeschusterte Story, die im Grund genommen nur aus zusammengewürfelten Episoden besteht, die man einzig wegen ihrer Skurrilität reingebracht hat, ohne dabei zu bedenken, dass auch das Gesamtbild etwas sein sollte, was irgendwie erbaulich ist. Somit aus meiner Sicht leider nur eine mittelmäßige Actionkomödie, die am Anfang sehr viel richtig gemacht hat, dann aber in jeder Hinsicht (Humor, Story, Charaktere) den Faden verloren hat. Nach 2 wirklich sehr gelungenen Filmen von McDonagh nun der erste, der ihm nicht sonderlich geglückt ist.

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                                • 7

                                  Gestern gesneakt.

                                  Ich fand den Film gut. Man muss sich auch mal auf ein anderes Niveau herablassen können, das entspannt ungemein. Das habe ich getan und habe hier oft herzlich gelacht, so wie auch der Rest des Kinosaals. Leider wurde hier mit Ausdrücken a la "Du wirst gefickt" einen Ticken zu viel um sich geschmissen, sodass es irgendwann ein bisschen nervt und die Figuren sind ziemlich flach, bzw. sind sie den ganzen Film über einfach nur Gagträger. Fand ihn insgesamt aber besser als Die Partybullen und Die etwas anderen Cops.

                                  • 3 .5

                                    (..) "War on Everyone" gehört zu jener Sorte Film, die wie eine "kleine Fingerübung für Zwischendurch" anmuten. Coole Cops mit coolen Gesten, einer karikaturhaften Zuspitzung des Geschehens und ein Sperrfeuer an platten Onlinern, die Spätpubertierende auf dem Nachhauseweg zitieren. "Höhö, cool, wie der Große dem Handlanger minutenlang auf dem Hausdach den Kopf zertrümmert hat."
                                    Ja, verstanden, Mister McDonagh, alles nicht so gemeint, sie wollten doch nur spielen! OK, vielleicht ist ihr Film eine Hommage? Eine Persiflage vielleicht? Filmfans und vor allem -kritiker sollten wohl bei diesem kleinen Einfall von Film ihren Stock aus dem Arsch nehmen und die Dialoge zweier Starsky & Hutch-Doubles feiern. Nur darf die Frage erlaubt sein, warum in einer derart platten Art und Weise Gewalt und Zerstörung gefeiert und verherrlicht wird? Verpackt in teuren Anzügen, akzeptiert von verständnisvollen Partnerinnen, und verziert mit Simone de Beauvoir-Zitaten?

                                    • 1 .5

                                      Ich mag Polizeifilme, Buddy Komödien ebenso, daher war ich diesem durchaus offen gegenüber – das war aber nach wenigen Momenten vorbei. Der hier präsentierte Humor ist für mich nicht nur restlos unlustig, ebenso aber vollständig unnötig und stellenweise beleidigend – mal ehrlich, der Held kommt am Haus seines Partners an, rammt gezielt sein Auto um ihm dann fröhlich mitzuteilen „Hey, ich hab deinen Wagen angeschrammt!“ und der nur erwidert „Och, schon wieder?“. Hier werden keine Figuren etabliert, hier werden alberne Comicfiguren inszeniert. Diese ermitteln dann in einem langweiligen Kriminalfall der unnötig sperrig geliefert wird – mir erschließt es sich nicht wer hier mit wem gemauschelt, getrickst und gefriemelt hat, es tauchen ständig irgendwelche Figuren auf die in irgendeiner Weise zueinander stehen und meist nach ein paar Filmminuten verendet und ermordet sind. Das ich im letzten Drittel eingeschlafen bin macht dann auch schon nichts mehr – falls irgendwer mit diesem Humor was anfangen kann seis ihm gegönnt, für mich wars definitiv einer der schlechtesten Filme des Jahres.

                                      Fazit: Unlustig, brutal und stellenweise beleidigend: diese Cops sind totale Rohrkrepierer!

                                      Videokritik von mir dazu: https://www.youtube.com/watch?v=vRSkKf_8q_8

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                                      • 4

                                        »War on Everyone« ist ein Buddy-Cop-Movie der extra-ironischen Art: Alexander Skarsgard und Michael Peña geben sich vergebens Mühe in einem Film, der schlauer sein will als seine eigenen Figuren. [Barbara Schweizerhof]

                                        • 5 .5
                                          hallidalli 29.10.2016, 00:16 Geändert 29.10.2016, 00:22

                                          Am Mittwoch in der Sneak gesehen. Verrückt, komisch & skur­ril ist er ja aber das macht noch lange keinen guten Film aus. Irgendwie kam mir die Handlung verlaufen vor weswegen ich meißt mehreren roten Faden folgen musste die letztendlich irgendwie alle aus unerklärlichen Gründen in einer Halle zusammenführten.

                                          • 8

                                            War on Everyone ist der "Bad Boys"-Film für denkende Menschen: eine schiefe Indie-Krimikomödie mit zwei wunderbar verzerrten Gesetzeshütern. [Nick De Semlyen]

                                            • 5

                                              John Michael McDonagh meldet sich nach „Calvary“ und „The Guard“ mit einer wahnwitzigen Cop-Komödie zurück. Die beiden Polizisten Terry Monroe (Alexander Skarsgård) und Bob Bolano (Michael Peña) sind alles andere als ehrenwert. Koksend, saufend und fluchend machen sie sich auf Verbrecherjagd und vergessen dabei schon mal, auf welcher Seite des Gesetzes sie eigentlich stehen. Die beiden Dirty Harrys kämpfen sich mit lockeren Sprüchen und noch lockereren Fäusten durch die Unterwelt von New Mexico. Irgendwie lustig, aber irgendwie auch komplett belanglos. Regisseur McDonagh verliert sich in Vulgarität und verpasst es die Zuschauer mit einer originellen Story zu packen. Die servierte Geschichte wirkt diffus und unausgegoren, die Charaktere sind flach gezeichnet und die Action flau. Zwar sitzen einzelne Gags und Skarsgard und Pena harmonieren als Cop-Buddies, doch mehrheitlich hat der Zuschauer das Gefühl, alles in ähnlicher Form schon mal besser und stringenter gesehen zu haben. („The Nice Guys“ anyone?) „War on Everyone“ wäre gerne Kult, tümpelt aber in der belanglosen Mittelklasse und wird wohl bald wieder vergessen sein. Der schwächste Film von McDonagh.

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                                              • 5 .5

                                                War on Everyone [ist] eine Art filmische Bad-Taste-Party: irgendwie noch lustig, aber eine richtig gute Stimmung vermag trotzdem nicht aufzukommen - dazu ist das Ganze dann doch zu trashy. [Manu Höllinger]

                                                • 3
                                                  Herr Beutel 06.09.2016, 09:59 Geändert 06.09.2016, 12:06

                                                  "Let's go fuck some scumbags!"

                                                  Wenn das Fantasy Filmfest eines lehrt, dann: Schuster, bleib bei deinen Leisten. John Michael McDonagh, der mit THE GUARD und CALVARY zwei meiner liebsten schwarzen Komödien der letzten Jahre abgeliefert hat, versucht das Gleiche jetzt mit einem internationalen US-Cast. Was haben wir von Komödien wie DEATH AT A FUNERAL gelernt, die von der Insel in die Staaten verfrachtet wurden? Das geht selten gut aus. So auch hier - zumindest für mich. Ähnliches passierte mir übrigens auch mit seinem Bruder: Martin McDonaghs IN BRUDGES ist eine fantastische, bitterböse Komödie, doch sein 7 PSYCHOS konnte mich dann nicht so richtig packen - wenngleich es kein Komplettausfall wie WAR ON EVERYONE war.

                                                  Der Humor ist nach wie vor böse, aber der Cast trägt ihn leider so gut wie gar nicht. Wenn in den bisherigen Filmen Brendan Gleeson einen zynischen, verbitterten Cop (oder Priester) gespielt hat, dann war das authentisch. Gerade in Kombination mit der beschaulichen, irischen Landschaft wirken hier die bitterbösen Elemente stets im harten Kontrast mit der Umwelt. Bei WAR ON EVERYONE hingegen prallen zwei Welten aufeinander, die für mich absolut nicht funktioniert haben. So sehr sich Alexander Skarsgård und Michael Peña auch die Mühe geben: die Chemie stimmte für mich vorne und hinten nicht. Anders als Gleeson, dem man die Bitterkeit stets abkauft, wirken die beiden Darsteller hier, als wären es Schauspieler, die Personen spielen, die zynische Cops spielen und irgendwie auf beste Freunde machen müssen.

                                                  Natürlich liefert McDonagh wieder einige extrem böse & politisch unkorrekte Gags und einige von ihnen zünden extrem gut (ironischerweise die Szenen, die in Island spielen und somit der irischen Abgeschiedenheit am nähsten kommen) - aber der Film wirkt insgesamt einfach zu unrund. Vielleicht weil irischer Humor, mexikanische Vorstadt-Idylle und US- bzw. SWE-Darsteller einfach nicht so richtig harmonieren. Da kann man noch so oft "Fuck" rufen, Gewalt zelebrieren oder Drogen konsumieren - es wirkt stets wie ein tolles Script, das auf den R-Rated-US-Markt hinproduziert wurde und trotz aller Gewalt und Boshaftigkeit in letzter Konsequenz an der Prüderie des Produktionslandes scheitert. Dass mit Theo James dann noch ein redundanter und unangenehm ernst auftretender Antagonist auftritt, verbessert den Eindruck leider nicht. Lediglich Caleb Landry Jones wirkt in seiner überzeichneten Abgedrehtheit konsequent und passend zum Film.

                                                  Humor ist natürlich immer Geschmacksache und von allen Genres das wohl subjektivste, aber es schmerzte mich, einen Film von einem der McDonagh-Brüder zu sehen und noch weniger lachen zu können als beim letzten GHOSTBUSTERS-Film von Paul Feig. Das tut mir in der Seele weh, weil hier tatsächlich Talent vorhanden ist, das aber irgendwie an seinen Ambitionen scheitert. Übrig bleibt leider eine "schwach"e Buddy-Action-Comedy, die abgesehen von einigen Lichtblicken gerade im Vergleich zu THE NICE GUYS hoffnungslos untergeht - auch wenn der Vergleich vom Anspruch der Filme her sicher etwas unfair wirkt.

                                                  "Oh no, the cops! Oh wait. We are cops, too!"

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                                                  • 6

                                                    War on Everyone ist leider manchmal etwas zu gewollt "cool" und over-the-top, wobei er letztendlich dann trotzdem relativ harmlos ist. Der Film unterhält ganz gut, ist aber keine Offenbarung oder einer der besten Cop-Duo Streifen. Kann man mal anschauen und schmunzeln, mehr aber nicht.

                                                    ▲ Top